r^ u. .^ '^r V ^^ << ^ Ty ^ ^ o" v^ c\ -I V "o V^ ^^ Vy NjT ^ ^> '.^ o. % '<^> 'V «^ - ^n. << X^ n/>L \. j>^ 'A '^^ '>. ^» \. / K lili V. -.^ '/'j -V;, '\. '? \ o. V. <^ >^ .o^ ^^ ^^. •^ %<^ A V, .< -^ - ^ S /, \. ^ .C^ V. 6-. '^, (i/ 'o >> ^/L lllllli "^ ^ ^ V .^^ .o ''A "il /y Vr A vT^ ^^ \M/ J^ ^ ^4-/^^ c^^^;. ^;*^ vO" vV A^ ^^ O^ '? O" ^Q, W ~''.l\ ^M A .^" V .p' ^^ ^ %^ Titiirr'''- >sii ijji /^JiAjjA^ 77 H ANDBUCH ^ i DEK Z L G I E VON WILH. C. H. PETERS, JUL VICTOR CARUS, VROF. DER ZOOLOGIE IND DIRF.CTOK DES K()X. rROF. DER VKRGLEICHENDEN ANATOMIE IN ZOOLOO. MUSEU.MS I.N BERLIN LEIPZIG UND C. E. ADOLPH GERSTAECKER, DOCENT DER ZOOI.O(ilB AN DRK IMVERSITAT ZI' BEKLIN. LEIPZIG, VERLAG VON WILHELM ENGELMANN 1863. s Schmidt, Oscar, Dr. u. Prof. d. Aiiat. u. vergl. Anat. in Gratz. Untersuchimgeii iiber Tuibellaneii von C or t'u u. Ceph alon ia. Nebst Nach- tragen zu triiheren Arbeiten. Mit 4 lithogr. Tafeln. (Sep.-Abdruck a. d. Zeitschrift i. wissenschaftl. Zoologie XI. Bd.) 8. 1861. br. 20 Ngr. Die 8pongneii des adriatischen Meeres. Mit 7 illuminirten Kupfertafeln. kl. Fol. lbtJ2. geb. G Thlr. 20 Ngr. Schultze, Max Sigism., Dr. u. Prof. d. Anat. in Bonn. Ueber den Organismus der Polvthalanueii (Foraminiferen) nebst Bemerkungen iiber die Rhizopoden im Aligemeinen. Mit 7 illum. Kupfertafeln. gr. Fol. 1854. geb. 8 Thlr. Teichmann, Ludw., Dr. u. Prof. a. d. Universitat Krakau. Das Saugadersystem, vom anatomischen Standpunkte bearbeitet. Mit 18 Kupfertaf. 4. 18G1. br. 8 Thlr. Valentin, Georg, Dr. u. Prof. d. Pliysiologie iu Bern. Die Untersuchung der Ptlanzen- u. der Thiergewebe lii pola- risirtein Liclite. Mit 84 Holzschn. gr. 8. l^til. br. 2 Thlr. 10 Ngr. Welcker, Herm., Dr. u. Prof. d. Anatomie in Halle. Untersuchungeii iiber Wachsthum und Bau des ineiisch- lieheii Schiidels. Erster Theii. Mit 17 Tafeln. kl. Fol. ]8t)2. geb. 8 Ttilr. Weyrich, Victor, Dr. u. Prof. d. Medicin in Dorpat. Die unmerkliche Wasserverdunstuug der inenschlichen Haut. Eine physio- logische Untersuchung nach Selbstbeobaeh- tungen. Mit 1 lithogr. Tafel. 4. 1862. br. 3 Thlr. 20 Ngr. Zeis, Dr. Eduard, Die Literatur und Geschichte der plast. Chiiurgie. gr. 8. 1862. brosch. 2 Thlr. 20 Ngr. Zeitschrift fiir wlssenschaftliche Zoologie, herausgegeben von C. Th. v. Siebold und Albert Kolliker. I — XII. Bd. a 4 Hefte nebst Supplementheft zum VII. Bde. gr. 8. 1848 — 1863. br. 84 Thlr. 10 Ngr. bruck von Breitkopf und Hartei in Leipzi^. Samisch, Theodor, Dr. ined. in Bonn. Beitriige zur normalen u. pathologischen Aiiatoiiiie des Auges. Mit ."{ Kupfertafeln. gr. s. • 18(32. br. 24 Ngr. Schleiden, M. J. Dr.,' Hofiatli u. Piof. d. Botanik a. d. Univ. Jena. Handbuch der inediciiiisch - pliaruiaceutischeii Botanik und botanisehen Phaiinacog- nosie. 2 Theile. Mit 31S Figuren in Holz- schnitt. gr. S. 1852, 57. br. 5 Thlr. loNgr. fTrniKlzilge der wissenschaftl. Botanik nebst einer methodologischen Einleitung als Anleitung zum Studium der Pflanze. — A. u. d. T. : Die Botanik als inductive Wissenschaft. 4. Aufl. Mit 290 eingedr. Holzschn., fiinf Kupfert. u. zwei Kegistern der Pflanzennamen und Kunstausdrucke. gr. 8. ISOl. br. 4 Thlr. 25 Ngr. Zur Theorie des Erkennens durch den Gesichtssinn. Mit 31 Figuren in Holzschnitt. gr. 8. ISGl. br. 21 Ngr. Schmarda, Ludw. K., Dr. u. Prof. d. Zool. a. d. ITniversitat Wien. N eue wirbellose Thiere beobachtet und gesammelt auf einer Reise um dieErdelS53-lS57. l.Eand. (2 Halften.) — A. u. d. T.: Neue T u r b e llar ien , Rotatorien u. Anneliden. 1.2. Halfte. Mit 37 color. Kupfertafeln und Figuren in Holzschnitt. kl. Fol. 1S59, Gl. geb. 35 Thlr. Speyer, Adolf, ^ Dr. nud. in Hhodcn und Speyer, August, Die geograpliische Verljreitung der vSchmetlerling-e Deutschlands u. der Schweiz. Nebst Unter- suchungen iiber die geographisclien Ver- hallnisse d. Lepidopterenfaunadifscr Liinder uberhaupt. Zwei Theile. gr. S. 1S5S, 02. br. 5 Thlr. 20 Ngr. Semeleder, Friedricli, Dr. u. Docent a. d. AViener Hochscliule etc. Die Rhinoskopie und ihr Werth fiir die arztliche Praxis. Ein monographischer Versuch. Mit 2 chromo- lithogr. Tafehi. gr. 8. 1862. br. I Thlr. Siebold, C. Th. Ernst v., Prof. d. Zool. u. vergleich. Anatoniie in Miinchen. Wahre Parthenogenesis bei Schmetterlingen u. Bienen. Ein Beitrag zur Fortpflanzungsgeschichte der Tliiere. Mit einer KupfertafeL S. 1850. br. 1 Thlr. Ueber die Band- und Blasenwiiriner nebst einer Einleitung uber die Entstehung der Eingeweidewiirmer. Mit 3(5 Holzschn. S. 1854. br. 22% Ngr. Seemann, Dr. Berthold, Die Palmen. Populiire Naturgeschichte derselb. u. ihrer Verwandten. Nebst einem vollsl. Verzeich. aller bisher in unsere Garten eingeftthrten Arten. Unter Mitwirkung des Verf. deutsch bearb. von Dr. Carl Bolle. Mit 7 Illustr. gr. S. 1857. br. 2 Thlr. 7% Ngr. Hamioversche Sitten und Gebrauche in ihrer Beziehung zur Pflanzenwelt , ein Beitrag zur Culturgeschichte Deutschlands. Populare Vortrage. 12. 1802. br. 15 Ngr. Stein, Friedr., Dr. med. u. K. K. Prof. d. Zoohigie in Prag. Die Inlusionsthiere auf ihre Entwickehuigsgeschichte unter- sucht. MitOKupfert. gr.4. 1S54. br. SThlr. Der Orgaiiisinns der Infusionstliiere^ nach eigenen Forschungen in systematischer Reihenfolge bearb. 1 . Abtheiiung : AUge- meincr Tlieil u. Naturgcschichte der liypo- trichen Infusionsthiere. Mit II Kupfertaf. gr. FoL 1859. geb. 10 Thlr. Nageli, Carl, Dr. u. Prof. d. Botanik in Munchen. BeitrJige zur wissensch. Botanik .1. u. 2. Heft. Mit 27 lithogr. Taf. Lex. S. )85S, 6(1. br, 5 Thir. 1(1 Ngr. 1. Heft. Das Wachsthum des Stanimes u. der Wurzel bei den Gefasspflanzen u. die Anordnung der Gefassstrange ira Stengel. Mit 19 lithogr. Xaf. IISS. 2Thlr. 20Ngr. 2. " Die Bevvegung im Pflanzenreiche. — Kechts und Links. — Ortsbevvegungen der Pflanzen- zellen u. ihrer Theile (Stromungen). — Unter- suchungen uber d. Flechtenthallus von Dr. A. Schwendener. (Mit Taf. I— VH.) — Ueber das angebl. Vorkommen von geloster oder formloser Starke bei Ornithogalum. (Mit Taf. VIII.) Mit 8 lithograph. Tafeln. 1860. 2 Thlr. 20 Ngr. Naumann, M. E. Ad., K. Pr. Geh. Medicinalrath, Prof. u. Director d. med. Klinik a. d. Eh. !■'. W. Uriiv. Ergebnisse iind .Stiidien aus der medicinischen Klinik in Bonn. 2 Bande. gr. S. 185*^, 60. brosch. 5 Thlr. 15 Ngr. Pagenstecher, H. A., Dr. u. Prof. d. Zool. a. d. Univ. Heidelberg. Beitriige znr Anatomie der Milben. ]. u. 2. Heft. Mit 4 lithogr. Tafehi. Fol. 1860, 61. cart. 4 Thlr. 1. Heft. Trorabidium holosericeum. Trombidium tinc- lorium. Mit 2 lithogr. Tafelu. IstiO. 2 Thlr. 2. « Ixodes Ricinus. Mit 2 lithogr. Tifeln. IStil. 2 Thlr. Rathke, Heinrich, weil. Prof. in Konigsberg. Entwicl^elungsgeschichte d e r W i r b e 1 1 h i e r e. Mit einem Vorwort von A. Kolliker. gr. S. 1S61. br. 2 Thlr. Vortrage zur vergleichenden Anatoniie der Wirbelthiere. Mit einem Vorwort von C. Gegenbaur. gr. S. Ib62. br. 1 Thlr. 15 Ngr. Rathke, Heinrich, weil. Prof. in Konigsberg. Beitrage zur Entwickelungsgeschichte der Hirndineen. Herausgegeben v. Prof. Rud. Leuckart. Mit 7 Kupfertafeln. gr. 4. br. 1S62. 4 Thlr. 20 Ngr. Radlkofer, Ludw., Dr. u. Prof. in Munchen. Die Befriichtung der Phanerogamen. Ein Beitrag zur Entscheidung des dariiber besteh. Streites. Mit 3 lith. Taf. gr. 4. 1856. br. 1 Thlr. lONgr. Der Befrnchtnngsprocess im Pflanzenreich und sein Verhaltniss zu dem im Thierreich. S. 1856. br. 22yj Ngr. Ueber das Verhaltniss der Parthenogenesis zu andern Fortpflanzungsarten. 8. 1858. br. 1 2 Ngr. Ueber Krystalle proteinartiger Korper pflanzlichen und thierischen Ursprungs. Ein Beitrag zur Physiologie der Pflanzen und Thiere, zur Chemie u. Physik der organi- schen Korper. Mit 3 lithograph. Tafeln. S, 1S51). br. 1 Thlr. 10 Ngr. Reichert, C. B., Dr. u. Prof. d. .\nat. u. vergl. .\nat. in Berlin. Stndien des phvsiolog. Instituts in Breslau. Mit 4 Kupfertaf. 4. 1^5^. br. 2 Thlr. 2(1 Ngr. Der Bau des menschlichen Gehirns durch Abbildungen mit erlauterndem Texte dargestellt. Mit 33 Kupfert. und 17 in den Text aufgenommenen Kupferstichen. kl. Fol. 1S61. geb. 10 Thlr. Keferstein, Wilh., Dr. u. Prof. d. Zool. a. d. Univ. Gottingen llntersnchniiiren iiber uiedere Seefhieie. Mit 11 Kupfert. gr. S. 18(i2. 2 Thlr. 25 Ngr. und Ehlers, Enist, Zoologische Beitrage gesammelt im Winter lS5!)/ti(l in Neapel und Messina. Mit 15 Kupfertafeln. 4. 1S61. br. 8 Thlr. Kenngott, Adolf, Frof. d. Mineral. a. d. eidgenoss. Poljtechn. u. a. d. Univ. Ziiricli. Ueber.siclit der Resultate miiieralog'. Forschungeii in den Jahren 1S5(i— IStil. gr. S. 1S59— 62. br. SThlr. 10 Ngr. Einzeln: 1S56 u. 1S57. 2 Thlr. 10 Ngr. 185S. 1859. 1860. 1861. a 2 Thlr. Kollmann, JuL, Dr. med. in Miinchen. Die Entwickelimg der Adergeflechte. Ein Beitrag zur EntAvickelungsgeschichte des Gehirnes. Mit 1 (photogr.) Tafel Abb. gr. 8. 1861. br. 15 Ngr. Krohn, Dr. August, Beitrage zur Entwickelungsgeschichte der Pteropo- den u. Heteropodcn. Mit 2 Kupfertafeln. 4. 1860. br. 2 Thlr. Kiihne, Wilh., Dr. med. in Berlin. Ueber die peripherischeii Eiidorgane der motorischen Nerven. Mit 5 Kupfertaf. 4. 1862. br. 2 Thlr. 20 Ngr. Leydig, Franz, Dr. u. Prof. a. d. Univ. Tubiiigen. Beitrai^e zur mikroskopischen Anatomie vind F^nt- wickelungsgeschichte d. Koclien u. Ilaie. Mit 4 Steindrucktafeln. gr. h. |s,t2. br. 1 Thlr. 10 Ngr. Leubuscher, Rudolf, weil. Dr. med. in Berlin. Hanfll>nch der medicinischen Klinik zum Gebrauche fiir Studirende und Aerzte bearbeitet. 2 Bande. gr. S. 1860 — 61. brosch. S Thlr. 20 Ngr. Meyer, G. Herm., Dr. u. ord. Prof. d. Anat. in Ziirich. Lelirbnch der Anatomie des Menschen. Zweite verb. Aufl. Mit 356 Holzschnitten. gr. S. 1861. brosch. 4 Thlr. Miiller, Heinrich, Dr. u. Prof. a. d. Universitiit Wiirzburg. Anatomisch - physiologische Untersnchnngen iiber die Retina bei Menschen u. Wirbel- thieren. Mit 2 Kupfert. 8. 1856. br. I Thlr. Ueber die Entwickehing der Knochensnhstanz, nebst Bemerkungen iiber den Bau rachi- tischer Knochen. ]Mit 2 Kupfertafeln. 8. 1858. br. 1 Thlr. Naumann, Carl Friedr.. Dr. u. Prof. d. Mineral. u. Geol. a. d. Univ. Leipzig. Lehrhncli der Geognosie. 2. verbess. u. verm. Aufl. Mit .H50 Holzschn. 1 . u. 2. Bd. (a 2 Abtheil.) Lex. 8. 1858—1862. br. 13 Thlr. loNgr. Der 3. (Schluss-) Band erscheint 18<)3. Elemente rter theoretischen Krystallographie. Mit 86 Holzschn. gr. s. 1S56. br. 3 Thlr. Eleinente der Mineralogie. Fiinfte vermehrte und verbesserte Auflage. Mit 483 Figuren in Holzschnitt. gr. S, 1859. br. 3 Tldr. Heckel, Jakob, weil. Kustos am k. k. Hof-.Vaturalienkab. etc. etc. und Kner, Riidolf, Dr. u. k. k. rrof. tl. Zool. a. d. Utiiv. Wini etc. etc. Die Siissuasseriische der Oesterreichischen Monarchie mit Rucksicht auf die angrenzenden Lander bearbeitet. Mit 204 Holzschnitten. gr. 8 1858. br. S Thlr. Hering, EwalcL Ur. meil. in Leipzig. Beitriigc zur Plivsiologie. 1. 2. Heft. Mit Holzschn. gr. 8. 1^61. 62. brosch. 1 Thlr. 15 Ngr. 1. Hrft. Vom Ortsiiine der Netzhaut. Mit 2S Holz- schnitten. 21 Ngr. 2. - Von den identischen Netzhautstellen. Mit 38 Holzschnitten. 24 Nsr. Hessling, Theodor v., Dr. und Prof. an der Universitiit Miinchen. Die Perimuschelii und ihre Perlen naturwissenschaftlich und geschichtlich mitBerucksichtigung der Per- lengewasser Bayerns beschrieben. Mit 8 (lithogr.) Tafeln und einer Karte. Lex. 8. 1859. br. Thlr. Hessling, Theodor v., / Dr. und Prof. an der Universitat Munchen und KoUmann, Jul., Dr. iiied. iii Munchen. Atlas der allgenieinen Ihierischeu Gewebelehre. Nach der Natur photographirt von J o s. Albert, K. b. Hofphotograph inMunchen. J. 2. Lieferung: 2S Tafeln. S. 1860. 61. br. 4 Thlr. 10 Ngr. Die 3. Lieferung, der Schuss des Werkes, erscheint in diesem Jahre. Hiller, Ferdinand, Dr. u. Prof. a. d. Cantonsschule in Chur. Lehrl)iicli d e r C h e m i e. (3 Lieferungen.) Mit 171 Originalzeichnun- gen in Holzschnitt u. einer Tatel in Farben- druck. gr. 8. 1861—63. a Lief. 2 Thlr. cplt. geb. 6 Thlr. 10 Ngr. Hartung, (leorg, Die Azoreu in ihrer iiusseren Erscheinung und nach ihrer geognost. Natur geschildert. Mil Be- schreibung der fossilen Res te vonProf. H. Bronn. Nel)st cinem Atlas, enthaltend 19 Tafeln u. 1 Karte der Azoren. gr. 8 1860. br. 8 Thlr. Betrachtiini^en uber Erhebuugslvrater, jiltere und neuere Eruptivmassen, nebst einer Schilderung der geolog. Vcrhaltnisse der Lisel Gran Canaria. Mit 2 Karten und 5 Tafeln. gr. 8. 1862. br. 2 Thlr. 24 Ngr. KoUiker, Albert, Hofrath, Dr. u. Prof. d. .Anat. u. Pbysiol. a. d. Univ. WUrzburg. Eutwickehnig-sgeschichte des Menschen und der hoheren Thiere. Mit 225 Figuren in Holzschnitt. gr. 8. 1861. br. 3 Thlr. 20 Ngr. Handbuch der Gevvebelehre desMenschen. Fiir Aerzte und Studirende. Vierte umgearbeitete Auflage. Mit 398 Holzschnitten. gr. s. 1863. br. 4 Thlr. Untersuchungen iiber das Ende der Wirbeltisaule der le- benden Ganoiden und einiger Teleostier. Mit 4 lithograph. Tafeln. gr. 1. 1860. br. 2 Thlr. lONgr. Cnter.suchunuren uber die letztcii EiidigiiiiKeri der \er- ven. Erste Abhandlung. Ueber die En- digungen der Nerven in den Muskeln des Frosches. Mit 4 Kupfertafcin. gr. 8. 1862. br. 16Ngr. (.\us der Zeitschr. fiir wissenschaftl. Zoologie Bd. XII. Heft 2. besonders abgedruckt.) Die Siphouophoreii oder Schwimmpoly|)cn von Messina. Mit 12 (in Farben gedr.) Steindrucktafeln. Fol. 1853. geb. 8 Thlr. Naturwisseiischattliclie VVerke aus dem Yerlage von Wilhelm Engelmann in Leipzig. Albers, Joh. Chstn., Wfil. Doctor iler Med. n. Chir., K. Pr. Geh. Ated. Bath a. D., Ritter etc. Die Heliceen nach naturlicher Verwandtschaft systema- tisch geordnet. 2. Ausg. nach d. hinterlass. Manuscr. besorgt v. E d u a r d v. M a r t e n s. gr. 8. IS6U. 3 ThLr. 7% Ngr. Bezold, Alb. V., Prof. d. Physiol. a. d. Universitiit Jena. Untersiichitngen iiber die electrische Frre^iiii^ der IVer- veii iiild I^liiskelii. Mit 2 Ivupfertafehi u. 14 Holzschnitten. gr. b. IStil. br. 2 Thlr. Untersnchungen liber die Aristoteles^ FunfBiicher Imiervation des Herzens. von der Zeugung und En twicklu ng der Thiere iibersetzt und erlautert von Dr. H. A u b e r t und Dr. F r. "\^^ i ni m e r. Ib60. 2 Thlr. 1 . Abtheilung. gr. s. 186:5. br. 27% Ngr. Aristoteles^ Vier Biicher iiber die Th eile derThiere. Griechisch und deutsch und mit sacherklarenden An- merkungen herausgegeben von Dr. A. von Frantzius. gr. 12. 1853, 1 Thlr. 15 Ngr. Bilharz, Theod., weil. Dr. u. Prof. d. Anat. a. d. med. Schule in Kairo. Das elektrische Organ d e s Z i 1 1 e r w e 1 s e s anatomisch beschrieben. Mit 4 lithograph. Tafeln. Fol. 1857. br. 3 Thlr. K» Ngr. Braun, Alexander, Phil. Dr. Botaniees in univ. JJerol. Prof. ord. etc. etc. Betvachtuiitren iihcv dio Erscheiiiiins" (ler Verjiingung in der Natur, insbesondere in der liebens- und Hildungs- geschichte der Pflanze. Mit 3 illuminirten Tafehi. gr. 4. 1S5I. br. 3 Thh-. Alg-arum unicellulariurii genera nova et minus cognila, priiciuissis observationibuH de Algis uniccllularil)us in genere. Cum tab. VI. (lith.) Imaj. 1855. 3 Thlr. Bibliotheca zoologica. Verzeichniss der Schriften iiber Zoologie, welfche in den periodischen Werken enthal- ten und vom jahre 1S46 — 60 selbstandig erschienen sind. Mit Einschluss der allge- mein-naturgeschichtlichen, periodischen u. palaeontologischen Schriften. Bearbeitet von J. Victor Carus und Wilh. Engelmann. 2 Bde. Mit einem vollstandigen Saeh- und Autorenregister. gr. 8. 1S61. br. 11 Thlr. Bary, A. de, Dr. u. Prof. d. Botiinik a. d. Univ. Treiburg. Die Mycetozoen. Ein Beitrag zur Kenntniss der niedersten Thiere. Mit 5 Kupfertafeln. gr. 8. 1859. 1 Thlr. Beale, Lionel S., Prof. d. Physiol. ani KinjJS Colloiie, I.ondon. Die Strnctur der einfachen Gevvebe des menschllchen Korpers mitBemerkungen iiber Entwickelung , \\'achsthum , Ernah- rung und Zerfall, sowie iiber Veriinderungen derselben in Krankheiten. Vorlesungen, gehalten im Koyal College of Physicians, London. Uebersetzt und niit Zusiilzen des Verf. herausgegeben von Prof. J. Victor Carus. Mit 73 in den Te.vt eingedruckten Holzschn. gr. 8. 1S62. br. 1 Thlr. 15 Ngr. HANDBUCH DER ZOOLOGIE. ZWEITEK BAND. ARTHROPODEN BEARBEITET A. GERSTAECKER. RADERTHIERE, ^VURMER, ECHmODERMEN, COELEXTERATEN ind PROTOZOEX BEAKBEITET VOK J. VICTOR CARUS. LKIPZIG •) VERLACi VON WILHELM ENGELMANN. 1863. . :x . »^ \: Das Recht der Uebersetzung in die englische nnd franzosische Sprache haben sich die Verfasser und der Verleger vorbehalten. Yorwort ziim zweiteu Baiide Wenn wir auch eine Bespreriiung des PJanes, nach dem das vor- liegende Handbuch der Zoologie heaibeitel wiuxle, fiir das Vorwort zum ersten Bande aufsparen, so glauben wir doch diesen zweiten nicht ohno die folgendon Bomerkungen veroirontlichen zu konnen. Wir wiinschten in dom Handbuche ein Werk zu lioforn, welches deni Stande der heutigen Wissonschaft entsprechend durch moglichste Berticksichtigung dor Gesammlformon doi- Thiore wie durch Eingehen auf ihre morphologischeu Entwickelungsgrade das Studium der Zoo- logie forderte und das Orientiren im System erleichtorte. Die Ver- schiedenhoiten der individuollon Ansichten dor drei Verfasser wurden durch eingehende Besprechungen moglichst ausgeglichen. War auch der eine von uns (Garis) fiir die umgekelirte Reihenfolge ^on unten nach oben, so trat er doch, den |)raktischon Bedenkon dor beiden anderen gogeniiber, mi( soinor Ansicht zuriick. Was dio einzelnen im voiliegonden Bando onlhaltonon Ablhoihingen betrini, so wurde der Druck der Arthroj^odon beroits vor anderthalb Jahren begonnen, was zu bemorken wegen der angofiihrton TJtoratur nothig scheint. Den grossoren Umfang dieser Abthoilung ha( dor grossere Formen- reichthum des Typus, sowie das ausgobroilotere Interesse an dor Entomologie bedingt. Trotzdom koimton hior bei woitom nicht alle Gattungen, sondern nur typische angefiihrt und auch von den Euro- pSischen im Verhaltniss nur wenigo charak(oiisir( werdon. Boi don VI Vorwort. ubrigen in diesem Bande bearbciteten Typen wurde eine moglichste Vollstiindigkeit der Gattungcn (\\\e bei dcn Arthropoden unter stetem Hinweis auf die fossilen Formen) und einc bcsondcre Beriicksichli- gung ilcr Europaisclicn angestrebt. Typische Arten wurdcn hier zwar ui)crall angefiihrt, mit Erwaimung ihres Habitats, jedoch nur in den Fiillcn charakterisirt , wenn dcr Gattungstypus hierdurch eine weitere Erlauterung erhielt. Gern htitten wir bei jedcr Gattung cine gutc Abbildung einer typischen Artcitirt, wenn sich nicht bei eincm Versuclic hierzu cine zu grosse Ungleichheit in dem fur jede Gruppe Erreichbaren hcrausgcstellt hatte. Berlin und Leipzig, im Februar 1863. A. Gerstaecker. J. Victor Cariis. Iiilialtsverzeiclmiss. Seite Arthropoda^ bearbeitel voii A. Gerstaecker. Arthropoda 1 I. Classe. Insecta ■10 1. OrdnuiiE;. Orthoptera 37 i. Ordnung. Neuropfera 68 3. Ordnunt;. Coleoptera 80 4. Oidnung. Hyniennplera 185 5. Ordnung. I.epidoptera 222 6. Ordnung. Diptera 251 7. Ordnunt;. Heiniptera 2s5 II. Clas.se. .Myriopoda 308 1. Ordnung. Cliilopoda 312 2. Ordnung. Cliilognatha 316 III. Classe. .\raclinoidca 320 1. Ordnung. Aithrogaslra 328 2. Ordnung. Araneina 333 3. Ordnung. Acarina 339 4. Ordnung. Tardigrada 34 5 5. Ordnung. Lingualulina 346 6. Oidiiung. I'antopoda 348 IV. Ciassc. Crustacea 350 1. Ordnung. Decapoda 359 2. Ordnuhg. Amphipoda 379 3. Ordnung. Isopoda 384 4. Ordnung. Poecilopoda 390 5. Ordnung. Branchiopoda 392 6. Ordnung. Enlomostraca 4 00 7. Ordnung. Cirripedia 4 09 Anhang: Rotatoria (bearheilet von J. VictorCarus) 415 VeriiieSj bearbeitet von .1. Viclor Cariis. Vermes 422 I. Classe. Annulata 428 k. Appendiculata poiychaeta 4 32 B Onychophora 4 46 C. Haloscolecina 447 D. Oligochaeta 447 E. Discophora 448 II. Classe. Gephyrea 450 III. Classe. Chaetognatha 454 IV Classe. N em a t e I ni i n l h e s 4 56 I. Nematodes 4.")9 II Gordiacea 464 III. Acanthocephali 465 VIII Iiihaltsverzeichniss. Seite V. Ciasse. P 1 a t y e 1 in i n llies 465 I. Turbeilaria 470 II. Trematoda 476 III. Cestoties 480 Eehiuoileruiata^ bearbeilet von J. Yictor Carus, Echinodermata 485 I. Ciasse. Hoiolhurioidea 491 I. Apneumona 494 II. Pneumouopliora 494 II. Ciasse. Echinoidea 496 I. Typica 499 II. Tesseiata . 505 III Ciasse. Asteroidea 505 \. Asteriae 508 B. Ophiurae 510 C. Euryaiae 512 IV. Classe. Crinoidea 513 A. Crinoidea s str 514 B. Cyslidea .'•)16 C. Blasloidea 516 Cocleuterata^ bearbeitet von J. Victor Carus. Coelenterata 518 I. Classe. Folypi (Aiithozoa) 520 1. Ordnuiii-. Alcyonaria 5*6 i. Ordnung. Zoanlharia 330 II. Classe. Ctenophorae 537 1. Ordnung. Lol)atae 540 '2. Ordnung. Taeniatae 541 3. Ordnung. Saccatae 541 4. Ordnung. Eurystomae 542 III. Classe. Hydrozoa 543 1. Ordnung. Medusae 54 7 2. Ordnung. Calycozoa 549 3. Ordnung. Hydromedusao 550 1'rotozoa, bearbeitet von J. Vicloi- Carus. Protozoa 563 I. Classe. Myxocyslodea 567 II. Classe. Gregarinae 568 III. Classe. Spongiae 570 IV. Classe. Rhizopoda 574 1. Ordnung. Honiogenea 5 / / 2. Ordnung. IMilocophoru , 580 3. Oidnung. Cytophora 580 V. Ciasse. Infusoria 5,SS 1. Onlnung. Atricha 591 i. Ordnuiig. Suctoria 591 3. Ordnuiig. Ciliala ■ 592 4. Ordnung. Klagellata Syj Arthropoda. Thiere m i l seitlich s ymmelris chem . gestrecktem. hete- ronom gegliederlem Korper, dessen einzelneSegmente meist zuformellunterschiedenenKdrperabschnitten vereinigt sind und an dessen Gliederung nicht mehr alle Systeme gleich- massig Theil nehmen. Die Korperbedeckung (durch Chitin) zu einem Hautskelet ei'hartel; Bevvegungsorgane sind meist deutlich gegjiederte (fussartige) Anhange, vveiche stets Forl- satze derKorpermuskulatur in sich aufnehmen. Centraltheil des Nervensystems ein gegliederter Bauchstrang, meist mit Schlundring und Gehirn. Darm mit l:)auchstandigem Mund und meist en dslii nd isem After. Geschlechter fast durchvves: geti-ennt. Entvvickelung haufigiiberdasEileben hinaus ver- 1 ij n g e r t o d e r m i t M e t a m o r p h o s e. Der Kdrper der Arthropoden, d. h, der mit bevveglich eingelenkten Glied- maassen versehenen Gliederlhiere zeicbnet sich bei vollstandi2;er seitlicher Symmelrie und vorwiegender Ausdchnung in der Langsrichtung durch eine von queren Einschnilten seiner Bedeckung herriihrende, grdssere oder ge- ringere Zahl von Kdrperringen {Segmenta) aus. Diese Segmente , deren Zahl meisl eine conslanle ist und an denen sich in der Mehrzahl der Falle die Riicken- und Bauchseite formell unterscheiden lasst, stellen sich mit Aus- nahme vveniger Formen, welche den Uebergang zu den Annulaten vermilteln, als un gleich vverth ig (heleronom) dar, indem sie einerseils in Grdsse und Form unler einander verschieden sind, andererseits durch engere Verbindung einzelner unter einander oft deutlich geschiedene Segmentcomplexe hervor- rufen. Beides ist der unmittelbare Ausdruck der von diesen Segmenten oder Segmentgruppen eingeschlossenen inneren Organe, vvelche sich nicht in jedem Kdrperringe gleichbleiben oder in analoger Weise wiederholen , sondern sich wenigstens der Hauptmasse nach in bestimmten Segmenlcn, die dadurch gleiclisam functionell individualisirl vverden , anhiiufen. So treten z. B. ganz allgemein die Sinnesorgane in den vorderslen als «Kopf» bezeichneten Seg- menlen des Arthropodenkdrpers auf, vviihrend die Masse der Bewegungsor- gane in anderen Ringen, die der »Brust« oder dem «Hinterleiba angehdren, in Handb. d. Zool. II. 4 ( Arthropoda. ahnlicher Weise vereinigt sind wie der letztere fasl allein die Orgnne der Ver- dauung und Forlpflanzung uinschiiesst. Eine solche functionelle Abhiingigkeit der einzelnen Korpersegmente von einandei", welche in den inneren Organen selbst da deutlich ausgepriigt ist, wo die Segnientirung des Korpers ausseriich eine Art Homonomitiit noch aufrecht erhiilt, ist fUr die Arthropoden um so be- deutungsvoller , als die Anwesenheit beweglich eingelenkter Gliedmaassen, wonach sie ihren Namen erhalten haben, bei Verkiimmerung derselben nicht selten in Fra"e eestellt werden kann. Die Kor perbedeck ung der Arthropoden, welche beim Mangel eines inneren Skeletes dessen Funclion ubernimmt, d. h. der gesammlen Musku- latur zum Ansatz dient , und daher als Hautskelet bezeichnet wird , zeigt dem entsprechend eine mehr oder weniger derbe Beschaffenheil, welche jedes- mal durch die stiirkere oder geringere Anhiiufung eines dem Leim verwandlen StofTes, der Chitine (Entomoline) bedingt wird. Durch eine aus polygonalen Zellen bestehende, zarte Membran, die Matri x oder Chitinogenmembran ausgeschieden , erreicht diese Chitine je nach Bedarf eine verschiedene Miich- tigkeit, mit der die jedesmalige Nachgiebigkeit oder Harte und Sprodigkeit der Kdrperbedeckung im Zusammenhang steht und nimmt in gewissen Filllen auch anorganische Subslanzen , wie Kalksalze, in sich auf. Obwohl sporadisch auch bei anderen wirbellosen Thieren auftretend , ist die Chitine wegen ihres allgemeinen Vorkommens im Haulskelet der Arthropoden eine fiir letztere charakteristische Subslanz, deren wesenlliche Eigenschaften in ihrerSchwer- Idslichkeit in kaustischem Kali und Siiuren so wie darin, dass sie beim Bren- nen nicht schmilzt, besteht; sie findet sich iibrigens nicht nur in der Haut- bedeckung des Kdrpers, sondern auch auf der Innenseite des Darmkanals, der Ausfiihrungsgiinge der Genitalien u. s. w. ausgeschieden vor, und zeigt hier sogar zuweilen ahnliche Bildungen, wie sie auf der iiusseren Haut in Form von Haaren, Borsten und dergleichen ganz allgemein vorkommen. AIs unmillelbare Forlsetzungen der Chilinhaut des Kdrpers, obwohl be- weglich an demselben eingelenkt, sinddie im Allgemeinen als Gliedmaassen zu bezeichnenden paarigen Anliangsgebilde, welche siimmtlichen Arthropoden in allen oder einzelnen Entwickelungsstadien zukommen, anzusehen. Diesel- ben kdnnen ebensowohl an allen, wie nur an einer l)eschriinklen Zahl von Segmenten auflrelen, sind vorwiegend der Bauchseite eigen und werden hier je nach ihrer Form und Function als FUhler {Anleniiae)^ Kiefer [Mandibulae, Maxillae)\xn&^e\i\e [Pedes] bezeichnet; alsBUckengliodmaassen kannmandie nur inder Classederlnsecten auftretenden FlUgel [Alae) und die manchenEn- lomostraceeneigenen flUgelartigenSchalenansprechen. Alle dieseGliedmaassen, von denen die der Bauchseile angehdrigen bei vollkommener Ausl)ildung in mehrere an einandcr l)ewegliche Glieder zerfallen, werden durch Muskeln be- wegt, vvelche von der Innenseite des Ilautskelels entspringen und sich in ihre Ildhlung hineinerstrecken ; sie sind, so weit sie die Orlsbewegung vermitleln, lunctionell allerdings den Glicdmaassen der Wirbellhiere entsprechend , als Hautgebilde ihnen aber keineswegs homolog. Die mannichfachen Gestaltungen, vvelche sie eingehen, die verschiedcnartigen Functionen, vvelche sie auszuUben habcn , und ihr Auflreten oder Fehien an den einzelnen Scgmenten dcs Kdr- Arthropoda. 3 pers sind in erster Instanz fiir die mehr oder weniger heteronomc Giiederung des letzteren bestimmend , da sowohl die Form als die Grossenenlwickelung eines Segmentes sich jedesmal zunachst als der Ausdruck der in ihm ange- hiiuften, der Gliedmaassen-Beweuune dienenden Muskulalur zu erkennen giel:)t. Am auffallendsten Iritt diese Einwirkung der Gliedmaassen auf die ihnen entsprechenden Segmente bei denjenigen Gliederthieren hervor , bei welchen ihre Zahl eine beschrankte ist, indem dann die mit denselben be- hafteten Segmente sich von den iibrigen sogleich als formell sehr differeiit markiren (Insecta hexapoda) , wahrend im Gegensatz dazu ihre gleichmassige Vertheilung auf zahlreiche oder siimmtliche Korperringe diese mehr conforiu erscheinen lasst [Mijriopoda). Es ist indess auch in letztereni Falle das Ver- haltniss der Gliedmaassen zum Kcirper ein von den ihnen homologen Fuss- stummel-Bildungen vieler Annulalen immer noch wesentlich verschiedenes, da sie sich nichl wie diese ausschliesslich als unmiltelbare Forlsetzungen der Kcirperhaut, sondern zugleich als solche der von dieser eingeschlossenen Mus- kulatur darstellen. — Die oft sehr ausgepriigte Verschiedenheit in Foi-m und Lage, welche die verschiedenen Anhangsgebilde des Arthropodenkorpers (Filhler , Kiefer, Beine u. s. w.) erkennen lassen, kann kein Ilinderniss sein, sie sammllich in eine und dieselbe Kategorie der » Gliedmaassen « zu verweisen : abgesehen von der ihnen fast durchweg zukommenden Gliederung spricht fiir ihre wesentliche Identitat vorAIIem ihre libereinslimmende erste Anlage wiih- rend des Einbryonalzustandes , sodann aber der Umstand, dass die sich der Reihenfolge nach enlsprechenden Gliedmaassen je nach den Classen bald die Bein-, bald die Kieferform annehmen. Die drei Beinpaare, mil denen die !n- sec ten laufen, dienen den Krebsen zuni Fressen, die FUhler der Insecten vielen Entom ost r a ceen zum Schwimmen. Gleichsam im Gegensatz zu den Gliedmaassen steht eine zweile Art un- mittelbarer Fortsetzungen des Ilautskeletes, welche sich in Form von briicken- oder gabelformigen Geriisten in das Lumen der Leibeshohle hineinerstrecken, oder wenn sie von derBauch-bis zur Rlickenwand reichen , dasselbe ganz durchsetzen. Diese Gebilde, welche bei den Insecten unter dem Namen des En to t h rax bekannt sind, bei den A rachniden und C r us taceen jedoch oft in viel ausgedehnterem Maasse auftreten, haben einen do[)peIten Zweck, in- dem sie einerseits gleich der eigentlichen Kdrperhiille den Bewegungsmuskeln liir die Gliodniaassen zum Ansatz dienen, andererseits die inneren Organe in ihrer Lage befesligen; ganz besonders sind es die von der Mittellinie der Bauchwand entspringenden Gabelfortsiilze , welclie allgemein das Bauchmark stiilzen und daher von Treviranus mit Wirbeln verglichen wurden. Von den animalen Organsyslemen steht die zu einem hohen Grade der Vollkommenheit entwickelte Muskulatur, welche die Arthropoden vor allen Ubrigen Evertebraten besonders auszeichnet, stets in seradem Verhiiltniss zu der grbsseren oder geringeren Ileteronomitiit der Segmente so wie zu der speciellen Function, welche ihnen selbsl sowohl als den von ihnen ausgehen- den Gliedmaassen obliegt. Sie ist daher vorwiegend in denjenigcn Segmenlen entwickelt und angehiiuft, welche die Orls- und andere einen gleichen Auf- wand von Kraft erfordernde Bewegungen vermitleln, wahrend sie z. B. in 1» 4 Arthropoda. gliedmaassenlosen Segmenlen , bei denen nur eine leichle Beweglichkeit des einen am anderen erforderlich ist, aiif eine verhaltnissmassig diinne Lage reducirl erscheint. Die enlweder eanz farhlosen oder leicht ^elblich ij;efarbten Muskeln, welche zuweilen durch glatle, sehnenarlige Bander ersetzt werden, lassen , so weit sie wenigstens w illktirliche sind , stets deullich querge- streifte Muskelfasern erkennen und zerfallen haufig beim Druck in ihre pri- mitiven Elemenle. — Auch das Ner vensys tem, obwohl von allen Organen durch seine der Liinge des Korpers enlsprechende Ausdehnung am meisten den homonomen Typus bewahrend, steht in der slarkeren Entwickelung ein- zelner seiner Ganglien oder in der Vereinigung mehrerer zu einer gemeinsamen Masse unter dem Einflusse der Korpersegmentirung. Stets in der Miltellinie der Bauchseite verlaufend und aus einer sich nach der Zahl der Se^mente richtenden, grosseren oder geringeren Anzahl paariger Ganglien, welche durch ebenfalls paarige Commissuren verbunden sind, bestehend, tritt es in ein eigentlilimliches und iiberall constant bleibendes Lagenverhiiltniss zum Ver- dauungskanal , indem dieser, vorher in seiner ganzen Ausdehnung iiber ihm verlaufend, um zum Munde zu gelangen mit seinem vordersten Ende zwischen die, die beiden erslen Ganglienpaare verbindenden Commissuren hindurchlritt. Auf diese Ari wird der Schl un d ri ng der Arthropoden hergestellt, und das Nervensystem in einen Gehirntheil [Ganglio7i supraoesophac/eum) , welches ilber dem Darmkanal, und in eine B a uch ga n gl i en kel te (Bauchmark), welche unter demselben liegt, geschieden. Aus ersterem entspringen stets die zu den Sinnesorganen (Augen, Filhlern), aus letzterer die zu den Gliedmaassen und den Ausfiihrungsgangen der Geschlechtsorgane und des Darmrohres ver- laufenden Nerven ; in den die Ganglien verbindenden Commissuren sind moto- rische und sensilile Fasern , die zuweilen sogar in besondere Striinge geschie- den sind, vereinigl, wahrend ein besonderes synipathisches Nervensyslem mit dem Gehirnganglion in Verbindung gesetzt ist. Die Sinnesorgane der Arthropoden sind mit Ausnahme des Taslsinnes, welcher wohl den Gliedmaassen im Allgemeinen eigen ist und des zuweilen an verschiedenen Stellen des Kdrpers angebrachten Gehcirorganes auf bestimmte, dem Vorder- oder sinnestragenden Kople angehorende Segmente verwiesen und treten hier entweder an den von diesen Segmenten entspringenden Glied- maassen auf oder konnen unler Umstanden selbst die Form solcher annehmen. Letzteres ist mit den bei der Mehrzahi der Arthropoden der Kopfoberflache un- mittelbar aufsitzenden zusammengesetzten Augen der Fall, welche bei den Decapoden an die Spitze beweglich eingelenkter Pedunculi riicken und auf diese Art gleichfalls in die Beihe der Gliedmaassen treten ; ersteres mit dem Tast-, Geruchs- und oft auch mit dem Gehcirssinn , welche den hinter den Augen entspringenden Filhlern {jbiteimae) iibertragen sind. Obwohl erfahrungs- gemass alle fUnf Sinne bei den Arthropoden bis zu einer mehr oder weniger hohen Slufe der Vollkommenheit ausgebildet sind, finden sich von den sie vermittelnden Organen doch nur die Augen allgemeiner in ausgepriigter Weise entwickelt vor. An denselben sind die Elemente des lichtempfindenden Apparales , der Betina des Wirbelthicrauges entsprechend , von verhallniss- massig kolossalcr Grdsse und trelen in Form von kegelfdrmiizen Stabchen auf, Arthropoda. 5 welche je von einer Pigmentschicht eingehiillt, in ihrem vorderen Ende eine durchsichlige, lichtbrechende BeschafTenheit annehmen (daher als Krystall- stabchen bezeichnet) , hinten dagcgen sich als unmittelbare Fortsetzungen der Nervenfasern zu erkennen geben. Je nachdem diese Elemente zu wenigen (bis zu einem) oder in grosser Anzahl vereint auftreten, werden die Augen der Arthropoden als einfache [OcelU, Slemmata) oder als zusammenge- setzte [Oculi s. Oc. compositi) unterschieclen ; mehrere nahe aneinanderge- riickte Einzelaugen stellen die sogenannten z usammengehiiu flen Augen [Oc. congvegati) dar. Als lichtbrechendes Medium , welches nur bei einzelnen niederen Formen fehlt, fungirt neben den Krystallstabchen die Chitinhiille des Korpers, welche jedoch iiber dem Auge frei von Pigment und linsenartig (ent- weder planconvex oder biconvex) gewdlbt ist ; in den zusammengesetzten Augen entspricht je eine solche linsenarlige Cornea (Facette) einem einzelnen, l)ei den einfachen , wo Uberhaupt nur eine auftritt , raeist mehreren Nerven- stiibchen. Auf die vegetati ven Organsysteme der Arthropoden liisst die Segment- bildung des Korpers, mit Ausnahnie des Herzens, wo dasselbe in Form eines Riickengefasses auftritt, keine Einwirkung niehr erkennen ; treten an densel- ben , wie am Darmkanal und den Genitalien, formell gesondeite Abschnitle auf , so sind dieselben von der Gliederung des Hautskeletes vollkommen un- abhansis. Der Darmkanal hat mit den Geschlechtsorganen das semeinsam, dass er bei seiner Ausmlindung zu dem Hautskelet in niihere Beziehung tritt. In den Anfang und das Ende desselben {Oesophagus und Mastdarm) setzt sich namlich ebensowohl die Chitinisirung der Haulbekleidung fort als in die Aus- fiihrunasizanse der Genitalien, und wie die .Mundoffnung des Darnies eine An- zahl von Gliedmaassen ihrem Zweck unterwirft, d, h. sie zu Kiefern {Mandi- bulae und Maxillae) oder Kieferfiissen (Pedes maxillares) umwandelt, so lassl die Mundung der Genitalien die sie umgebenden Segmente des Kcirpers haufig auffallende Umgestallungen in Copulations- oder Legeapparate eingehen. Die Ausmundung boider Organsysteme findet in der Regel an verschiedenen Rin- yen des Hautskeletes statt, oft sogar in bedeutender Entfernuns von einander ; wo die Mundung, wie bei vielen Insecten , scheinbar demselben Korperringe angehcirt, ist eine Verkummerung einzelner dieser Ringe nachweisbar. Der Darmkanal, welcher stets den ganzen Kcirper mit Ausnahme der vordersten, sinnestragendenSegmenle durchlauft und am aussersten Endedes- selben mit dem Aftei" niljndel, stellt in seiner einfachslen Form ein durchaus ae- rade verlaufendes Rohr, welches keinerlei Abschnilte erkennen lasst, dar ; dieso treten bei vollkommenerer Organisalion in Form einer engen Speiserohre (Oesophagus), eines kugligen, muskuldsen und mit einem inneren Reibeappa- rale versehenen Vormagens (Proventriculus), eines Chylusraagens (Ven- triculus) und eines oft abermals in mehrere Abschnitte zerfallenden Darmes (Inteslinum) auf , von welchen dann ganz besonders der letztere oft eine be- Iriichlliche Langsausdehnung erreichl und in mehrfachen Windungcn die Leibeshdhle durchzieht. Von dem Magen sonderl sich in vielen Fiillen ein aus zahlreichen feinen Gallcnkanalen bestehendes Leberorgan ab, wiihrend in anderen seine drlisigen Wandungen die Stelle desselben vertreten, und in ana- 6 Arthropoda. loger Weise trennen sich vom Intestmiim die nur den Cruslaceen fehlenden Harnkaniile {Vasa Malpighi) als selbstslandige Organe los. — Die durch den Darnikanal abgesonderle Ernahrungsflussigkeit wird mit Ausnahme einiger am niedrigsten organisirten P^ormen durch ein in der Mittellinie der Rilcken- seile liegendes Herz in Circulation versetzt. Dasselbe sleht zuweilen noch unler dem Einfluss derKorpersegmentirung, indem es bei einer langgestreckten Form in mehrere hintereinanderfolgende Kammern, deren Zahl sich nach der- jenigen der entsprechenden Segmente richtet, zerfallt, und dann alsRiicken- gcfiiss [Vas dorsale) bezeichnet wird; ebenso oft entzieht es sich aber jenem Einfluss und trilt dann in Forni eines einkammrigen Organes, das mit arte- riellen und ventisen Ostien versehen ist, auf. Gehen von dem Herzen ge- schlossene arterielle Gefasse oder wenigstens ein einzelnes [Aorta der Insecten) noch bei allen hoher entwickelten Formen aus, um das Blut in den Korper Uberzufuhren, so gehoren venose Gefasse schon zu den Ausnahmen und wer- den meist durch lacunare Blutstrome, wie sie auch die Stelle eines Capillar- netzes erselzen, verlreten. Die Entwickelung diesesGefasssystemes der Arthro- ])oden steht jedesmal in unmittelbarer Abhangigkeit von der Beschaflenheit der Respirationsorgane, welche unter zwei ganz verschiedenen Formen auflreten : die eine bilden die auf eine bestimmte Kdrperstelle lokalisirten Kie- men, welche der VVasserathmung dienen, an der Aussenfliiche des Hautske- letes liecen und sich besonders den Gliedmaassen anheften oder diese selbst ersetzen : die andere reprasentiren cylindrische Hohlrohren , welche alle in- neren Organe mit vielfachen Verzweigungen umstricken, das Hautskelet durch- bohren und so unmitlelbar atmospharische Luft aufnehmen, um sie sammt- lichen Korpertheilen zuzufiihren (Luf t rdh r en, Tracheae). Wiihrend bei An- wesenheit der lelzteren ein Gefiisssystem fast ganz fehlt, bildet es sich bei der Kiemenathnmng um so vollkommener aus, je mehr die sie vermittelnden Organe sich concenlriren. Die Geschlechtsorgane sind bei den Arthropoden durchweg auf mannliche und weibliche hidividuen verlheilt : ausgenommen sind nur die ilberhaupl schon auf der Grenze der Gruppe stehenden Tardigraden und Cir- ripedien, bei welchen die Vereinigung von keim- und samenbereitenden Or- ganen in demselben Individuum durch die gehemmte Fortbewegung desselben bedingt wird. Bei beiden Geschlechlern nach demselben Typus geltaut, be- stehen diese Organe in der Regel aus paarigen, seltner aus einer unpaaren Driise, welche ihrerseils oft wieder aus mehr oder weniger zahlreichen Schliiu- chen zusammengesetzt wird , an deren Wandungen die reproductorischen Elemente abgeschieden werden ; ferner aus paarigen Ausfiihrungsgiingen , mit denen sehr allgemein noch accessorische Driisen oder andere Anhangsgebilde in Verbindung stehen. Letztere stellen beim Weibchen einerseits eine Begat- tungstasche [linrsa copulatrix) odor eine Samentasche [Receptaculion seminis) zurAufnahme des mannlichen Zcugungsapparates oder der Samenllus- sigkeit dar, andererseits Ki ttorgane, dcren Secret fUr die Anheftung der ab- geleglen Eier verwandt wird ; beim Miinnchen dagegen sind es DrUscn, welche eine zur EinhUllung der zellen- oder fadenfuiinigcn Spermatozoen dienende, an derLuft gerinnbareMasse absondern und so die Sper malophoren erzeugen. Arthropoda. 7 Die Eier der Artliropoden gehen mit wenigen Ausnahmen bei ihrer Ent- wickelung eine partielle Furchung ein und bestehen also aus Bildungs- und Nahrungsdotter zugieich. Von der Zelienschicht , welche das blinde Ende (Keimfach) der Eierstocksrbhren an seiner Innenseite auskleidet, Idsen sich einzelne Zellen als Keinibliischen-ab, um welche sich zuniichst der feinkornige Bildungsdotter ausammell, der seinerseits wieder von dem aus grdsseien Fett- bliischen bestehenden Nahrungsdotter umgeben wird ; letzterer umhiillt sich schliesslich mit der Dotterhaut, oder wo eine solche fehlt, mit einem Chorion. Nach der Befruchlung des Eies, welche in selteneren Fallen im Ovarium selbst, allgemeiner beim Durchtritt durch die Ausiuhrungsgiinge , in deren Anhangs- gebilden {Receptaculum seminis) die belVuchtenden Elemente angesammelt sind , vor sich geht, und bei welcher ein Eindringen der Spermatozoen in zarte, die EihUlle durchsetzende Oeffnungen {Micropyle) stattfindet, tritt nach Bildung der Keimhaut als erste Anlage des Embryo der Keimslreifen auf, welcher der Bauchseite des kiinftigen Thieres enlspricht und sich bald nach seiner Entslehung in die beiden durch eine tiefe Furche gesonderlen Keim- wulste spallet, welche allmiihlig den Dotter iiberwachsend, sich schliesslich auf der Riickenseile vereinigen. Auf diesen beiden KeimwUlsten basirt gleich von vorn herein die seitlich symmetrische Form der Arthropoden ; durch ihre eleichzeitiii oder hinter einander auftretende Einkerbung wird nicht nur die erste Anlage fiir die Kdrpersegmente, sondern zugleich fUr die ihnen entspre- chenden Gliedmaassen gegeben , welche letztere, seien es FUhler, Kiefer oder Beine , alle nicht nur gleichen Ursprung, sondern l)ei ihrem ersten Auftreten auch eine gleiche Gestaltung zeigen. Bei der grossen Mehrzahl der Arthropoden geht diese E ntwickelun g der Eier ausserhalb des mutterlichen Kdrpers vor sich, so dass die Oviparitiit als Regel anzusehen ist: sporadisch Ireten indessen in verschiedenen Familien der Gliederthiere auch vivipare Formen auf und zwar sondern diese sich wieder in solche, von denen das junge Thier unmittelbar nach seiner Durchbrechung der Eihulle, und in solche, von denen es schon in mehr oder weniger ent- wickeltem Zustande geboren vvird. Als Beispiel der ersten Kategorie sind u. a. gewisse Dipteren unter den Insecten {Tachina^ Oestrus) anzufuhren, welche anstatt der Eier junge Larven ablegen, als ein sehr merkwUrdiges der zweiten die Pujjiparen , deren Weibchen jedesmal nur eine ausgewachsene, zur Ver- puppung reife Larve, welche innerhalb des mUlterlichen Leibes erniihrt \Aorden ist, zur Welt l)ringen. — Eine dritte Form der Viviparitiit, welche besonders bei den Pflanzenliiusen unter den Insecten und bei einigen niedercn C ru- staceen {Cladocera) auflritt, unterscheidet sich von den vorher erwiihnten schon in der ersten Anlage desKeimes, welcher, ohnedas Stadium derF^ibildung einzugehen , sich unmiltelbar zum Embryo enlwickelt und zwar ohne dass es einer Befruchlung durch das miinnliche Sperma bedurft hatte. Indessen wech- selt in diesem Falle die Viviparitiit mit der Oviparitiit entweder nach den Gene- rationen oder nach der .lahreszeit (bei demselben Individuum) ab, indem neben den keimerzeugenden Weibchen (Ammen) auch eierlegende auftreten (Gene- rations wechsel). Das allmiihlige Wachslhum und die Erlangung der Geschlechtsreife be- 8 Arthropoda. dingt bei den Arthropoden ganz allgemein ein mehrmah"ges Abwerfen ihrer Ktirperbedeckung (H ii u t u n g), in welches sammlliche Theile des Chilinskeletes, also auch die Giiedmaassen mit inbegriflen sind. Die Formveranderungen, welche bei diesen Hautungen iniplicirt sind, geben sich bald als sehr gering- fUgige und allmahlige, bald als sehr in die -Augen fallende kund, daher man sie im ersteren Falle unler dem Namen der »einfachenUautung« gleichsam verschwiegen , im zweiten als »Me ta morp hose« hervorgehoben hat. Da Veranderungen bei jeder Hautung vorgehen, ist eine scharfe Grenze zwischen Gliederthieren mit und ohne Metamorphose begreiflicher Weise nicht zu ziehen und man kann den Begriff" dieses Vorganges annahernd nur dahin fixiren, dass man darunter das Auftreten neuer, die ganze Korperform wesenllicli \eran- dernder Theile versteht. Im Ganzen und Grossen ist es hauplsachlich die ein- tretende Geschlechtsreife, welche die wesentlichslen Umgestaltungen in der ausseren Form eines Gliederthieres hervorbringt, gleichviel ob die dabei statt- findende Metamorphose, wie bei der grossen Mehrzalil der Formen , eine fort- schreilende, oder wie bei den Goccinen, Lernuen, Cirripedien u. a. eine ruck- schreitende, d. h. eine solche ist, bei welcher der Arthropodentypus im Alter weniger scharf ausgepragt ist als in den Jugendstadien. hidessen fehlt es auch nicht an zahlreichen Beispielen, dass die geschlechtlich noch unentwickellen Formen, weiche man gewohnlich als Larven (Zaryae) bezeichnet, eine ganze Reihe sehr auffallender Melamorphosen durchmachen , welche wie bei vielen Crustaceen unter einander viel abweichender sind als dies zwischen der letzten Larvenform und dem geschlechtsreifen Individuum der Fall ist. — Eine Sisti- rung des Wachsthums sowohl als der periodischen Hiiutungen nach dem Ein- tritt der Geschlechtsreife hat nur in dei" Classe der Insecten Stalt, wahrend bei den ubrigen drei Classen dieselben auf unbestimmte Zeit fortgesetzl wer- den, ohne indess fernere Formveriinderungen zur Folge zu haben. Die gegenvvartig den Typus der Gliederlhiere {Arthropoda , Arthrozou seu Articulata) repriisenlirenden vier Classen der : Insecten {Insecta seu Hexa- poda) , Tausendfussler [Myriopoda) , S p i n n e n [Arachnoidea) und K r e b s- oder Krustenthiere (Crustacea) wurden von Li>'\fi in seinem Systemanaturae zu einer einzigen Thierclasse unter dem Namen Insecta vereinigt, in analoger Weise wie sie schon Aristoteles als n Entoiitaa zusanmienfasste. Sowohl die wesenllichen Unlerschiede im Gesammlbau des Korpers als die anatomischen Eigenthiimlichkeiten, welche die drei letzten Classen von den eigenllichen In- secten trennen, iibersehend vereinigte LixNfi dieselben in seinem auf die FIU- gelbildung (resp. den Flugelmangel) begrundeten System als y^Insecta apteraai mit denjenigen Hexapoden , welche der F^IUgel entbehren und wurde hierin von FAniticius , Illiger u. A. nachgealimt, bis zuerst Latreille die noch heut zu Ta"e als nalUrlich anerkannle Eintheilung in die oben iicnannlen vier ein- ander gleichwerthigen Classen vornahm. Fur die Abgrenzung derselben von einander ist in erster Reihe die Segmentirung des Korpers im Allgemeinen, verbunden mit der Vertheilung der Bewegungs-Gliedmaassen auf einen oder mehrere Ilauplabschnilte des Haulskeletes , sodann die Anzahl der als »Fuhl- horner« bezeichneten Gliedmaassen und die Beschaflenheit der Respiralions- organe in Anschlag zu bringen. Arthropoda. 9 An Form- und Artenreichlhum slehen die Arthropoden allen iibrigen Hauptgruppen des Thierreichs so uberwiegend voran, dass sich keine der- selben auch nur im Entferntesten niil ihnen messen kann : nach 0. IIi:kr"s Schiltzung wiirden sie allein Vs der Artenzahl sammllicher Thiere in Anspruch nehmen (?) , wahrend unter ihnen selbst wieder die eigentlichen Insecten an Artenreichthum die drei iibrigen Classen zusammengenommen weit iiber- treffen. Ihrem Aufenthalt nach theils Land-, Iheils Wasserbewohner, fallen sie in dieser Beziehung der Ilauptsache nach zugleich den naturlich systemati- schen Abtheilungen zu, indem die Crustaceen fast sammtlich Wasser-, die iibrigen Classen vorwiegend Land- oder Luftlhiere sind. Es gehen daher un- ter den ausgeslorbenen Formen auch nur die Cruslaceen bis in die allesten Schichten zurtick, wahrend die tibrigen der iMehrzahl nach den neueren For- mationen anuehdren. Nach dem eben Mitgetheilten lassen sich die vier Arthropodenclassen in folgender Weise charaklerisiren : 1. Insecta, Insecten: Gliederthiere mit einem FUhlerpaar, zusam- mensesetzten Augen, tasterlosen Oberkiefern, getrenntem Kopf, dreiringligem, mit drei Bein- und meist zwei Fliigelpaaren versehenem Thorax , fusslosem Hinterleib und Tracheenathmung. 2. Mijriopoda, Ta usend f Us sl er : Gliederthiei"e mit annahernd ho- monomerKdrpersegmentirung, einem Flihlerpaar, meist nur^Ocellen, getrenn- tem Kopf, verkummertetn, flugellosem Thorax , sehr enlwickeltem und mit Beinen versehenem Ilinterleib und Tracheenathmung. 3. Arachnoidea , Spinnen: Gliederlhiere mil eingegangenem Kopfe, kieferfdrmigen und am Cephalothorax entspringenden Fiihlern, slets einfachen Augen und fusslosem Hinterleibe ; Alhmung durch Lungen , Tracheen oder die Haut. 4. Crustacea , Krebsthiere: Gliederthiere mit zwei Fiihlerpaaren, tastertragenden Oberkiefern, zusammengesetzten oder einfachen Auizen und Gliedmaassen tragendem Hinterleibe, an dem meist ein Schwanztheil {Post- ahdomen) sich absondert; Athmung durch Kiemen oder die Haut. L i t e r a t u r : Fabricius. J. C, Entomologia systematica. 4 VoL 8. Hafniae, -1792—96. Latreille, P. A., liistoire naliiieile des Cruslac6s et des Insectes. 1 4 Vols. 8. Paris, 1802- 1804. Genera Crustaceorum et Insectorum. 4 Vol. 8. Parisiis, 1806 — 1809. Savigny, .1. C, iVlemoires sur les animaux sans vertebres. 1, I. Paris, 1816. 8. AuDOLiN, J. V. , Rcchercties anatoini(|ues sur ie tliorav des animauv articules etc. (Annal. d. scienc. nalur. I, p. 97 u. 416 ff.) Brulle, A. , Rectierches sur les Iransformations des appendices dans les .\rticul6s (Annal. d. scienc. natur. 3 sor. II, p. 271 (T.) Ericiison, W. F., Ueber zoologische Charaklere der Insekten, Arachniden und Crusla- ceen (Entomographien, p. 1 fT.) Zaddach , G. , Unlersuchungen iiber die Entwickelung und den Bau der Gliederlhiere. 1. Heft. Berlin, 18;;4. 4. Leydig, F., Zum feineren Bau der Arthropoden (.Mulleh^s Archiv flirAnat. 1S33, p. 376 ff.) Claparede, E., Zur Morphologie der zusammengeselzlen Augen bei den Arlhropoden. (Zeitschr. f. wiss. Zool. X, p. 191 ff.) 10 I. Insecla. I. Classe. Iiisecfa^ Insecten. G 1 i e d e I' t h i e r e m i l e i n e ni F ii h 1 e r p a a r , z u s a m ni e n g e s e l z t e n Augen, tasterlosen Oberkiefern, getrenntem Kopf, dreiring- ligem, mit drei Bein- und meist zwei Flugelpaaren versehe- nem Thorax, fusslosem Hinterleib undTracheenathmung. In der Classe der Insecten erreicht der Arthropodenlypus dadurch seine vollendetste Ausl)ildung, dass die Heteronomitat und mit ihr die Abhangig- keit der einzelnen Korpersegmente von einander zu einem bei weitem hbheren Grade gesteigert ist als bei den drei folgenden Classen. Es zeigt sich dies vor Allem darin, dass bestimmle Segmente sich stets zu drei deutlich von ein- ander geschiedenen Hauptregionen des Korpers (Segmenlcomplexen) , die man als Kopf {Caput) , Brustkasten {Thorax) und Hinterleib {Abdomen) be- zeichnel, verl^inden, und dass die Segmenlanhiinge (Gliedmaassen) sich einer- seits auf eine bestimmte Anzahl von Paaren fixiren, andererseits, in zwei auch formell scharf geschiedenen Gruppen gesondert, sich in stels gleicher Weise auf l)eslimmle Segmentcomplexe beschriinken. Es finden sich namlich wenigstens bei dem ausgebildelen Insect von eigentlichen Gliedmaassen stets nur sechs Paare vor, von denen die drei ersten in Form von Kiefern dem ersten Korperabschnitte (Kopf) , die drei letzten dagegen in Form von Beinen dem zweiten (Thorax) eingefiigt sind, so dass der Hinterleib ihrer stets entbehrt. Diese Lokalisirung der Gliedmaassen im Verein mit der ange- gebenen Dreitheilung des Korpers wiirde die Classe der Insecten schon allein von allen ilbrigen Aithropoden hinreichend unterscheiden , selbst wenn ihnen das sie am scharfslen chaiakterisirende Merkmal, die Enlwickelung von Flug- organen , abginge. Das sehr allgemeine Auftrelen der letzteren bei den In- seclen ist Ubrigens von ebenso grosser Bedeulung den ilbrigen Arthropoden gegeniiber, denen sie durchweg fehlen , als ihr Ursprung am Thorax die ex- ceptionelle Entwickelung dieses Korpertheiles, den sie voUends zum alleinigen Trager der Bewegungsorgane in dieser Classe stempeln, zur Geniige erkliirt. Der vorderste Abschnitl des Insectenkijrpers, Kopf (Crt/)i//) genannt, ob- wohl er stels als ein ungegliedertes Ganzes ersclieint, ist dennoch als aus fiinf verschiedenen Ursegmenlen entstanden anzusehen, von denen die beiden vordersten, welche auf die Oberseite geriickt sind und die beiden FUhler und Augen tragen, den sogenannlen sinnestiagenden oder Voikopf bilden, die drei hinteren dagegen , deren jedem ein Kiefer[)aar entsprichl, und wolche hinter der MLindtiiViuing liegen , morphologisch drei vorderen Kc)r|)ersegmenlen enl- sprechen , die sich nur vom Bum})f abgehoben und dein Kopf angeschlossen haben. Als zoologischcr Korperlheil betrachlet , bielel der Kopf auf seiner Oberfliiche eine Anzahl mehr oder weniger deutlich abgegrenzter Gegenden {Rcgiones) dar, denen man bestimmte Namen beigelegt hat : seine obere Seite, die hei veranderler Slellung haufig zur vorderen wird, heisst Gesicht {Facics) und zerfiilll wiederum in die zwischen den Augen liegende Slirn {Frons) und das sich an dicse nach vorn anschliessende Kopfsch ild {Clypeus), die untcre I. Insecta. 11 Kehle [Gula) , die beiden seillichen Wangen (Genae) , die hintere endlich Hinlerhaupt {Occiput) ; letzteres vereinigt sieh mit der Stirn in dem Scheitel (Vertex) und setzt sich nach hinlen haufig in eine mit dem Thorax articulirende Verlangerung (Ua\s . CoUum) fort. Die Verbindung des Kopfes mit dem Thorax ist in so fern eine verschiedene, als er bald mehr oder \ve- niger tief in diesen eingesenkt (Caput receptum) oder selbst von ihm iiberdeckt (C. obtectwn), bald ganz frei an der Spitze desselben beweglich (C. liberum) ist. Der Kopf ist zunachst der Trager zweier Sinnesorgane, namlich der Fiihlhorner (Kiihler. Antennae) und der Augen. Erstere entspringen in der Regel auf dei" Stirn , vor oder zwischen den Augen, sind stels nur zu einem Paare vorhanden und bestehen aus gegliederten Faden , die in Form. Grosse und der Zahl ihrer Glieder eine sehr grosse Mannichfalligkeit darbieten. Sie erscheinen z. B. haufig durch slarke Verlangerung ihres Basalgliedes ge- brochen [A. fractae s. geniculatae) , durch Verdickung ihrer Endglieder ge- knopft oder gekeult (A. capitatae , clavatae) , durch seilliche Erweiterung ihrer eiuzelnen Glieder gez a hn t , gekiimmt oder gewedelt (A. dentatae, pectinatae, flabellatae) oder endigen auch sehr hiiufig in eine deutlich abgesetzte Borste (Fiihler borste, Arista) u. s. w. Neben dem Tastsinn, der ihnen all- gemein zuerkannt wird , hat man in dieselben iheils den Sitz des Geruches, Iheils den des Gehors verlegen wollen , ohne jedoch w eder das Eine noch das Andere mit einiger Wahrscheinlichkeit begrijnden zu konnen; dass sie zu- gleich als Regulaloren des Ganges und Fluges dienen , scheinen angestellte Versuche sicherer nachzuweisen. — DieAugen ireten bei den Insecten in zweierlei Gestalt, namlich als zusammengesetzte oder Netza ugen (Ocu// 5. Oculi compositi) und als einfache oder Punktaugen [Ocelli s. Stemmata) auf, ohne jedoch jedesmal neben einander ausgebildet zu sein ; besonders sind es die letzleren , welche hiiufig fehlen , wo sie aber vorhanden , meist zu dreien auf dem Scheilel liegen und daher auch Sche i tela ugen genannt werden. Die nur in vereinzelleren Fiillen fehlenden odei- durch einfache Augen ersetzten Netzaugen sind stets zu zweien vorhanden , beiderseits von der Stirn gelegen, nicht selten ai)er liber einen grossen Theil des Kopfes ausgebreitet ; unab- hangig von ihrer Ausdehnung ist die Zahl ihrer Cornea-Facetten , welche oft mehrere Tausende erreicht, bei zunehmender Grdsse der letzteren al)er be- trJichtlich geringer erscheint. Ferner ist der Kopf der Insecten , wie bereits erwahnt, der Trager von drei Gliedmaassenpaaren , welche in Form von Fr esswerkzeugen (Mund- Iheile , Partes oris s. Organa cibaria) die meist an seiner Unlerseite gelegene Munddflnung von beiden Seiten und von hinten her umlagern ; von oben her wird (lie Mundhdhle durch ein unpaares Organ, die am Kopfschilde beweglich eingelenkte und eine hornige Platte darstellende b er I ip j)e (Lef ze, Labrinn) bedeckt, welche functionell allerdings den Mundlheilen l)eigezahlt werden kann, morphologisch aber von ihnen verschieden ist. Die drei paarigen Fresswerk- zeuge treten in ihrer vollkommensten und sich den Thoraxgliedmaassen am meisten annahernden Bildung bei den kauenden Insectenformen auf, ))ei denen sie zualeich noch eine fast vollstandine Unabhauiiiykeit von einander erkennen lassen. Das erste Paar, die Oberkiefer (Mandibulae), welcho am 12 I. Insecta. krafligsten entwickelt und als eigenlliche Kaukiefer in ilirer Form am meisten moclificirt sind, slellen sich in Gestalt zweier starker, sichel- oder hakenfor- mi2;er Or^ane, die sich im Gin"lvmus seitlich wie die Blaller einer Zanse gegen einander bewegen , dar; sie tragen niemals einen Taster und zeigen keine Gliederung, so dass man sie als Gliedmaassen , die auf ihren Basaltheil (HUfte) beschriinkt sind, ansehen kann. An ihrer breiteren Basis unlerscheidet man zwei Gelenkknopfe (Condyli) , mit denen sie in enlsprechende Gelenk- pfannen der inneren Wangenwand eingreifen; von ihren drei Kanten ist die innere die scharfste und haufig zahnarlig eingeschnitten. — Das zweite Glied- maassenpaar des Kopfes geben die viel zarter gebaulen Unterkiefer {3Ja- xillae) ab, von den Oberkiefern dadurch unterschieden , dass sie aus meh- reren an einander beweglichen Theilen bestehen. Ihre Einlenkung beiderseits an dei' Kehle wird durch ein quer liegendes BasalstUck (Angei, Cardo), wel- ches der Hufte entspricht, bewerkstelligt und an dieses schliesst sich der Slamm {Stipes) , dem Schenkel analog, an , welcher an seiner Aussenseite den abermals auf einem getrennten Slucke (Schuppe, Squama) eingelenkten, mehrgliedrigen Taster {Palpus maxillaris) trilgt. Wahrend letztere beide Theile in Gemeinschaft der Schiene und dem Tarsus eines Beines entsprechen, existirt fur die beiden von der Innenseite des Stipes entspringenden Kau- laden {Malae s. Laminae) , welche man als iiussere und innere {M. ex- terna et in(erna) unterscheidel, kein analoger Theil an einem Gangbein; viel- mehr sind sie als eigenthlimliche, dem Zweck des Kiefers entsprechende An- hangsgebilde anzusehen , wie sie denn auch je nach ihrer Belheiligung am Kaugeschaft bald hornig und mit Zahnen bewaffnet, ])ald weichhautig und gewimpert auftreten. — Zwischen und hinter diesen Unterkiefern entspringt, in der Mitte der Kehle eingelenkt, das drilte Paar der Kopfgliedmaassen, wel- ches in seiner ursprunglichslen Gestalt mit detn vorhergehenden durch seine Zusammensetzung aus denselben Theilen iibereinstimmend, sich nur dadurch unterscheidet, dass es durch Verwachsung in der Mittellinie ein unpaares Or- gan, die Unterlippe {Labitim s. Labiimi inferius) darstelit, welches, wie die Oberlippe von oben , so die Mundoffnung von hinten und unten her bedeckt. Nicht nur diese seine Umbildung zu einer unpaaren unteren ^lundklappe, sondern auch die sehr allgemeine Verwachsung seiner Lacien mit einander so wie die Verkummerung seiner Stamme selbsl bei vielen kauenden Insecten ist die Ursache gewesen, dass man dieses drilte Koplgliedmaassen- oder zweite Unterkieferpaar als ein von dem vorhergehenden vollstandig verschiedenes Organ angesehen und daher auch seine einzelnen Theile mit besonderen Namen belegt hat. Sein eine hornige Pialte darstellender Basallheil, welcher durch Verwachsuns dev Cardines entstanden ist, wird cemeinhin als K in n {Mentum) und der an dessen Vorderrand sich anschliessende , oft nur loder- artige oder haulige Theil als Lippe oder Zungelchen {Ligula) bezeichnet; letzterer, welcher dor Vereinigung der bei den Maxillen als Stipes , Squama und Laminae bezeichneten Theile entspricht, triigt an seiner Basis gleichfalls einTasterpaar (L i p pen tas ter, Palpi labiales) . Auch die verschiedenen Forni- modiliciilionen , welche der voiderste, den Kieferladen entsprechendo Theil der Liyula crlcidet, haben eigene Benennungen veranlasst, indem man z. B. I. Insecta. 13 da, \vo nur die inneren Laden verschmolzen sind, die ausseren aber frei blei- ben , erslere mil dem Namen Ligula {sens. strict.) , letztere mit dem Namen Nebenzungen [Paraglossae) belegt hal; letztere Bezeichnung ist freilich auch haufig unberechtigter Weise auf Theile iibertragen worden , die der Un- terlippe selbst nicht angehoren , sondern nur functionell zuweilen mit ihr in Verbindung treten, wie z. B. Hervorragungen des ihrer hinenseite sich an- heftenden Hypopharynx. Der iXachweis , dass die drei Kieferpaare der Insecten melamorphosirle Beine sind, lasst sich einerseits aus ihrer ursprUnglichen Anlage im Embryo- nalzustand, wo zwischen ihnen und den Beinen noch kein Unterschied existirt, andererseits wenigstens an den Maxillen , deren einzelne Theile sich auf die eines Beines mit Evidenz zuruckfiihren lassen, auch in ihrer spateren bereits modificirlen Form fuhren. In gleicher Weise wird bei Zugrundelegung der Orthopteren-Unterlippe, an welcher noch alle Theile der Maxillen deutlich in die Augen treten, die Entstehung dieses Theiles aus einem dem ersten ana- logen zweiten Maxillenpaar bei den Insecten-Ordnungen mit kauenden Mund- werkzeugen {Instrumenta ciharia masticatoria) deutlich zu erkennen sein. Dagegen schwindet bei den Insecten mit saugenden Mundtheilen {Instr. cib. sucjentia) die Forniiihnlichkeit zwischen Unterkiefern und Unterlippe vollslan- dig und es tritt zugleich mit einer grosseren Abhangigkeit der einzelnen Mund- theile von einander gerade umgekehrt eine formelle Annaherung zwischen den Mandibeln und Maxillen auf, wie dies wenigslens die Dipteren und Hemipteren deutlich erkennen lassen. Bei einer solchen auf Grund ihrer veranderten Function oft vollstandigen Umformung einzelner oder sammtlicher Mundlheile, die selbst bis zu einem ganzlichen Schwinden der ihnen sonst eigenlhiimlichen Anhiinge (Kiefer- und Lippentaster) gesteigert wird, muss fUr ihre Deutung und ZurUckfUhrung auf die ursprungliche Form , wie sie zuerst Savigxy mit besonderem Erfolge vorgenommen hat, hauptsiichlich ihre gegenseitige Lage maassgebend sein, da diese in allen Fallen die gleiche bleibt. Indem wir uns hier vorliiufig auf die allgemeine Angabe beschriinken , dass auch an den Mundlheilen der saugenden Insecten durchweg die drei Kieferpaare deutlich nach\\eisbar sind, verweisen wir in Betreff der Modificationen, welche die- selben zur Herstellung des Saugapparats in den bezuglichen Ordnungen er- leiden, auf letzlere. Der auf den Kopf folgende zweite Hauptabschnitt des Insectenkcirpers, der Brustkasten {Thorax), wird stets durch drei Segmente gebildet, welche sich vor allen ilbrigen dadurch auszeichnen, dass sie je ein Paar Gliedmaassen in Form von Beinen tragen. Diese Segmente , welche als Pro-, Meso- und Metafhorax bezeichnet werden, stellen in ihrer einfachsten Form je einen un- getheilten Ring dar, an dem sich nur die Unterseite (Brust) durch das an der- selben eingelenkte Beinpaar als solche zu erkennen giebt, zerfallen dagegen in der grossen Mehrzahl der Fiille in mehrere durch Niihte von einander geschie- dene Theile, von denen der obere Rilcken {Notum), der untere Brustbein {Sternuni) und die beiden seitlichen Weichen {Pleurae) genannt werden ; letzlere sind sehr allgcmoin durch eine Quernaht abermals in ein vorderes und hinteres Stuck geschieden, von denen ersleres als Schulteri)la tt {Scapula, 14 I. Insecta. Episternum), letzteres als Hilftblatt [Epimerwn) bezeichnet wird. Yon den Ruckentheilen der einzelnen Thoraxringe, weiche diesen enlsprechend P/'o-, Meso- und Metanotum (so wie die Bruslstiicke Pro-, Meso- und Metasternum) benannt worden, ist der erste slets ungetheilt, am zweiten dagegen nach hinten eine meistdreieckige Plalle abgesondert, welche das Schildchen {ScuteUum) darstellt; zuweilen markirt sich ein iihnlicher Abschnitt auch am Hinterriicken {Metanotum), hier aber auf der vorderen Halfte, so dass derselbe als Hinter- schildchen {Postscutellum) sich dem eigentlichen Scutellum unmitlelbar an- schliesst. — Die Verbindung der einzelnen Thoraxringe untereinander ist nicht in allen Fallen eine gleiche , indem je nach den Ordnungen bald alle drei zu einem Ganzen verschmolzen erscheinen, bald der Prothorax an den beiden ver- wachsenen hinteren frei beweglich {Prothorax liher) ist; in letzlerem Fall zeigt der Prothorax sehr allgemein eine betriichtliche Grdssenentwickelung, wiih- rend er im ersten stets ganz kurz ringformig auftritt. Ueberhaupt ist sowohl die Grdsse als die Form der einzelnen Ringe in der mannichfaltigsten Weise variirt, da sie mit einer gleich grossen Mannichfaltigkeit der von ihnen ent- springenden Bewegungsorgane Hand in Hand geht und durch die jedesmalige Kraftenlwickelung oderFunction derselben bedingt und modificirt wird. Ganz besonders tritt dies an den beiden hinleren, meist Flilgel tragenden Segmenten hervor, von welchen jedesmal dasjenige stilrker entwickelt ist, welches das krtiftigere Flugorgan triigt, wiihrend beim Mangel solcher auch sie selbst ver- ktimmern ; in diesem Falle mit dem Prothorax iibereinslimmend, unterscheiden sich derMeso- und Metathorax bei der Anwesenheit von FiUgeln von jenem da- durch, dass bei ihnen das Notum mit den Episternen nicht fest verwachsen, sondern durch eine weiche Gelenkhaut, in welcher die FlUgel eingefalzt sind,ver- bundenist. — Im Lumen der einzelnen Thoraxrince tritt das soirenannte Ner- venskelet {Entothorax), welches bei den Insecten voizugsweise iniBrustkasten zur Entwickelung kommt, sehr deutlich als ein vom Sternum aufsteigender Ga- belfortsatz (von der Form eines Y) auf, dessen beide Arme im Metathorax sich selbst bis zum Notum erstrecken und ihn somit in drei Fiicher theilen. Yon den am Thorax eingelenkten Bewegungsorganen entspringen die Beine [Pedes) stets auf der Grenze des Sternum und der Pleurae in einem der Form des Iluftgliedes entsprechendem Ausschnitte des Hautskeletos , welcher H uftpfann e {Acetabuhim) genannt wird und ebenso oft von jedem einzelnen Thoraxringe fur sich , als von zwei auf einander folgenden in Gemeinschaft gebildet wird. In diese Iluftpfanne ist der erste der funf Ilauptabschnilte des Insectenbeines , die Hiifle {Coxa) mehr oder weniger lief eingesenkt, um sich in ihm cnlweder allseitig (wenn sie kugelrund ist) oder nach zwei ent- gegengesetzten Richtungen (wenn sie im Liings- oder Querdurchmesser ver- liingert ist) zu bewegen. Auf die Hilfte folgt ein zweites, sehr kurzes und meist ringfdrmiges Glied , der Schenkelring {Trochant-er) , welcher nur als eine Gelenkverbindung zwischen der Hufte und dem Schenkel anzusehen ist und mit letzlerem oft fest verwiichst : ist dieses der Fall , so zieht er sich an der Unlerseile des Schenkels, den er gleichsam stutzt, entlang (7V. fulcrans), w iihrend er, wo er frei bleibt, sich zuweilen selbsl durch Theilung verdoppelt. Der drilte, in der Regel bei weitem am kriiftigslen enlwickelte und meist I. Insecta. 15 langste Theil des Beines ist derSchenkel [Fenmr) , an dessen Spitze die schlankere , aber ebenfalls langgestreckte Schiene [Tibia) in der Art einge- lenkt isl, dass sie an derselben in gleicher Ebene mit dem Schenkel einen Halbkreis beschreiben kann. Abermals an ihrerSpilze, welche sehr allgemein beweglichen Dornen (Sporen, Ca/cana) ihren Ursprung giebt, ist der letzte Beinabschnilt , derFuss [Tarsus) mit beschrankterer Bevvegung eingelenkt, von den vorhergehenden dadurch abweichend , dass er in der grossen Mehr- zahl der Falle aus mehreren an einander bewcglichen Gliedern , meist iQnf, haufig jedoch auch wenigeren , besteht ; das letzte dieser Glieder tragt an seiner Spitze in der Regel zwei (seltner nur eine) bewegliche Krallen (Fuss- klauen, Onychia, Ungues) und zwischen denselben haufig hiiutige Fusslappen (Afterklauen, Pseudonychia, Arolia). — In allen ihren Theilen die mannich- falligslen Grdssen- und Formverschiedenheiten aufweisend, tragen die Beine zur Physiognomie des Inseclenkorpers besonders dadurch sehr wesenllich bei, dass sie sich in ihrer Gesammtbildung je nach den ihnen obliegenden Func- tionen eisenlhiimlich modihciren. Solche oft wiedeikehrende tvpische Formen der Beine sind z. B. die in allen Theilen flachgedriickten und niil Wimper- haaren besetzten Schwimm- oder Ruderbeine {Pedes natatorii) , die durch grosse Lange und Diinnheit aller Glieder bezeichneten Schreitbeine [Pedes gressorii) , die mit grossen walzigen Iluflen und breiten , geziihnten Schienen versehenen Grabbeine [Pedes fossorit) , die durch stark verdickte Schenkel ausgezeichneten Sprungbeine [Pedes saltatorii) und die an einer aussergewohnlichen Verlilngerung der Hliften und an messerarlig in die Schen- kel einschlagbaren Schienen kenntlichen Raubbeine {Pedes raptatorii). Eine zweite Kategorie von Bewegungsorganen tritt am Thorax der In- secten in Form von Fltigeln [Alae) auf, die sich von den Beinen ebenso wohl durch ihren Ursprung an der RUckenseite und zwar auf der Grcnze von No- tum und Pleurae, als durch ihre Zahl unterscheiden ; nur zu zwei Paaren vor- handen, sind sie niimlich durchweg auf die beiden letzten Thoraxringe be- schrankt, von denen der Mesothorax die Vorderflugel [Alae anticae), der Metathorax die Hin terf I ii gel (/1/ae posf/cae) triigt. Ihrer Bestinmiung ge- mass , als Schwingen beim Fluge zu dienen , gehen sie auf Koslen ihrer Dicke eine grosse Flachenausdehnung ein , so dass sie in Form dUnnhiiutiger Plattcn auftrelen ; trotz ihrer Zarlheit, die sie in der Mehrzahl der Fiille glasartig durch- sichtig erscheinen liisst, bestehen sie stets aus zwei Ubereinanderliegenden Membranen , welche an ihren Randern in einander ubergehen, wiihrend sie mit ihrer Innenseite fest aneinander haften. Es beruht diese ihre Construction auf der Art ihres Entstehens , indem sie ursprunglich weiter nichls als eine sackarlige AusstUlpung der Kdrperhaut, deren anfiinglich derbere und an der Innenseite nicht verwachsene Wiinde erst vermittelsl einer starkcn Ausdeh- nung ihre spatere Zartheit erlangcn , darslellen ; die Vereinigung ihrer bciden Platten erfolgt erst nach vollendetem Wachsthum, so dass man dieselbon bald nach dem Ausschlupfen des Insectes noch von einander trennen kann. In Riicksicht auf diescs ihr ursprUngliches Auflreten als AusstUlpungcn des Ilaut- skeletes, in welche, wie bei den Beinen , Muskeln eintreten , kann mnn die Flugel der Insecten auch sehr wohl ebenfalls als Gliedmaassen , welche voui 16 I- Insecta. Rucken enlspringen, auffassen, wie sie denn auch schon von Oke.v fiir meta- morphosirle Kiemen anpesehen wurden. — Ganz allgeriiein zeigt die Ober- flijche der Fliigel ein mehr oder weniger dichtes Netz von Adern (FlUgeladern, FlUgelnerven, Costae, Nervi s. Venae aJarum), welche zunachst auf Tracheen- asten, die sich zwischen die beiden Platten derselben aus dem Korper hinein- erstrecken und in verschiedener Weise ausbreiten und verzweigen, beruhen und deren oft ansehnliche Verdickung und dunklere Farbung durch eine stjir- kere Chilinisirung beider Fliigelplatten in der unmitlelbaren Nilhe jener Tracheenslamme bewirkt wird. Nimmt eine solche Chitin- Ablagerung ilber- hand , indem sie sich nicht auf die Adern beschrankt , sondern auch auf die Substanz des Fliigels selbst ausdehnt, so verlieren letztere ihre Fahigkeit, als Flugorgane zu fungiren und nehmen die Natur von Deckflilgeln oder FlU- geldecken {EhjU-a) an , welche wie die Vorderflugel der Kiifer, vieler Ile- mipteren und Orthopteren den zarteren Hinterflugeln und dem Ilinterleib, denen sie aufliegen, als Hulle dienen. Ein Verkumniern oder ganzliches Fehlen der Flugel Iritt sporadisch nach Arten und Gattungen in allen Ordnungen der In- secten auf, charakterisirt zuweilen auch ganze Familien, wiihrend es in an- deren Fcillen dem einen der beiden Geschlechter (Weibchen) eigen ist. Der dritte und letzte Korperabschnitt, der H interlei b [Abdomen), wie- wohl keineswegs in allen Fallen der umfangreichste, schliesst doch die grosste Anzahl der Kdrpersegmente, in seinem ursprUnglichsten Zustande niimlich elf in sich , von denen indessen die beiden letzten, welche nur in der Ordnung der Orthopteren zuweilen zur Entwickelung gelangen, in so fern als dem Post- abdomen angehorig ausgeschlossen werden konnen, als sie nur das Ende des Darmkanals beherbereen. Auf diese Art bleiben als eigentliche Abdominal- segmente neun zuriick, die jedoch sehr hijufig nicht alle zur Entwickelung kommen oder wenigstens iiusserlich nicht sichtbar sind. Sie unterscheiden sich von denjenigen des Thorax nicht nur durch einen einfacheren Bau, indem sie stels nur aus einem ungetheiiten Dorsai- und Ventral-Hall)ring l)estehen, sondern auch vorzuglich durch eine viei losere Verbindung einerseits unter einander, andererseits zwischen ihrer oberen und unleren Hillfte. Diese lose Verbinduns macht eine Ausdehnuncr des Ilinterleibes sowohl in seinem Lanss- als Querdurchmesser moglich und besteht darin, dass sowohl je zweiauf ein- ander folgende Segmente als auch die beiden Ilalbringe jedes einzelnen durcli sehr dehnljare Geienkhilute verliunden sind , welche sich bei einer Zunahme des Hinlerleibs (z. B. durch die Entwickeiung der Ovarien) ausstUlpen kdn- nen, wobei dann die im gewdhnlichen Zustand dicht aneinanderschliessenden Hornringe oft weit von einan(ier entfernt werden. Es fiiilt also der I*>influss der Muskulalur, welche bcim Thornx so vorherrschend war , dass seine Form vollstiindig von derselben abhing, beim Hinterleib ganz weg; derselbe folgt in seinem Umfang mechanisch dem Driingen der in ihm eingeschiossenen vegetaliven Organe. Zugleich iiussert sich der Einfluss der ietzteren sehr meiklich auf die Gestaltung einzclner Segmente dcs Hinterleibs , indem die hinleren ganz allgemein sowohl zu dcm Darmkanal als den Geschlechtsorganen in nahere Bezicliung tielen und in 1'orm sogenannter Annlanhiinge [Appendices anales) oder ilusserer Geschlechtstheile [Genilalia cxlerna) ein von den vorde- I. Insecta. 17 ren oft sehr abweichendes Ansehn erhalten. Der von Lacaze-Duthiers sehr eingehend geflihrte Nachweis, dass alle derartige Gebilde, welche in Form von Raifen [Cerci) , Griffeln {Styli) , Borsten {Setae) , Zangen {Foxipes), Legebohrer {Terebra) , Legescheide {Vagina) , Giftslachel {Aculeus) u. s. \v. in mannichfalligslei' Geslalt am Hinlerleibsende auftreten , nicht als besondere Anhiinge, sondern als njodificirte Segmenle oder Segmenthalften anzusehen sind, ist um so uberzeugender, als dieselben die sonst unvollstandige Zahl der Hinteileibsringe in stets ubereinstimmender Weise erganzcn. Aller- dings muss, um die consfante Zahl dieser Hinge feslzustellen , in jedem ein- zeinen Falle immer noch gewissen Modificationen Rechnung getragen werden, wie sie z. B. hiiufig einzelne der vorderen Segmente betrefren, deren Ventra!- plalten nicht selten mit einander unbeweglich verschmelzen. Die allgemeine Kdrperbedeckung der Insecten durchliiuft in Be- IrefT ihrer Resistenz die verschiedensten Abstufungen von der iiusserst zarten, oft ganz durchscheinenden Oberhaut der kleineren Larven bis zu dem sehr dicken, und bis zur Brilchigkeit sproden llornpanzer vieler Kiifer: in letzterem scheint jedoch nur die Miichtigkeit der Chitinlage diese Festigkeit zu liedingen, ohne dass, wie bei den Crustaceen, eine Ablagerung von Kalksalzen zu derselben beitriige. Eine Dehnbarkeit der Haut bei stiirkerer Chitinisalion derselben scbeint den bisecten fast ganz zu mangeln, daher bei der Imago an denjenigen Korpertheilen, welche gelegentlich eine Ausdehnung zu erleiden haben, dieselbe auf Kosten der nachgiebieen Gelenkhiiute bewerkstelliiit wird. Auch zeigen sich scharf markirte Muskeleindriicke an der iiusseren Ktirper- hulle vorwiegend nur an weichhiiutigeren Stellen, wie z. B. auf der Riicken- seite der Kiifer, wenn sie gleich an resislenteren Theilen nicht durchweg fehlen und z. B. am Brustkasten der Cicaden in recht auffallender Weiso hervor- treten. — Aeusserst mannichfaltig und oft bis zum inlensivsten Goloril ge- steigert ist sehr allgemein die Fiirbung der Chitindecke, die in vielen Fiillen von den verschiedensten Anhangsgebilden , wie sparsamen oder pelzartig zu- sammengedriingten Haaren, sehr mannichfaltig gestalteten Schuppen u. s. w. bedeckl erscheinl; ietztere , gleichfalls oft von sehr markirter Farbung, silzen hiiufi" der Oberfliiche nur lose an, so dass sie leicht verloren pehen. Der Verdauungskanal {Tractus intestinalis) der hisecten beginnt mit einem zwischen den Mundlheilen liegenden Schlunde , der sich mit seiner oberen Wand an die Basis der Oberlippe, mit seiner unteren an die Innenseite der Maxillen und Unterlippe festheftet und an ersterer sowohl als letzterer nicht selten lappenartige Fortsiitze mit freiem Rande, die von S.vvignv als Epi- pharynx und Ilypophari/nxhezeichnel worden sind, darstellt. Lelzterer, wel- cher z. B. besonders doullich bei den Orthoptercn als polsterartiges Kissen die hinenwand der Ligfila bedeckt, bei den Ilymenopleren als eine Art Gau- mensegel frci hinter dieser aufgerichtel ist, erreicht seine hochste Ausbildung bei den Dipteren , wo er vollsliindig die Form eines Stechorganes (analog den Maxillen) annimmt; bei manchcn Kiifern , wo er nicht nur die Innenseite der Ligula iiberzieht, sondern mit seitlichen Zipfeln iiber dieselbe hervorragt, hat man letzlere irrieer Weisc ofler als Paraglossen beschrieben. -^ Auf den sich Irichterfurmig verengcnden Schlund folgt zuniichst die sich durch die drei llandb. (1. Zool. H. 2 18 I. Insecta. Thoraxsegmente liindurchziehende Speiserbhre [Oesophagiis) , welche in ihrem vorderen Theil cng und cylindrisch, sich am Ende hiiufig in Forni eines Ballons (Kropf, Ingluvies) erweilert ; bei vielen saugenden Insecten ist diese Erweilerung dadurch sehr eigenlhijmlich , dass sie nicht in der Axe des Darmkanals liegt, sondern zur Seite geriickt und mit dem Oesophogiis selbst durch einen diinnen Stiel verbunden ist (Saugmagen). In der Hinterleibs- hohle schliessl sich dem Oesophogus das eigentliche Verda uungs roh r an, welches in Foru) und Liinge zahlreichen Modificationen unterworfen ist, indem es einerseits bald auf geradem Wege zum After verlauft, bald vielfache Windungen beschreibend , den Korper sehr betrachtlich an Liinge (ibertriffl , andererseits ebenso oft mehrere durch Einschnilrungen scharf von einander geschiedene Abschnitte erkennen lasst als es iiberall den Charakter eines einfachen Darmes beibehall. Im Ganzen ist lelztere Form , verbunden mit einer betriichtlichen Langsausdehnung, mehr den pf]anzenfressenden , die Abgrenzung bestimmler Abschnitte, wie eines Vormagens, Magens u. s. w. mehr den Raub-Insecten eigen. Der Vor- oder Kaumagen [Proventnculus) , welcher den saugenden Insecten durchweg fehlt, dagegen die carnivoren Formen sehr allgemein cha- rakterisirt, zeigt sich als kurzer und dicker, meist kugliger und durch stark entwickelte Muskulatur sehr derbwandiger , dem eigentlichen oder Chylus- macen stets voransehender Darmabschnitt ; neben der Muskelschicht kommt auch die Cuticula (Chitinhaut) an ihm zur starksten Entwickelung, indem seine Innenwand nicht nur im Allgemeinen lederartig verdickt erscheint, sondern sich auch zu vier bis sechs hornigen Leislen, die oft mit Zahnchen oder Borslen besetzt sind, erhelit. Von ihm unterscheidet sich der darauf folgende C h y I u s- magen [Ventriculus) nicht nur durch grossere Liings- und Querausdehnung, sondern auch durch die Zartheit seiner Wandungen , an denen die Muskel- schichl sehr zuriicklritt , tlie Chitinauskleidung selbst ganz eingeht, wahrond eine Drilsenschicht zur Entwickelung kommt, welche vorzuglich bei den Raub- insecten die iiussere Magenwand, welche dadurch ein zottiges Ansehn erhiilt, in Form zahlreicher Blindsiicke ausstillpt; in manchen Fiillen, wie bei violen Orlhopleren erreichen diese Blindsiicke bei geringer Anzahl eine desto bedeu- tcndere Grdsse und stellen sich dann mehr als eigene, vom Magen unabhiingige Organe dar. Als hinlere Grenze des Chylusmagens , welcher sich, wie schon erwiihnt, hiiufig dui"ch seine Plaslik nicht von dem darauf folgenden Darm absetzl, hat man allgemein die Einmiindung der Vosa Malpighi an^enommon, was bei dem Mangel einer niiheren Beziehung derselben zu dem Darmkanal um so mehr als wiilkiirlich angesehen werden muss, als die Insertion dieser Organe den mannichfachsten Schwankungen unferliegt. Bei bedeulonder Liings- ausdehnung des Troctus intestinalis liisst der hinter ihrer Miindung liegende Theil desselben hiiufig noch mehrere Abschnitte erkennen , von denen der vordere meist engere den Namen Krummdarm {Ilewn), der hintere weitere den iNamen D i c k d a r m [Intestinum crassum) erhalten hat ; an letzterem grenzt sich ausserdem ganz allgemein durch eine Abschniirung sein hinlerster Ab- schnilt als Mastdarm [lk'ctu)n) ab, der nicht nui- durch stiirkere Muskulatur, sondern auch durch eigenthUmliche , seinen Wandungen einliegende Gel)ilde, die man als Becta I d riisen l)czeichnet hat, leicht kcnnllich ist. Die fcinere 1. Insecta. 19 Structur dieser GebiUJe , welche meisl in Form von vier bis sechs LangswUl- sten auflrelen (bei den Schmetterlingen dagegen gewbhnlich in sehr grosser Anzahl vorhnnden sind), so wie ihre den Darmkiemen der Libellenlarven ana- loge Lage deutet darauf hin , dass sie diesen entsprechende, wenn auch \er- klimmerte Athmungsorgane darstellen; sie bestehen namlich aus dichtem, mit zahlreichen feinen Tracheenzweigen durchflochtenem Bindesewebe, ohne Ele- mente, welche auf eine drusige Natur schliessen lassen konnten, zu enlhalten. Von Absonderungsorganen, die zum Darmkanal derlnsecten in eine nahere Beziehung, sei es in physiologischer oder nur analomischer Hinsichl, tretcn, sind folgende zu erwiihnen : I) Die Speichelorgane bestehen meist aus einem oder zwei faaren von Drusenschlauchen , welche kiirzere oder lansere, in letzterem Fall sich oft bis in die Hinterleibshtihle erslreckende Blindkanalo darstellen, deren um einen centralen Ausfiihrungskanal gruppirte Driisensub- slanz gekernte Zellen erkennen lasst; ihre Ausfuhrunsssanse miinden , indem sie neben der Speiserdhre entlang laufen, mit dieser zugleich in die Mundhbhle und stehen nicht selten mit einem sackfbrmigen Speichelbehalter in VerJjin- dung, aus welchem der in ihm angesammelte Speichel bei der Kaubewegung entleert wird. Wiihrend diese Speicheldrlisen bei manchen Inseclen ganz feh- len, sind sie bei anderen (besonders den Orthopteren) in grosser Anzahl vor- handen und in Form von Trauben dicht zusammengehiiuft. 2) Die sogenannlen Bauchspeiche Idrusen kommen nur bei gewissen Hemipleren und Ortho- pteren vor und miinden in daslleuin. 3) Die Harngefasse {Vasa urinaria s. Malpicjhi) slellen fadenfurmige Blindschlauche dar, welche entweder in serin- ger Zahl (meist vier bis sechs) oder in sehr belriichtlicher (zwanzig bis iiber hundert) vorhanden sind und an einer und derselben Slelle in den hinteren Theil des Verdauungskanals einmunden; behufs dieser Einmiindung verbinden sie sich hiiufig vorher paarweise oder, wo zahlreiche vorhanden sind, zu einem gemeinsamen Ausfiihrungsgange. In geringer Anzahl vorhanden, erreichen diese Gefiisse ofl eine sehr betriichtliche Liinge, so dass sie in vielfachen ^Yin- dungen am Darme auf und nieder steigen und dabei nicht selten sich mit ihrem Ende in die Hiiute des Chylusmagens oder auch des Masldarms einsenken, wiihrend sie in anderen Fiillen mit ibrem freien Ende unter einander Anasto- mosen eingehen ; beides kommt bei den in grosser Anzahl auftretenden Vasa Ma/pighi, deren Liinge eine verhiiltnissmiissig geringe isl, nicht vor. Die gelbe oder braune Fiirbung, welche diesen Gefiissen in der Regel eigen ist, ruhrt von dem Secret ihrer sehr grossen, oft schon mit blossem Auge unterscheid- baren Absonderungszellen, welches sich durch die chemische Unlersuchung als zum grbssten Theil aus Ilarnsiiure (nebenbei auch Oxalsiiure und Leucin) bestehend ergeben hat, her. Eine Absonderung von Galle, w-elche den Vasa Malpifjhi von den iilteren F.ntomotomen zugeschrieben wurde, findet aus den- selben nicht statt und es steht daher ihi'e Einmiindung in den Darmkannl auoh in keiner niiheren Beziehung zu dessen Functionen; vielmehr wird nur ihr Secret, der Harn in gleicher Weise wie die F^aeces durch denselben ausge- schieden. Ein Organ, welches, ohne mit dem Darm direct in Verbindung zu slehen, dennoch eine nahe Beziehung zum Erniihrungsprocess zu haben scheint, ist 2* 20 I. Iiisecta. der sogenannte Fetlkorper [Corpus adiposum) der Insecten , welcher sich besonders wiihrend der Larvenperiode in Forni zahlreicher, eewohnlich gelb gefiirbtor einzehier Lappen , die durch feine Tracheenzweige niil einander zu- samnienhiingen , einerseils an den Wandungen der Leibeshohie , andererseils in den Zwischenraumen der verschiedenen Eingeweide mehr oder weniger massenhaft angehaufl findet. Dass derselbe im Larvenzustande sich ansam- mele, um wiihrend der Puppenruhe behufs der Ernahrung und Respiration verbrauchl zu werden , ist iibrigens eine noch niiher zu begriindende An- nahme, da man ihn im Ilinterleib vieler Insecten l)ald nach dem Verlassen der Puppe in grosser Menge vorfindet, wiihrend er mit der alhniihlichen Ent- wickelung der FortpQanzungsorgane immer mehr an Umfang abnimmt. Endlich finden sich sehr allgemein unter den Insecten verbreitet noch zwei Arten eigenthiimlicher Absonderungsorgane vor, von denen die soge- nannten Glandulae odori ferae vorziiglich den Imagines , die Spinn- driisen nur den Larven zukommen. Erstere bestehen entweder in cinfachen unter der Korperhaut gelegenen Drilsensiicken , deren Ausflihrungsgiinge auf den weichen Verbindungshiiuten derLeibessegmenleoder anden Gelenkverbin- dungen der Beine ausmilnden und daselbst eine stark riechende, ofl iitzende Fliissigkeit absondern, oder sie treten in Form von Afterdrlisen auf, deren sehr scharfes Secret (Butlersiiure) sich in einer contraclilen , mit dem Aus- fuhrungsgange communicirenden Blase ansammelt und neben dem After als Vertheidigungsmitlel ausgespritzt wird. Letztere — die S pinndrils en — stellen zwei lange, beiderseits in der Hinterleibshohle gelegene Blindschliiuche dar, deren Ausfiihrungsgang auf der Unterlippe miindet und deren Secret die Eigenthiimlichkeit besitzt, beim Zutritt der Luft zu einem Faden zu gerinnen ; bei denjenigen Larven, welche zeitlebens spinnen, schon von vorn herein ent- wickelt, bilden sie sich bei anderen , die dies nur zur Verpuppung thun, erst im spiiteren Alter aus. Der Ci r culationsappa r a t der Insecten ist auf ein in der Mitlellinie des Hinterleibsrlickens gelegenes Centralorgan , das Riickengefiiss [Vas dorsale) beschrankt, welches durch Quereinschniirungen in eine den Hinter- leibssegmenlen entsprechende Zahl von Kammern getheilt ist und aus seinem vorderen Ende eine sich in den Thorax und Kopf hinein erstreckende, rohren- fdrmige Verliingerung , die Aorta al)giebl. Die Befesligung des Riickenge- fasses an den Dorsalplalten des Ilinterleibes wird durch dreieckige Muskeln, welche jederseits von der Ober- und Unterseite der einzelnen Kammeru mit breiter Basis entspringen und sich gegen ihre Anheftungsstelle am Ilautskelet hin verschmiilern , bewirkt (Fliigel muskel n des Wevzen&^ Alae cordis) und durch diese izleichzeitii: eine Art Sinus ab^carenzt, in welchem das aus dem Korper zurilckgeriihrle Blut sich ansammelt, um durch die scitlichen ]\la[)pen der einzelnen Herzkan)mern in das Riickeng.ef;iss einzutielen. In diesem wird es durch successive Contraction der einzelnen Kammci'n in dcr Richtung von hinten, nach vorn getrieben und gelangt aus der vorderen Oefl- nung der Aorta in die verschiedenen Kdrperlheile , wo es ausschliesslich in liicuniiren Balinen, hauptsiichlieh den Tracheen folgend, jedoch nicht, wie Bla.ncii.vud beobachtet zu haben glauble, zwischen den Iliiuten derselben (peri- I. Insecla. 21 trachealer Blutlauf) circulirt ; indem es sich von da in zwei Hauptbahnen an der Bauchseile des Korpers wieder ansammelt, wird es in den Sinus dcs Riickengefasses zurilckgefuhrt. Die Respiration wird bei den Inseclen durcb Luftrbhren {Tracheae) bewirkt, welche die Leibeshdhle in yrosser Anzahi und nach allen Richtuneen hin durchziehen und ihren Luftbedarf durch spaltformige Oeflnungen der Kor- perhaut (Athemlocher, Stigmata s. Spii-acula) , mit denen sie in Verbindung stehen, erhalten. Diese Stigmata sind je auf der Grenze z\\eier Kdiperringe angebracht, fehlen jedoch stets am Kopf, so dass das ersle (Prothoraxstigma) zwischen Pro- und Mesolhorax gelesen ist ; in gleichem ist die Zahl der am Hinterleibe meist auf der Verbindungshaut der Dorsal- und Ventralj)laltcn gc- legenen nicht immer dieselbe, sondern richtet sich einerseits nach der Zahl der ausgebildeten Abdominalringe, andererseits geht sie auch haufig durch Verkilmmerung der letzten Paare unter die Zahi jener herab. Die Form der Sli"mata ist entweder rundlich, wobei sie in der Resel von einem hornigen Ringe [Peritrema) eingefasst und mit radiar gesteilten Borsten oder Ddrnchen l)esetzt sind, oder spallartig, mit zwei fest aneinander schliessenden seitlichen Lippen, die ebenfalls haufig nach innen gerichtete, veraslelte Dornen tragen. Jedes Stigma fiihrl nach innen in einen oder mehrere TracheenslJimme, welche sich in der Regel niit den ihnen zunachst gelegenen brlickenartig verbinden und so sehr haufig zwei seitliche, die ganze Kdrperlange durchlaufende Haupt- stamme bilden, von denen zahlreiche, sich vielfach nach allen Seiten ver- aslelnde und alle inneren Orsane mit ihren Verzweisunsen umslrickende Nebenjiste entspringen ; in anderen Fiillen verbreilen sich aber auch die aus den Stigmen entspringenden Stamme direct an die Eingeweide, fiir welche sie zugleich die Bedeutung der Ligamenta siispensoria und der Gekrdse gewin- nen, indem sie dieselben in ihrer Lage befeslisen. Die Tracheen, welchen die sie erfullende Luft einen silber- oder perlmutterartigen Glanz verleihl, die nicht selten aber auch rdthlich oder schiefergrau gefarl)t sind, haben die Form cylindrischer Rdhren, an denen bis in ihre feinsten Verzweigungen eine spi- ralige Querringelung auffiillt; der sogenannte Spiralfaden, auf welchem dieselbe beruht, ist nicht, wie man frilher annahm, ein eigenes Element, dem sich nach aussen und innen eine Haut anlegt, sondern wird nach Leydig nur durch eine Verdickung der inneren (Ghitin-) Ilaut gebildet, welcher eine feine Zellenschicht aussen aufliegt. An den im Verlauf der einzelnen TracheonJisle bei vielen Insecten auflrelenden blasenfdrmigen Erweiterungen , welche man im Gegensatz zu den cylindrischen Tracheen {Tr. tubulosae) als Tracheae vesi- culosae bezeichnet, schwindet der Spiralfaden ganzlich, trill aber an den von denselben ausgehenden feinen cylindrischen Aestchen sogleich wieder auf; iihnliche blasenfdrmige Tracheen finden sich iibrigens hin und wieder auch unmiltelbar an der Innenseite der Stigmata, besonders bei vielen Ilymenopte- ren und Dipteren am ersten Abdominalstigma , wo sie jederseits cinen sehr volumindsen Luftsack darstellen. — Wiihrend die inneren Res()irationsorgane bei allen Inseclen der Hauptsache nach dieselben sind, bielen die iiusseren l)ei vielen im Wasser lebenden und zwar vorwiegend bei Insectenlarven, welche fortwahrend unter der Oberflache desselben verharren, eine wesenlliche Modi- 22 1. Insecta. ficalion dar. Es endigen namlich bei diesen die Haupttracheenslamme nicht in den Luftiochern, sondern selzen sich ilber diese hinaus in Form von Tra- cheenkiemen (Branchiae tracheales) , welche frei an der Aussenfliiche des Kdrpers hervorlrelen , fort, wobei naturiich das Stigma ais solches wegfallt. Die Form dieser Tracheenkiemen , welche stets aus einem oder niehreren ein- fachen oder vielfach verzweigten Tracheenslammen , deren Oberflache von einer feinen, porosen Haut tlberzogen ist , bestehen , ist ebenso wie ihre Zahl und Lage sehr veriinderlich ; sie sind ebenso oft an den Seiten des Hinterleibes als am vorderen oder hinteren Korperende angebracht, liaid blatt- oder faden- forinig, baid in vielfache Seitenfiedern zerschlitzt: dienen aber stets dazu, die im Wasser enthaltene Luft zu absorbiren, um sie den inneren Tracheen zuzu- filhren. Eine geringere Modification der ausseren Athmungsorgane l)ieten die- jenigen im Wasser lebenden Insecten dar, welche die Luft nicht aus dem Wasser entnehmen, sondern behufs der Athmung an die Oberdache kommen ; bei vielen derselben sind die seitlichen I^drperstigmen verkijmmerl, das letzte Paardagegen, welches allein die Respiration vermittelt, an der Spitze ciner von der Hinterleibsspitze ausgehenden, mehr oder weniger langen Athem- rdhre {Sipho) angebracht und hier oft von radiiir ausspreizbaren Haaren umgeben. Das Centralorgan des Nervensystems der Inseclen , an welchem so- wohl eine Trennung der beiden Kopfganglien untereinander, als von der dar- auf folgenden Bauchganglienketle deullich ausgepriigt ist , erreicht seine voll- endetste Ausbildung bei denjenigen Formen, an denen die Kdrpersegmentirung am freiesten entwickelt geblieben ist, d. h. ausser bei derMehrzahl der Larven auch bei den Insecten mit freiem Prothorax und langgestrecktem Hinterleibe. Bei diesen sind niimlich einerseits die drei Thoraxganglien, welche als Ganglion thoracicum primum , secundum et tertium bezeichnet werden, durch mehr oder weniger lange Commissuren von einander getrennt, andererseits auch die Hinlerieibsganglien in einer den Abdominalsegmenten sich anniihernden Zahl ausgebildet; erslere, welche nicht nur die Beine, sondern von denen auch die beiden hinteren die Fliigel mit starken Nervenstammen versehen , ilbertrefTen die llinterieibsganglien betriichtlich an Grdsse, obwohl unter diesen das letzle, N\eU'lies noch zahlreiche Aeste an den Masldarm und die Ausfiihrun"SL:;inse der Geschlechlsorgane abgiebt , sich gleichfails durch stiirkere Fntwickelung hervorthut. Diese urspriinglichste Entwickelung des Bauchmai'kes , bei der siel)en bis achl freie Abdominalganglien, im Ganzen also elf Ganglien ausge- l)ildet erscheinen kdnnen, sluft sich jedoch je nach dem Eingehen oder der Verschmelzung der einzelnen Kdrpersegmenle in der verschiedensten Weise ab : zuerst findet eine Verschmelzung des Meso- und Metathoraxganglion bei noch getrennlen liinterleibsganglien stalt, sodann eine gleiche zuischen allen diei Thoraxganglien , und endlich vereinigt sich auch die durch Verschmel- zung der Hinterleibsganglien entstandene Masse mit derjenigen aller drei oder der beiden lelzlen Thoraxganglien. Bei einer derartigen Concentration des Bauchmarkes enlspringen dann die zu den verschiedenen Gliedmaassen und zum llinterleibe gehenden Nervenstiimme strahlenfdrmiij; aus einer und der- selben Ganglienmasse. Von den l)eiden im Kopfe liegcnden Gehirnganglien I. Insecta. 23 giebt das grossere und raeisl deullich zweilheilige Ganglion supraoesophageum nach vorn die Nerven fiir die Fiihier, nach oben einen Xerv fUr die Ocellen (wo dieseiben vorhanden) ab und setzt sich beiderseits unmitlelbar in den fur die Netzaugen bestinitnten , sehr voluriiinosen Xervus opticus fort ; aus deni kleineren Gancjlion infraoesophayeum entsfiringen dann stels die paarigen Ner- ven fiir die drei Kieferpaare und die Oberjippe. — An den die einzehien Ganglien verbindenden Comrnissuren , obwohl sie haufig zu einem gemein- samen Strang verschmolzen sind, lassen sich stets zwei bestimmte Elemente unterscheiden, von denen nur die einen, welche wahrscheinlich die sensiblen Fasern darstellen, in die Ganglien eindringen, wahrend die oberhalb liegen- den motorischen Faden an denselben vorheigehen. Beide Elemente betheiligen sich ilbrigens stets sowohl an der Bildung der von den Ganglien mit zwei Wur- zeln enlspringenden Hauplnervenstammen als auch an derjenigen von eigen- Ihiimlichen unpaarigen Respi ra t i o n sn e r ven , welche aus den Commissu- ren zwischen je zwei Ganglien hervorgehen ; lelztere , zuerst von Lyoxet als Brides epiniercs beschrieben , theilen sich kurz nach ihrem Ursprung in zwei seitlich auseinander weichende Aeste (quere Nerven), welche sich nach mehrfachen Anastomosen mit den Ganglien sowohl als den von ihnen aus- gehenden Stammen an die Tracheenstamme und die Muskeln der Stigmata veriisleln. Man kann dieses Itespirationsnervensystem nach Newport, der das- selbe sehr genau dargestellt hat, ais das Analogon des Nervus sympathicus der Wirbelthiere ansehen und da^egen das unter aleichem Namen zuerst von Jon. MiLLER beschriebene Eingev^eidenervensystem dem Xervus vayus vergleichen. Letzleres besteht in einem unpaaren Mundmagennerven, welcher mit zwei Wurzeln aus den Hemispharen des Ganylion supraoesophayeum entspringt und durcli Vereinigung derselben vor dem Gehirn das sosenannle Slirnsanulion {Ganylion frontale) bildet, aus dem er sell)st als Nervus recurrens hervorgehend, sich nach hinten wendet, um sich am Oesophagus und Magen zu verzweigen und auf letzterem abermals ein Ganglion zu bilden: zwei seitliche, hinter dem Gehirn liegende kleine Ganglien, welche auch mit demselben in Yerbindung stehen , geben gleichfalls Eingeweidenerven fiir den Oesophagus ab, die zu- weiien selbst starker als der unpaare Nerv entwickelt sind. Von den Si nnesorga n en sind es vorzijglich dieAugen, welche bei den hisecten wenigstens im Zustand der hnago ebenso allgemein vorhandcn als zu einem besonderen Grade der Vollkommenheit ausgebildet sind. In allen Fallen, mogen sie als sogenannte einfache Augen (Oce/lij oder jNetzaugen auf- Ireten, finden sich in ihnen mehrere Nervenelemente zu einem Sehoruane ver- einigt; bei den Ocellen , wo ihre Zahl eine geringe ist , dient ihnen eine ein- zelne biconvexe Cornea als gemeinsames lichtbrechendes Medium , wahrend Ijei den Netzaugen, wo die Zahl der letzteren oft mehrere Tausende erreicht, jedem Nervenkegel eine l)esonderc zukomml. Die Cornea der Ocellen ist stels rund , die an dcn Netzaugen auflretenden und hier als Facetten ])ezeichneten einzelnen Ilornhaule daeciion l)ei ihrer cegenseitiiien enyen Beiuhrun" ent- weder sechs- oder viereckig; je grdsser die Zahi der letzteren , desto geringer isl die Wijlbung ihrer Aussenfliiche, welche bei grob facettirlen Augen oft eine sehr ansehidiche wird und zuweilen (Tabaiuis -'MWnnchenj auf bestimmte 24 I. Insecta. Stellen derObcrflache beschrankt ist. Bei Augen mit behaarterOberflache sind die Harchen stets auf der Grenze der einzelnen Hornhaute angebracht, wes- lialJj auch die Ocellen stets glatt erscheinen. Das die einzelnen Nervenstiibchen umhLillende Pigment {Chorioidea) ist entweder einfarbig oder schichtenweise verschieden gefSrbt und im letzteren Falle fiir den Regenbogenschiller , der vielen Insectenaugen eigenthiimlich ist, bedingend ; der vorderste lichtbre- chende Theil der Nervenstabchen , gewdhnlich als Glas- oder Krystallkorper bezeichnet, setzt sich hiiufig durch eine stielfdrmige Verdlinnung von dem hinteren undurchsichtigen Theil scharf ab , so dass er ein selbststandiges Or- gan darzustellen scheint. Beim Mangel eines besonderen Riechorganes hat man den Sitz des Ge- ruches in den Fiihlern der Insecten suchen wollen , sich dabei hauptsach- lich auf die Erfahrung stiltzend, dass diese Organe allgemein bei solchen Formen, welche ihrer scharfen Witterung w egen bekannt sind , eine grdssere Flachenausdehnung in allen oder einzelnen Gliedern erkennen lassen. Ueber- dem wurden von Erichson auf den einander zugewandten Fliichen solcher er- weiterten Fuhlerglieder, z. B. auf den Fiihlerblaltern der Lamellicornen zahl- reiche Poren nachgewiesen , welche nach seiner Ansicht den Geruch zu vermitteln sehr wohl geeignet waren. Lasst sich dies gleich nicht direct nach- weisen , so ist es jedenfalls wahrscheinlicher , dass jene Poren dem Geruche dienen, als dass in ihnen Gehdrorgane , wie sie neuerdings Hicks und LESPfes in Form eines hautigen, mit einem Otolithen versehenen Blaschens darin auf- gefunden haben wollten (eine Beobachtung, die nach CLArARfeDE nur auf opli- scher Tauschung beruht) , verborgen liegen. — Ausserdem scheint in den FUhlern und neben ihnen auch in den Mundtheilen und den Tarsengliedern der Insecten der Tastsinn gelegen zu sein und zwar in bestimmten von den librigen auch in der Form etwas abweichenden Haaren (Taslborsten), welche nach Leydig's Beobachtuniien einen vor seinem Eintritt zu einem Ganglion an- schwellenden Nerven aufnehraen. — Sehr auffallend ist es, dass wahrend man sich von der Empfanglichkeil der Insecten fUr SchalleindrLicke uberall leicht uberzeugen kann , ein akustischer Apparat, welcher mit einem eigenen Gehdrsnerven in Verbindung steht, sich bis jetzt nur bei sehr wenigen hat nachweisen lassen , und noch eigenthiimlicher mag es erscheinen, dass derselbe niemals am Kopfe angebracht ist. Man hat ihn unter den Orthopleren bei den Acridiern an den Seiten des Ilinterleibes, bei den Locustinen an der Basis der Vorderschienen aufgefunden und in neuesler Zeit hat Levdig in den Ilinlerflugeln der Kafer und in den Halteren der Dipteren wenigstens eigen- thumlicho, aus dem Ganglion des dieselben versehenden Nervenstammes her- vorgehende stal)chenartige Elemente nachgewiesen , wie sie sich in analoger Weise an dcm Gehdrnerv der genannten Oithopteren (siehe unlen I) vorlinden. Zahlreichc Insecten besitzen die Fahigkeit, willkiii-Iich Laute zu erzeu- gen , welche ebenso oft hell und hoch , als dumpf und tief, in den meislen Fallen aber wenig harmonisch sind. Der Mehrzahl nach werden dieselben durch Aneinanderreiben einzelner Kdrpersegmente gegen einander oder , wie bei vielen Kafern, gegen die Innenseite ihrer harten Fliigeldecken erzeugt, in welchem Falle die einander zugewandten Flachen fein und dicht gerieft cr- 1. Insecta. 25 scheinen ; der auf diese Arl enlslehende Ton ist meist unrein, knarrend oder zirpend. Das summende Gerausch, welches den Flug mancher Hymenopteren und Dipteren begleitet , scheint ini Thorax seinen Sitz zu haben , und beruht vielleicht auf einer durch die schnelle Bewegung der Flugel hervorgerufenen Vibration desselben. EigenlhumHche Stimmorgane kommen nur bei den Miinn- chen einiger Orlhopteren und besonders der Cicaden unler den Hemipleren vor ; bei letzteren treten sie in Form einer an der Basis des Hinterleibes ge- legenen, sehr geriiumigen Trommelhohie, bei ersteren [Locusta, Gnjllus) an der Basis der Flugeldecken als eine zarte, von einem hornigen Ringe umgebene Membran auf. Die Fortpflanzungsorgane sind bei den Insecten stets auf verschie- dene Individuen vertheilt und zerfallen daher in mannliche und weibiiche, die iibrigens sowohl in ibrer Lage am hinteren Ende des Abdomen als in ihrer Zusammensetzung aus mehreren in Form und Zahl correspondirenden Theilen eine grosse Uebereinstimmung mit einander darbielen ; sie bestehen in beiden Geschlechtern aus zwei keim- oder samenbereitenden Schlauchen , deren Ausfuhrungsgange sich zu einem gemeinsamen Canal vereinigen, welcher meist noch drUsige oder andere Anhangsgebilde aufnimmt und zu der an der Spitze des Hinterleibes vor dem After liegenden Geschlechtsoffnung fuhrt. In ihrer Aniage bereits wahrend der Larvenperiode vorhanden , gelangen dieselben erst in der Puppe zur Enlwickelung, um bei der Imago in Function zu treten. wenn sie nicht , wie es bei den meisten weiblichen Individuen der gesellig lebenden Insecten (den sogenannten Arbeitern der Bienen , Ameisen , Termi- ten u. a.) der Fall ist, gleich von vornherein darauf angelegt sind, auf einer rudimenlaren Entwickelungsstufe stehen zu bleiben. An den mannlichen Geschlechtsorganen stellen die paarigen Hoden [Testes) entweder zwei einfache Blindschlauche dar, welche sich bei grcjsserer Langsausdehnung sehr allgemein mit ihren Windungen in Form eines Knauels zusammenlegen , oder sie werden von einer grosseren oder geringeren Zahl kleinerer Blindsacke oder Blaschen , welche sich in sehr mannichfacher Weise zu einander gruppiren und haufig von einer gemeinsamen Scheide [Tunica vaginalis) zusammengehallen werden , gebildet; zuweilen haften diese beiden Hoden so dicht aneinander, dass sie nur ein einzelnes Organ zu bilden scheinen, besonders wenn die zuweilen lebhaft gefarbte Scheide, wie es bei den Schmet- terlin"en der Fall ist, beide gemeinsam umhiillt. Die innerhalb der Hoden producirten haarformigen Spermatozoen , welche sich in Mehrzahl vereinigt im Innern von Zellen bilden und auch nach dem Verschwinden der letzteren zu BUndeln vereinigt bleiben , werden durch die aus den Hoden entspringen- den Vasa deferentia abgeleitet, um in den aus ilirer Vereinigung entstehendon Ductus ejaculatorius iibergefiihrt zu werden. Die Form der Vasa deferentia ist bis auf ihr zuweilen blasenformig angeschwollencs unteres Ende [Vestculae seminales) die eines cylindrischen Rohres, welches ebenso oft von geringer als von sehr betrachtlicher , nicht selten sogar den Korper ubertretTender Lange ist und im letzleren Fallc sicli in vielfachen Windungen aneinanderlegt und verschlin"t. Entweder bei oder schon vor ihrer Vereinigung zum Ductus eja- culatorius, welcher einen derberen Schlauch mil ofl stark muskulosen Wan- 26 I- Insecta. diingen darstelll, miinden in die Vasa deferentia ein bis drei Paare von Drii- senschlauchen [Glandulae mucosae) , deren leicht gerinnbares Secret dazu dienl, die in Form von Biindeln herabgleitenden Spermatozoen mit einer Hiille [Spermahplwren) zu umgeben, innerhalb welcher dieselben beim Goitus in die weiblichen Geschlechtsorgane eingebracht werden. Diese Ueberfiihrung wird in der Mehrzahl der Falle durch ein horniges, rdhren- oder rinnenformiges mannliches Gopulationsorgan [Penis) bewirkt, in dessen vorderes Ende der Duclus ejaculatorius einmiindet und der, wenn er in der Ilinterleibshohle zu- riickgezogen liegt, durch eigene Muskeln hervorgeschoben sverden kann ; wo er frei hervorragt, bilden die in ihrer Form modificirten letzten Uinterleibs- ringe entweder zwei ihn seitlich umfassende scheidenartige Klappen oder zangenformige Gebilde, welche sich als aussere Gopulalionsorgane beim Goitus durch Fixirung des weiblichen Hinterleibes betheiligen. AIs den Hoden analog stellen sich am weiblichen Geschlechlsapparat die paarigen Eierslocke (Ot;ffr/a) dar, in entsprechender Wcise wie jene aus einer geringeren oder grdsseren Anzahl von Schlauchen (Eirdlii"en), welche sich nach der Spitze hin verjiingen und in sehr verschiedener Weise ange- ordnet sind, bestehend. Ebenso oft finger- oder facherfdrmig neben einander ausmlindend, als quirl- oder traubenartig um eine gemeinsame Axe gruppirt, vereinigen sich diese Eirdhren an ihrem freien Ende stets durch fadenfdrmiue Fortsatze ihrer Spitzen zu einem bandartigen Ligament, welches sich behufs der Fixirung der Ovarien im trachtigen Zustande an der Innenflache des Tho- rax anheftet; eine Gefiissverbindung, wie sie J. Muller zwischen den Ovarien und dem RUckengefasse in jeuem Ligamentum suspensorium zu finden glaubte, exislirt nicht. Die Zahl der Eirdhren sowohl als der in jeder einzelnen durch Einschniirungen hergeslellten Kammern oder Eifacher [Loculi) richtet sich ganz nach der Fruchtbarkeit der einzelnen Artcn ; von zwei zweikammerigen der Pupiparen erliebt sie sich bei der Bienenkdnigin zu mehr denn hundert iind bei den Termitenweibchen socar bis auf Tausende von sehr vielkamme- rigen Eirdhren, wahrend im Allgemeinen bei wenigen Rdhren die Kamnierzahl jeder einzelnen eine grdssere, bei zahlreichen eine kleinere ist. Die vom hin- teren Ende der Ovarien ausgehenden Ableitungskaniile [Tubae) , deren vor- deres Ende hiiufig kelchfdrmig [Calyx) erweilert isl, vcrbinden sich nach meist kurzem Verlauf zu dem gemeinsamen Eileiter [Oviductus) , welcher seinerseits in ein weiteres Rohr, die Scheide [Vagina) einmlindet, deren blindes Ende sich haufig liber den Ursprung des Oviduct hinaus taschenfdrmig forlsetzt. Absondernde Driisen miinden in den wciblichen Genitalap{)aiat gleichfalls, seltner jedoch in die Tubae (wie bei Ihjdropkilus) als in die Scheide, und zwar zuweilen zu mehr als einem Paare; da diesclben ])esonders bei solchen Inscctenvveibchen vorkommen, welche ihrc Eier nach dem Ablciien mit einer schleiniigen oder klebrigen Masse iiber/iehen, ist es wahrscheinlich, dass letztere von jenen Driisen, die man als Glandulae sebaceae bezeich- net hat, abgesondert wird. — In den bisher genannten Theilcn mit dem mannlichcn Geschlcchtsapparat iibereinkonMnend, ist der weibliche ausserdem noch tnit zwei ihm eigonlhUnilichen Anhangsorgancn ausgestattet , von dcnen jedoch die der iiusseren Gcschleclitsdirnung zuniichst licgendc, in die Viujina I. Insecla. 27 miindende Begattungstasche {Bwsa copulatrix) nicht so allgemein als die Samentasche {Receptaculum seminis) auflritt. Letzlere , welche eine gestielle und haufig mit einer Anhangsdrllse {Glandula accessoria) versehene Capsei darstellt, zuweilen zwei- oder selbst dreifach vorhanden ist und ebenso oft in den Oviduct als in das vordere Ende der Vagina einmiindet, ist dazu bestimmt, die beim Goitus in die Bursa copulatrix oder (beim Mangel dersel- ben) in die Vagina eingebrachte Samenmasse in sich aufzunehnien und zur Befruchtung der in den Oviduct herabsteigenden Eier zu l)evvahren : dagegen dient die Bursa copulatrix nur zur Aufnahme des Penis wahrend des Begal- tungsactes und giebt bald nach demselben die Spermatozoen an das Recepta- culum , in welches diese sich wahrscheinlich sponlan hiniiberbegeben , ab. — Der ausseren weiblichen Geschlechtsdffnung schliessen sich haufig die in Form einer Legescheide, eines Legebohrers, einer Legerohre u. s. w. umgestalteten letzten Hinterleibsringe als unmittelbare Fortsetzung an , um die Eier an die fUr ihre F]ntwickelung giinsligen Orte zu geleilen. Die Enlwickelung der Insecteneier , deren erste Anlage ein sich von der Innenwand der ausseislen Eirohrenkammer (Keimkammer) abiosendes Keim- blaschen bildet, scheint bei den Insecten sehr allgemein ohne Einwirkung des Sperma vor sich zu gehen und ist bei vielen (z. B. den Schmetterlingsweib- chen) schon unmiltelbar nach dem Ausschlilpfen aus der Puppe, bevor eine Begattung stallgefunden hat , vollendet. Die Befruchtung dieser Eier wird in der Regel erst nach ihrem Auslritt aus den Eirohren und wahrend sie den Oviduct passiren in der Weise bewirkt , dass einige aus dem Receptaculum seminis hervorlretenden Spermatozoen sich in mehrere feine, an ihrem oberen Endpunkte gelegene Oeflnungen , welche das Chorion und die Dolterhaut durchsetzen {Micropyle) eindriingen und sich im Dolter auflosen. So allgemein nun eine solche Befruchtung der Eier durch Sperma bei den Inseclen fiir die Entwickelun" des Embrvo bedinsend ist, so hat man in neuerer Zeit beson- ders durch die Beobachtungen v. Siebold's doch mehrere Ausnahmen von dieser Regel kennen gelernt, in welchen eine spontane Entwickelung theils ohne vorhergegangenen Coitus, theils ohne Eindringen von Spermatozoen statlfindet. Die erste Kategorie dieser mit dem Namen Parthenogenesis belegten Fort|)flanzungsweise tritt bei manchen Schmellerlingen {Bombjjces) theils mehr zufallig (Seidenspinner u. a.), theils constant durch mehrere Gcnerntionen hindurch (Arlen der Gallung Psyche , von denen uberhaupt nur weibliche In- dividuen bekannt sindj und nach Leuckaut auch bei den Schildliiusen {CocciiS) auf, wahrend die zweile, bei den Bienen-und Wespenweibchen vorkom- mende dadurch noch viel merkwiirditzer ist , dass nach vorherueiiansener Be- galtung die n)[innlichen (d. h. die zur Enlwickelung von Mannchen bestimm- len) Eier unbefruchtel bleiben , die weiblichen dagegen mil Sperma versehen werden. Auch sind die als «Arbeileru bekannten verktimmerten Weibchen der Bienen und Wespen , welche einer BelVuchlung tiberhaupt unzugiinglich sind, Ubereinstimmend mit den Kdniginnen in gewissen Fiillen befahigt, Eier zur Entwickelung zu bringen und abzulegen, aus denen jedoch stets nur miinnliche Individuen hervorgehen. — Eine sich von der gewdhnlichen Fort- pflanzung der Insecten noch weil mehr entfernende Vermchrung tritl bei 28 I. Insecta. derjenigen Form der Blatllause auf , welche als ungeschlechtliche Weibchen oder Ammen bekannt sind, und vyelche in einer Reihe von Generationen auf geschleclitlich entwickelte Mannchen und Weibchen folgen. Bei diesen kommt es namlich, abgesehen davon, dass mannliche Individuen fUr ihre Befruchtung iiberhaupt nicht existiren, und dass ihrem Geschlechtsapparat auch das Re- ceptaculum seminis fehlt, gar nicht einmal zur Eiljildung, sondern es ent- wickeln sich die von ihren Eirohren (hier Keimrohrcn genannt) sich los- Idsenden Keime unmillelbar zu Embryonen, welche nach voilendeter Ausbil- dung im Mutterleibe, lebendig geboren werden. Die Embryonalentwickelung, welche je nach den Gattungen iind Arten der Insecten einen sehr verschiedenen Zeitraum in Ansprucli nimmt, beson- ders auch, wie dies die uberwinlernden Eier zahlreicher Arlen darlhun , von Temperaturverhaltnissen abhiingig ist, und durch diese auf lange Zeit gehemmt werden kann , erfolgl bei der grossen Mehrzahl nach dem AI)legen der Eier, ausserhalb des Mutlerleibes. Eine Ausnahme hiervon machen jedoch nichl nur manche Blalt- und Scharlachlause, bei denen das junge Thier schon unmittel- bar nach dem Hervortritt des Eies dessen Hiille verliisst, sondern auch be- sonders die zahlreichen parasitischen Tachinarien unler den Zweifliiglern, deren Weibchen wirklich lebendiasebai-end sind. Bei den erwahnlen Pflan- zenlausen findet diese Abweichung darin ihren Grund, dass hier ausnahms- weise die Befruchtung der Eier durch die Spermalozoen schon in den Eirdhren staltfindet; Ijci den Tachinen, Oestrus - Arien u. a. , deren Lebendiggebaren durch die parasitische Lebensweise ihrer Larven bedingt wird , entwickeln sich dagegen die in gewdhnlicher Weise befruchteten Eier erst in der Vagina, welche zu einem Eierbehaller erweitert ist. Ein ganz exceptionelles und sehr merkwiirdiges Verhalten zeigen in dieser Ilinsicht die Lausfliegen iPupiparae), bei denen die ganzc Entwickelung nicht nur dos Eies sondern auch der Larve innerhalb des mutlerlichen Leibes vor sicli geht, so dass letztere, welche aus einer in die weiblichen Geschlechtsorgane miindendenMilchdrUse ihreNahrung erhalt, ausgewachsen und zur Verpuppung reif geboren wird. — Auf die nach der Befruchlung der Eier eintretende Furchung des Dotters , welche bei den Insecten stets eine partielle ist, folgl die Bildung der Keimhaut, aus der durch Anziehung der Zellen gegeneinander der Keim- (Primitiv-) Streifen hervor- geht ; an diesem , welcher der Bauchseite des kiinftigen Thieres entspricht, erfolgt zuerst die an den einzelnen Kdrperabschnitten gleichzeitig auftretende Segmentbildung, nach derselben erst die der Gliedmaassen , welche in ihrer ersten Anlage an Kopf und Brust nicht von einander verschieden sind und haufig auch am Ilinterleibe , wo sie in der letzten Lebensperiode (der Imago) stels fehlen, hervorgebildet werden ; solche Hinterleibsgliedmaassen fehlen indessen beim Embryo derjenigen Inseclen , welche keine eigene Larvenforn) durchzumachen haben. Die Form , in welcher die Insecten das Ei verlassen , ist eine von ihrer spiiteren Erscheinung meist sehr verschiedene, welche nicht nur durch den slelen Mangel der Flugorgane, sondern hauplsiichlich durch die noch in einem geiingen Grade ausgebildete Iletcronomiliit in der Kdrpersegmenlirung, hiiufig auch durch provisorisehe Gliedmaassen an Kdrperlheilen , wo sie spiiter feh- I. Insecta. 29 len , bedingt vvird. Als Beispiel hierfur kann die Schmetterlingsraupe hinge- steiit werden , an welcher die spatere Dreilheilung des Korpers noch nicht ausgepragt ist und deren hintere Korpersegmente, gleich den vorderen, Be- wegungsorgane (Beine) tragen. Eine gleich grosse Verschiedenheit zwischen der Jugend- und der spateren Form ist jedoch keineswegs allen Insecten eigenthlimlich, sondern es finden sich auch solche, welche beim Ausschlilpfen aus dem Rie schon die dem entvvickelten Thiere eigenthilmliche Korperform mitbringen und sich von diesem hauptsachlich nur durch den Mangel der Fliigel unterscheiden, vvie es z. B. an den Wanzen und Heuschrecken ersicht- lich ist. In beiden Fallen weichen diese als Larven [Larvae) bezeichneten Jugendformen von dem entwickelten Insect dadurch ab, dass sie beim Mangel ausgebildeler Geschlechtsorgane nicht fortpflanzungsfahig sind, dass sie durch Aufnahme von Nahrung wachsen und in Folge dessen mehrmals ihre Korper- haut abwerfen , was bei dem enlwickelten Insect niemals vorkommt : sie un- terscheiden sich dagegen durch ihren Uebergang in die geschlechtsreife Form [Insectum, Imago) , welcher ])ei den letztgenannten Formen nicht durch eine Metamorphose, sondern durch eine einfache Hiiutung bewirkt vvird , bei der ersteren dagegen eine ihr eigenthtimliche Ruheperiode, den Puppenzustand, erfordert. Die Puppe [Pupas. Chrysalis) selbst ist iibrigens im Grunde nicht, wie dies gewohnlich angegeben wird, eine Zwischenstufe zwischen Larve und Imago , sondern da sie sowohl der Larvenform entledigt als mit allen Theilen der Imago ausgeriislet ist, schon fast vollstiindig die letztere, nur dass sie noch vvtihrend einer kurzeren oder liingeren Zeit in der Ausiibung ihrer spii- teren Funclionen behindert ist. Daher kann man auch bei den Insecten mit unvollkommener Verwandlung [Insecta m,etamorphosi incompleta , Insecta he- mimetabola) , wie man diejenigen, deren Larve von vornherein der entwickel- ten Form gleicht, bezeichnet hat, streng genommen von einer Puppen- oder Nymphen-Periode [Nympha) nicht reden oder wenigstens als solche nicht die- jenige bezeichnen, welche der lelzten Iliiutung vorhergeht, da jene Insecten in dieser noch Larven sind und fressen ; hochstens wiire mit der Puppen- periode der Insecta holometahola [Insecta metamorphosi completa, Insecten mit vollkommener Verwandlung) das letzte Stadium jener «fressenden und um- herlaufenden Puppe«, in welchem die Verwandlung zur Imago innerhalb der Larvenhaut staltfindet, zu vergleichen. Man kann demgemiiss die Insecta me- tabola [holometabola) als solche bezeichnen, die wiihrend ihrer ganzen Larven- periode eine von dcm entwickelten Insect verschiedene Form beibehalten und sich durch eine letzte Hiiutung in die zuerst ruhende (Puppe), spiiter sich be- wegende Imago utiiwandeln ; dagegen die Insecta ametabola [hemimetabola) als solche , deren Larve dem enlwickelten Insect von vornherein iihnlich ist, sich durch die schon friih auftretenden Fliigelansiitze ihm nach jeder Iliiulung mehr niihert und aus der Larvenform durch dio lotzte Iliiutung unmittelbar (d. h. ohne siclitbar hervorlretende Puppe) in die Iniago ubergeht. In Betrefl' der letzteren isl iibrigens zu bemerken , dass die Achnlichkeit der Larvcn mit dem vollkommenen Insect keineswegs uberall eine gleich ausgepriigte isl, vvie dies besonders an den im Wasser lebenden Larven der Libellen und Epheme- ren hervortritt, welche von der Imago fast mehr abweichen , als diejenigen 30 I. Insecta. mancher metabolisclier Insccten ; diese geben sich indessen trotzdem diirch die Enlwickelun" der Flii^elansiUze wahrend der Larvenzeit und durch den Maniiel einer Puppenperiode deullich als ametabolisclie , oder wie man sie serade vorzuusweise nennen konnle, als hemimetaholische Insecten zu er- kennen, Die Larven der Insecten mit vollkommener Verwandlung weichen von der Imago nicht nur, wie schon erwahnt, durch eine mehr homonome Seg- mentirung desKorpers, sondern auch ganz allgemein in der Form und der Zahl der Gliedmaassen wesentlich ab. So treten z. B. bei den Larven der Schmetterlinge, der Blattwespen u. a. (Raupen, Erucae genannt) neben den Thoraxbeinen auch an den Hinterleibssegmenten sogenannte Allerbeine [Pe- des spurii) auf, wiihrend bei anderen , wie bei den meisten Dipteren- und Hymenopteren-Larven nicht einmal die Thoraxbeine zur Enlwickelung gelan- gen. Die Augen, wenn sie Uberhaupt vorhanden, treten in Form von Ocellen, die Fljhler als kurze Stummel auf; die Mundtheile sind hiiufig beissende, wo sie bei der Imago Saugorgane darstellen und nnigekehrt, die Korperbedeckung weichhiiutig, wo sie spiiter zum harten Hornpanzer wird. Zum Theil sind diese Abvveichungen durch die verschiedene Lebensweise , die Art der Nah- rung u. s. w. bedingt , indem sich die Larven saugender Insecten hilufig von festen Substanzen niihren, andere bei vegetabilischer Nahrung der Imago car- nivor sind und umgekehrt. — Zur Verpuppung verferligen zahlreiche Larvcn ein Gespinnst um sich, innerhalb welches sie die Haut abstreifen, wiihrend bei anderen sich die Puppe innerhalb der erhiirtenden Ktirperhaut ausbildet. Lelztere, die besonders bei den Dipteren vorkommen, heissen Pupae coarctatae, erstere dagegen, wenn die Puppenhaut zart, durchscheinend ist und die Glied- maassen frei vom Rumpfe abstehen , Pupae liberae (Kiifer, Aderfliigler) , oder wenn die Puppenhaul fest, hornig ist und Gliedmaassen nebst Rumpf ohne Unterbrechung iiberzieht, /^;/poe o6/ec^ae (Schmetterlinge). Gegen das Ende der Puppenruhe , welche sich je nach den Arten von einigen Tagen oder Wochen bis auf mehrere Monate erstreckt, bei manchen Schmellerlingen unter Umstiinden selbst auf Jahre ausgedehnt wird, treten unter der iiusseren HUlle die Farben des kunftigen Insectes alhniihlich sliirker hervor, bis sich dasselbe, zur vollstiindigen Lebenslhiitigkeit herangebildet, durch Sprengen der Riicken- haut oder durch .Abstossen eines am Kopfende gelegenen Deckels aus der Puppe hervorarbeitet, wobei es zuniichst die Fiihler und Beine aus ihren Hiil- len zu befreien sucht. Seine Kiirperbedeckungen sind beim AusschlUpfen noch iiusserst weich und nachgiebig, die Flligel durch zahlreiche, dicht aneinander liegende Faltungen ihrer beiden Pialten kurz , oft kaum von Thoraxliinge ; durch rhythmische Athembewegungen pumpt es zuniichst Luft in die Tracheen seines Korpers, welche von hier auch in diejenigen der Fliigel gelangt und im Verein mit der zugleich eintretenden ErniihrungstUissigkeit die Enlfaltung (das sogenannte Wachsthum) derselben bedingt. Nachdem dieselben ihre ganze Grossenausdehnung erreicht haben, beginnt ihre Consolidirung, welche wie die des tlbrigen Korpers hochstens nach einigen Slunden vollendet ist, so dass nun das Insect seiner Nahrung und besonders der ihm speciell oblie-i genden Fortpflanzung nachgehen kann. Wiihrend die der letzteren Function i I. Iiisecta. 31 dienenden Organe iiberhaupt ersl eine hervortretende Entwickelung wiihrend des Puppenzustandes eingegangen sind, hat in eben dieser Periode der Darm- kanal eine wesentliche Form- und Grossenveriinderung erfahren, wie dies wenigstens da sehr auffiillig hervortrilt, wo er bei der Iniago nicht nur eine den Korper mehrfach iibertreflende Langsausdehnung, sondern auch mehrere scharf gesonderto Abschnilte, die der Larve noch fehlten, darbietet. Einefehlerhafte Ausbildung einzelner Theile desHaulskeletes wiihrendder Verpuppung giebt Ijei den Insecten nicht selten zu Monstrositii ten Anlass, von denen besonders diejenigen von Interesse sind , welche sich in der Ver- doppelung oder Ueberziihligkeit einzelner Korperiheile, besonders der Fiihler und Beine, zeigen. Zu solchcn Monstrosiliiten sind auch die sogenannten her- maphroditischen Individuen (Insectenz w i tter) zu rechnen , welche man frilher hauptsiichlich aus der Ordnung der Schmetterlinge, gegenwiirtig fast aus allen Ordnungen mit vollkommener Verwandlung kennen gelernt hat, und die in ihrer vollkommensten Ausbildung die eine Korperhalfte miinnlich, die andere weiblich iiebildet haben. Am meisten in die Aucen sprinsend sind diese Zwit- terbildungen natiirlich bei solchen Inseclen , deren beide Sexus sich durch auffallende Unterschiede im Colorit und in der Plaslik einzelner Korpertheile (Fliigel, Fiihler, Beine) hervorthun, also z. B. bei den vielen Schmetterlingen, bei den Ameisen, beim Hirschkafer, von welchen sie u. a. bekannt geworden sind. Leider sind diese verhiillnissmiissig immer sehr seltenen Missbilduneen bis jetzt noch in keinemFalle auf ihre innereOrganisation genugend untersucht worden, so dass man nicht weiss, ob der iiusseren Zweitheilung auch eine innere (nach den Fortpflanzungsorganen) entspricht, was indessen nicht ganz unwahrscheinlich ist. Am wenigsten mbchte dieselbe jedenfalls bei den so- genannten «gekreuzten Zwittern« der Schmetterlinge zu vermuthen sein, von denen es iiberhaupt noch zweifelhaft sein konnte, ob sie dieser Kategorie bei- geziihlt werden diirfen; bei ihnen besteht niimlich in der Regel die Abwei- chung von einem regularen Individuum nur darin, dass meist zwei Fliigel verschiedener Kdrperhiilften entweder ganz oder nur stellenweise die Fiirbung des anderen Geschlechtes erkennen lassen. Gleich den Wirl)clthieren werden auch die Inseclen von verschiedenen Parasiten, die theils auf ihrer KorperoVierfliiche, theils in ihren Eingeweiden schmarotzen , heimgesuchl; erstere gehoren hauptsiichlich der Ordnung der Milben iAcanna) an und niihren sich of!"enbar gleich den F)ktoparasiteu der hoheren Thiere von der Blutfliissigkeit der Insecten , welche sio donselben vermittelst ihres Riissels entziehen : als letztere sind nel)en den im Darm vor- kommenden Gregarinen besonders die beiden Gordiaceen-Gattungen, Gordtiis und Mennis, zu erwahnen, welche wahrend ihrer Jugendperiode in die Leibes- hohle zahlreicher Insecten (und Arachniden) eindringen, um dieselbe boi Er- langung der Geschlechlsreife wieder zu verlassen. Die Nahrung der Insecten ist thcils eine vegetabilische, Iheils eine ani- malische. Bei weitem die meisten Pflanzen, Phanerogamen wie Kryptogamen, nahren eine oder mehrere Insectenarlen , sei es im Zustand der Larve oder der Imago, viele sogar eine betriichtliche Anzahl , wie z. B. Pinus maritima und Quercus pedunculata weit iiber hundert, die deutschen Betula-Avion zu- 32 I. Insecta. sammen fasl 250. Kein Pflanzenlheil der Phanerogamen , von den aussersten Wurzelfasern bis zu den Bliilhen- und Fruchtlheilen ist von den Aniiriffen gewisser hisecten und zwar besonders der Larven verschont, sei es , dass derselbe vollig a])gefressen , oder wie Wurzel und Stengel nur ausgehdhlt, oder wie die Blatter in ihrem Parenchym niinirt, oder endlich , wie die ver- schiedenartigsten Theile in Form von Galien deformirt wird. Da die Zahl der phytophagen Inseclenarten diejenige der Pflanzenarlen sehr betriichtlich iiber- steigt, dic Individuenzahl der meisten Arten eine sehr ansehnliche und der Nahrungsbedarf vieler Larven ein verhiillnissmassig grosser ist, so wiirden die Eingrifle der Insecten in die Pflanzenwelt bald den Untergang der lelzte- ren zur Folge haben , wenn denselben nicht in ebenso extensiver Weise von einer anderen Seite her gesteuert wiirde. Von den Wirbelthieren sind es neben den Insectivoren unter den Siiugethieren und manchen Reptilien haupt- sachlich die Sing- und Klettervogel , welche als fast ausschliesslich auf In- seclennahrung angewiesen , die iiberhandnehmenden Arten massenhaft ver- nichten. In weit ausgedehnterem Maasse wird dies aber durch Mitglieder aus der Classe der Insecten selbst bewirkt und zwar im Ganzen weniger durch die im Zustande der Imago carnivoren Formen [Carabus u. a.) als durch die wahrend ihrer Larvenperiode im Innern anderer Insecten schmarotzenden, welche ganz besonders unter den Dipteren (Bombylier, Tachinen u. a. und unter den Ilymenopleren (Ichneumonen, Chalcidier u. s. w.) ebenso zahlreiche als fruchtbare Vertreter aufzuweisen haben. Durch diesen Vernichtungskrieg, welchen die parasitisch lebenden Insecten gegen die Phytophagen fiihren, wird , abgesehen von lokalen Uebergrifl^en der letzteren, die sich allmahlich wieder ausgleichen, die Einwirkung der Insecten auf die Pflanzenwelt auf ein bestimmtes und dieser oflenbar selbst zutragliches Maass beschriinkt, wahrend andererseits die Fortpflanzung der Vegetabilien, wenn auch nichl direct von den Inseclen abhiingt, so doch wesentlich durch viele dersell^en gefordert wird : es gilt dies ganz besonders von den die Bltilhen heimsuchenden Dipte- ren und Hymenopleren, welche durch Uebertragung des ihren Beinen anhiin- genden Pollens auf weiblicheBliithen vorzuglich die Befruchtung der Dioecisten, sehr allgemein aber auch der eines engen Contactes der beiderseitigen Fort- pflanzungselemente bedtirfenden Monoecisten bewirken. Auf diese Art in die engste Beziehung zur Pflanzenwelt trelend , spielen die Insecten Uberhaupl eine wichtige Rolle bei deni in der Natur allgemein verbreiteten StoflVechscl, indem sie durch massenhaftes Eingreifen ebcnsowohl die Verwitterung ab- gestorbener Pflanzenreste und ihre Unjwandlung in Ilumus beschleunigen helfen, als verwesende thierische Stofle iiber Seite schaflen. Ein direcler Nutzcn fiir den Menschen entspringl im Ganzen nur aus wenigen Insecten, unter denen vor allen die Ilonigbiene, der Seidenspinner, die spanische Flicge, (lie Scharlachliiuse zu crwiihnen sind; weniger vereinzelt sind die ihm sowohl als den hdheren Thieren , wenn auch nicht gerade schiidlichen , so doch ofl sehr liistigen Arlen , zu denen tlieils die habilueilen, theils die gelegenllichen blutsaugenden Parasiten geziihlt werden kdnnen. Wcnn sich die Zahl der gegenwiirtig bekanntcn Insecten in runder Sumnie auf 150,000 Arlen veranschlagen liissl, so kann dieselbe nur I. Insecta 33 als ein geringer Bruclilheil der iiherhaupt existirenden , welche nian mil Zu- arundeleguns des Verhaltnisses von etwa 30.000 Inseclen hei 7000 Plumero- ganien inneiluill> Europa's, auf mindestens eine Million geschiitzt hat, ange- sehen werden. Ueber alle Breitengrade bis zu den iiussersten Grenzen der Vegetation sowohl in horizontaler als verticalerRichtung ausgedehnt, nehmen die Insecten an Artenzahl gegen die Pole hin sehr betrachtlich ab, dagegen an Individuenzahl vielleicht eher zu ; in den kiiltercn Regionen meisl von un- scheinbarer Fiirl)ung und Gi'osse, entwickeln sie beides gegen den Aequator hin in ausgezeichnelster Weise, obwohl auch hier nur bei der vei'hiillniss- miissig geringeren Zahl der Arlen : so dass nehen den riesigen und in den feurigsten Farl^en strahlenden Formen die winzicen und unschcinharen der Zahl nach immer die Hauplrolle spielen. Die geographische Verbreitung der Arten und Gattungen, die zum grdssesten Theil sich noch wenig genau uher- sehen liisst, J)indet sich einerseits an die allgemeinen physikalischen Verhiilt- nisse weilerer oder engerer Faunengehiete, andererseits an die Isothernien und, wie sich gewiss bei weileren Nachforschungen noch ergel)en wird , we- nigstens hei den phytophagen Arten in sehr ausgedehnter Weise an die Ver- breitung beslimmler Pllanzengruppen. Eine l)esonders weite Verbreitung nach der eeocraphischen Liinse aieht sich vorzii-ilich in Afrika, wo hiiufic dieselhen Arten an den Mittelnieerkijslen und arn Cap vorkommen , eine entseeenge- setzte nacli tler Breile auf der nordlichen Hemisphiire kund, wodie mittel- und nordeuropaisclie Fauna eine grosse Uehereinstimmung mit der sil)irischen und zum Theil selbst mit derjenigen des borealen Amerika erkennen liisst. iNichl nur eine sehr hedeutende Anzahl von Galtungen , sondern selbst eine Reihe grdsserer Familicn ist fasl auf die Wendekreise beschriinkl und erstreckt sich nur in vereinzellen und dann meist wenig markirlen Formen iiher dieselhen hinaus. Die kosmopolitische Verhreitung einer Anzahl von Arten, die heson- ders den Kiifern , Orthopteren und Schmetterlingen angehdren , beruht auf Verschleppung durch Colonialwaaren, durch Hdlzer, lebende Pflanzen u. s. w., in anderen Fiillen auf Uehersiedelung der Arten selbst (Honigbiene) oder, wo sie habituelle Parasiten hdherer Thiere sind , auf der Verbreitung der letz- teren. Eine weitere Verbreitung, die iihrigens hiiufig wie die kosmopolitische nur periodisch ist , wird hei manchen Arten auch durch Wanderungen , die sie enlweder einzeln [Sphinx Xerii , Celerio) oder schaarenweise (Wander- heuschrecken , Libellen, Treiher- Ameise in Afrika u. a.) unlernehmen, be- wirkl, und zwar bieten den flugkriiftigen Arten selbst Meere dahei kein Ilin- derniss dar. Fossil trelen die Insecten ])ereits in der Steinkohlenformation auf. hier jedoch nur in vereinzelten Arten aus den Ordnungen der Kiifer, Neuropteren und Orlhoi)leren ; in der Juralornialion wiichst sodann die Zahl der Arten merklich und es sind hier bereits alle Ordnungen milAusnahme der Schmet- lerlinge vertreten , welche letzlere ersl in den Terliarschichten crscheinen. Diese sowohl wie der Bernstein sind nichl nur reich an Arlen, sondern auch ganz l)esonders an Individuen, wiihrend in den iilteren Schichten letztere nur spiirlich auftreten ; im Vergleich mit der Zahl der lehendon Arten ist freilich auch die der fossilen nur eine eerini:e, da sie nach unseren bisherigen Kennt- Ilandb. d. Zool. II. 3 34 I. Insecta. nissen die Zahl 1500 nicht wesentlich uberstei^t untl von iliesen viele in Be- Ireff ihrer Selbslstandigkeit noch niiher zu begrunden sind. Alle fossilen In- secten , niit Einschluss derjenigen des Bernsteines, weichc niiher untersucht worden sind , haben sich bis jetzt als von den lebenden Arten verschieden herausgestellt ; steht jedoch unter den Bernsteinarten die grosse Mehrzahl der jetzigen Schopfung schon iiusserst nahe , so ist unter den Arten der iilleren Schichten wenigstens keine einzige bekannl geworden, die unler den lebenden nichl eine ganz nahe Vertretung fiinde, sollte dieselbe auch heut zu Tage nur in den Tropen nachzuweisen sein. — Die von Agassiz und 0. Heer aufgestellte Annahme, dass die alleren Schichten ausschliesslich amelabolische Insecten beherbergen , und dass diejenigen mit Melamorphose auf die neueren be- schrankt seien , hat sich nichl Ijestatigt; ebenso wenig ist es wahrscheinlich, dass die saugenden Insecten den alteren Schichten, in denen sie allerdings noch nicht nachgewiesen werden konnten, ganzlich fehlen sollten. Die Systematik der Inseclen hat seit Linne , welcher die Ordnungen derselben nach der Bildung ihrer Flugorgane feststellte und die fliigellosen Formen als Aptera noch niit den Crustaceen und Arachniden vereinigte, zahl- reiche und wesenlliche Umiinderungen erfahren. Zuerst war es Fabricius, wel- cher die Aufmerksamkeit auf die wesentlichen Unterschiede in derMundbildung bei den verschiedenen Li.NNfi^schen Ordnungen hinienkte und auf Grund der- selben z. B. die spateren Orthopteren von den Ilemipteren Li\i\£'s, von denen sie durch ihre Kauwerkzeuge scharf getrennt sind, absonderle, im Uebrigen jedoch die von ihm niir mit anderen Namen belegten Ordnungen Li>\ne's durch seine Untersuchun"en bestati^te. Waren auf diese Weise die verschiedenen Ordnungen der Insecten durch Fabricius der Mehrzahl nach naturgemiiss ab- gegrenzt, so entging doch ihm sowohl als seinen Nachfolgern , Latreille und Lamark, welche nur mit Wiederherstellung der Ordnung .Ip/era sich seinem System in allen wesentlichen Punkten anschlossen, der sehr wesentliche Un- terschied , welchen jene Ordnungen in Betreff ihrer Entwickelung darboten. Dieser Unlerschied , welcher zuerst von Oken und Mac Leay hervorgehoben wurde, fand deniniichst seinen Ausdruck in der Einlheilung der Inseclen in zwei Hauplgruppen, die Insecta metaliola und ametabola (heminietabola) , von denen letztere die Ordnungen der Orthopteien und llemipteren , erslere alle iibrigen umfassle. Zugleich war derselbe aber der Aniass, die Li.\N6'sche Ord- nung der Neuroptera in ihrem bisherigen Umfange aufzulosen und alle in der- selben befindlichen Formen mit unvollkommener Verwandlung [Insecta henii- metabola] den Oithopteren anzureihen; durch letztere, zuerst von Bur.mkisteu voruenommene Abiiuderuna, welche von diesem zualeich mit einer vollsliin- digen Aufliisung der ganz helerogene Elemente enlhaltcnden Oidnung Aplera verbunden wurde, gewann das System der Insecten seine jetzige, in den Hauptziigen oflenbar sehr naturgemasse Feststellung. — Unler den von uns angenommenen sieben Ordnungen nimmt in ihrer Gesammtheit keine eine hohere Entwickelungsslufe ein als die andere, so dass in dieser llinsicht eine verscliiedenartige Aufeinanderlolge derselben gleiche Berechtigung lindcn wiirde. Es konnte sich daher bei der Feststellung einer solchen nur diuum handeln , die niichst verwandlen einander zu niihern und liierfQr entweder I. Insecta. 35 der Art der Verwandlung oder der Orij;;inisalion der Mundtlieile (l)eissend oder saugend) eine grossere Bedeutung beizuniessen. Wir haben uns im Fol- genden bemilhl , beiden Anforderungen gerechl zu werden urul durch die Reihenfolge der Ordnungen hauplsachlich die allmahliche Veranderung, \\ elche die Unterlippe unter den Inseclen erleidet, darzuslellen. Bei den an der Spilze stehenden Orthopteren zeigt dieselbe ihre urspriinglichsle , den Maxillen ent- sprechende Form , welche bei den Neuropteren und Coleopteren wenigslens noch in den Hauptzligen zu erkennen isl , bei den Hymenopteren zwar iheil- weise schon stark modificirt isl, aber doch noch die Aehnlichkeil inil den Maxillen bewahrt; eine solche verliert sich zuerst ganz bei den Lepidopleren, wo die Cnterlippe jedoch noch nicht in eine nahere functionelle Beziehung zu den Maxillen und Mandibeln , wie es zugleich mit ihrer hcichslen Deforrnation bei den Dipteren und IIemiptei'en dei- Fall ist, trilt. Bei den Hemipteren, weiche den Schluss der Reihe bilden , ist der Formunlerschied zwischen der Unter- lippe und den Maxillen auf die hochsle Spilze getrieben und insofern stehen sie den Orthopleren am fernsten ; dagegen beriihren sie sich niit diesen, wenn man sich die Ordnungen im Kreise geschlossen denkt, durch die Arl der Ver- wandlung. L i t e r a t u r. a) Handbiicher. Ki(?BY, W., and Spence, W., Introduction to Entomology. 4 Vols. London, 1 819— 2-2. S. (In's Deutsche ubersetzt, Stuttgart, 1823—33.) BuRMEisTER , H. , Handbuch der Entomologie. I.Bd. Aligemeine Entomologie. Berliii 1832. 8. Lacordaire, Tu., Introdiiction a rentomologie. 2 Vols. Paris, 1834 — 38. 8. Westwood, J. 0., An Introduclion to Ihe modern classificalion of Insecls. 2 \i.ls. London, 1839-40. 8. b) Zeitschriften. A n n a 1 es de la Societe entomologique de France. 1 . ser. Vol. I — XI. 2. s^r. Vol. I — X. 3. ser. Vol. I— VIII. Paris. 1832-60. 8. Transactions of the entomological Society of London. 1. ser. Vol. I — V. 2. ser. Vol. I— V. London, 1834—60. 8. Zeitschrift f. d. Enloinologie, herausgegeben von E. F. Germar. 3 Bde. Leipzig, 1839 — 44. 8. Linnaea entomologica , Zeitschrift herausgegeben von dem Entomologischen Vereine in Stetlin. 14Bde. Berlin, 1 846 — 60. 8. Entomologische Zeitung, herausgegeben von dem Entomologischen Vereine in Stetlin. 21 Jahrgange. Stettin, 1 840 — 60. 8. c) Systematik und .\rtenkenntniss. Fabricius, J. C, Species Insectorum. Kiliae, -1781. 2. Vol. 8. Entomologia systematica, emendata et aucta. 4 Vol. Hafniae, 1792 — 96. 8. — Supplementuiu. 1798 — 99. 8. Latreille, P. A., Precis des Caract^res g6neriques des Insectes. Brive, 1796. 8. Drury, D., Illustralions of iiatural history (Exolic Insects). 3 Vols. London, 1770. 4. Rossi, P., Mantissa Inseclorum Elruriao. 2 Vol. Pisae, 1792. 8. ScopoLi, J. A., Entomologia Carnioiica. Vindobon., 1763. 8. Paxze», F. VV., Fauna Insectorum Gormaniae. 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B. l)ei don Kafern, Schmetterlingen n. s. w. angetroilen wird, fehlt in dieser Ordnung noch voUig, und sie erscheint sowohl in dieser Beziehung als wegen der viel- faltigen physiologischen Eigenlhiimlichkeiten ihrer Mitglieder als die am we- nigsten homogene der ganzen Classe ; der Organismus beherrschl in ihr noch vollstandig die Form , so dass diese in der mannichfachsten Weise und oft auf das Wesentlichste modificirt erscheinl. Es zeigt sich dies schon in der Bildung des Thorax, an welchem der erste Abschnitt [Prothoraoc) bald wie bei den Kafern eine sehr ansehnliche Grossenentwickelung erkennen liisst, bald nach Art der Dipteren, Hymenopteren u. s. w. auf das geringe Maass eines kurzen Ilalsringes [Collare) reducirt erscheint : noch auffallender aber an den Flu^oreanen, von denen das vordere Paar eljenso ofl in Deckflucel unme- wandelt, als den hinteren in Form und Consistenz gleich geblieben ist. Als im Allgemeinen charakteristisch kann fur die Ordnung die Bildung der Unler- lippe, welche die ursprungliche Gestalt eines zweiten Unlerkieferpaares ent- weder vollstiindig oder doch annahernd bewahrt , angesehen werden : im er- steren Falle sind, wie bei den Orthoptera gemdna, alle vier Laden , zuweilen selbst noch die Stipites von einander getrennt, im letzteren bleibt mindestens durch einen mitlieren Schlitz des Ligulartheiles der Ursprung aus zwei seit- lichen Halften angedeutet. Ist in dieser Weise die ursprtinglichste und fUr die Ordnung charakteristische Bildung der Unterlippe durchweg festgehalten , so ist ihre formelle Uebereinstimmung mit den eigentlichen Maxillen wenigstens bei der grossen Mehrzahl eine ebenso deutlich in die Augen springende : aus- genommen sind davon die Libellulinen , bei denen die Maxillen durch ihre Kleinheit und die Verschmelzung ihrer Laden in einen deutlichen Contrast zu der Unterlippe treten, welche ihrerseits Ubrigens die Viertheiligkeit des Ligu- lartheils deutlich zur Schau tragt, jedoch dadurch abnorm erscheint, dass ihre ausseren Laden mit dem Tasler verschmelzen. In gleicher Weise wie die Unterlippe belialt auch der Ilinterleib in dieser Ordnung noch schr allgemein seine ursprunglichsle Segmentiiung , welche sich in der Ausbildung von elf Rinijen zeigt, bei : eine Eicenthiimlichkeit, die nur cewissen, auch in anderer Beziehung vom Typus aberrirenden Formen (z. B. Podura) abgeht. Mit dieser Entwickelung von elf Segmenten ist zucleich stets eine Trennung der Ge- schlechts- von der Aftermiindung verbunden ; wahrend erstere im neunten Segmente liegt, kommt die letztere dem elflen zu, so dass die beiden letzten Riniie als Postabdomen amzesehen wcrden kdnnen. In Rucksicht auf die schon obcn angedeutete Schwankung in der Form fast Scimmtlicher Korpertheile liisst sich eine Gesammtcharnkteristik der Ord- nung kaum geben, vielmehr kdnnen nur die Grenzen , innerhalb welcher sich 38 I. Insecta. die Modificalionen einzelner Organe bewegen, angedeulet werden. Die bei der Mehrzahl ansehnlichen, bei inanchen sogar zu einer grossen Ausdehnung ent- wickellen Netzaugen werden in einzelnen Fallen durch zusammengehaufte Einzelaugen ersetzt und gehen zuweilen selbst ganz ein ; die sehr allgemein vorkommenden Ocellen sind zu dreien , seltner zu zweien vorhanden. Die Fiihler treten wie bei den Hemipteren und Dipteren in zwei ziemlich scharf gesonderten Graden der Entwickelung auf , indem neben der langgestreckten, vielgliedrigen Form auch kurze, borstenfdrmige , nur aus wenigen Gliedern bestehende (Libellen , Ephemeren) vorkommen. Die im Allgemeinen sehr kraflig entwickelten OJjerkiefer verkiimmern nur da, wo die Imago uberhaupt keine Nahrung zu sich nimmt [Ephemera) und wo die Ubrigen Mundlheile gleichfalls rudimentar geblicben sind. Die Kiefertaster sind bei der Mehrzahl funf-, in einzelnen Fiillen selbst siebengliedrig, nur bei den Libellen auf ein einzelnes Glied reducirt; die Lippentaster zeigen in der Regel drei Glieder. Der Prothorax, in F^orm und Grdssenentwickelung den mannichfachsten Schwankungen unterliegend, ist an den folgenden Ringen stets fi'ei beweglich eingelenkt; die Hinlerfliigel, wenn sie nicht im Verein mit den Vorderfliigeln ganz fehlen, ebenso oft zusammenfaltbar als flach ausgebreitet. Die Zahl der Tarsenolieder schwankt meist zwischen funf und drei , ceht iedoch bei ein- zelnen Formen auch bis auf zwei herab. Der oder die letzten Hinterleibsringe sind allgemein zu zangen-, grilTel- oder borstenfdrmigen Analanh angen [Appendices anales) umgestaltet. Von den inneren Organen erreicht der Darmkanal der Orthopteren enl- w-eder nur die Liinge des Kdrpers oder er iibertriffl dieselbe, indem er sich zu einer Schlinge zusammenlegt, nur unbedeutend. Das Vorhandensein oder Fehlen eines Proventriculus, worin oft bei sonst ganz nahe verwandten Formen eine Schwankung eintritt, richtet sich stets nach der animalischen oder vege- tabilischen Nahrung; mit seiner Anwesenheit ist stets eine starke Entwicke- lung von Speicheldrilsen verbunden. Die Vasa Malpighi sind mit einigen Ausnahmen [Termes, Psocus, Pndura), wo sie in geringer Zahl vorhanden und langgestreckt sind, kurz und zahlieich, tretcn iibrigens in letzterer Form nach Rathke's Untersuchungen auch bei den Jugendzuslanden der als Ausnahmen bezeichnelen Gattungen auf. Am Bauchmark sind der gestreckten Form und vollkommenen Segmentirung des Hinterleibes gemiiss die siimmtlichen Gang- lien mit Ausnahme der beiden hintersten durch Commissuren getrennt und letztere lassen ganz besonders deutlich die Trennung der motoi-ischen und sensiliven Fasern in Form von vier isoliiten Striingen erkennen ; chaiakteri- stisch ist auch die schon von Dufolr hervorgehobene Liinge des Rauchmarkes, welche die des Hinterleibcs iiberlriflt und zu einer Windung des hinteren Theiles Anlass giebt. Die Tracheen zeigen bei den mit starker Flugkraft be- gabten Formen blasenfdrmige L^rweiterungen und sind nicht selten durch in- tensi\e Fiirbung [Locusta, Libelliila) ausgezeichnet, Am schiirfsten charaklerisirt ist die Ordiumg der Orlhopteren durch die Ait ihrer Verwandlung, welche ihr unter den Ijeissenden Iiisecten allein zu- komml und sich bei allen ohne Ausnahme durch den Mangel eincr Pujipen- form zu erkennen giebt. In Hetrefl' der Achnlichkeit der dem Eie enlschlUpfen- 1. Orthoptera. 39 denLarve mit derlmagokann man drei Stufenunterscheiden. Am voUkomnien- sten ist dieselbe bei den zeitlebens flUgellosen Formen (die man deshalb auch Insecta ametabola genannt hat) , indem bei diesen die Larve durch ihre Hiiu- lungen keine anderen Veriinderungen erleidet, als dass die Fiihlergliedor und die Corneafacetlen sich allmahlich vermehren, bis sie bei der letzten Hiiutung, aus welcher die Imago hervorgeht, ihre bleibende Zahl erreicht haben. Der zweite, obwohl nur wenig geringere Grad der Aehnlichkeit zeigt sich bei den Larven der grossen Mehrzahl der Orthopteien, welche ohne Fliigelansatze das Ei verlassen und diese nach jeder Hiiutung starker entwickeln ; darin , dass fast alle iibrigen Kiirpertheile schon ganz wie bei der Imago gestaltet sind und dass sich nur die Zahl der Fiihlerglieder und Gorneen mehrt, slimmen sie mit den Amelabolis uberein. Man kbnnle sie daher fiiglich ebenfalls mit diesem Namen belegen und die Benennung Hemimetabola auf die dritte Kategorie iibertragen, wo , wie bei den Libellen und Ephemeren , die Larve in ihrer Form von der Imago auffallend verschieden und zum Theil mit Organen ver- sehen ist, die bei der letzten Yerwandlung ganz oder wenigstens in ihrer bis- herigen Ausbildung verloren gehen (Mundtheile, Fiihler, Kiemen) . Der vor- bergehenden Kalegorie schliesst sich diese dritte iibrigens wieder durch die nach jeder Hautung slarker hervortrelenden Fliigelanscitze eng an. — Eine Identificirung des lelzten Hautungsstadiums der Orthopleren-Larve mit der Puppe der metabolischen Insecten und der derselben in diesem Sinne beige- legte Name Nympha ist, wie schon oben erwahnt, streng genommen unrichtig. Die sogenannle «fressende Puppe« der Orthopteren ist eben noch Larve, welche Ubrigens wiihrend des kurzen Zeitraums , in welchem innerhalb ihrer Kbrperhaut die Verwandlung zur Imago vor sich geht, ebenfalls nicht mehr frisst, sondern sich nur noch fortbewegen kann. Die Entwickelung vom Eie bis zuni geschlechtsreifen Individuum nimmt bei der Mehrzahl der Ortliopleren fast ein Jahr , bei manchen selbst mehrere Jahre in Anspruch. Die Nahrung der Larven , welche mit derjenigen der Imago stets iiber- einstiramt , isl tlieils vegetabilischer , Iheils animalischer Natur, bei manchen auch aus beiden gemisclit ; fast alle Larven dieser Ordnung zeicbnen sich durch unge- • meiue Gefriissigkeit aus , so dass die sich von Vegetabilien niihrenden hiiufig ver- heerend auftreten. Wiihrend eine parasitische Lebensweise bis jetzt von keiner beobachtel ist , beherbergen verschiedene derselben Insecten anderer Ordnungen, die von ihnen schmarotzeu, iu sich. — Eine Unterscheidung der herangewachsenen Larve von der Imago ist besonders bei denjenigen Formen oft schwierig, welche niemals Fliigel ansetzen^ eine Eigenthiimliclikeit, die bei gewissen Formen fast aller Familien dieser Ordnung vorkommt ; dagegeu sind die gleichfalls hiiufig auftretenden Individuen mit verkiirzten Fliigelu , wie sie bei manchen Arlen entweder aus- schliesslich oder neben solchen mit ausgebildeten vorkommen , von ihren Larven daran zu untersclieiden, dass bei ihnen die Vorderfliigel auf den hinteren. bei deu Larven dagegen unter den letztereu liegen. Die Verbreitung der Orthopteren , welche ziun grosseren Theile den ansehn- licheren Insecten in Form , Fiirbung und Grbsse angehbren , ist eine allgemeine, wiewohl mehrere Familien fast ausscliliesslich den wiirmeren Zonen eigen sind : an Artenzahl stehen sie den meisteu Inseclenordnungen auffallend uach. iudem die der bekannten kaum 5000 iibersleigen wird. Fossil treten die Orthopteren unter allen Insecten am friihesten, niimlich bereits in der Kohlenformalion auf, wo sie 40 I. Insecta. alle iibrigen an Zahl iiberwiegen ; auch im Hthographischen Schiefer nicht selten, erscheinen sie besonders zahlroich im Tertiijrgebirge und im Bernstein. . Eine Eintheihmg iler Ordaung in dem ihr nach dem Vorgange Erichson's hier gegebenen Umfange , in welchera sie den Orthopteris' und Dictyotopteris Burmeister's und einem Theil der spiiter von diesem angenommenen Ordnung Gymnognatha ent- spricht (d. h. ausser den eigenthchen Orthopteren (he Xeuropteren Li.\ne's mit un- vollkommener Verwandlung und die beissenden Aptera umschliesst) in eine Anzahl von Unterordnungen (Ziinften), wie sie zuerst von Burmeisteu dLirchgeliihrt wurde, wird durcli die wesentlichen Unterschiede , welche einzelne Gruppen von Familien in ihrem iiusseren wie inneren Bau darbieten , nothwendig gemacht ; ohne durch die gemeinsame Metamorphose mit einander verkniipft zu sein , wiirden dieselben den Rang von eigenen Ordnungen in Anspruch nehmen kiinnen, wie er einzelnen unter ihnen von den Englischen Systematikern auch zuerkannt worden ist. BuRMEisTER, H., Haiidbuch iler Entomologie II, 2. Berlin, 1838. 8. (Gyinnognattia, pro parle.) Hauptwerk. Ebichson, W. F., Betrachtun.gen iiber die Ordnungen der Orthopteren und Neuropteren (Ger.mar's Zeitschr. f. d. Entomol. I, p. 147.). R.^MBUR, P.; Histoire naturelle des Insectes Nevropteres. Paris, 1842. 8. pro parte.) I. Zunft. Ortiioptera socialin. (Corrodenlia Burni. pro parte.) Neben den fortpllanzungsliihigen , geflijgellen Individuen ex.istiren zwei Formen geschlechtsloser, ungefliigelter, welche mit jenen in Staaten beisam- inen leben. Vorder- und Hinterfliigel von gleicher Forin und Grosse, hinfallig, die hinteren nicht faltbar. I . Fam. Termitina Burm. [Termitides Lcach) , Termiten, Weisse Amei- sen. Kopf frei, Augen rund , zwei Ocellen ; Fiihler kurz , perlschnurartig, meist 13 bis 20 gliedrig. Kopfschild aufgelrieben , Unterkiefer mit blatlformiger Aussenlade, die vier freien Laden der Unterlippe gleich gross ; Kiefertaster fiinf-, Lippentaster dreigliedrig. Die drei Thoraxringe fast von gleicher Entwickelung; Fliigel hiiutig, gelriibt , mit horniger Costa und Subcosla , auf der hiiileren Hiilfte mit zwei freien Liingsadern, von denen zahlreiche, schriige Seiteniiste abgehen. Beine einfach, mit zusammenslossenden Hiiften und viergliedrigen Tarsen. — Ungefliigelte Formen : I) Soldaten , mit grossem , quadratischem Kopf und langen , kriiftigen Mandibelu; Prothorax \ergrossert. 2) Arbeiter, mit kleinem, ruudlichem Kopf und verborgenen Mandibeln ; bei einigen (Nasuti) der Kopf in ein Horn ausgezogen. Die Termiten stehen, wie Hagen nachgewiesen hal, durch ihre zoologischen Cluu'aklere keiner Kamilie der Orlhopteren so nahe, als den Schahen , denen wir sie hier unmittclbar voranstellon ; in der Form der .Mundtheile und besonders der Unterlippe so wie in der ganzen .\nlage der Brustringe und der Beine fast vollstandig mit ihnen libereinstimmencl, unterscheiden sie sich von denselben hauptsachlich durch die Stellung des Kopfes, doa nicht kappenlormig hervnrtretenden Prothorax und die glcichgehildeten , hinlallii.;en (il. h. nach deni Fluge an der Wurzel abwerfbaren) Fliigel, die itbrigcns soiisl cine entsciuedene Aehnlichkeit n)it den Blatta- Fliigeln erkennen lassen. Ganz eigenlhiinilich ist ihnen unler allen Orlhopteren das nur bei den Hymenoptercn sich mehrfach wiederholende staatliche Zusammenleben und das damit verbundene .Vuftreten derselben Art uiiter verschiedencn Formcn , welche hier ganz besonders individualisirt erscheincn. Obwohl Lespes deren in neuerer Zeit eine ganze l\eihe unterscheiden zu miissen geglaubl hat, reduciren sich die- selben im Wesentlichen doch nur ouf drei , niimlich auf fortpfianzungsfiihige gelliigelte In- dividueii, denen die ErhalUing der Arl obliegl und auf zweierlei uni^elUigelte , von dcnen die einen (Soldalen) die Vertheidigung der Colonie, die anderen Arbeiter den Aufbau der gemeinsameii Behausung und die Pflege der Brut zu besorgen haben ; ob unlcr dcit lieideii I. Orthoptera. 41 letzteren , wie Lespes behauptet, ebenfalls mannliche uncl weibliche Individuen vorhanden sind, was liaum glaublich erscheint, mag dahin uesteilt bleiben ; jedenfalls sind es Neutra, bei denen die Fortpflanzungsorgane nie ziir Enl\vici5, eiformig, Blatta-ahnlich. Augen kiein , Ocelien fehlend , Fiihler borstenfdrmig , langer als der Leib. Vorder- und Miltelbeine zart, einfach , Hinterbeine mit ausserordentlich dicken, fast eifdr- migen Schenkeln , etwas breiten Schienen und langgestrecklem erslen Fussgliede. — Art: M. acervorum Panz. Braungelb, matt , sammetartig bebaarl , die Basis der Fiihler, die Taster, dieBeine, der Hinterrand des Frothorax und eine Querbinde auf dem Miltelriicken blassgelb. L. 1%— 2Lin. in Deutschland unter Steinen , in Gesellschaft verschiedeiier Ameisen, besonders im Friihjahr; ausserordentlich hurtig. 4. Gatt. Gryllus Lin. [Acheta Fab.) Kdrper walzenfdrmig, gefliigelt, Kopfdick, ober- halb gewdlbt, Oceilen undeutlich oder fehlend, Fiihlerlang; Prothorax quadratisch, Vor- derfliigel den Hinterleib meist ganz bedeekend, beim Mannchen breiter, mit grossem Stimmorgan , beini Weibchen schmaler und regelmassig gegittert. Hinterbeine mit ver- liingerleii, dicken Schenkeln und zweireihig gedornten Schienen ; erstes Tarsenglied sehr verlangeit und wie die Schiene mit beweglichen Enddornen. — Arten : G r. campestris Lin., Feldgr il I e. Glanzend schwarz, Vorderfliigel braun , mit gelber Basis, die Hinter- fliigel kiirzer als diese ; Unterseite der Hinterschenkel und beim Weibchen meist auch dle Hinteischienen blutroth. L. tOLin. In Europa auf durren Feldern sehr haufig; baut Gange in die Erde , an deren Oeffnung das Mannchen sitzt und das Weibchen durch lautes Zirpen lockt. Die vollstandige Entwickelung erfoigt binnen eines Jahres und nach zehn- maliger Hautung der Larve. — G r. dom es ti c u s Lin., das Heimchen. Lederbraun, Kopf gelb mit braunen Querbinden ; Prothorax mit zwei dreieckigen braunen Flecken ; Beine lichter gelb. L. 9 Lin. In Hausern an warmen Stellen (Kiichen, Backereien u. s. w. zuweilen haufig. — (Man kennl im Ganzen 15 Europaische und zahlreiche ausliindische Arten, unter denen Ac h. vastatrix Afzel. vom Cap cine Lange von 1*/, Zoll erreichl.) Verwandte Gattung: Occanthus Serv. mit schlankerem Leib und stark erweiterten Fliigeldecken; Art: Oe c. i t a iicu s Fab., in Siid-Europa. 5. Gatt. Pl a ty ble m m a Serv. [Gryllus Burm.) Durch sehr auffallende Kopfbildung ausgezeichnet ; der Scheilel kegelfdrmig ausgezogen und beim .Mannchen in eine grosse hautige, im Leben biegsame Platte erweitert. Fliigeldecken beim Mannchen abgekiirzt, beiin Weibchen nur schuppenfdrmig. — Art: P I. I us i t a n i cu m Serv. [Gryll. umbracu- lalus Burm.) Schwarzbraun , behaart, Kopf des MiJnnchens hinten zipfelartig erweitert, brciter als der Prothorax , mitgrossem, rhomboidalen Stirnforlsatz. L. 7 — 9 Linien. Im sudlichen Spanien. 6. Fam. Locustina Biirm. [Locustariae Latr.), Laubhe iis chrecken. Kopf senkrccht, der Scheilel zwischcn den halbkugligen Augen meist spitzig hervortrelend ; Ocellen last durchweg fehlend , Fiililer sehr lang, diinn , borsfenfijrinig. Oberiippe kreisrund ; an der Unterhppe die inneren Laden klein iind hinter ihe iiusseren zuriickgedrangt. Prothorax satlelformig , sein Hinterrand in der llegel iiber den Mesothorax hinweggezogen ; Fliigeldccken dcm Kiirper meist \ crtical anlicgcnd und sich nur mit dem kleinen Ilinlcrfcldc deckcnd , in welclicm beim .Miinnclicn auf der rechten Seite (sehener auf beiden) das Stimmorgan in Forra einer rundlichen , glas- hellen, von einem hornigenRinge eingefasstenMcmbran liegt. Vordcr- und Millelbeine kiirzcr, einfach , llinleibcine verliingert , mit \ crdicklcn Schcnkcln, Sprungbcine ; 'iarsen vicrgliedrig. Aiii llinlerlcibe (vvenigslcns beim Weibchen) alle elf Dorsal- platlen cnlwickclt ; die Lcgescheidc stets vorhanden, meist gross , sabelformig, duicli (lic iieunte uiid zelmte Ventralplatte gebildet. \. Orthoptera 51 Die Arten dieser iiber den ganzen Erdiireis verbreiteten Familie sind zum grossen Tlieii von hell grasgriiner Farbung und ahneln also, da sie vorwiegend auf Gestriiuchen und Graspiatzen leben, ihrem Wohnoit ; eine braunliche oder graue Fiirbung ist besonders den ungefliigelten, auf Feidern lebenden eigenthiimlich, wahrend manche exotische For- nien auch in dieser Familie die prachtigslen Farben darl)ieten. In Europa kommen die geschlechtsreifen Thiere erst im Spalsommer und Herbst vor : die Miinnchen sind durch ihren hellen Lockton, welchen sie durch Reiben der Fliigeldecken hervorrufen, bekannt; (lie lange Legescheide des Weibchens weist auf ein Abiegen der langen, sclimalen Eier in (iie Eide hin. Die Nahrung der Laubheuschrecken ist keineswegs ausschliesslich vegeta- hiliscli, sondern zum Theil und vielleicht vorwiegend animalisch, wie Beobachtungen von ilirem sehr geschickten Fliegenfangen vermittelst der Vorderbeine und vom Verzehren gro^ser Raupen daithun ; der Proventriculus ist bei ihnen stets entwickelt, der Darm Itjnger als der MinterJeib, schiingeiiartig zusammengelegt. Die Tracheen ofters gefaibt, z. B. schdn rosenroth bei Loc. viridissima. In dem lieceptaculum seminis befruchteter Hcu- schrecken-Weibchen hat v. Siebold kurz gestielte, birnfdrmige Samenschlauche nachge- wieseii. Uie an der Basis der Vorderschienen bei den meisten Heuschiecken vorkommen- den paarigen Gruben oder Spaltdffnun,i;en, welche durch eine innen ausgespannte Membran verschlossen sind, sieht derselbe fiir das Gehdrorgan dieser Familie an : zwisclien beiden Oeirnuiigen erweitert sich der Hauptlracheenstamm der Vorderl)eine blasenartig uiid ein aus dem ersteii Brustganglion entspringender Nerv (Gehdrnerv) schwillt ebendaselbst zu einem Ganglion an, von dem eigenlhumlich gestalteto Nervenelemente , die in reihenweise gestellten, wasserhellen Blaschen emgeschlossen sind, abgegeben werden. v. SiEBOLD, Ueber das Stimm- und Gehororgan der Orlhopteren (Wiegmann's Archiv f. Naturgesch. 1844. I. p. 52 ff.) , Ueber die Spermatozoiden der Locuslinen (Nova Acta Acad. Caes. Leop. Vol. XXI, p. 24 9 ff.) 1. Gruppe. Fliigeldecken nach Art der vorigen Familie dcm Kurper horizontal auf- liegend ; kein Stimmorgan bei den Miinnchen, Vorderschicnen ohne Spalten. 1. Gatt. Schizodactylus Brulle [Achela Fab. Burm.). Vorder- und Hinterfliigel verlangert, in sehr eigenthiimlicher Weise spiralfdrmig aufgerolll; Beine sehr kriiftig, Schienen mit zwei Reihen grosser Stacheln, erstes Glied der Tarsen stark verliingert, das zweite und dritte mit grossem , beweglichem llaftlappen. — Art : Sch. monstrosus Fab., Knochengelb, Kopf und Prothorax mit schwaizbrauner Bindenzeichnung, Schenkel eben so gefleckt. L. 15 Lin. In Bengalen ; eine der auffallendsten Heuschrecken-Formen. 2. Gatt. G ry 1 1 acris Serv. Brustbeine schmal, flach , Vorder- und Mittelschienen init meist fiinf Paarcn langer beweglicher Uornen ; nur die Hinterschenkel kurzgedornt; Fiisse mit breiten Sohlenballen. Prothorax nach hiiiten nicht verliingert, fast quadratisch. — Hesonders in Ostindien einheimisch, z. B.: Gryll. maculicollis Serv. Gelblich, Kopf und Thorax mit schwarzer Fleckenzeichnung ; llinterfliigel durch die schwarz umllossenen Queradern dunkel bandirt. L. 12 Lin. Auf Java. Gersiaeckeu, A., Ueber die Locustinen-Gattung Gryllacris Serv. (Wiegmann's Archiv f. Naturg. XXVI. p. 245 ff.) 3. Gatt. SagaCharp. Bruslbeine mit zwei kurzen Stacheln , Kopf stark geneigt , mit deutlichen Ocellen, Prothorax sehr langgezogen, hinten abgestutzt ; alle Schenkel mit zwei Stachelreihen , ebenso die Vorder- und Mittelschienen , Fussglieder sehr breit. — Grosse, langgestreckte Arten mit meist verkiirzlen oder fehlenden Fliigeln, z. B.: S. s er r a t a Fab. Im Leben griin ; das Miinnchen mit kurzen Fliigeldecken , das Weibchen ungefliigelt , mit sehr langer Legescheide. L. 24 Lin. In Siid-Europa. 4. Gatt. P hal angop sis Burm. {IViapIiidophora Serv.) Brustbeine ganz schmal, Huf- ten fast aneinanderstossend ; Kopf klein, mit sehr langen Fuhlein, Prothora.\ nicht sattel- fdrmig. Beine sehr langgestreckt , Hinlerschenkel stark verdickt , die Vorderschienen mit zwei , die mittleren mit vier Stachelreihen ; Tarsen linear, seillich zusammengcdrlickt. Flijgel meist fehlend, zuweilen rudimenliir vorhatiden. — Art: Ph. cavicola Kollar. Gliinzend rostfarben, schwarzbraun gesprenkelt, Hinterschenkel mit zwei hellen Ringen, 4* 52 I. Insecta. bis ijber die Mitte der Ltinge hin verdickt; ganz fliigeilos. L. 7-8 Lin. In Oesterreich ; in Grotten lebend. Verwandte Gatlungen mit sehr naonstros gebiideten ausJandischen Arten : Stenopel- m a t u s Burm. und Anostostoma Gray. 2. Gruppe. Fliigeldecken , \vo sie vorhandcn , fast vertical dem Korper anliegend ; Vor- derschienen mit Spalten oder Gruhen , Stimmorgan des Mannchens (mit seltenen Aus- nahmen) vorhanden. a) Fiihler in der Mitte der Stirn, unter den Augen entspringend. 5. Gatt. Ephipp i ge ra Serv. Bruslbeine breitund kurz, abgestutzl, Prothorax sattel- formig, mit zwei Querfurchen , Kopf mit kegelfdrmigem Stirnhocker; beide (ieschlechter mit kurzen , gewulbten Fliigeln. — Art : Ep h. pe r f o ra ta Rossi [Loc. ephippigera Fab.) Griin, mit blutrolher Beimischung auf dem Riicken des Thorax, unlerhalb schwefelgelb ; Fliigeldecken stark nelzartig gerunzelt, hoch gewolbt. L. 12 Lin. In Siid-Europa, beson- ders in bergigen Gegenden. 6. Gatt. Hetrodes Fisch. Von der vorigen Gattung durch viel plumperen Bau, flachen und mit zahlreichen langen Stacheln besetzlen Prothorax und gedrungenere Beine untiMSchieden ; beide Geschlechter stets lUigellos. — Art : H. pupa Fab. Glanzend knochen- gelb, oben dunkler und matter, Hinlerleib mit Liingsbinden und sieben Stachelreihen ; Mittel- und Hintcrschienen aussen mit langen Stacheln, Hinterschenkel oben in einer, unten in zwei Reihen gedornt. L. 15 — 18 Lin. Am Cap. 7. Galt. Ca I li m enus Slev. Brustbeine zweilappig, Stirnforlsatz stumpf, lireil, Fiih- ler kiirzer als der Leib; Vorderriicken gross, bis zum Hinterleil) veilangert, langs der Mitte vertieft, Hinterschenkel kurzer als die vierkantigen Schienen. — Die Arten sind flugellos und konnen nicht springen ; z. B.: C. dasypus lllig. Schwarz, dunkel erzt:riin schim- mernd, Hinlerleib mit geibpunklirten Randern der Segmente. L. 20 Lin. In Ungarn. Verwandte Gattung : Bradyporus Charp. b) Fiihler auf der HOhe der Stirn entspringend. -]-) Vorderschienen mit langlicher, nierenformiger Grube beiderseits an der Basis. 8. Gatt. Barbitistes Charp. {Odontura Ramb. Fisch.) Brustbeinc breit , abgestutzf, einfach, Slirnfortsatz spitz ; beide Geschlechler nur mit rudimentaren Fiiigeln. — Art: B. serricauda Fab. Griin, schwarz gesprenkelt, Hinterhaupt und Thorax mil drei gel- ben Striemen , Fliigeldecken gelb gesaumt; Legeschcide des Weibchens mit gezahnter Spitze. L. 8— 10 Lin. In Siid-Deutschland. 9. Gatt. Scaphura Kirby (Pennicornis Lalr.) Brustbeine schmal, zweilappig, Fiihler an der Basis verdickt und dicht behaart ; Fliigeldecken schmal, am Ende schief abgesiutzt. — Die sehr charakteristisch geformten Arten bewohnen Stid-Amerika, z.B.: S c, Vigorsii Kirby. Dunkel violett mit stahlblauem Hinterleib, schwarzbraunen Fliigeln uiid weiss ge- ringelten Fuhlern und Schenkeln, L. 10 Liii. In Brasilien. Verwandte Gattungen : Meconema und Mecopoda Serv., Phaneroptera Latr. u a. 10. Gatt. Phy llop h ra Thunb. Prothorax sehr lang, rhomboidal , hinten scharf winklig zugespitzt, mit scharfen crenulirten Seitenleisten, die beiden hiiileren Tlioraxringe und einen Theil des Hiiiterleibes iiberrageiid ; Flugcldecken sehr breil, blaltfdrmig. — Art : Ph. speciosa Thunb., ganz grijn gefarbt, niil weisslichcn Hinteifliigeln. L. 18 Lin. Verwandte Galtung : P h y 1 1 opte r a Serv. mit sohr gro,-;seii, hellgriin geliirblen Arlen, meist aus Sud-Amerika ; ihre Fliigeldecken sind bii'il uiid haben das Ansehon eines Blal- tes , daher die Arten : Ph, laurifolia, myitifolia, citrifolia u. s. w. benannt worden sind. "1"}-) Vorderschienen mil linearer Spalte jederseils an dcr Basis. II.Gatt. Pt e r () c h r o za Serv. Brustheine sclmial , jedcs mit zwei spilzen Hdckern neben den Hiiften ; Fiihler ausserst lang, autfallenil dick, liicht behaart, Eiidglied der Lip- pentasler sfheibenldimig erweilert. Fliigeldecken sehr breit, s|)ilz eifdrmig, am Vorder- lande Inichtig , liinger als die lliiitcrlhigel. — Grosse, lierilicli i^claihle Arleii aus Siid- Amerika, z. B.: P t. ocelldta Lin. Briiunlich ol < nfarben, die Fliigeldecken hellgriin mit I. Orlhoptera. 53 brauner Spilze oder ganz rothbraun, dunklcr marmorirt; llinterflugei gelblich, dichl braun gegittert, mit grossem, weissgezeichneten Augenfleck vor der Spitze. In dcn Fiiigeidecken I 8 Lin. lang. Verwandte Gattungen : Cyrtophyilus Burm., Pseudophyilus .Serv.u. a. ^-2. Gatf. Conocephalus Thunb. Kopf mit einera scharfen, kegeiformigen Stirn- fortsatz, weicher das Basalglied der Fijhler iibcrragt ; Prosternum zwei.stachlig, das Meso- und Metasternum schmal, gelappt. Fliigcldecken schmal, Beine kurz, gracil. — Art : Con. a c u m i na tus Fab. Hell grasgriin ; Stirnfortsatz leicht aufsleigend , von Kopflange , spilz lanzettlich, an der Basis verengt, unterhalb mit einem scharfen Zahn nahe der Basis. L. 14 Lin. Auf Java. Verwandte Gattung : Xi p h i d i u m Serv., auch mit Europaischen Arten. 13. Gatt. Decticus Serv. Stirnfortsalz kiirzer als das erste FUhlerglied , Vorder- ."Chienen mit lant^en, beweglichen Dornen , Hintertarsen mit zwei freien Haftiappet) ani eisten Gliede ; Fliigeldecken weichhiiutig, grossmaschig. — Art; D. v e r r u ci v o ru s Lin. Oben griin, unlen gelblich, Fliigeldecken iiber die Mitte bin schwarzbraun gewiirfelt ; Lege- scheide des VVcibchens spitz, ungezahnt. L. 12 Lin. In Deutschland , gegen den Heibst hm haufig, auf ,\eckern. 14. Gatt. LocustaLin. Von der vorigen Gattung durch den Mangel der freien Haft- lappen an den Hintertarsen unterschieden. — Art: L. viridissima Lin., Heupferd. Hell grasgrtin, mit langen, gleichbreiten , den Hinterleib um das Doppelte an Lange uber- ragenden Flijgeldecken , deren Hinterleld gebraunt ist ; Scheitel und Thorax mit rostrother Langsbinde, auf ietzterem zugleich zwei hellgelbe Flecke. L. 12 Lin. Ueberall in Euiopa gemein auf Gestrauch, im Spatsommer. — Eine zweite Art, L. cantans Charp. hat kuize, nielir ovale Fliigeldecken. 15. Gatt. Lis t roscel i s Serv. {Cerberodon Perty) . Kopf nach unten stark verbreitert, Mandibeln sehr gross , zuweilen unsymmetrisch ; Taster und Beine ausseioidentiich lang, Schenkel mit zwei Stachelreihen , die Slacheln der Schienen von auffallender Liinge. — Art : L. I o ngisp i n a Burin. Griin , mit schwarzbrauner Mittelbinde des Pronoluin und gleichfarbigen Beinstacheln, Scheitel gebiiiunt; die Dornen der Voiderschienen iiber zwei Linien, die der millleren nur haib so lang. L. 1 4 — 1 6 Lin. — In Brasiiieri. Verwandte Gattungen : A gro eci a und Hexacen t ru s Seiv., B ucr a tes Burm. u. a. 7. Fam. Acridiodea Burm. {Acridites Latr.), Feldheuschrecken. Korper seitlich zusammengedriickt , Kopf senkrecht ; Ocellen fast durchweg vorhandea, Fiihler kiirzer als der halbe Korper, hochstens 2 4gliedrig. Stirn mit Langskielen, Oberlippe sclir gross, in der Mitte eingeschnitlen ; Unterlippe scheinbar nur zwei- lappig, die beiden inneren Laden ausserst klein und verborgen. Prothorax mit drei Langsleisten oder mit drei bis vier queren Einschniirungen , Vorderbrust klein, iMitlel- und Hinterbrust gross , flach ; Fliigeidecken fast durchweg schmal , ohne Stimmorgan beim Mannchen. Hintei'beino meistens verlangert und in den Sclien- keln verdickt, Sprungbeine ; Tarsen di^eigliediig. Hinlerleib kegelformig, dic Lege- scheide des Weibchens ganz kurz, nicht hervorragend. Ara Hinterleibe der Acridier zeigt sich beiderseits dicht hinter dera Metathorax eine von einem hornigen Ringe umgebene und mit eiiier zarten Membran uberspannle Grube, welche von Latreille und Burmeister fur cin Stimmorgan gehalten, von J. Mi^LLtit und V. SiEBOLD dagegen als Gehdrorgan gedeutet worden ist. Zwischen zwei von der Innenseite der .Membran eritspringeiiden hornigen Fortsiilzen liegt ein zarles Blaschen , welches mit Fliissigkeit gefiillt ist und mit einem aus dern driltcn Bruslgangiion entspringenden Neiven in Verbindung steht, der hier ein Ganglion bildet und in feine Nervenstabchen endigt. — Ein deutlich abgegrenztes Stiinmorgan in den Vordcrfliigeln fehit den Miinnchen dieser Famiiie, obwohl viele derselben ebentalls Lockldiie hOren lassen ; dieselben weiden durch das Reiben der Schenkel an den Fliigeldecken hervorgerufcn , welche sich bcim MaiwKdien zuweilen durch grdssere Felder auszeichnen. Sehr wahrscheinlich stehen auch ahnliclie und noch viel auffallendere Bildungen der ilinterfliigel, wie sie z. B. bei den Miirincheri von Hyalopleryx rufipennis Charp., lihomalea ceniuriu und eques Burm. vorkommen , mit der 54 T. Tnsecta Erzeiigung von Tdnen ina Zusammenhang. — Mit der, wie es scheint, ausschliesslich vege- taltiJischen Nahrungsweise der Acridier slimmt der Mangel des Proventriculus iiberein ; al!e sind ausserordenllich gefrassig und einige grcissere Arten, wenn sie in Menge auftreten, den Saaten sehr verdcrblich. Die im Spatsomraer und Herbst erwachsenen Thiere fliegen auf kurze Strecken mit schnarrendem GeriJusch auf , um sich bald wieder niederzuiassen ; einzelne, wie dle Wanderheuschrecke, scheineii jedoch eines anhaltenden Fluges fahig zu sein. Latreille, De rorgan musical des Criquets et Truxales etc. (M6moires du Mus6um d'hist. nat. XIII, p. 122 ff.) V. SiEBOLD, Ueber das Stimm- und Gehororgan der Orthopteren (vgl. Locustina). Yersin . Sur la stridulation des Orthopteres. (Bullet. d. 1. Soc. Vaudoise III, p. 100 und 239). 1. Gruppe. Fiihler fadenformig, zuweilen gegen die Spitze hin verdickt. a) Hinterschenkel ausnahmsweise nicht verdickt ; keine Sprungfahigkeit. 1. Gatt. Pneumora Thunb. Kopf bis an die Augen in den Prothorax eingesenkt, ohne Leislen und Stirnvorsprung , Fiihler kurz , nach unten gerijckt; Mitlel- und Hinter- brust klein, die fijnf ersten Hinterleibsringe des Mannchens sehr gross, blasenformig aufge- trieben. Fiiigeidecken von grosser Ausdehnung , zuweilen abgekiirzt. — Die in Slid-Afrika cinlieimischen Arten sind von iiusserst plumpem Kdrperbau und zeigen eine auffallende habituelle Aehnlichkeit mit der Cicaden-Galtung Cyslostoma Westw.; z. B. Pn. sexgut- tataThunb. Grasgriin, Kopf mehr gelblich , fein weiss geperlt ; auf dem Prothorax der Hiiiterrand und drei schriige Streifen jederseits vom Mittelkiel, auf den Fiiigeldecken drei Flecke milchweiss. L. 30 Lln. Am Cap. b) Hinterschenkel verdickt, sprungfiihig. 2. Gatt. TetrixLatr. {Tettix Charp.) Kopf sehr klein mit stark hervorspringenden Augen , der Mund von einein Vorsprung des Prosternum bedeckt ; Prothorax iiach hinten sehr slark verliingert, die Spitze des Hinterleibs meist betrachtlich iiberragend, zugespitzt. Flligeldecken abgekiirzt, schuppenfdrmig ; kein Haftlappen zwischen den Klauen. — Zahl- reiche Arten aus allen Welttheilen , z. B. T. s u b u la ta Lin. Graubraun, dicht gekornt, Kopf uiid Thorax meist mit hellgelber Langsbinde, dic zwischen den Fliigeldecken schwarz gesauint ist; Schienen und Fiihler gelblich, letztere mit dunkler Spitze. L. 5 Lin. — In Europa liberall gemein. — (Bei einigen auslandischen Arten ist der Prothorax nach Art der Membraciden blattartig zusammengedriickt ; sie bilden bei Serville die Gattung Ch o r i- phylhiin, bei Fairmaiiie die irrthiimlich den Membraciden beigezahlte GattungXero- p h y 1 1 u m). Verwandte Gattung: Ommexecha Serv. 3. Gatt, Thri n chus Fisch. [Eremobia Serv.) Kopfgross, der Scheitel zwischen den Augen sehrbreit, gegen die Stirn hin abschiissig, innerhalb der Augen scharf gerandel; Prothorax mit kammfdrmig erhabener und ticf eingeschnittener Mittelleiste, Prosternum vorii abgestntzt, unbewehrt. — Eine den Mittelineerkiisten eigenlhiimlichc Gattung, dcren Arlen eine sandgelbe, kdrnige Kdrperobcrflache haljen und also ihrem Aufcnthaltsorte in der Farbe gleichen ; nur die Hinterfliigel sind sehr lebhaft getiirbt. Thr. cisti Fali. mit graucn, bnuin geflcckten Fliigeldccken und rosenrolhen , scliwarzbandirten , an dcr Spilze hyaiinen Uinterlliigclii. L. 12 — 18 Lin. — In Spanien und Nord-Afrika. 4. Gall. Oedipoda Latr. Scheitel dic Augen mehr oder weniger iiberragend , fast horizontal ; Prolhorax am Vordcrrande abgestutzt, mit mchr oder weniger erhabener Mit- telleiste, Prosternum unbewehrt. — Arten : Ocd. coerulescens Lin. Aschgrau, auf den Fliigeldecken mit zwei schwiirzlichen Querbinden; Hinterfliigel licht blau , mitschwarzer Binde und glashellcr Spitze. L. 8 — lOLin. In Deutschland, hiiufig in Kieferwaldungcn. (Oed. germanica Latr. mit mennigrothen und Oed. g r a t i osa Serv. mit carminrothen Fliigeln, im siidliclicn Europa vcrbioitet, sind nach Fiscuek nur Farben-AbiJnderungcn diescr Art). — Oed. m i gra toria Lin. {Vachylylus migr. Fieb.), die W a n d erheusc h rc c k o. Griinlich oder s(;hm\itzig gelb, Fliigcldccken schwiirzlich geflockt , Fliigel innoii gelblichgrun , sonst glashell ; Ilinterschenkel innen blau, llinterschienen gelb. L. 24 Lin. Fast iiberall in I . Ortlioptera. 55 Europa mit Aiisnahme des Ostens , wo sie durch eine sehr abnliche Art , Ued. cinera- sc e ns Fab. vertreten wird ; wahrscheiniich ist es die letzlere, welciie, mit der Linne schen Art oft verwechseit, die be.sonders im Siiden und Osten Europas beriichligt gewordenen Verheerungen der Saaten anrichlet. 5. Galt. Gomphocerus Burm. {Stettohothrus Fisch.) Von der vorigen Gattung durch kleinen Kdrper, mehr zugespitztcn , ab.schiissigen Kopf und besonders durch eine kleine, iangliche Grube an der Grenze des Scheilels vor den Augen unterschieden. — Art: G. ii- neatusPanz. Griin, Scheitel und Protliorax mit zv,'ei geiben Langslinien ; Fliigeldecken mit schrager, weisslicher Makel auf russigem Grunde, Beuie roth. L. 6 — 8 Lin. In Europa gemein. (G. rufus und sibiricus Liii. zeichnen sich durch lanzettlich erweiterte, schwarze Fiihlerspitze des Mannchens, letzterer iiberdem durch dick birnfdrmige, blasige Vorderschienen aus). 6. Gatt. Acridium Lalr. Vorderbrustbein mit einem Hdcker , Prothorax mit wink- li^em Vorder- und Hinterrand, tiefen queren Einschniirungen und kammartig erhabener Mittellinie. — Die meist grossen und zum Theil sehr schdn gefiirbten Arten sind den war- meren Gegenden aller Erdtheile eigen, z. B. A. cristatum Lin. von 3'/, Zoll Laiige und 6 Zoll Fliigelspannung aus Brasilien. Olivenbraun oder grasgriin mit schwiirzlich gespren- kelten Fliigeldecken und blaugrtinen, breit schwarz gesaumten und ebenso gefleckteii Ilin- lerfliigeln ; Abdomen und Hinterschienen rolh, Fiihier goidgelb, Prolhorax mit viertaitiger Vorderhalfte und hohem Kamm. — Eine in Siid-Europa vorkommende, ebenfalls 5 Zoll Fliigelspannung habende Art ist A. t a t a r i c u m Lin. Verwandte Galtungen : xy a Serv. Caloptenus Buim. und M onac liid iu m Serv. 2. Gruppe. Fiihler allmahlich zugespitzt, meist zusammengedriickt. 7. Gatt. Poecilocera Burm. (Phymateus Thunb.) Ftihier schnurfdrmig , zugespitzt, aus 13 bis 24 deutlich abgesetzten Gliedern bestehend ; Occllen sehr klein oder fehlond. Kopffortsatz stark vorspringend, gespalten ; Prothorax meist sehr unebeii, dicht warzig. — Ansehnliche, meist prachtig gefarbte Arten in den Tropengegenden der alten Welt, z. B. P. morbillosa Lin. Kopf, Tliorax und Beine corallenrofh, Hinterleib goldgelb mit schwar- zeii Querbinden ; Fliigeldecken indigoblau , gelb gesprenkelt, HinterlUigel liinten carniin- roth, schwarz gefleckt, L. 2-3 Zoll. Am Cap. 8. Gatt. Rho m al ea Serv. Fiihler zusammengedriickf, aussen scharfkantig, langer als der halbe Leib, mit mehr als 20 Gliedern ; Prosternum mit spitzem Hdcker , Pronotum gross, nach hinten erweitert, flach, mit erhabener Miltellinie. — Die schdn gefarblen Arten bewohnen Amerika, z. B. Rh. miles Drury. Schwarzlich griin mit goldgelben oder mennigrothen Flecken auf Kopf, Thorax und Beinen; Ilinterfliigel schwarz, der Spiciiel und zwei Flecke vor der Spitze goldgelb oder mennigroth. L. 4 8— 20Lin. Von Brasilien bis Mexiko haufig. 9. Gatt. Pamphagus Thunb. (Porlhetis Serv.) Fiihler 15 — SOgliedrig, die Glicder vom dritten an flachgedriickt, die letzten rundlich ; Prosternuin niit dickem, ausgeschnil- tenem Hocker, Pronotum mit kammarligem Mittelkiel. Kdrper gross und plump, Fliigel in der Hegel nur als Stummel vorhanden. — Den warmeren Gcgenden der allen Well eigen, z. B. P. ma r moratusBurm. Hellgriin, tier Vorderrand des Prothorax, der Kiel und zwei Langsbinden auf allen Thorax- und Hinlerleibssegmenten so wie der Innenrand der Fliigel- stummel weiss. Bis 2V„ Zoll lang. Auf Sardinien. 10. Gatt. Xiphocera Lalr. Fiihler ganz flachgedriickt , schwertfdrmig , 24glietirig: Prothorax mit scbarfen Seitenrandern und starkem .Mittelkicl, Fiiigel bei beiden Gesclilech- tern ausgebildet. — Art: X. emar g i na ta Burm. Graubraun mit hellgclber Langsbinde des Thorax und gelbcm Spiegci der Hinterfliigel. L. 15—22 Lin. In Brasilicn. Verwandte Gatlungen ; Copioccra Burm., Mesops und Op so m a la Serv. 11. Gatt. TryxalisFab. Fiihler dreikaiitig, 15 bis 20 gliedrig ; Kopf kegelfdrmig, mil dreikantigem Vorsprung, an dessen ausgehdhlten Seitenflachen die Fiihlcr eingelenkt sind. Prothorax glatt, Kdrper schlank , Fliigcl lang und schmal. — Einc sehr artcnreiche Gat- tung, in den warmeren Gegenden aller Wclltheile verlrcten ; in Siid-Europa : Tr. nasuta Fab. Entweder einfarbig griin mit glashellen, an der Basis licht gelb getunchlcn Hinter- 56 I. Insecta. fliigeln, oiler auch Kopf, Thorax und Flugeldecken biaun gebanderl; die Binde der letzte- ren vveiss gefleckt. L. 15 Lin. 3. Gruppe. Fiihler sehr klein, 6- bis Tgliedrig. 12. Gatt. Proscopia Kiug. Kdrper sehr lang und diinn , cylindrisch , fliigellos, von Pliasma-F"orm. Ocellcn fehlend , Kopf kegelfdrmig mit grossen elliptischen Auiien vor oder nahe aii der Spilzc ; Prolhorax cylindrisch, sehr langgestreckt, 3 bis 4 mal so lang als die beiden foigenden Ringe zusammen. Beine diinn, die Hinterschenkel nur schwach verdickt. Art: P r. gi ga n t e a Klug. Stirnfortsatz gleichbreit, vierkantig, vorn stumpf zugerundet; Prothurax oben fein granuiirt , langs der Seiten mit vereinzelten , dornarligen Hockern ; Mesolhorax mil tief gekerbten, fast gelappten Seitenkanten. L.6Z0II. Bei Par^ in Brasilien. Klug, F., Proscopia , novum Insect. Orthopterorum genus. (Horae physic. Berolin. 1820. fol. c. tab. 2.) 3. Zunft. Deriiiatoptera Burni. (Euplexoplera Weslw.) Diese von Leach und Kirby als eigene Ordnung Dermaptera belrachtete, von Seuville dagegen als Familie mit den Orthoptera genuinu vereinigle Zunft stelit den letzteren durch die allgemeine Anlage dei' Unterlippe allerdings sehr nahe , weicht dagegen durch eine so eigenthiimliche Rildung der Flugorgane von ihnen ab , dass sie nicht ohne Zwang mit denseiben vereinigt werden kann und durch Burmelster mit vollem Recht abgesondert worden ist. Ihre Charaktere fallen mit der einzigen Familie zusammen. 8. Fam. Forficulina Burm. [Forficulariae Latr., Labidura Dum.), Ohrwiir- mer. Kopf frei, verkehrt herzformig, mit kurzem Clypeus , Oberlippe gross, kreis- rund ; Unterlippe bis zur Basis der Stipiles gespalten , die Laden jeder Seite mit cinander verwachsen. Ocellen fehlend , Netzaugen rund ; Fiihler unter den .\ugen entspringend , fadenformig, 12 — 4 0g]iedrig. Prothorax flach, viereckig; Fliigel- decken abgekiirzt , hornig oder lederartig, dem Korper horizonlal aufjiegend uiul mit gerader Naht aneinander stossend. Hinterfliigel sehr diinnhliulig , ani \'order- rande mil horniger Plalte , von welcher radiare Adern ausgelien und uuter welche mittelst eines Gelenkes die Fliigel in doppelter Richtung eingeschlagen werden konnen. Beine einfach, mit dreigliedrigen Tarsen. Hinlerleib langgestreckt , nach hinten in der Regel erweitert , unbedeckt , neunringlig, die beiden vorletzlen Kinge beim Weibchen verkiirzt und voni sechsten verdeckt. Anstatt der llaife, denen sie entsprechen, zwei grosse, gebogene Zangen am letzten Hinterleibsringe beider Geschlechter. Die Ohrwiirmer sind licht.scheue Thiere, welche sich unter Steinen, Baumrinden u. s. w. aufhalten und hauptsiichJich dos Abends auf Nahiung ausgehen ; sie niiluen sich von Blijlhen und besonders vom Saft der Fruchte. Ihr Name ist durch den unbegriindeten Volksglauben entstanden, dass sie sich gern in dle Ohren des .Menschen fliichlen , was bei ihnen nur ebenso zufallig wie bei jedem amlern Insect stattgefunden haben kann. Oie ziemlich zahlreichen, meist gelblich oder braun gefarblen Arten sind iiber die ganze Kide verbreitet. Nach de Geer hiitet das Weibchen seine Kier und selbst die daraus hervorge- schliipften Jungcn wie eine Henne unter ihrem Kdrpcr. — Wegfen ihrer habituellen Aehn- lichkoit und dcs anaiogen Baucs ihrer Fliigeldecken mit den Staphylinen roihto sie Linne diesen an und stellte sie unter die Kiifer. PossELT, C. F., Tentamina circa anatomiam Forficulae auriculariae Lin. .lenae 1800. 4. LiSoN-DuFOUR , R6cherclies anatomiquos sur lcs Labidoures ou Perce-oreilles. (Annai. d. scienc. nal. XIII, p. 337). Gene, G., Saggio di una monographia dclle Forficule indigene. Padova 1822. 4. f Orthopfera. 57 Serville hat die Arten dieser Familie in elf Gatlungen (Py gidic r a n a , Forfice- sila, Psalidophora, Forficulau. s. w.) vertheilt und als Charaktere fiir dieselben leichlere .Modificationen in der Form des ganzeii Korpers so wie einzelner Thciie , beson- ders auch die \crschiedenheilen in der Zahl der Fijhlerglieder verwerthct. Die Cnbeslan- digkeil dieser Charaktere lasst es rathsam erscheinen, alle Arlen unter der einzigeii Gatt. Forfi(-uIa Lin. beisainmen zu la.-^sen , deren Merkmale mil denjenigen der Fa- milie zusammenfallen. — Arlen: F. a u i ic u I a r i a Lin., ge m e i n c r h r w u r m. (llaii- zend dunkelbraun mit rostrothem Kopf, die Beine, Fiihlerbasis und die Thoraxseiten gelb- lich, Fiihler 15gliedrig; letztes Hinterleibssegment mit vier Hockern , die Zangen beim Mannciien stark gekriimmt, mit erweiterter und gezahnter Basis , beim Weibchen fasl gerade. L. 4 — 7 Lin. — In Europa iiberall sehrgemein; wird nach Newpobt zuweilen von einer Tachina (Metopia?), deren Larve im Hinterleibc schmarotzt, heimgesucht. — F. gi- gantea Fab. {Labidiira Leach , Forflcesila Serv.) Licht gelb , der Rucken des Hinterleibes und ein Doppelfleck auf den Flugeldecken dunkelbraun , Fuhler 27— 30 gliedrig ; lelztes Hinlerleibssegment beim Mannchen gross , zweidornig, die Zangen in der Mitte des Innen- randes zahnarlig erweitert. L. 5 — 10 Lin. — In Europa iiberall in sandigein Boden und am Rande von Seen ; auch iiber Vorderasien und ganz Afrika verbreitet. 4. Zunft. Corro^lentirt Biirm. (pro parte). Die FiUiiel .sind homononi gebildet, d. h. die hinteren den vorderen iihn- iich iind niclit zusammenfaltbar, dlinnhaulig, mil sparsamen Adern. Der Endiheii der Unlerlippe besteht nur aus zwei gelrennten Lappen. Die Tarsen z\^ei- bis dreigliedrig. 9. Fain. Embidae Burm. Kopf wagerecht , frei , ianglich viereckig, Augen klein, Ocellen lehlend ; Fiihler perischnurarlig, Kiefertaster fiinf-, Lippenfasler drei- gliedrig. Prothorax nach vorn verengt , Meso- und Metathorax gleich gross , vier- eckig ; Vorder- und Hinterniigel in Grosse, Form und GeUder ubereinslinmiend, schmal , mif paralleien Langsadern. Beine mit etwas verdickten Schenkelii und dreigliedrigeii Tarsen , deren erstes Glied sehr gross und verdickt ist. Uinlerleib schmal, glcich breit, 8 bis 9 gliedrig, das letzte Giied mit zvveigliedrigen Raifen. Ueber die Lebensweise dieser bis jetzt sehr artenarmen , ausschliesslich den warme- ren Zonen eigenen Familie ist nichts weiter bekannt, ais dass sich die Larven einzeln unter Steinen linden und sich hier mit einem selbstgefertigten Cocon umgeben , welches sie bei jeder HiiuUing erneuern ; die Imago soll zuvveilen gesellschaftlich auftrcten. Eine wirkliche Verwandtschaft zwischen den Embiden und deii Termiten, wie sie Latreille zu finden glaubte, exislirt, wie schon Burmeistlr bemerkt, in keiner Hinsicht. Westwood, .1. 0., Characters of Embia, a genus of Insects allied to Ihe VVhile Ants. (Transact. Linn. Soc. XVII, p. 369 fT.) LucAs, H., Quelques remarques sur la larve de rEmbia mauritanica etc. (Annales d. 1. Soc. entom. 3 ser. VII, p. 441 tL). 1. Gatt. Embia Latr. Fiihler von weniger als halber Korperliinge, 15gliedrig; Flugel mit wenigen Queradern in drei Zwischenriiumen der Langsadcrn. — Art: E. Savignyi Westw. Ilell rostgclb, haarig, mit braunlichen, weiss gestreiften Fliigeln. L. 4 Lin. In Aegypten. 2. Gatt. 01 y ntha VVcstw. Fuhler fast von Kdrperliinge, etwa 32gliedrig ; Fliigel mit mehreren Qucradern in vicr Zwischenraumen der Langsadern, — Art: 01. Brasiliensis Gray, Westw. Pechschwarz mit rostrothem Prolhorax und vorderen Schenkeln und breit weisser Spitze der Fiihler ; Fliigel braun, niit weissen Langsstreifen. L. 7% Lin. In Brasilien. Verwandte Gattung : I i g o t o ma Westw. »0. Fam. Psocina Burm., Ilolzlause. Kopf gross , Stirn meist biasig aufge- trieben. Fiihler lang, borslenformig, achl- bis zehngiiedrig ; Oberlippe gross, kreis- 58 I. Iiisecta. rund. Unterkiefer mit breiter, hautiger Aussen- iind verlangerter , zweispitziger Innenlade , Kieferfaster viergliodrig ; Unferlippe zweitheilig, ohne Lippentaster. Fliigei , wenn vorhanden , ungleich, namlich die hinteren fast nur halb so gross als die vorderen. CuRTis, J., British Entomology, Vol. XIV. HuBER, P., Memoire pour servir ci rhistoire des Psoques. (M^moires d. 1. Soc. de Phy- sique et d'Hist. nat. de Gen^ve X, 1 . p. 35 ff.) I.Gatt. PsocusLatr. Stirn slarii blasig, Hinterhaupt den Prothorax verdeckend ; Augen seitlich stark hervorgequollen, drei deutliclie Ocelien. Flijgel glasartig, mit horni- gen Adern ; in den Vorderttiigeln endigen die beiden voideren Langsadern elwa bei der Mitte und stossen hier auf zwei gekriimmte Hauptadern, deren vordere sich gabelig theiit, wahrend die hintere vier schriige Queradern gegen den Hinterrand sendet. Beine diinn, einfach, mit zweigliedrigen Tarsen ; Hinterleib oval, neunglicdrig. — Art : Ps. lineatus Latr. Gelblich, die Stirn mit zwdif convergirenden dunkelen Linien, Mesonotum und Schildchen braunlich gefleckt ; Hinterleib lebhaft gelb mit schwarzen Ringen , Fuhler jjraunschwarz. In den Fliigeln 3Lin. lang; in Deutschland. Sowohl diese als die zahl- reichen anderen, meist viel kleineren Arten finden sich an diirren Zweigen , Bretterwan- den u. s. w., wo sie sich vermuthlich von Flechten ernahren. Die Weibchen legen ihre Eier auf Bliitter ab und iiberspinnen dieselben. Verwandte Gattung : Thyrsophorus Burm., mit sehr langem und behaartem dritten Fiihlergliede; die Arten in Amerika einheimisch. 2. Gatt. TroctesBurm. (Atropos Leach). Stirn flach , Mund hervorgezogen , Augen nicht hervorragend, Ocellen fehlend; Fiihler von Korperlange , zehngliedrig, Tarsen drci- gliedrig, keine Flugel. — Art: Tr. pulsatorius Lin. (Termes). Einfarbig gelb, mit lolh- iichem Munde, % Lin. lang. Unter dem Namen «B ii ch e r 1 a us« allgemein bekannt, be- sonders in Insectensammlungen haufig und kleineren Thieren schadlich. NiTZSCH, Chr. L., Ueber die Eingeweide der Biicherlaus, Psocus pulsatorius. (Germar's iVlagaz. d. Entom. IV, p. 276 fif.) 5. Zuiifl. Orthuptera aiiip!iil)iotiea. (Piecoptera el Subulicornia Burm.) Die drei unfer dieser Zunfi vereinigten Faniilien bieten zwar sowohl in ihrer iiusseren Organisalion , ais in ilirer Melamorphose (Ephemeren) selir weseniiiclie Unlerschiede dar, werden aber einerseits durch den Aufenlliait der erstcn Stiinde ini Wasser und durch die denselben zukommenden iiusse- ren Respiralionsorgane , anderorseils aber auch daduicli mit einander verei- nigt, dass die Formalmliclikeit zwischen Larve und bnago nichl mehr in dem- selbon (irade bemerkbar isl wie Ijei den vorhergehenden Familien. Die Perlarien , l)ei deren Larven (be iiusseren Kiemen, wo sie Uberhaupt vorlian- den, niir ludimentar entwickell sind und i)ei denen zugleich die Aehnlichkeit zwischeii den verschiedenen F^nlwickelungsstadien noch ain wenigsten l)eein- triichtigt erscheint, ])ilden den Uebeigang zwischen den Corrodentien , denen sie in der (iestalt, und den eigentliciien Orthopteren, denen sie in der Faltung der Uinternugel iihneln , einerseits, und den Sul)ulicornen andererseits, deren beide Familien, die Kphemeren und Lil)ellen im Grunde aucli nur durch einen einzigen Giiaraktei', niimlicii die Form der Filliler verbunden sind. Ul . Fam. Perlariae [Perluhie Leach, Semhlodea Burin.), After-Friililin gs- fliogon. Kfirpiu' laiiggcslrcckl, glcicli brcit, S(>lir lUich gcdriickt ; Stirn broil, Augen ganz seitlich, oval, Ocidicn vorliandcn , ofl Jcduch mir dic bcidcii obcrcn dcullich. Fiihler borstenformig, jederseils aiu Vorderrandc dcs Kopfes entspringend , Ober- kiefer zuweilen sehr klcin und Ijiiutig, Unterkiefcr luif zwci klcinon gcfrcnnfen 1 Otthoptera. 59 Ladeii uiid laiigen fiinfgliedrigen Tastern ; der Endtheil der Unterlippe gespallen. die beiden Lappen breit, abgestutzt , das Kinn sehr gross. Die drei Thoraxringe fast gleich gross, quer viereckig. Fliigel hiiutig , meist getriibt, mikroskopisch be- liaart ; die liiiit(M-cii breiter. mit nach untoii cinschlagbaren , dciu Korpor aufliogen- dem Hiiitorfelde ; auf beideu die Laugsadoiu vor der Spitzo durch gabelige Tlioilung verdoppelt. Beine kriiftig , die Schenkel breit gedriickl , kiirzer als die Schienen ; Tarsen dreiKliedrig, das letzle Glied verJangert, mit einem breiton Hafllappoii z^\ i- schen den Klaueu. Hinterleib zehnringhg mit zwei langen, geglioderten Uaifeu. Inseclen von niittlerer oder eerinper Grossc und unansehnlicher , triiber Kbrper- farbuiij, wie es scheint, vorwiegend der geinassiiilen Zone eigen, von Iragein , wenig an- dauerndem Kluge, dle meist in der Nahe fliessender Gewasser an Pflanzen sitzend getioffen werden. Das Weibchen tragt die Eier klumpenweise an der Bauchseile , um sie wahrend des Flutios iii das Wasser falien zu lassen. Die Larven, unler Sleinen lebend , nahrcn sich voin Raube iinderer Larven, besonders der Epliemeren, haben einen verkvirzten Prothorax und luerklich bicitere, flachere Schenkei als die Itnago. Die grosseren Arten haben im Larvenzuslande deutiiche Kiemenbuschel an der Unterseile, auf derGrcnze deiThoraxrmge. PicTET, llisloire naturelle des Insectes N6vropteres. I. Monographie, Famille des Per- lides. Genfeve ■1841 . 8. (Hauptwerk). Memoire sur les larves des Nemoures. (Annal. d. sienc. nal. XXVI, p. 369). NiiwPORp, G , in : Annals of Natural Hislory XIII, p. 21. und Transact. Linnean Soc. XX. p. 4^25. 1. Galt. P terona rcys Newm. Unter allen Insecten durch biischelformige Kiemen bei der Imago ausgezeichnel, welche zu acht Paaren am Thorax und den beiden erslen Hinterleibssegmenlen den Stigmen aufliegen. Vorder- und Hinterflugel in allen Feldern mil zahlreichen Queradern. — Art: P t. r e t i c ul a 1 a Burm. (PeHa). Pechschwarz , Kopf und Pronotum mit rothbraunen Schwielennecken , letzteres ausserdem init roslgelber Mittcllinie; Fiugel graulich init scbwarzem Gcader. L. 17 Lin. bis zur Fltigelspitze. In Sibirien. Verwandte Gattungen : Kollaria Pict. und E u st h enia Westw. 2. Gall. PerlaGeoffr. Mandibeln sehr kleiii, haulig, Kiefertaster rait diinnen End- gliedern, das letzte verkiirzt. Zwei erste Tarsenglieder zusammen kUrzer als das dritte; nur eine Querader zwischeii dem Radius und seincm Sector. — .'\rt : P. marginata Panz. Schwarz , grau bereift, zwei Flecke des Hintei haupls , Brust und Hinlerleib rost- gelb ; Protbora.Y trapezoidal, nach hinten verengt, niit lichteren gelbbraunen Slellen. Fliigel briiunlich, mit etwa sechs Queradern im Seclor- und zehn im Cubitalfelde. L. 11 — 13 Lin. bis zur Fliigelspitze. In Siid-Deutschland. Verwandtc Gattungcn : Chloroperla Newm (kleinere, gelblich-griin gefarbte Arten) und 1 so p t e ry x Pict. rait nicht erweiterten Hinterniigeln. 3. Gatt. NeiuuraLatr. [Semblis Burm.) Mandibeln hornig , dreizahnig, Kiefertaster mit Gliedcrn von gleicher Dicke. Ersles und drittes Tarsenglied fast gleich lang, zwcites kurz ; die gegliederten Raife des Hinterleibes fehlen. — Art: N. vari ega ta Oliv. Pro- notum matt graubraun, mit gelben Seitenrandern , Fiihler schwarz , rait gelblicber Basis; Fliigel brtiunlich iiiil angerauchlen Adern jenscits des Stignia. L. 6 Lin. Geraein in Deutschland. Verwandte Gattung : CapniaPict. < '2 . Faiu. Ephemeridae Leach {Ephemerma Burm.) , E i n t a g s f 1 i c g e n , H a f l e. Korper schlank, zart, A\(;ichh;iutig. Augen boiiu IMiinnchen sehr gross , meist den ganzcn Kopf einnchuiend, beim Wcibcheii kleiiier , gctreiint, Ocellen gross, oft nur zu zwoien ; vor diesen auf der Stirn die kurzen, borstenformigen Fiililor luit zwei verdickten Basalgliedcrn. Kopfschild gross, zweilappig, die ganz rudimentiiren Mundtheile iiberdeckend ; Mesolhorax sehr slark eiilwickeU, woiil vicrmal so lang als dcr Prothorax. Fliigol ungleich , die vordoren gross , dreieckig , die hintcren klehi , gerundet , zuweilen selbst fehlend oder mil den vordcrcn verwachsen ; die 60 I. Insecta. Langsadern radiar verlaufend, durch zahlreiche Queradern verbunden. Beine zarl, inif zusammengedriickten Schenkeln und vier- bis fiinfgliedrigen Tarsen ; beim Mannchen die Vorderschienen und Vordertarsen sehr verlangert. Hinterleib linear, elfringlig, das letzte Segment niit drei sehr langen , borslenformigen , gegliederten Afterfaden , das vorletzte beim Mannchen mit zwei Geschlechtszangen, deren erstes GHed lang und gekriimmt, die beiden letzten klein sind. Die Eintagsfiiegen sind ausserordcntlicli zarte, luftige GeschOpfe von kurzer Lehens- (laucr, welclie man an stillen, klaren Sommerabenden ara Ufer der Fliisse oft in grossen Schaaren iiber dem Wasser auf und ab schweben sieht; am Tage sitzen sie ruhig an 1'flanzen angeklammert. Die Verkummerung der Mundtheile deutet darauf hin , dass sie keine Nahrung wahrend ihres kurzcn Daseins, das hauptsiichlich der I^ortpflanzung ge- widmet ist, zu sich nehmen. Vor Allem ist die unter den Inseeten vereinzelt dastehende .\rt ihrer Metamorphose bemerkenswerth, indem sie sich nach dem Verlassen der Pup- penhiille und nachdem ihre Fliigel ausgewachsen und wenigstens zu einem kurzen Fluge hefahigt sind , luit Einschluss dieser noch einmal hauten; man hat dies der eigentlichen Imago vorhergehende Stadium mit dem Namen Subimago belegt. Rei dem auf der Ober- tlache des Wassers stattfindenden Coitus, der von sehr kurzer Dauer ist, befindet sich das Mannchen unter dem Weibchen; dieses gebiert bald nachher durch Deliiscenz des Hinterleibes alle Eier auf einmal, um sie in das Wasser fallen zu lassen. Die Larven leben in fliessendem Wasser, sind der Imago unahnlich, von flachgedriicktem Korpcr, mit lan- gen, borstenformigen Fiihlern, kleinen, seitlichen Augen, mcist fehlenden Ocellen, paari- gen, b!att- oder biischelartigen Kiemen an den Seiten der Hinterleibssegmente und lang- gefiederten Schwanzborsten. Sie sind im Gegensatz zu der Imago gefrassige Raubthiere und demgemass mit sehr entwickelten Mundtheilen versehen ; die Unterlippe gross, meist vierlappig (die innern Lappen klein, die ausseren sehr breit) , mit dreigliedrigen , dicken Tastern ; die Unterkiefer mit verwachsenen, hornigen Laden und viergliedrigen, schlanken Tastern , die Oberkiefer bei manchen Gattungen, die sich in den Schlamm einbohren (Ephemera, Palingenia) mit einem grossen, sichelformigen Hornfortsatz versehen. Die Tarsen stets eingliedrig, Schenkel und Schienen bei manchen breit , Ilachgedriickt und nach vorn gewandt — Die Ephemeren gehoren zu denjenigen Insecten, welche durch die enorme Masse der Individuen , in der sie zuweilen auftreten , von jeher die allgemeine Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben : die vom Wasser ausgeworfenen Leichen der Imago hat man sogar zum Diingen verwandt, wiihrend die Larven, MUferaas« genannl, von den Anglern als Kodcr benutzt werden. SwAMMEiiD.^M , J., Ephemerae vita. Afbildung vans Menschenleben, vertoont in de histurie van het Hafts af Oeveraas. Amsterdam 1675. 8. PiCTKT, Ilist. natur. des Inscctes N6vropt6res, II. Monographie. Famille des Eph6m6- rides. *Geneve t 845. 8. 'Hauptwerk). BuKMEisTER, H., Bcitrage zur Entwickelungsgeschichte der Ephemeren. (Zeitung f. Zoolog. L P- '109). CoKNELius, Beitrage.zur niiheren Kenntniss der Palingenia longicauda Oliv. Elber- feld 1848. 1. Gatt. Ephemera Lin. Augen des Mannchens einfach, sehr gross ; bei beideii Geschlechlern drei gleichlange Schwanzborsten , erstes Taisen!:lied viel kiirzer als das zweite. Flugel durchsichtig, gefleckt, mit zahlreichen Queradern. — Larve grabend , niit langem Mandibular-Fortsatz und biischelformigen Kiemen. — Art: Eph. vulgata Lin. ■Schwarzbraun , niit drci rothen I-^leckenroihen auf dem Hinlerleib, Schwanzborsten gelb- brauii, mil dunkcln Kingen ; auf dcn VorderfUigeln die Costa, oin Fleck hinter der Basis und eine abgekiirzte Fleckenbinde jenseits der Mitte dunkelbraun. L. 8 Lin. — Im Friih- Jahr tiberall gcmein. 2. Gatt. Pal i n gcn ia Burm. Die miltlerc Scliwaiizborste beuu .Muimeheu verkum- mert ; Fliigel undurchsichtig, mit zahlreichen Queradern. Larve grabend ; Kiemen blatt- formig, gewimpert. — Art: P. longicauda Oliv. [flos aquae fllig.) Goldgclb mit ticf braunem Ilinterlcibsriicken und trube lichtbrauncn Fliigeln ; Schwanzborstcn weiss, sehr lang (2 Zoll, 8 Lin.). Korperlijnge 10 — 11 Lin. — In Europa, stellcnwcise. \ . Orthoptera. 61 Verwandte Gattungen : Baetis Leach und Po ta ma n thus Pict., letztere mit dop- pelten Augen beim Mannchen. 3 Gatt. CloeBurm. Augen des Mannchens doppelt, Flligel nur mit wenigen Quer- adern ; erstes Tarsenglied sehr kurz, Schwanzborsten nur zu zweien vorhanden. — Larve schwimmend, mit ianggewimperlen Schwanzljorstcn. — Art : Cl. diptera Lin. (mas : E. bioculata Lin.). Nur Vorderfliigei vorhandcn, diese beim Mannchen ganz glasholl , beim Weibchen mit rostgelbem, giashell geadertem Vorderrande ; Korper hell rostgelb, Schwanz- borsten weiss, schmal schwarz geringelt. L. 3—4 Lin. In Deutschland. 4. Gatt. Ca .;n is Steph. (Oxycypha Burm.) Augen des Mannchens einfach ; nur die Vorderf]Ugel entwickelt, breit, trtibe, mit wenigen Queradern ; drei beim Miinnchen lange, lieini Weibchen kurze Schwanzborsten. — Art: C. la c t e a Burm. Kcirper geiblich , Hin- lerleiiisspitze, Schwanzborsten und Fliigel milchweiss, letztere mit geschwarzten Liings- adern am Vorderrande. L. 2 Lin. In Deutschland, sehr hiiufig. Verwandte Gattung: Oligoneuria Pict. i3.Fain. Libellulina Burm. (Odonata Fab.) , Wasserjungfern. Kopf ganz frei, wendbar, quer cylindriscli oder halbkuglig, die Augen im ersten Fall seitlich, durch den breiten Scheifel getrennt, in letztereni zusammenstossend, sehr gross, den Scheitel vor sich herdriingend. Ocellen deutlieh, Fiihler oberhalb der breiten Stirn entspringend, klein, pfriemfurmig, sechs- bis siobengliedrig. Oberlippe gross , die iibrigen Mundtheile bedeckend ; an den Unterkiefcrn die beiden verwachsenen La- den hornig, der Taster eingliedrig, sichelformig ; Unterlippe mit kurzem Kinn, sonst gross mit gelrennten Laden, die ausseren mit dem zweigliedrigen Tasler verwachsen. Prothorax sehr schnial , ringformig , in den ausgehohlten Hinterkopf eindringend, Meso- und Metathorax gross , fast horizontal liegend, so dass der Riicken mit den Fliigeln nach hinten, die Brust mit den Beinen nach vorn gezogen ist. Fliigel gleich lang, glasartig, dicht notzartig geadert, mit deutlichem Stigraa vor der Spitze. Hin- terbeine langer als die vorderen ; Schenkel und Schienen vierkantig, innen slach- lig, Tarsen dreigliedrig. Hinterleib langgestreckt , elfringlig , der vorletzte Ring mil zwci ungegliederten, griffel- oder blattartigen Raifen. Die Libellen (franz. demoiselles, engl. dragon-flies) sind durch die eigenthiimliche Bil- dung ihrer Thoraxringe, welche sie vor allen anderen Insecten auszeichnet und besonders aucli durch die zuerst von Chabrier im Innern dires Thorax nachgewiesenen tellerfdrmi- gen Sehnen zu einem ebenso kiihnen als anhaltenden Fluge befahigt ; ihreNahrung bestehl ausschliesslich in anderen Insecten, die sie in der Luft fangen und, indem sie sich meist auf durre Zweige niederlassen , gierig verzehren. Bei der Paarung, die ebenfalis im Fluge vor sich geht, ergreift das Mannchen mit seinen Raifen den Nacken des Weibchens, der bei jeder Art eine eigenthiimliche der Form jener Organe entsprechende Gestalt und Sculptur zeigt; das Weibchen krtimmt sodann die Spitze seines Hinterleibes gegen den zweilen Baucliring des Mannchens, weicher blasoiiartig aufgetrieben ist und in einer un- terhalb befindlichen Lijngsspalte das Copulationsorgan einschliesst, um die in eineni mit dem Penis in \'crliindnng slehenden Bliischen enthallpne Samenntissigkeit in seine Vulva aufzunehiiien. Da die Ausftihrungsgiinge der Hodon im neunten Bauchsegmente mtinden, muss das Miinnchen vor der Begattung durch Umkriimmung des Hinterieibes das weil entfernt liegende Copulationsorgan mit Sameii anftillen. Nach beondigtem Coitus wird bei den meisten Arlen das Weibchen vom Miinnciien wieder losgelassen ; bei mehreien Li- bellula-Arlen dagegen bethatigt sich lelzteres aucli noch am Eierlegen, indem es dasWeib- chen im Nacken festhallend. mit dicsem tiber stehenden Gewiissern auf und niedoifliegt, von Zeit zu Zeit dessen Ilinterleibssfiitze mit dem Wasser, um die Eier in dasselbe hinein- fallen zu lassen, in Beriihrung bringend. — In mehreren Gattungen [Libellula, Agrion) sind die beiden Geschlechter einer Art von auffallond verschiedener Kdrperfarbung, das Miinn- chen hell und lobhafl gezciciinet, das Woibclien dtister, niehr einfarbig; eigenthiimlicli isl es aucli, dass boi doii .Mlinnclioii viidor Ailon mohrero Tage nach ilirom Ausschlupfen sich der Hinterleib mil oiiicr piiilor;irliL;oii, mcisl likiuliclicii Au>.sc1i\n itzuiiL; bedcckt. Die 62 I. Insecta. Calopterygiden zeichnen sich durch auffaiiende Differenzen in der FJiigelfarbung je nach deni Geschlechte aus. Die Familie ist iiljer die ganze Erde verbreitet und wie gewdhniich in den Tropengegenden artenreicher ; ein merlilicher Untcrschied in Grosse und Farben- pracht evistirt jedoch, mit wenigen Ausnahmen, hier zwischcn den Bewohnern der heissen und gemassigten Zone nicht. — Nicht geringeres Interesse als die Libellen selbst bieten auch ihre Larven (die wahren Haien unter den Insecten) dar, einerseits durch ihre Mund- theiie, andererseits und ganz besonders durch ihren Athmungsapparat. Sie leben siimmt- lich ini Wasser und nahren sich ebenfalls vom Raube, den sie mittelst einer sehr eigen- tliiimlich geformten , zu einem Raubarm umgestalteten Unterlippe (»Maske« genannt) ergreifen. Das schmale Basalstiick derselben [Menlum) liegt in der Ruhe nach hinten gegen die Brust zuriickgeschlagen und ist mit dem folgenden, grossen , dreieckigen (den Stipites und mittleren Laden der Ligula enlsprechend) durch ein Charniergelenk verbun- den ; am Ende dieses sind abermals zwei seitliche, an der Spitze oder am Innenrand ge- zahnte Bliitter, die sich wie die Arme einer Zange gegen einander bewegen (den mit den Tastern verwachsenen ausseren Laden entsprechend), eingelenkt. Wo diese beiden End- blatter von grosser Ausdehnung sind und in senkrechter Stellung einen grossen Theil der Stirn bedecken [Libellula , Cordulia, Epitheca) , hat man den Unterhppen-Apparat mit dem Namen der »Hehnmaske« belegt ; durch Entfaltung und Hervorschnellen derselben ist die Larve befahigt, ihren Raub zu ergreifen, durch das Zuriickziehen ihn sogleich in den Mund iiberzufiihren. Was den Athmungsapparat betrifft, so liegt derselbe bei den grdsse- ren Formen (die kleineren , wieAgrion, haben aussere, blattfdrmige Kiemen) im Mast- darm, in dessen Wiinde sicb neben zwei diinneren , den Darm in seiner ganzen Liinge begieitenden Tracheen die beiden Haupttracheenstiimme verlieren und sich in zaiii- reichen, queren Hautfalten mit feinen Aesten verzweigen. Indem durch einen starken Muskelapparat das Wasser durch die grosse, mit drei Klappen versehene Afterdffnung ein- und ausgelassen wird , werden nicht nur die Tracheenkiemen fortwahrend bespiilt, son- dern es wird auch eine rhythmische Schwimmbewegung hervorgerufen. — Auch in dieser Familie ist die Verschiedenheit in der Form zwischen Imago und Larve ziemlich auffal- lend ; bei letzterer ist der Kopf niedrig, die Augen klein, der Hinterleib sehr breit und viel kiirzer. Rathke, H., De Libellularum partibus genitalibus. Regiomonti, 1832. 4. v. SiEBOLD, Ueber die Forlpflanzungsweise der Libellulinen. (Germar's Zeitschr. f. d. Entom. H, p. 421). in Wiegmann's Archiv. f. Naturg. IV, p. 375 und VH, p. 205. Chabrier, Essai sur le vol des Insectes. Paris, 1822. Leon Dufour, Etudes anatomiques et physiologiques sur les larves des Libellules. (Annales des scienc. natur. XVH. 1853, p. 65). Hagen, H., in Entomol. Zeitung 1853, p. 98. v. D. LiNDEN, Monographiae Libellularum Europae specimen. Bruxelles, 1825. 8. v. Charpentier, Libellulmao Enropaeae, descriptae ac depictae. Lipsiae, 1840. 4. Hagen, H., Synonymia Libellularum Europaearura. Rog.iomonti, 1840. 8. DE Selys-Longchamps, Monographie des Libellulid('es d'Europe. Paris, 1840. 8. et Hagen, Revue des Odonates ou Libollules d'Europe. Bruxellcs, 1850. S. et Monographie des Calopterygines. Bruxclles, 1854. 8. et Monographie des Gomphines. Bruxelles, 1857. 8. 1. Gruppe. Kopf kurz, quer cylindrisch, Augcn durch don broiten Schoitol gctrount. Vorder- und HinterflLigel gleich gcstaltet, letztcre ohne Bindohaut an der Basis. Unter- lippe mit tiefem Einschnitt zwischen den inneren Laden. — Larven mit Schwanzkiemen. (A gr io n id a e). 1. Gatl. Calloptoryx Loach. Flugol bioit, gogon dic Basis hin allmalilicli voi'ongt, sehr dicht netzartig geadert; Stigma beim Mannchon fohlcnd, Farbe der Fliigol iiach dem ficschlocht verschioden. Beine verliingert, mit dichtor Doppolroihe selir langer Slacheln. Die Raife des Miinnchens diiiin, zangoiiartig gekruinmt. — Die Larve ncbon don Schwanz- kiemen auch niit Darmkicmen versehen. — Art: C. virgo Lin., Seejungfer. Glan- zend azurblau mit sattbraunon, slahlblau gliinzoiulon Fliigolii ; Woibchen niolir smaiagd- 1 . Orthoptera. 63 griin mit lichteren, wassrig braunen Fliigeln, deren Stigma schneeweiss ist. L. 20 — 22 Lin. Bei stehenden Gewassern iiberall gemein. (Bei einer grosseren Anzahl siidamerikanischer Arten , welche die Untergattung Heta e r ina Hag. biiden, haben dle Miinnclien schon carminrothe Flecke an der Basis beider Fliigel ; z. B. H e t. d o m i u.u 1 a Hag. aus Surinam) . Verwandte Gattungen : E u p h a e a Selys und T h o r e Hag. 2. Gatt. LestesLeach. Fiiigel schmal, an derBasis stielformig verengt, hyalin, sperrig geadert, die Zellen meist pentagonal ; Stigma von der Liinge zweier Zellen, bei beiden Geschlechtern vorhanden. Beine verlangert, lang gestachelt, die Raife des Mannchens diinn, zangenartig gekrummt. — Die Larve nur mil Schwanzkiemen. — Art : L. sponsa Hans. Smaragdgriin, beim Mannchen der Prolhorax, die Brust, der Mittel- und Hinter- riicken so wie die beiden Basal- und Spitzenringe des Hinterleibes licht weissblau bereift. L. 13 — 16 Lin. In Deutschland, haufig. 3. Gatt. Me galo p r epu s Ramb. Korper ausserordentlich verliingert ; Fliigel gegen (lie Spitze hin slark verbreitcrt, mit stumpfer Spitze, die Zellen an dieser sehr eng , sonst weit und lang viereckig. Die Raife des Miinnchens sehr kurz und spitz. — Art : M. coe- ruleatus Drury. Schwarzlich stahlblau ; Fliigel glashell mit tief schwarzem Stignaa und breiter stahlblauer, aussen buchtiger Querbinde vor der weisslichen Spitze. L. sy, Zoll, Fliigelspannung 6 Zoll. — In Central-Amerika. Verwandte Gattung : Mecistogaster Ranib. mit ebenfails sehr langgestreckten Siid-Amerikanischen Arten. 4. Gatt. AgrionFab. Fliigel schmal , an der Basis gestieit, hyalin, mitweitcn, qua- dratischen Zellen und kurzem Stigma (von der Lange einer Zelle) ; Beine kurz mit kleinen Stacheln, die Raife des Mannchens kurz und dick. — Die Larve nur mitSchwanzkiemen.— Art : A. puellaLin. Das Mannchen griinlich erzfarben mit hiramelblauen Langsbinden und Unterseite des Thorax ; am Hinterieibe der erste bis sechste Ring ihimmelbiau .mit schwarzer Spitze, der zweite mit H formiger schwarzer Zeichnung, die beiden vorletzlen ehenfails blau. L. 15— 16Lin. In Deutschland nebst vielen anderea, ahnlichen Arten hautig. Verwandte Gattung : Platycnemis Charp., mit flachgedriickten, scharfrandigen Schienen. 2. Gruppe. Kopf dick, Augen gross. Hinterfliigel breiter als die vorderen , besonders an der Basis erweitert, rait einer Bindehaut versehen ; das Dreieck in beiden Fliigeln fast gleich gestaltet. An der Unterlippe die inneren Laden vereinigt, fast ebenso gross als die mit dem Taster verschmolzenen iiusseren. — Larven mit Darmkieraen und flacher Maske. (Aeschnidae). 0. Gatt. Gomphus Leach. [Diastatomma Charp.) Augen durch den Scheitel getrennt, Bindehaut der Hintorfliigel sehr schmal ; die inneren Laden der Unterlippe ganz verwach- sen, ohne mittleren Kerb. — Larve mit breitem, abgeflachtem Hinterleib, die Segmente seltlich nicht gedornt. — Art : G. v u I g a t i ssi mus Lin. Schwarz mit breiten gelben Langsbindon des Thorax und feiner Ruckeniinic des Hinterleibs bis zum siebenten Uinge ; die Raife des Mannchens kurz und dick, wurstfdrmig, dic elfte Ventralplalte zweizipflig. L. "2-2 Lin. — Im Friihjahr iiberall gemein. Verwandte Galtungen : Co r d u le g a s t er und Pe ta I u ra Leach. 6. Galt. AeschnaFab. Augen in der Mitlellinie des Kopfes zusaramenstossend, Bindehaut der Hinterfliigel deutlich, diese beim Mannchen mit ausgeschnittenem Anal- rand ; die innercn Laden der Unterlippe zwar verwachsen, aber mit deutlichem Mittel- kerb. — Larve mit langerem, gewdlbtem Hintcrleib, die Segmentc seitlich scharf gedornl. — Art: A. grandis Lin. Rostfarbig, kaum gefleckt , Stirn ungefleckt, Oberlippe ein- farbig ; Thoraxseiton niit zwei gelben Binden , Fliigel gelblich mit w'eisslicher Bindohaut. Raife des Mannchens mit abgerundeter Spitze, unterhalb nicht gezahnt. L. 30 Lin. In Deutschland ; sehr flugkraftig. Verwandte Gattungen : AnaxLcach und G y n aca nlha Ramb. 3. Gruppe. Kopf und Hinterflugel wie bei der vorigen Gruppe ; das Dreieck in Vor- der- und liintcrfliigeln verschieden gestaltet. An der Unlerlippe die inneren Laden verei- nigt, mit miltlercm Kerb, viol kiirzer als dio mit dem Tastor verschmolzenon ausseren. — Larven mit Diirmkienieii und eiiier lloliiiinaske. (L i b el I u 1 i d a e). 64 I. Insecta. 7. Gatt. L ibel 1 u la Lin. Augen in der Mitteiiinie zusammenstossend, am Hinter- rande nicht erweiterl; Analrand der Hinlerfliigel bei beiden Geschlechtern nicht ausge- schnitten. — Art : L. q u ad r i m a c u la t a Lin. Nach aussen vom Dreieck der Vorder- flugel mit vier Zellenreihen ; Korper safrangelb mit schwarzer Hinterleibsspilze und hellgelben Seitenflecken bcsonders auf dem 5ten bis 8ten Ringe. Fliigel glashell , mit safrangelber Wurzel und schwarzbraunem Fleck in der Mitte des Vorderrandes ; die Hin- terflUgel ausserdem mit einem gleichen , aber grdsseren und weiss gcgitterten an der Wurzel. L. 20 — 22 Lin. In Deutschland, im Friihjahr haufig. (Die sehr zahlreichen, allen Welttheiien zukominenden Arten gruppiren sich am besten nach der Anzahl der Zeilen- reihen jenseits des VorderflUgel-Dreiecks, deren vier, drei und zwei vorkommen.) 8. Gatt. Epitheca Charp. Augen zusammenstossend , am Hinterrande erweitert; Analrand der HinterflUge! beim Mannchen ausgeschnitten , von der langen Bindehaut ganz ausgefUllt. Korper hellgefarbt mit breitem, flaclien Hinterleib. — Art; E. bimaculata Charp. Safrangelb mit breiter schwarzer Hinterleibsbinde ; FlUgel hyalin mit gelbem Vor- derrande, die hinteren mit schwarzbraunem Wurzelfleck. L. 25 Lin. — In Deutschland, vereinzelt im Fruhjahr. 9. Gatt. Cordulia Leach. {Epophthalmia Burm.) Von der vorigen Gattung durch metallischen Korper, schmalen, cylindrischen , nur an der Spitze abgeflachten Hinterleib und die kurze Bindehaut an den HinterflUgeln des Miinnchens uiiterschieden. — Art : C. aenea Lin. Einfarbig metallisch grUn oder bronzefarbig mit gelber Basis der Ober- lippe : Hinterflugel mit safrangelbem Analrande und grauer Bindehaut ; die letzte Ventral- platte des Mannchens gablig gespalten, jeder Gabelast zweihakig. L. 22 Lin. — In Deutscli- land, gemein. Verwandte Gattungen mitauslandischen Arten: Polyneura Ramb., Palpopleura Ramb. u a. 6. Zunft. Physopoda Burm. (Thysanoplera Halid.). Kdrper sehr klein, schmal, abgeQachl; Kopf cylindrisch, mil dem Scheilel nach vorn, mit dem Munde nach unten und hinten gewandt. Fiihler auf dem Scheilel entspringend , acht- bis neungliedrig ; Augen gross, Ocellen vorhan- den. Mund riisselformig, mit borstenformigen Mandibeln, verlangerten und der Oberlippe anhaflenden Maxillen, zvvei- bis dreigliedrigen Kiefer- und zvveigliedrigen Lippentastern. Prothorax schmaler als Meso- und Mela- thorax : Fliigel homonom , schmal , ungefaltel , lang gevvimpert, sparsam oder kaum geadert, einander deckend, den) Leibe horizonlal aufliegend, nicht sel- len verkUrzt oder fehlend. Tarsen zweigliedrig, ohne Klauen, das zvveite Glied an der Spitze mit grosser Haftscheibe. Sehr klelne in Bluthen und auf Bliittern lebende Insecten , vv^elche Irolz der vvesentlicli abweichenden Mundbildung, durch die sie eine augenscheinliche An- niiherung an die Hemipleren bekunden , im Allgemeinen den Orthopteren-Charakter nicht wohl verkennen lassen und ebensowohl durch die Korperform an die Forfi- cuhnen als durch die Kopfstellung an die Schaben erinnern ; vor Burmeister hatte sie schon Geoffrov den Orthopteren beigeziihlt. Ihr aus neun flachen Ringen be- slehender Hinterleib lauCt entweder in eine Rohre (10. Ring) aus, die daim beiden Ge.schlechtern gemein ist, oder er endigt beim Weibchen hi eine Legescheide, welche wie bei den Locusten aus zwei Paaren seitlicher Klappen zusammengesetzt ist. Nach IIalu)AV, der die Physopoden als eigeiie Ordnung Thysanoplera aufslelll, ist der Darmkaiial uiii die Ilalfte langer oder doppclt so iang als der Kfirper, ge- wunden, die Vasa Malpighi zu vieren vorhanden, an der Spitze frei. Haliday, in: Entomol. Magazine III, p. 439. in : List oll tlie specimens of Homoplerous Insects in the collection of the Bri. tish Museum IV, p. -1094. \ . Orthoptera. • 65 Amyot et Sekville, Hist. nat. des Insectes Hdmipteres, p. 640. BuRMEisTER, H., Gencra Insectorum I. Berol. 1838— 'i6. 8. ii. Fara. Thripidae, Blasenfusse. Charaktere niit denen der Zunft zusani- menfallend. 1. Gruppe. Letztes Hinterleibssegment bei heiden Geschlechtern rohrenformiiz ; Iliiften kiiglig, gctrennt. Fliigel fast ohne Adern , sehr lang gcwimpert, sich in der Riiiio kreu- zend ; Fijhler achtgHedrig. Kein Sprungvermogen. (T u b u 1 i f e r a Halid.) 1 . Gatt. Phloeothrips Ilalid. Drei Oceiien bei den gefliigelten Arten, keine bei den flugeliosen ; Vorderniigel nur mit dem Anfang einer Langsader ; Lippcntaster oval. — Art : Phi. ulmi Fab. (Thr. corticis de Geer). Glanzend schwarz , Fithlergliedor fast gleich gross, das zweite ganz, die folgenden an der Basis hellgelb, die Kniee , Vorderschienen und alle Tarsen rostfarben ; die dicken Vorderschenkel mit zwei Ziihnen. L. IVjLin. Haufig unter Baumrinde. 2. Gruppe. Weibchen mit zusammengedriickter, vierklappiger Legescheide, die in einer Rinne der beiden letzten Bauchsegmente verborgen liegt. Vorderfliigel derber, mit zwei Langsadern, neben einander liesend. Fiihler meist neungiiedrig. Sie springen vermit- telst des Hinterleibes. (Terebrantia Haiid.) 2. Gatt. ThripsLin. {P/iysapus de Geer) Fiihler mit sechs grosseren Gliedern , auf welche eine zwei- oder dreigliedrige Endborste folgt. Ilinterleib glatt oder mit reihen- weise gestellten Gruben, das Endsegmeot beim Mannchen kiirzer und stumpler als beim Weibchen. Vorderlliigel mit bis fast zur Spitze reichenden Langsadern. — Arten : Thr. physapusLin. Schwarz mit braunlichen Fliigeln ; Fiihier weisslich mit dunkler Basis und Spitze, an den Beinen die Spitze der Schienen und die Tarsen rostgeib. L. % Lin. Besonders in den Bliithen von Cichorium Inlybus gemein. — Thr. cerealium Haiiti. Dunkel rostbraun, die Fiihler mit .\usnahme des ersten und sechsten Gliedes, die Beine und Einschnitte des Hinterleibs gelblich. Larve hell blutroth. L. 1 Lin. Dem Weizen durch Zerstdren der Aehren olt schadlich. Verwandte Gattung : Heliothrips Halid. 3. Gatt. Melanothr ips Halid. Fuhler deiitlich neungiiedrig ; Vordcrfliigel breiter als die hinteren, mit drei Queradern. Legescheide leicht aufgebogen. — Art: M. obesa Halid. Ganz schwarz, niit schwarzlichen Vorderflugeln. L. y^ Lin. Auf Heseda und Ranunculus. Verwandte Gattung: Aeolothrips Halid. ; 7. Zunft. Thysaiiura Latr. Die beiden sclion von L.\treille mit einander vereinigten, bei ilun aber eine eiuene Ordnun" der Insecten biidenden Familien dieser Ziinft bieten in ahnlicher Weise wie die unter der funften vereinigten ziemlich wesentliche Organisalionsunterschiede dar, werden aber andererseits durch den sleten Mangel derFIiigel, durch eine eigenthiimliche Schuppen- und Haarbekleidung der Korperoberfliiche, die auf einer geiingen Stufe der Entwickclung slehen- den Sehorgane so wie endlich durch die Aehnlichkeit der Lebensweise und des Aufenthalls an dunkeln, feuchlen Orlen mit einander verbunden. Von LLNNfi, Geoffroy u. A. unler die naturwidrige Ordnung Aptera gebracht, von Lk.\ch und M.\c-Leay als Insecta ametabola von den Ubriiicn Insecten abge- sondert, wurden dieselben zuerst von Burmeister in ihrem nalurgemiissen Verhiiltniss zu den Orlhopteren aufgefasst und seincr Ordnung Cii/iituognafha einverleibt. Durch Lepisma, welchcs die typische Unterlip[)enbildung der Orthoptera genuina zeigt, sich diesen anschliessend, nehmen sie in anderen Beziehungen , und zwar besonders durch das Schwinden der zusamnienge- llanilh. (i. Zool. M. 5 66 • I. Insecla. setzlen Augen oflenbar die niedrigste Stufe der Entwickelung in dieser Ord- nung, die sie nach unten abscliliessen, ein. Latreille, De rorganisation exterieure et comparee des Insectes de rordre des Tliy- sanoiires. (Nouv. Annales du Muscum dHist. nat. I. 1S32, p. lei.) Templeton, R., Tliysanurae Hii^ernicae. (Transact. entomol. soc. of London 1, p. 89, pl. M u. 12.) NicoLET, H., Essai sur une classification des Insectes apteres de rordre des Thysa- noures. (Annales d. 1. soc. entom. 2. ser. V. p. 335. pl. 5 et 6., Gervais, P., in \Valcli.enaer, Hist. nat. des Insectes Apteres III, p. 377. 15. Fam. Lepismatidae Burm. [Lepismenae Lafr.), Borst enschwanze. Korper raiiglich, ge^voibt , n)it melalhsehen Schuppen nach Arl der Sclimetterlings- tliigel dicht bedeckt. Fiihler sehr lang, borstentormig , vielghedrig, vor deu Augen entspringend ; Mundlheile frei , mit hmgen , hervorragenden Tastern , die an den Unterkiefern bis siebenghedrig, an der Unterhppe vierghedrig sind. Thoraxringe fast vvie bci lilatta, Prothorax gross. Beine mit kraftigen Schenkeln , kurzen Schie- nen und zwei- bis vierghedrigen Tarsen. Ibnterleib zchnringhg, mil einer liinge- ren unpaaren Miltel- und paarigen Seilenborsten an der Spitze. Kleine, ausserordentlich hurtige Thiere, die in ilircr Thorax- und Beinbildung eine gewisse Vervvandtschaft mit den Schaben darbieten, welchen sic von BtRMEi.sTER unmit- telbar vorangestellt werden. Die metallisch glanzende Schuppenbeklcidung ist sehr leicht verletzbar, so dass sie bei der leisesten Beriihrung verloren geht; dieSehuppen, zu den bekannteslen und hiibschesten mikroskopischen Praparaten gehorend, sind oval oder rundlich , stark langsriefig, ganzrandig, nur am Basalende niit einem Spalt und einem dariiber silzenden Slift versehen. — Die mit Springorganen versehenen Arten , welche den Poduren naher stehen, leben unter Steinen, die iibrigen besonders in faulem Holz, auch in feuchten Wohnungen. 1. Gatt. LepismaLin. [Forbicina Geoffr.), S i I be r f is chc h e n. Korper von birn- fdrmigem Umriss, flach gevvdlbt. Augen klein, aus etvva zwdif getrennten Ocellen be- stehend ; Unterkiefer mit hehnfdrmiger Aussen- und hakiger Innenlade, Kiefertaster fiinf-, Lippentaster viergliedrig, Unteriippe mit vier deutlich getrennten Lappen. Kein Spring- organ am Hinterleib, dessen Spitze drei fast gleich lange Borsten tragt ; Tarsen zwei- oder viergliedrig. — Art : L. saccharina Lin., Zuckergast. Oben schdn silber- glanzend, weisslich, unten licht gelb , ebenso die Fiihler und Beine ; Tarsen zweigliedrig. L. 4 Lin. In Hausern iiberall in Europa haufig, gern am Zucker naschend ; dass das Thier aus Nord-Amerika eingefiihrt sei, ist eine unbewiesene Annahme. Man kennt mehrere Arten aus verschiedenen Landern. Verwandte Gattungen : Le pi s mi na und N i co le lia Gervais, letztere ohne Augen. 2. Gatt. Machilis Lalr. [PelroUus Leach). Kopf fast wagerecht, mit wirklichen Netzaugen ; Unterkiefer kurz mit zwei hauligcn Ladcn und siebengliedrigen Tastern, Un- terlippe vierlappig, mit viergliedrigen Tastern. Prothorav wie der ganze Kdrper hochge- wdlbt, vorn zusammengeschniirt , Tarsen zweigliedrig ; Hinterleih nut di-ei Borsten aii der Spitze, von donen die mittlere stark verlangert ist , neuntes Bauchsegment zu einer Springgabei umgestaltet. Die Legescheide des Weibchens hornig, hervorlretcnd, vier- klappig. — Art: M. a n n u I i cor n is Latr. Briiunlich , oberhalb mit zwei Reihen drei- eckiger , schwarzcr Flccke ; Fiihlcr und Schwanzborsten weiss geringelt. L. 4 — 5 Lin. Unter Steincn, in Frankreich hiiufig. t6. Fam. Poduridae Burm. {Podarcllae Lair.), Sp r in gsch wiin ze. Kdrper meist langgestreckt, cyhndrisch , mit behaarler oder beschuppter Obcrdiiche. Fiihler derb, aus vier bis sechs dcutlicheu Ghedern bestehend, am Vorderrande des Kopfes eulspringend. Nur cinfache Augen vorliandcn , die jederseils zu 4 bis 8 (sehen bis 20) l)ei einander sielien. Mundlheile verborgen, indessen slimmllich nachweis- bar; Mandibeln gezahnt , Maxiilen mit hornigcr , 5 bis 6 ziiliniger Lade ; Taster fehlend. Protiiorax klein, verborgen , Meso- und Metalhorax gross , unter einander 1. Orthoplera. 67 gleich. Beine derb mit eingUedrigeii Tarseu , ^\elclie z\\eilappig sind und am Ende eine gespaltene Klaue fiihren. Hinterleib meist aus sechs , zuweilen nur aus drei Segmenten bestehend , mit langer, unter den Bauch geschlagener Springgabel an der Spitze. Die Poduren sind kleine , unler faulenden Vegetabihen am Boden iiberall in Menge anzulreffende Tliiere, weiche durch Aurstemuien auf ihre Springgaljel Jjefaliigt sind , sich starlc in die Mohe und fortzuschnellen. Sie bediirfen zu ihrer Existenz der Feuchtigkeil und konnen hohe Kaitegrade leicht ertragen, wie dies nicht nur das Vorkommen vieler in der Schneercgion und ihr oft massenliaftes Ersciieinen im Winter auf der Oberfliiche des Schnees, sondern auch die Beobachtung, dass sie nach langer Erstarrung wieder auf- leben, beweist. Nach Nicolet, der diese Inscclen meisterliaft untersucht und bearbeitet hat, sind sic sehr fruclithar (N. fand in einem Individuum 1360 Eier) , entwickein sich aber im Verhaltniss langsam , der Embryo namiich in 12 Tagen ; sie hauten sich oft und in Zeitriiumen von 14 Tagen. Der gerade verlaufende Darmkanal bcsteht zum grossten Theile aus einem langen und volumindsen Chylusmagen , an dessen unteres Ende sechs freie Vasa Malpighi einmijnden ; nur ein Brust- und ein Abdominalganglion ; vier Stigmen- Paare an den vordersten Abdominalsegmenten. Neben den beiden Haupttracheenstammen sechs Paarc Jangiicher Blasen, durch Schiingen mit ihnen verbunden. NicoLET, II., Recherches pour servir a rhistoire des Podurelles. Neufchatel 1841. 4. c. tab. 9. (Nouveaux Memoires de ia soc.- Helv^tique d. scienc. nat., Vol. VI.) 1. Galt. Achoru tes Templ. Korper liinglich, gleiclibreit, Fiihler selir kurz und dick, viergliedrig , vier Ocelien jederseits ; Muiui riisseiformig, zum Saugen. Springgabel fehlt. — Arl: A. tuberculatus Nic. Einfarbig grau, die einzelnen Segmente durch Langsfalten fiinfwiilstig, jeder Wulst mit ianger Borslc. L. 1 Lin. In der Schweiz. Verwandle Galtung: LipuraBurm. (Anuropliorus Xic), ebenfalls ohne Springgabel, aber mit gewdhnlicher Mundbildung; 13 — 2 Ocellen jederseits. 2. Gatt. PoduraLin. Fiihler sehr kurz und dick, viergliedrig, jederseits acht Ocellen ; Springgabel kurz , Prothorax weniger verkiirzt als gewdhnlich. — Art : P. aquatica de Geer. Von plumper Kdrperform, schwarzblau mit rotlien Fiihlern und Beincn. L. 1 Lin. Auf stehenden Gewassern oft in zahlioser Menge herumspringend. 3. Gatt. Desoria Agassiz. Kdrper schlank, Fiihler viergliedrig, die drei letzten Glieder langer ; Ocellen jederseits sieben, SpringgabeJ lang, gerade. — Art : D. glacialis Nic. Ganz schwarz, sehr haarig. L. 1 Lin. Auf den Alpengletschern haufig. 4. Gatt. Cy phoderu s Nic. Kdrper beschuppt, schlank, Mesothorax zuweilen nach vorn kappenartig ausgezogeii, das vierte Hinterleibssegment verliingert ; jederseils acht Ocellen, Fiihler mil vier verlangerten Gliedern. — Art : C. capu c i nus Nic. Blass orange- gelb.mit weit hervortretendem Mesothorax ; die beiden letzten Fiihlerglieder blaulich- grau. L. 1 Lin. In Garten, vereinzelt. 5. Gatt. Degeeria Nic. Kdrper beschuppt und mit keulenfdrmigen Haaren besetzt; Fiihlerlang, viergiiedrig, jederseits aclit Ocellen ; Spiinggabel lang. — Art : D. nivalis Lin. [arborea de Geer). Gelblichgrau mil schwarzen Querbinden am Ilinterrand der Seg- mente; ein Fleck auf dem Kopf und die beiden letzten Fiihlerglieder gleichfails dunkel. L. 1 Lin. Im Winter, auf dem Schnee mitunter haufig. Verwandte Gattung: To mo c e ru s Nic, mit sehr langem , fadenfdrmigem drittom Fiihlergliede. 6. Gatt. Orch es e I la Templ. Fiihler sechsgliedrig , gebrochen, die beiden letztcn Glieder diinner uiid verliingert. Springgabel sehr lang und schmal. — Art ; 0. fa s t u o sa Nic. Kopf und Fiihlerbasis tief schwarz, das zw-eite Glied mit schneeweisscm Ringe ; Thorax und Hinterleibsbasis ziegelroth gelleckt, das zweite Segment und zwei Flecke vor der Spitze des ietzten weiss. L. 2 Lin. Iin Friihjahr, unter fcuchtem Laube, gemein. 7. Gatt. S m y n tli u ru s Latr. Kdrperkurz, fastkuglig, alle Ringe dcs Thorax und Hinlerleibs mit Ausnahme des Prothorax verwachsen. Fiihler viergliedriu, lang, ge- brochen ; Beinc schlank , Ocellen jederseits acht. — Art : S m. s i gna tu s Latr. Dunkel olivenbraun, weiss behaart, Kopf , Fuhler und Beine lichter. L. "/3 Liii. — Lnter abgefal- lenen Bliittern, haufig. 5* 68 I. Insecta. 2. Ordnung. Neuroptera, NetzlUigler. I n s e c t e n m i t v o 1 1 k o m m e n e r V e r vv a n tl 1 u n g , b e i s s e n d e n M u n d t h e i I e n , f r e i e m P r o t ii o r a x u n d h a u t i g e n V o r d e r - u n d Hinterfl iige I n. In der Ordnung der Nelzfliigler ist ebensowenig wie in derjenigen der Orthopteren ein fester Abschluss in der ausseren Erscheinung ihrer ver- schiedenen Mitglieder erreicht, so dass auch hier noch die Form dem Einfluss der Organisation unterworfen ist; indessen sind es doch einige Korpertheile, welche hier schon eine einheitlichere Gestalt annehmen und die Ordnung wenigstens iiusserlich homogener erscheinen lassen, als es bei den Orthopte- ren und in Wirklichkeit auch bei ihr selbst der Fall ist. Zuerst sind in dieser Beziehung die FlUgel zu erwahnen , von denen die hinteren allerdings noch darin Schwankungen darbieten , dass sie bald theilweise zusammenfaltbar, theils flach ausgebreitet erscheinen , die vorderen jedoch nirgends mehr in Flilgeldecken umgewandelt sind , sondern mit einzelnen Ausnahmen (wo sie ilberhaupt verkiimmort bleiben) als wirkliche Flugorgane dienen und dem- gemiiss eine hiiutige Consistenz darbieten; sie zeigen ebenso ofl ein dichtes, netzarliges Geader als eine sparsamere, vorwiegend der Liingsrichtung fol- gende Aderung. In zweiter Reihe wiire die Bildung der Unterlippe hervorzu- heben, welche allerdings noch keinen fest abgeschlossenen Typus darstellt, in deren nur leichtenModificalionen die Herausbildung eines solchen aber deutlich zu erkennen ist; indem namlich nur noch bei vereinzelten Formen eine milt- lere Spaltung der Ligula an die ursprilngliche Entslehung aus den Maxillar- laden erinnert , schliesst sich die grosse Mehrzahl in der festen Verwachsung der vier Laden zu einer unpaaren Platte, wie sie bei den Goleopteren die Regel ist, letzteren viel enger als den Orthopteren an. Der Korper der Neuropteren ist langgestreckt und schmachtig, der Kopf vom Prolhorax aufgenommen, meist kurz, die Augen sellen auffallend gross, die Ocellen ebenso oft fehlend ais ausgebildet, die FiUiler in den meisten Fiillen borslen- oder schnurfiirmig, vielgjiedrig. Die Mundtheile, obwohl durchweg nach dem Typus der beissenden gebildet, treten in zwei w'esentlich verschie- denen Stufen der Yollkommenheit auf : in der Zunft der Planipennia mit den- jenigen der Coleopteren Ubereinstimmend, d.h. aus kriiftigen, hornigen Man- dibeln und in allen Theilen vollstiindig ausgebildeten Unterkiefern und Unter- lippe, welche letztere aneinander frei beweglicli sind , bestehend , reduciren sie sich I>ei den Trichoptera und Sfrepsij)tera auf kleine, hiiulige Stununeln von Mandibein und auf eine durch "iinzliche Verschmelzuni; der Maxillen mit der Unlerlippe entstandene untere Mundkla^ipe, an der sogar die Lippentaster vollstiindig eingehen konnen. Der stets frei bewegliche Prolhorax geht die verschiedensten Stufen der Entwickelung von der ktirzesten Ringform bis zu einer ansehnlichen Liingsausdehnung durch ; die im Ganzen einfach und zart gebildelen Beine haben Ijci der Mehrzahl fiinfgliedrige Tarsen. Der gestreckte Ilinterleib besleht in der Regel aus acht bis neun freien Segnienten ; die Haife zeigen, wo sie llbei'haupt enlwickelt sind, keine Gliederung. 2. Neuroptera. 69 Von den inneren Organen entspricht der Darmkanal meist der Ktirper- lange und legt sich nur bei den Panorpinen in eine Schlinge zusammen ; letz- tere zeichnen sich zugleich durch den Mangel des sonst sehr allgemein vor- handenen sackformigen Schiundanhanges (Saugmagen) aus, welcher von dem unteren , erweilerten Theile des Oesophagus abwiirts steigt. Ein kugliger Proventriculus kommt ausser den Panorpinen auch den Megalopteren zu; die langgestreckten Vasa Malpighi treten zu sechs bis acht auf. Die stets viel- kammerigen Eirohren inseriren sich theils kamm-, Iheils quirlftirmig an die Tuben, und in den Oviduct miinden bei denjenigen Formen , deren Weibchen ihre Eier mit einer Uiille utngeben (Trichoptera} oder sie auf Stiele absetzen {Chrysopa) , Drusenschliiuche. Das Bauchmark besteht auch in dieser Ord- nung aus deutlich getrennten Thorax- und Abdominalganglien. Bei den mehrfachen Analogien, welche die Neuropteren mit manchen Orthopteren erkennen lassen, isl fiir ihre Abgrenzung die Art der Metamor- phose von besonderer Wichtigkeit. Dieselbe ist bei allen Neuropteren eine vollkommene , indem sich die der Imago vollstiindig unahnliche Larve nach der letzten Hautung in eine langere Zeit ruhende Puppe verwandelt, welche als Pupa libera schon alle Theile des vollkommenen Insectes deutlich erken- nen iasst. Diese Puppe , w elche entweder frei oder von einem Cocon um- schlossen liegt, zeigt indessen die Eigenthiimlichkeit , dass sie vor dem Aus- schlupfen der Imago schon befiihigt isl sich fortzubewegen und einen zur vollstiindigen Entwickelung passenden Ort aufzusuchen; sie unterscheidet sich hierdurch nichl unwesentlich von den Puppen der Coleopteren und Hy- menopteren, vvelche, sonst ganz mit ihr gleichgebildet, ihre Ruhestatte nicht verlassen kdnnen. — Die Larven der Neuropteren, welche gegenwartig von fast allen Ilauptgattungen bekannt und in neuerer Zeit besonders durch Braler einem genauen Sludium unterworfen worden sind, ieben der Mehrzahl nach vom Raube anderer Insecten ; sie zerfallen in solche mit beissenden und mit saugenden Mundtheilen , letztere in sogenannten Saugzangen , welche von den Mandibeln und Maxillen in Gemeinschaft gebildet werden, bestehend. Die Ordnung der Neuropteren umfasst in der hier fur sie angenommenen Begrenzung drei einander gleichwerthige Gruppen von Insecten , welchen die Englischen Autoren den Rang von besonderen Ordnungen zuerkannt haben, namlich ausser den Neuropteren im engeren Sinne die Trichoptera und Strepsiplera Kirby's. Die engen Beziehungen , welche dieselben zu einander erkennen lassen, durch ihre Vereinigung andeutend, glauben wir andererseits ihren Unterschieden dadurch Rechnung tragen zu miissen, dass wir sie als besondere Zilnfte auffilhren. Selbst in diesem Umfange bilden die Neuropte- ren die bei weitem arteniirmste unter allen Insectenordnungen, von der man gegenwartig kaum 1000 Arten kennt; fossil Ireten sie in den alteren Schich- ten nur sparsam, in Menge dagegen im Bernstein auf. Ramblr, P., Histoire naturelie des Inscctes Nevropt^rcs. Paris 1842. 8. Braler, F., Neuroptera Austriaca. Wien 1857. 8. Beitriige zur Kenntniss des inneren Baues und der Verwandlung der Neuropte- ren. (V^erhandl. d. zool. botan. Vercins zu Wien, V, p. 701 ff.) LoEAv, H., Bemerkuni;cn iiber die analoinisclien Verlialtnisse der Neuropteren. (Ger- mar's Zeitschr. f. d. Entora. IV, p. 4:24 ff.) 70 i. Insecta. l.Zunlt. Plaiiipeiiiiia (Latr.) Burm., Plattflugler. Vorder- und Ilinterflugel gleichartig, die letzteren niemals faltbar. Mund- theile vollstiindis ausiiebildet, zum Kauen befahiij;!: Oberkiefer kraftig, hornig, Unterkiefer mit zwei getrennten Laden und funf- bis sechsgliedrigen Taslern, Unterlippe frei mit dreigliediigen Tastern. Prothorax meisl von mittlerer, nicht selten von bedeutender Enlwickelung, Meso- und Metathorax fast von gleicher Form und Grosse ; Tarsen stets funfgliedrig. — Larven ohne Hiille, theils mit beissenden , theils mit eigenthiimlich gebildeten saugenden Mund- theilen, der Mehrzahl nach keine Wasseibewohner. Brauer, F., Versuch einer Gruppirung der Gattungen in der Zunft Planipennia, mit besonderer Riicksiclit aiif die friilicren Stiinde. (Steltin. Entoni. Zeit. -185-2, p. 71.) LoEW, H., Abbildungen und Bemerkungen zur Anatomie einiger Neuropteren-Gat- tungen. (Linnaea entomol. III, p. 345. Taf. 1 — 6.) I.Fam. Megaloptera Burm. Kopf senkrecht gestellt, Augen halbkuglig, Ocel- len meist fehlend ; Fiihier faden- oder schnurformig , zuweilen gekealt. Unter- lippe mit stark entwickelter, ungetheilter Ligula und dreigliedrigen Tastern, Unter- kiefer mit zweigliedriger Aussenlade. Vorder- und Hinterflijgel in Grosse und Form gleich oder die hinteren schnialer, in der Ruhe meist dachlormig aufliegend ; Tarseu ohne erweiterte Glieder. Hinterleib schlank , linear, mit acht. bis neun deutlichen Ringen. — Larven sich von anderen Insecten nahrend , welche sie mit paarigen Saugzangen ergreifen und aussaugen ; dieselben werden durch eine Vereinigung der jederseiligen Ober- und Unterkiefer gebildet, indem sich die fadenformigen letzteren in eine untere Rinne der sichelformigen ersteren einschlagen.' Verpuppung in einem Cocon , das die Larve mit einem im Mastdarm befindlichen Spinnorgan anfertigt. Die ziemlich zahlreichen, im Inlande meist kleinen und unscheinbaren Arten errei- chen in den Tropengegenden zum Theil eine ansehnliche Grosse und zeichnen sich hier ebensowohl durch schone Zeichnung [Myrmeleon] ais durch elegante Form der Fliigel [Nemoptera] aus ; bei einigen [Ascalaphus] ist die habiluelle Aehnlichkeit mit Schmelter- lingen auffallend. Wahrend die einen {A.yrrneleon) iiusserst triige sind und meist an Zwei- gen angeklammert gefunden werden, thun sich andere wenigsteiis zur Paarungszeit durch sehr lebhaften und hohen Fiug hervor [Ascalaphus, Nemoptera]. Von besonderem Inleresse sind die Larven dieser Familie, die sich durch ihre inteilectuellen Fiihigkeiten in selir bemerkenswerlher Weise vor dem entwickelten Insecte auszeichnen; die List, deren sich einige zur Erbeutung ihrer Opfer bediencn [Myrmeleon] , hat in der Insectenwelt kaum ihres Gleichen. Nicht minder auffallend sind gewisse Eigenthiimlichkeiten in ilirer Orga- nisation : eine MundofTnung fehlt, indem die niit drei- bis fiinfgliedrigen Tastern ver- sehene Unlerlippe mit dem Kopfrande fest verwachsen ist und die in die Saugzangen ge- langende Fliissigkeit aus diesen unmiltelbar in den Oesophagus iibergefiihrt wird. Der Kopf ist jederseits mit sechs bis sieben einfachen Augen und mil kurzen , gegliederten Fuhlern verselien ; die Beine haben eingliedrige Tarsen , der llinterleib ist voluminus, meist betraclitlich breiter und kiirzer als bei der Imago, auf der OberlUiche warzig. Brauer, F., Beltrage zur Kenntniss der Verwandlung der Neuropteren. (Verhandl. il. zool. botan. Vereins in Wlen, IV, p. '.63 IT. und V, p. 479 u. 777 IT.) 1. Grvippe. Fiihlcr dcr Imago gegen die Spitze keulenformig verdickt. Larven mit grossem Kopfe , am Irmcnrande gezahnten Saugzangen und anliegenden Lippentastern ; ihr Prothorax klein, der Hinlerleib kurz und hreit. (.M y r m e 1 e o n t i d a e.) 1. Gatt. Myrmeleon Lin. [Myrmecoleon Burm.), Ameisenlowe. Fiihier kurz und dick, gegen die Spitze hin allmahlich keulenformig verdickt; Augen halbkuglig, ungetheilt. Prothorax vorn lappenformig hcrvorgezogen , den llinlerkopf iiberdeckend , Fliigel von 2. Neuroptera. 71 gleicher Form , die hinleren jedoch etwas kiirzer; an den Tarsen das zweite und dritte Glied verkiirzt. — .\rten : M. formicarius I.in. Schwarzlich mit celbem, schwarz ge- flecktem Kopf und blass gesaumtem Thorax ; Fliigel hyaiin mit sparsamen braunen Flecken, die vorderen mit weissem Stigma. L. 13 Lin., Fliigelspannung 28 — 30 Lin. — M. fornii- calynx Fab. Schwarz, Kopf gelb gerandet , -Schenkel und Schienen grossteiitheils gold- gelb, Thorax Jicht gesiiumt; Fliigei hyalin , ungollockt, auch die hinteron mit weissem Sligma. L. 15 Lin., Fliigelspannung 30 \An. Beide Arten in Deutschland allgemein ver- breitet. — Die gedrungene, graugelbe Larve beider, allgemein unter dem Namen Amei- senld we bekannt und diirch ihren stossweissen, stets nach riickwarts gerichteten Gang bemerkenswerth , lebt am Rande von Waldern im Sande, in welchem sie sich durch die von ihr angefertigten trichterformigen Vertiefungen verriith. Sie selbst sitzt im Grunde des Trichters dicht unter der Oberflache, zuweilen die Spitzen ihrer Saugzangen iiber dieselbe hervorstreckend ; sobald sie die Annaherung eines Insectes bemerkt, erregt sie mit den Beinen einen heftigen Sandwirbel, bewirkt dadurch das Herabsttirzen ihresOpfers in den Trichter und erfasst dasselbe nun mit den Kiefern, um es auszusaugen. Da man gleichzeitig Larven von verschiedener Grdsse und mit ihnen zusammcn auch Cocons findet, ist es wahrscheinlich , dass die Larvenperiode zwei Jahre dauert. — Die Larven anderer Arten, wie M. t e t r a gram m icu s Fab. und o cc i ta n i c u s de Vdl. (Galt. Aca n- tha clisi s Ramb.y graben keine Trichter, sondern sitzen unter der ebenen Sandober- flache; sie gehen riick- und vorwarts. 2. Gatt. Pa Ipa re s Ramb. Von der vorigen Gattung durch dickere , gedrungenere Fiihler und besonders durch die sehr verklirzten vier ersten Tarsenglieder unterschieden ; grosse Arten mit schdn gefleckten Fliigeln und meist mit zangenfdrmigen langen Raifen beim Mtinnchen. Larve mit quadratischem Kopf und zwei Nachschiebern an der Hinter- leibsspitze. — Art: P. libe 1 luloide s Lin. Wachsgelb, Kopf und Thora.\ mit schwarzer iMitteliinie, Hinterleib mit drei gleichen Langsbinden; Fliigel gelbiich getriibt , mit zahl- reichen kleineren und drei grossen, bindenfdrmigen braunen Flecken. L. 22 Lin., Flii- gelspannung liber 4 Zoll. In Siid-Europa ; andere .\rlen in Afrika uiid Asien. 3. Gatt. A s c a la p h u s Fab. Fiihler sehr lang , (adenfdimig, an der Spitze geknupft, Augen sehr gross , durch eine Furche gelheiit; Kopf sehr lang und dicht behaart. Pro- thorax und Beine kuiz, Vnrderflugel bedeufend limger als die Hinterflijgel , diese in der Mitte am brcilesten ; Mannchen mit zangenfdrmigen Raifen an dem haarigen Hinterieib. — Art : A. macaronius Scop. {Kclywanensis Laxm.) Schwarz, gleichfarbig behaart, das Gesichl jedoch goldgolb. Vorderfliigel mit breit guttgelber Basis und zwei grossen braunen Flecken auf dem durchs-ichtigen , aber angerauchlen Aussenfelde; Hinterfliigel satt schwarzbraun , eine Mittelbinde und ein runder Fleck vor der Spitze guttgelb. L. 9 Lin., Fliigelspannung 20 l.in. In Oesterreich und Dalmatien. — Zahlreiche, iihriliche Arten in Siid-Europa , zum Theil sehr grosse in den Tropen, von Lefeblre und R.v.mbur in mehiere Untergattungen (Bubo, Puer, Theleproctophylla, Ulula, Byasu. s. w.) ver- theilt. — Die Ascalaphus-Larve gleicht fast ganz der von Myrmeieon , lebt aber auf Wio- sen, sich zwischen Moos und Laub verbergend , ohne Trichter zu bilden; zur Nahrung scheinen ihr hauptsachlich Blattlause zu dieiien. 2. Gruppe. Fiihler der Imago gegen die Spitze hin nicht verdickt, faden- oder perl- schnurfornng, Larven mit kleinem Kopf, ungezahnton Saugzangen und vorgestreckten Lippentastern ; ihr Hinterleib langlich oder geslreckt. (H e m e r o b i d a e.) a) Vorderbeine zu Raubbeinen umgestallet. 4. Gatt. .\lantispa Illig. Fiihler kurz und dick, perlschnurarlig , Prothorax stark verliingert , cylindrisch, vorn eingeschniirt und erweitert, die starken Raubbeine weit nach vorn eingelenkt. Fliigel fast gleich gross , mil deutlichem Stigma , meist weit- laufig geaderf. — Larve linear, mit kegelfdrmigen , dicht an einander iiegenden Saug- zangen ; ihre Lebensweisc nicht bekannt. Die Eier werden vom Weibchen auf kurzen, fadenfdrmigen Stielen abgeselzt. — Arf : M. paganaFab. (Raphidia mantispa Lin.) Gelb- lich, violettbraun gefleckt, dle Vorderschcnkel an der Unterseito stark gobriinnt; Fliigel glashell, mit rothbraunem Stigma. L. 6 Lin. In Siid-Europa. — Zahlreiche andere Arton in allen Welttheilen. 72 I- Insecta. Brauer, F., Verwandlungsgeschichte der Mantispa pagana. fWiegmann's Archiv f. Naturgesch. -18.52, p. 1.) Erichson, W. F., Beitrage zu einer Monographie von Manlispa. (Gernoar's Zeitschr. f. d. Entom. I, p. 147. Taf. 2.) We.^t\vood, J. 0., On the genus Mantispa, ^vith descriptions of various new species. (Transact. entom. soc. 2 ser. I, p. 252. pl. 17, 18.) b) Alle Beine einfach. 5. Gatt. Nemoplera Latr. {Nematoptera Burm.) Kopf unterhaib in einen langen Schnabel ausgezogen, Mandibeln slumpf, ungezahnt, Unterkiefer verlangcrt ; .in deuTastern die drei Endglieder verkiirzt, Fiihler diinn, borstenformig. Vordertliigel breit, stumpf dreieckig; Hinterllugel sehr lang, linear, gegen die Spitze meist erweitert. — Die sehr zierlichen Arten siiid in den warmeren Gegenden der alten Well einheimisch, von lebhaf- tem Flug im Sonnenscliein. Die muthmassliche Larve der Gattung ist der schon von Rolx beschriebene Necrophilus arenarius, besonders durch den langen, linearen, aus zwei Thei- len bestebenden Prothorax ausgezeichnet. — Art: N. Coa Lin. Schwarz , Halsschiid- rander und zwei Langslinien auf dem Mesonotum , ebenso ein Theil der Scheokel und Schienen heligelb. Vorderfliigel gelb mit vier brauneii , stark w^elligen Querbinden und ausserdem am Vorderrande mit zwei Langsflecken; Hinterfliigel 25 Lin. lang, schwarz, mit drei weissen Binden. L. 6'/^ Lin. — In der Tiirkei. Klug, F., Versuch einer systematischen Festslellung der Familie Panorpatae u. s. w. (Abhandl. d. Berlin. Akad. d. Wiss. 1836.) c. tab. 1. Westwood, J. 0., Monograph on the genus Nematoptera. (Annals of nalur. hist. VHl. 1842, p. 376 tr. — Proceed. zoolog. soc. of London, IX, p. 9 fl".) ScH.\u.M, H., Necrophilus arenarius Hou.\, die muthmassliche Larve von Nenioptera. (Berl. Entom. Zeitschr. I, p. 1 ff.) 6. Gatt. OsmylusLatr. Fiihler perlschnurfdrmig, behaart, kiirzer als die Fliigel, drei deutliche Ocellen ; Fltigel dicht behaart, mit zahlreichen Queradern und nur einem Sector des Radius. — Larve langlich spindelfdrmig , mit linearen, fast geraden Saug- zangen; lebt am Ufer schatliger Bache unter Steinen, verpuppl sich in einem grobmaschi- gen , ovalen Cocon. — Art: 0. chrysops Lin. [maculalus Fah.) Schwarz mit mennig- rothem Kopf, Mitleliinie des Thorax und Beine hellgelb ; Fliigel durchsichtig, die vorderen besonders an den Randern mit grossen, auf der Scheibe niit sparsamen kleinen braunen Flecken. L. 6 Lin., Flugelspannung 21 Lin. — In Deutschland. Das Weibchen legt seine Eier reihenweise neben einander, ohne sie auf Stiele zu selzen. Verwandte Gattung : Pol y s t o ech o les Burm. in Nord-Amerika. BU.4UER, F., Verwandlungsgeschichte des Osmylus maculatus. (\Viegmann's Archiv f. Naturgesch. 1851, p. 255.) Hagen, H., Die Entwickelung und der innere Bau von Osmylus. (Linnaea entomol. VII, p. 368 ff., Taf. 3 u, 4.) 7. Gatt. Chrysopa Leach. Fiihler fadenfdrmig, lang, das zweite Glied dicker; Augen goldig glanzend, Ocellen fehlend. Fliigel ungelarbt, auf den Adern behaart; ein Sector dcsRadius, der viele parallele Aeste nach hinten sendet, diose durch zwei Querader- Reiheii verbunden. Schienen zart, cylindrisch , Fiisse ziemlich kurz und dick. — Larve langlich elliptisch mit sichelfdrmig gebogenen, convergirenden Saugzangen und dreiglied- rigen Lippenlaslcrn , deren beide Basalglieder kurz , das letzte sehr lang ist ; Korperringe mit seillichen, langbehaarten Warzen. Sie lebt auf Blallern , von Blaltliiuscn und vcrfer- tigt ein kugliges, lederarliges Cocon ; wird von Ichneumonen heimgesucht. Die Eier wer- den vom Weibchen auf lange, fadenfdrmige Stiele gcselzt und zwar auf Bliiller , die von Blaltliiusen bewohnt sind. — Art: Chr. perla Lin., Florfliege. Ilell spangriin, Kopf, Miltelbinde des Thorax und Fiihler gclb; Fliigei griin geadert, die Queradern auf der Basaihiilfte mit schwarzcn linden. L. ^y^Lin. Hiiulig in Deutschland, nebst vicien an- deren .\rten, die siinimtlich bei der Borulirung einon ponotranten, witleriichen Gcruch von sich geb(;n. Wes.mael, C, Notice sur les Hem6robides de Belgique. (Bullet. de lacad. de Bruxelles VIII, No. 4, p. 221. c. lal). 1.) 2. Neuroplera. ' 73 EvANs, W. F., Monograph of the British species of the genus Chrysopa. (Transact. entora. soc. V, p. 77. pi. 9, 10.) ScHNEiDER, G. T., Symbolae ad monographiam generis Chrysopae Leach. Vratislaviae 1851. 8. c. tab. 5. Braier, F., Beschreibung und Beobachtung der Oesterreichischen Arlen der Gattung Chrysopa. (Haidinger's Naturwiss. Abhandl. IV, 4. p. 1.) FiTCH, A., Report on the noxious Insects of the state of New-Yorii. (Albany, 1836.) p. 77—98. 8. Gatt. H e m e rob i us Lin. Fiihier perlschnurartig, Ocellen fehlend, letztes Taster- glied sehr lang, fein zugespitzt. Flijgel haarig, getriibt oder geflecict, die erste Querader zwischen Costa und Subcosla gegen die Basis zurijci; f I i e ge u. Kopf klein, senkrecht, meist in einen laiigen Schnabel ausgezogen, an dessen Spifzo der liinglicli dreieckige (llypeus, darunter die ovale Oberb'ppe und jederseits ein kleiner. sclnnaler, zw^eiziihniger Oberkieler eingelenkt sind. Die ganze Unterseite des Schnabels wird von den sehr verliingerten 31axillen nebst der iuil ilmen vervvach- senen UnterHppo gebildet ; die Laden der Maxillen schmal, laiig uiul dichl gel);ntet, die Taster fiinfgliedrig , die Lippentaster dreigliedrig. Fiihler lang, fadenionnig, Augeii oval, senkrecht geslelll , Ocellen ineist vorli;inden. Prothorax kurz , ring- forinig ; Fliigel genau gleich , schmal , parallel aiifiiegend ; die \om lUuliiis abge- gebenen LUngsadern sich gegcn die Spitze liin gabelig Iheilend, iiiii- (liircli wenige Oueraderii verbundeii. Beiiie laiiggeslreckl , Tarsen linear; Schiencn init zwei feiiien Eiiddorneii. — Lar\cn mit beissenden MuiHllheilen, raupenf(irmig ; ihr Kiirper 2. Neuroptera. 75 ISringlig, der Kopf herzformig, die Fiihler sehr kurz, dreigliedrig, die Beine stuni- melartig; sie leben und verpuppen sich in der Erde. Die nichit besonders zahireichen, aber uberali einheiniischen Arfen dieser Famiiie sind Raubthiere, welche sich zum Theil in schnellem, sprungartigem Fiug am Tage auf kleinere Insecten sliirzen, um sie zu verzehren {Panorpaj, oder sich in der Diimmerung an Zweiiie aufhangen und die ihnen entgegen lliegende Beute mit den langen Tarsen der Hinteibeine ergreifen {Bitlacus) ; die an der Erde zwischen durrem Laube, besonders wahrend der kalteren Jahreszeit lebende, des Fluges unfahige Gattung Boreus zeichnet sich durch Springvermogen aus. Von besonderem Interesse ist der von Brauer naher beobachtele Copulationsact, bei dem die Arten je nach der Gattung eine verschiedene Stellung ein- nehmen ; bei Panorpa sitzen die beiden Geschlechter auf Biattern in spitzem Winkel neben einander, bei Boreus das Mannchen auf dem Ri.icken dcs Weibchens und bei Biltacus hangen sich beide , mit der Bauchseite einander zugewaiidt, miltels der Vorderbeine an einem Zweige auf, um wahrend des Coitus ein gefangenes Insect gemeinschaftlich zu verzehren. Klug, F., Versuch einer systematischen Feststellung der Familie Panorpatae u. s. w. Berlin 1838. 4. 1 Taf. Westwood, J. 0., Monograph of the genus Panorpa , with descriptions of other allied genera (Transact. entom. soc. IV, p. 184, pi. 14.j. 1. Gatt. Bittacus Latr. Vom Habitus einer Tipula, mit linearem Korper, sehr langen und diinnen Beinen und schmaien Fltigein. Kopf klein mit kurzem Riissel und fadenfor- migen Tastern ; Ocellen vorhanden. Enddornen der Schienen sehr lang, nur eineKlaue an den Fiissen. — Art: B. tipularius Fab. {italicus Klug]. Rostgelb, aufMeso-uiid Metathorax so wie an der Spilze der Schienen und Tarsenglieder gebraunt; Fliigel gelb- lich, ungefleckt. L. 12 Lin. bis zur Fliigelspitze. In Siid-Europa ; von langsamem, zitterii- dem Fluge, wiihrend der Dammerung. 2. Gatt. Panorpa Lin. Vom Habitus einer Sesia, Korper und Beine schlank, Fliigel an der Spitze abgerundet. Rtissel sehr lang , Maxillartaster gegen das Ende verdickt, Ocellen deutlich ; Fiihler von Korperlange. Zwei gekammte Klauen an den Fiissen ; End- dornen der Schienen kraftig. Beim Mannchen das sechste Hinterleibssegment verlangert, die beiden folgenden schmal, stark abgeschniirt, das ietzte blasig aufgetrieben. — Art -. P. co m mu n is Lin., Scorpionsfliege. Glanzend schwarz mit blassgelben Schildchen und Beinen ; der Schnabel und beim Miinnchen die drei letzten Hinterleibsringe rostroth. Fliigel hyalin mit drei schwarzbraunen Querbinden , welche jedoch oft in Flecke aufgelost sind, und einigen zerstreuten Punkten. L. 6 — 7Lin. Ueberall in Europa gemein ; bei Tage auf Strauchern umherschiessend. 3. Gatt. BoreusLatr. Ocellen fehlend , Fliigel verkiimmert, beim Weibchen kurz, schuppenfcrmig , beim Mannchen klauenformig , frei iiber dem Hinterleib liegend , von halber Kdrperlange. Riissel sehr lang, Ftihler mindestens von Korperlange ; Hinterbeine verlangert, Tarsen mit zwei feinen Klauen. Hinterleib oval, beim Mannchen mit dickem Copulationsapparat, beim Weibchen mit starker, hervorstehender I.egerohre. — Art : B. hiemalis Lin. Glanzend metallisch griin, Rtissel , Fiihler, Beine, Fliigelstummel und Legercihre rostfarben. L. 1 '3 bis 2 Lin. — In Deutschland, besonders zur Winterzeit, am Erdboden. Verwandte Gattungen : Chor i s ta Klug, Me ro pe Newm. und E u pha n i a Westw., ohne deutliche riisselformige Verlangerung des Kopfes. 2. Zunft. Trichoptera Kirby, Pelzflligler. Fliigel behaarl oder beschuppt, ungleicharlig, die hinteren nieisl faltbar. Mundtheile verkiimmert , nicht zum Kauen befahigt : Oberkiefer ganz klein, hautig, Unterkiefer mit der Unterlippe verschmolzen , ohne unterscheidbare Laden ; Kiefertaster zwei- bis fiinfgliedrig, Lippentaster stets dreigliedrig. Prothorax sehr kurz, ringfcirmig, Mesolhorax betrachtlicli grosserals der Meta- 76 I- Insecla. Ihorax. Tarsen funfgliedrig. — Larven mil l)eissenden 3Iundtheiien, meisl durch Kiemen alhmend, ini Wasser in selbstgeferligten Gehausen lebend. 4. Fam. Phryganeodea Burm., Friihlingsfliegen. Kopf klein, quer, senk- recht gestellt ; Fiililer borstenformig , lang, mit langem und dickem Basalghede, zwischen den halbkugligen Augen eingelenkt ; Ocellen zuweilen undeutUch. Kiefer- taster beim Mannchen oft mit verringerler Gliederzahl. Fliigel nur mit wenigen oder ganz fehlenden Queradern, an den hinteren das Hinterfeld meist enlwickeU. Beine mit kegelformigen , in der MilteHinie zusammenstossenden lliiften und nicht nur an der Spitze, sondern meist auch in der Mitte gespornten Schienen ; Tarsen mit zwei seitUchen und einem grosseren mitlleren Ilaftlappen. Das letzle Hinter- leibssegment des Mannchens mit zangen- oder griffelformigen Raifen. Die iiber den ganzen Erdkreis verbreiteten, in der gemassiglen Zone jedoch vorwie- gend vertretenen Arten dieser Famiiie zeigen sowohl in ihrer iiusseren Erscheinung, als in mehreren Organisationseigenlhiimlichkeiten aller Entwickelungsstufen eine augenschein- liche Analogie mit den Schmelterlingen und zwar besonders mit gewissen Formen der Heteroceren (Noctuen, Tineen). Die entwickelten Insecten sind zum Theil lichtscheue, in der Nahe des Wassers oft massenhaft an Baumstammen oder Pianken ruhende Thiere, die nur aufgescheucht davon fliegen, wahrend andere sich munter auf Gestrauch umhertum- meln. Die Weibchen lassen ihre Eier nicht in das Wasser fallen, sondern setzen dieselben in der Nahe desselben an Pflanzen, Steine u. s. w. ab , und zwar in Form eines von einer gallertartigen Masse umhullten Klumpens; die Organe, welche diese zum Schutz der Eier dienende Hulle absondern, sind zwei sehr voluminose paarige Driisen, weiche die Ovarien selbst an Grosse betrachtlich iibertrefTen. Die den Schmetterlingsraupen und besonders denen der Psychiden ahnelnden Larven besitzen ein auf der Unterlippe mundendes Spinn- organ , mittels dessen sie Pflanzentheile, kleine Schneckengehause , Sandkornchen oder dergl. zu einem meist langlichen, rohrenfdrmigen Gehause, welches ihrem weichen Kor- per als HLille dienen soli, aneinanderspinnen. Nur der Kopf und die Thoraxringe sind mit Einschluss der ziemlich langen , sechsglicdrigen Buine von festerer, mehr horniger Con- sistenz; der diinnhautige Hinterleib mit Ausnahme des ersten, oft verbreiterten und drei- warzigen Ringes in der Regel mit zahireichen Kiemenfaden, welche auf der Riicken- und Bauchseile, zuweilen auch zu beiden Seiten der einzelnen Segmente meist zu zweien oder dreien aus einem Punkte entspringen, versehen. Die Nahrung dieser Larven scheint vor- zugsweise in Wasserpflanzen zu bestehen , obwohl sie animalische Kost nicht ganz ver- schmiihen ; das Gehause, welches je nach den Arten charakteristische Form- und Sub- slanz-Unterschiede zeigt und von den meisten mit fortbewegt wird , wiihrend es bei anderen auf dem Grunde des Wassers feslsitzt, dient ihnen zugleich nach Verschluss seiner Oeffnungen als Puppenhiille ; das Insect verlasst diese Hiille und nach ihr das Wasser als Nymphe, um sich an der Luft zu entwiclieln. — Nach v. Siebolds Enldeckung werden gewisse Phryganiden-Larven (Gali. Asj)alherium Kol.), welche ein glattes, cylin- drisches Gehtiuse bewohnen, von Ichneumonen {Agriotypus ai-matus) hG\ma,csuchi; der Parasit bewirkt das Abslerben der Larve erst zur Zeit ihres voilendeten Wachsthums und veranlasst dieselbe , sich vor ihrem Tode ihres sammtlichen Spinnstofles zu entledigen, der in Form eines langen, platten Bandes aus dem Kopfende des Gehauses hervordringt. PiCTET, J., Recherches pour servir a rhistoire et a Panatomie des Phryganides. Geneve 1834. 4. CuRTis, J., Descriptions of some nondescript British species of May-flies. (London and Edinb. philosoph. magaz. IV. i834. p. -120 u. 212 ii.) KoLENATi, F., Genera et species Trichoplerorum. Pars I. Heteropalpoidea. (Abhandl. d. Bohmischen Geselisch. d. Wissensch. YI , 1851. p. 1. mit 3 Taf.). — Pars II. Aequipulpidae. fNouv. M6moircs de la Soc. des Natur. de Moscou, XI, 1 859, p. 141.) Hagen, II., Synopsis of Ihc British Phryganidae. (Entomologisfs Annual for 1 859, p. 55 ; for 1SG0, p. 66 ; for 1S61, p. 1.) 2. Neuroptera. 77 1. Gruppe. Kiefertaster des Mannchens mit weniger als fiinf, des Weibchens mit fiinf Gliedern. (H ete ro palpi Koien.) i.Gatt. Phryganea Lin. Kieferlaster beim Mannchen viergliedrig, Ocellen deut- lich, Fiihler so lang als die Fltigel, welche behaart sind ; an den Vorderschienen zwei, an den hinteren je vier Sporen. — Larve in einem freien , cylindrischen Gehiiuse aus vier- eckigen Blattstiickchen. — Art: Phr. striata Lin. (fulvipes Burm.) Fiihler braun, schwarz geringelt, Thorax und Hinterleib dunkel pechbraun , VorderflLigel aschgrau, spar- sam braun gescheckt und mit zwei weissen Flecken, beim Weibchen ausserdem mit einer unterbrochenen, kurzen, schwarzen Langslinie; HinterfUigel grau. L. 9 Lin. In Deutsch- land hautig. 2. Gatt. Holostomis Mannerh. Von der vorigen Galtung durch nackte und sehr breite Flugel unterschieden, die ihr vollstandig das Ansehn eines Schmetterlings ver- leihen. — Art: H. phalaenoides Lin. In Grosse und Farbung an Geometra grossulariata erinnernd ; schwarz, die Hinterschienen grdsstentheils und die Hintertarsen gelb. Fliigel gelblich weiss, die vorderen mit zahlreichen und grossen blauschwarzen Flecken, die hin- teren mit drei Flecken am Vorderrand und breitem Saum am Hinterrand von gleicher Farbe. L. 14 Lin. Im Norden Europas. 3. Gatt. Neuronia Steph. (Oligotricha Ramb.) Ebenfalls mit unbehaarten, aber schmaleren Fliigeln ; die Discoidalzelle der Vorderfliigel auffaliend kurz und schmal. — Art; N. ruficrus Scop. [striata Burm.) Tief schwarz, der Prothorax , die vorderen Schenkel und die Hinterschienen licht rostgelb; Fliigel einfarbig schwarzbraun, durch- scheinend. L. 7 Lin. — In Deutschland. Verwandte Gattung : A g r y p n i a Curtis. 4. Gatt. Limnophilus Leach. Kiefertaster des Miinnchens dreigliedrig, Ocellen deutlich, Fiihler so lang als die Fliigel, welche sparsam mit Haaren besetzt sind und von denen die vorderen an der Spitze schief abgestutzt erscheinen ; Vorderschienen mit 1, Mittelschienen mit 3, Hinlerschienen mit 4 Sporen. — Larve in freiem Gehause aus Pflan- zenstiickchen oder Sandkornern , Schneckengehausen u. s. w. — Art : L. rhombicus Lin, Rostgelb, Vorderfliigel mit Ausnahme des Innenrandes lichter, in der Mitte mit einem rhombischen, weisslichen , jederseits braun eingefassten Fleck ; Hinterfliigel milchweiss mit gelber Spitze. L. 7 Lin. In Deutschland. (Die Gattung ist von Kolenati in mehrere Untergaltungen , wie Chaetotaulius, Goniotaulius, Desmotaulius, Colpo- taulius u. s. w. aufgeiost worden.) Verwandte Gattungen : Anabolia und Hallesus Steph., Enoicy la Ramb. u. a. 5. Gatt. Bary pe n thus Burm. Kiefertaster des Mannchens dreigliedrig, Augen gross, hervorgequollen ; Fliigel auffallend gross und breit , dicht mit feinen Haaren be- deckt; aile Schienen ohne Mittelsporen. — Art: B. rufipes Burm. Von der Form eines grossen Pyralis , mit roslbraunen Vorder- und mehr graubraunen Hinterfliigeln ; Beine dunkel rostgelb. L. 10 Lin. In Brasilien. 6. Gatt. Sericostoma Latr. {Polamaria Leach) Kiefertaster des ^Manuchens zwei- giiedrig, gross, Idffelformig, aufgerichtet und dem Gesicht anliegend, dieses dicht behaart; Fiihler kiirzer als die Fliigel, raitdickem, aber kurzen Basalgliede. Fliigel schmal, dicht behaart, die vorderen Schienen mit zwei, die hintersten mit vier Sporen. — Larve in freiem, konischen Gehause aus Sand. — Art: S. Spencii Steph. [Lalreillei Curt.\ Schwarz, Kopf und Prothorax goidig behaart, Fiihler und Beine braun, Schienen und Tarsen der hinteren gelb ; Vorderfliigel goldig braun behaart, Hinterfliigel schwarzlich. L. 5 Lin. — !n England. Verwandte Gattungen : GoeraSteph., M or mo n i a Curt. u. a. 7. Gatt. Hydrop tila Dalm. Kiefertaster des Mannchens viergliedrig, Lippentasler mit verdicktem Endgliede, Fuhler kiirzer als die Fliigel , perlschnurarlig; Fliigei schmal, dicht und lang behaart, die hinteren nicht faltbar; Vordersohienen ohne Spnren, die milt- leren mit zwei oder drei , die hinteren mit vicr. — Larve in einem flachen , rundlichen, gesponnenen Gehause. — Art: H. ti n e o i d e s Dalm. Hellgelb , langhaai iu , Fliigel asch- grau, lang gefranzt, die vorderen weiss gefleckt. L. 1 '/„ Lin. In Nord- und Mitteleuiopa. Verwandte Galtung : Agraylea Curtis. 78 I. Insecta. 2. Gruppe. Kiefertaster in beiden Geschleclitern gleich, fiinfgliedrig. (A equipa 1 pi Kolen.) 8. Gatt. Mystacides Lalr. Fuhler viel langer als die Fliigel, besonders beim Mann- chen , fadenfbrmig diinn ; Kiefertaster mit langen Haaren dicht l)eselzt , das z^veite und dritte Glied schr lang; VordertUigel schmal , die hinteren gefaltet, an Miltel- und llintcr- schienen zwei Sporen. — Larve in freiem Gehause aus Sand. — Arl; M. quad rifascia- tus Fab. Schwarz mit weissen , dunkel geringelten Fiihlern und messinggelben Vorder- fliigeln, auf denen drei Querbinden und die Spitze schwarz sind. L. 5 Lin. — In Deutschland. Yerwandte Gaflungen : Odontocerus Leach , Molanna Curt., Leptocerus Leach , SetodesRamb. und Macronema Pict., letztere mit zahireichen, besonders Amerikanischen Arten, deren Fiihler ausserordenllich iang sind. 9. Gatl. R h y a c o p h i I a Pict. Fiihler etwas kurzer als die Fliigel , Kiefertaster kurz, besondei's die beiden erslen Giieder; Ocellen deullich , Vorder- und Hinterfliigel fast von gleicher Form, Vorderschienen mit drei, die hinteren mit vier Sporen. — Larven in un- bewegiichem, aus Steinchen zusammengesponnenem Gehause, meist in GebirgsbiJchen. — Art: Rh. d rsalis Curt. [vulgaris Sleph.) Ochergelb, Fiihler helier geringeit, Vorder- iliigel braun, mit zahlreiehen gelben und einem grdsseren weissen Fleck. L. 5% Lin. — In Deutschiand. Verwandte Galtungen : Ag a p etu s Curt., Beraea Steph. u. a. 10. Gatt. Chimarra Leach. Von der vorigen Gattung durch die Iviefertasler , an denen das zweite und dritte Glied lang und cylindrisch und das zweite mit einem Haar- pinsel an der Spitze versehen ist, unterschieden ; Hinterfliigel kiirzer als die vorderen , an Mittel- und Hinterschienen vier Sporen. — Art : Ch. marginata Lin. Schwarzbraun, Vordertliigel mit goldgelbem Hande und einem schragen Langsstrich von gleicher Farbe. L. 3 — 4 Lin. In Nord-Europa. II.Gatt. H y d r p syche Pict. Fiihler etwas langer als die Fliigel, sehr fein ; Ocellen undeutlich , das fiinfte Glied der Kieferlaster sehr lang, biegsam ; Fliigel fein und anlie- gend behaart, die hinteren meist kiirzer und verschieden gestaltet. Vorderschienen mit zwei, die hinteren je mit vier Sporen. — Larve in festsitzendem Gehause aus Steinchen. — Art : H. variabilis Pict. Schwiirzlich , auf Kopf und Thorax grau behaart, die FJiigel grau, mit gelben Haarilecken gescheckt und mit scliwarzlichen Adern ; Weibchen mit zu- sammengedriickten Mittelbeinen. — L. 6 Lin. In Deulschland, gegen den Herbst hin. Verwandte Gattungen : Ph i lop o tamu s Leach, Ti n o d es Steph. u. a. 12. Gatt. P o I y ce n trop u s Curt. Von der vorigen Galtung durch dickere Fiihler, abweichende Langsverhaltnisse der Kiefertastergheder (das zweite sehr kurz , das dritte langer) , durch die sehr verlangerten Schienensporen der hinteren Beine und drei an den Vorderschienen unterschieden. — Larven ohne Kiemen, in festsilzenden Gehausen. — Art : P. irroratus Curt. Gelbiicli, mit braunem Thora.x und Hinterleib, auf Scheitel und Nacken gelb behaart ; Fliigel graubraun , mit mehreren gelben Haarpunkten. L. 5 Lin. In Deutschland. 3. Zunft. Strepsipfera Kirby (Rhipiplera Lalr.) , Facherfliigler. VorderflUgel in Form kleiner, an der Spitze aufgerolller Slummeln , Hin- lerflUgel sehr gross, der Liinge nach faltbar. Mundlheile verkummerl, nichl zum Kauen befahigt : 01)erkiefer in Form zweicr langer, feiner, sicli kreuzen- der Spitzen , Unterkiefer mit der Unterlippe verwachsen , ihre Tasler gross, zweigiiedrig, die der Unlorlippe fehlcnd. Pro- und Mesothorax kurz, ring- fcirmig, Metathorax von enormer Ausdehnung: Tarsen zwei- Ijis viergliedrig. — Larven parasilisch im llinterleibe von Ilymenopteren lebend, nur im Jugend- sladiuiii mit Beinen versehen. 2. Xeuroptera. 79 5. Fam. Stylopidae Kirby. Kopf quer , sehr Lurz , senkrecht gestelll , beidei- seits von der Stirn zuweilen stark eingeschniirt , so dass die sehr grossen , halb- kugligen und ausserst grob facettirlen Augen dann kurz gestielt erscheinen : Fiihlor kurz. vier- bis sechsgliedrig, ineist gegabelt. Prolhorax schmal, dicht an den Kofif geriickt und diesen in seinem mittleren Theil eng umschlicssend ; Metathorax von zv^ei Drittheilen der Korperliinge, die Basis des Ilinterleibes ober- und unterhalb iiberdeckend, der Riicken jenseits der Fiiigelinsertion in einen kegelformigen Fort- satz , der durch eine Quernahl abgesetzt ist , verlangert. Vorder- und Mittelhiiften lang, cylindrisch, senkrecht gestellt und frei beweglich , Hinterhiiflen klein , einge- keilt ; Schenkel und Schienen kurz , nachgedriickt, Tarsenglieder gegen die Spitze hin breiter, herzformig, mil hautigen Sohlen, das letzte ohne Spur von Klauen. Hinterfliigel mit sparsamen, radiiiren Adern, an den Thorax niit sehr breiter Basis angeheftet. Hintorleib neunringlig, der letzte Bing beim Mlinnchen mit horvor- stehendem Copulationsorgan. — Weibchen ungefliigelt, wurmartig. Diese durch ihren absonderiichen Korperbau wie durch die eigenlhumlicbe Lebens- weise ihrer Larven gleich merkwiirdige kleine Familie, welche von Kirby zu einer beson- deren Ordnung erlioben, von Burjieister und Newman dagegen ohne Grund dcn Coleopteren zugewiesen wurde, schliesst sich durch ihre wesenllichen Cfiaraklere nalurgemiiss nur den Neuropleren mit vollkommener Verwandlung und unter diesen zumeist den Phryga- niden an. Mit letzteren stimmt sie in der (bei den Coleopteren nienials voikonimenden) Bildung des Prothoiax, den verlangerlen , freien Vorder- und Mitlelhuften , den verkiini- merten Mundtheilen, von denen die Unterkiefer mit der Unterlippe in entsprechender Weise verschmolzen sind, so wie auch in der radiaren Aderung der Hinterflijgel iiberein, nur dass letzlere hier noch entschiedener und reiner hervortrilt als dort ; beweisend fijr diese Verwandtscliaft sind auch die von Newport an den Hinterleibssegmeoten der Stre- psipteren-Larven nachgewiesenen kiemenartigen Respirationsorgane. Ein den Strepsipleren allein eigenlhumlicher und sie sehr auszeichnender Charakter liegt in der Kleinheil des Meso- und in der auffallenden Form und Grosse des Metalhorax, wiewohl erstere durch die Verkiimmerung der Vorder-, letztere durch die aussergewohnlich starke Entwicke- lung der Hiiiterfiuge] , die in weiler Ausdehnung niit ihrer Basis ansitzen , ganz nalurge- mass bedingt wird. Ebenso weichen sie durcli ihre parasitirende Lebensweise voii alieii librigen Neuropteren auffallend ab, ohne indessen auf Grund dieser Eigenthiimlichkeit , iu der sie allerdings eine gewisse .'\nalogie rait einigen heteromerischen Kafern Meloiden, Rhipidius] darbieten, mit diesen in eine naliirliche Beziehung gebracht werden zu konnen. — Man findet die Puppen dieser Insecten iiicht selten mit ihrem Kopfende zwischen den Hinterleibssegmenten verschiedener Hymenopteren {Andrena, Haliclus, Vespa, Odynerus, PoUsles, Sphex, Pelopoeus u. a.) hervorragen , welche von den geflugelten mannlichen In- dividuen sogleich nach deni Ausschliipfen verlasscn werden, wahrend die uiigellugelten Weibchen in ilirer Hiille verharren , um sich daselbsl begatten zu lassen. Die von eineni solchen Weibchen producirten jungen Larven , welche einen langlichen , deutlich gerin- gelten Korper , drei enlwickelle Beinpaare und zwei Schwanz])orsten besitzen, sich aucli durch Springvermogen auszeichnen, werden von ihreni Wohnthier, auf dessen Korper sie iibergehen, in seine Brutslatle iibertragen und bohren sich hier in die Hymenopteren- Larven ein. Nach einer im Korper dieser Larven , elwa acht Tage nacb dem Einbohren liberstandenen Haulung erscheinen sie in Form einer fusslosen, walzigen Made, welche zu der Zeit, wo sich die Bienen- oder Wespenlarve zur Nymphe verwandelt, ebenfalls ihr Wachslhum voUendet hat und sich nun als Puppe zwischen den Hinterleibssegmenten der Hymenopteren-Nymphe hervorbohrt. Aus dieser entwickelt sich die Imago meist nach acht bis zehn Tagen ; wiihrend das heftig herumnatternde Mannchen nur zwei bis drei Stunden leht und sich unmiltelbar nach seinem Ausschliipfen zu begalten sucht , ist die Lebensdauer des Weibchcns auf mehrere Tage ausgedehnt, und nach angestellten Beob- achtungen scheint es sogar, als liesse dasselbe die Begattung erslzu, wenn es drei bis fiinf Tage alt ist. Dieses zeichnet sich nach v. Siebold's Untersuchungen dadurch aus, dass sich die Eier iiberall in scinem Korper zerstreut vorfinden uud dass aus diesen sich 80 I. Insecta. im Mutterleibe die jungen Larven entwickeln , welche sich in grosser Anzahl in der sehr geraumigen Bauchhohie ansammeln, um durch drei senkrechte, hornige Rohrchen, welche dieselbe mit der Korperoberflache des Weibchens verbinden, nach aussen zu gelangen. — Im Korper eines und desselben Wohnthieres findet sich in der Regel nur eine Puppe des Schmarotzers, zuweilen jedoch auch zwei , die selbst beiden Geschlechtern angehoren kdnnen ; die mit solchen Stylopiden -Puppen behafteten Hymenopteren nennt man "Stylopisirt". KiRBY, W., Strepsiptera , a new order of Insects. (Transact. Linnean soc. X , p. 86 u. p. 233.) Leacb, W. (und Savigny) , On the Rhipiptera of Latreille. (Zeoiog. Miscellany III, p. 133.) v. SiEBOLD, C, Ueber Xenos sphecidarum und dessen Schmarotzer. (Beitr. z. Natur- gesch. d. wirbeilosen Thiere, p. 72.) Ueber Strepsiptera. (Wiegmann's Archiv f. Naturgesch. IX, p. 137.) Newport, G., in : Transact. Linnean soc. XX, p. 380. (Natural History etc. of Meloe, Anhang.) PicKERiNG, W., Observations on the economy of the Strepsiptera. (Transact. entom. soc. I, p. 163.) S.\UNDERS, S., Descriptions of two new Strepsipterous Insects etc, with some account of their habits and metamorphoses. (Transact. entom. soc. 2. ser. I, p. 43. und II, p. 125.) Westwood, J. 0., Observations upon the Slrepsiptera and description of the Elenchus Templetonii. (Transact. entom. soc. I, p. 173.) 1. Gatt. Xenos Rossi [Hylecthrus Saund.). Tarsen viergliedrig ; Fiihler mit zwei kur- zen Basalgliedern und einem langgestreckten dritten Gliede, welches an seiner Basis einen ebenso langen Ast abgiebt , der am Grunde noch einen kurzen Knoten zeigt. Augen kurz gestielt. — Art: Xenos \ esparum]{ossi{spheiidarumv. Sieb., Rossii Kirby) . Pechschwarz rait milchweissen, an der Wurzel und dem Vorderrande schwarzlichen Fliigeln. L. 1 '/j Lin. In Europa iiberall, besonders in Polistes gallica und Sphegiden schmarotzend. 2. Gatt. S ty lops Kirby. Augen langer gestielt, Tarsen viergliedrig ; Fiihler mit zwei kurzen Basal- und einem dritten grossen , blatlformigen Gliede, auf dessen Oberflache nahe der Basis ein dreigliedriger Seitenast entspringt. - — Art: S t. melittae Kirby. Schwarz, mit graubraunen Flijgeln. L. 1 y„ Lin. In Europa, besonders in Andrena-\v\.en parasitirend. 3. Gatt. Halictophagus Curt. Augen nicht merklich gestielt, Tarsen dreigliedrig ; Fiihler mit zwei kurzen Basal- und vier langlichen , gegen die Spitze allmahlich kiirzer werdenden Endgliedern, von denen jedes einen Seitenast aussendet. — Art : H. Curtisii Dale, in England als Schmarotzer von Haliclus aeratus aufgefunden. 4. Gatt. E I ench us Curt. Augen sitzend, sehr gross, nur mit fiinfzehn Facetten ; Tarsen zweigliedrig; Fiihler mit zwei kurzen Basal- und einem sehr langen, diinnen drit- ten Gliede, an dessen Basis ein ebenfalls sehr langer, zweigliedriger Gabeiast entspringt. — Art ; E 1. t enui cor n is Kirby, aus England (Schmarotzer von Bombus'!). 3. Ordnung. Coleoptera, Klifer. (Eleutherata Fab.) I n s e c t c n m i t v o 1 1 k o m m e n e r V c r w n n d 1 u n y , b e i s s e n d e n Mundtheilen, freiem, s ta r it en twickelt e m Proth orax und har- ten, hornigen VorderflUgeln (Flugeldecken). Eine der homogensten Ordnungen der Insecten , welche ihr typisches Gepriige hauptsachlich dcr Beschallcnheit der Vorderflugcl vcidankt; die- 3. Coleoptera. 81 selben sind von fesler, horniger oder wenigstens derb lederartiger Consistenz, schmiegen sich in Form und Grosse in der Regel dem Hinterkbrper genau an und bedecken daher in der Ruhe alle auf den Prothorax foigenden Kbrper- ringe nebst den unter ihnen zusammenGefalteten hautiaen Hinterfliigeln. Da sie nur zur Bedeckung, zum Schutze des Kbrpers (daher Fltigeldecken, Elijtra genannt), nicht aber zum Fluge dienen, ist der Mesothorax, an dem sie wie gewbhnlich entspringen, von verhaltnissmiissig schwacher Entwickelung, der Metathorax dagegen, welcher das alleinigo Flugorgan der Kafcr, die Hin- terflUgel tragt, von desto belrachtlicherer ; zugleich niniint l)ei der Harte der Vorderfliigel der durch sie hinlanglich geschiitzte Hinterleil) auf seiner Riicken- seite eine hautige Beschaffenheit an , die nur da wieder der Hornbedeckung w.eicht, wo alle oder mehrere Hinterleibsringe {StaphyUnen) oder, was haufig vorkommt, der lelzte [dann Pj/gidium genannt) von ihnen nicht bedeckt wird. Mit der so veranderten Function der Vorderflugel hangen wesentliche Modifi- cationen in ihrer Form zusammen : 1) der Aussenrand ist bei den Schulton winkiig gebrochen und zerfiillt dadurch in den Vorderrand {Basis) und den Seitenrand {Margo lateralis) ; 2) der Innenrand ist mit wenigen Aus- nahmen {Meloe) geradlinig und stbsst mit dem der anderen Seite in der Mittel- linie des Kbrpers unter der Naht {Sutura), welche nur an der Basis zur Auf- nahme des Schildchens ausgeschnitten, zuweilen auch beim Verkilmmern der Hinterfliigel fest verwachsen ist {Elytra co?inata), zusammen; 3) der Aussen- rand schlagt sich sehr allgemein auf die Unterseite des Kbrpers , um Brust und Hinterleib eng zu umschliessen , herab (umgeschlagener Rand, Epipleurae) ; 4) der Hinterrand der Fliigel ist meist eingegangen , indem sich die Fliigeldecken nach hinten gewbhnlich zuspitzen {Apex). Abweichende Formen der Fliigeldecken sind: abgekiirzte {Elytra abhreviata, die den Hinterleib zum grbsseren Theil nicht bedecken), abgestutzte {E. truncata, die nur die Spitze frei lassen), klaffende {E. dehiscentia, deren Innenrander auseinanderweichen) , deckende {E. complicantia , wenn eine Fliigeldecke iiber die andere greift) u. s. w. — Ebenso charakteristisch wie das Auftreten von Fliigeldecken ist fiir die Ordnung der Kafer auch die Bildung der Hinter- lliigel : dieselben sind als alleinige Vermiltler des Fluges iiberall, wo sie aus- gt'l)ildel sind, von kraftiger Entwickelung, mit verhiiltnissmassig starken, fast ausschliesslich der Langsrichtung folgenden Adern versehen und (mit verein- zelten Ausnahmen) nicht nur der Liinge nach faltbar, sondern auch der Quere nach entweder einfach oder doppelt zusammenschlagbar , so dass sie in der Uuhe vollslandig unter den FlUgeldecken verborgen liegen. In Betreff der Aderung ist zu erwahnen, dass dieselbe bei kleinen Arten sehr allgemein ver- klimmert oder selbst fast ganz verschwindet ; das gJinzliche Fehlen oder die rudimentiire Entwickelung der Hinterflugel ist theils ganzen Gattungen und Gruppen eigen , theils an einzelnc Arten oder selbst an Individuen geburiden. Die Kbrperform dcr Coleopteren bietet untci' allen Inseclen mit die grbsste Mannichfaltigkeit dar, indem sie zwischen der linearen Gestrecktheil bis zur Kreisform , vom voilstiindigen FlachgedrUcktsein bis zur Kugclwblbung aile Stufen durchliiuft. Der Kopf ist bei der grossen Mehrzahl in den Prothorax eingesenkt, viel seltener frei an demselben beweglich, die Augen hiiufig aus- Ilaiidb. d. Zuol. n 6 82 I- Insecta. gerandet odor sclbst getheilt , die Ocelien mit selir vereinzelten Ausnahmen fehlend. An den auf die mannichrachsle Weise geformten Fulilhornern ist die Gliederzahl elf vorherrschend , obwohl eine Vermehrung sovvohl (bis auf dreissig und daruber) als eine Verminderung (bis auf vier) der Glieder nicht zu den Seltenheiten gehort. Dic ganz allgemein kraftig entwickelten , horni- gen Mandibeln nehmen nur in vereinzeiten Fallen eine hiiulige Consistenz an, wahrend die beiden Laden derMaxillen hiiufiger lederarlig als hornig erschei- nen ; eine Verklimmerung der inneren Lade an denselben ist nicht selten, wogegen eine Giiederung der ausseren, verbunden mit einer dem Taster ana- logen Form auf die Raubkafer beschrankl ist. Die durchgangige Zahl der Glieder an den Kiefertastern ist vier, an den Lippentastern drei. An der Un- lerlippe ubervviegt der Basallheil [Mentum) in seiner Grbssenentwickelung den tastertragenden mittleren ganz allgemein , wiihrend die den Kieferladen ent- sprechende Ligula vielfachen Schwankungen unterworfen ist: einerseils in der Gonsistenz, indem sie bald hautig oder lederartig, bald hornig auftritt, andererseits in ihrer Entwickelung, die zuweilen so gering ist, dass sie sich nebst dem tastertragenden Theil hinter dem Kinne verbirgt. Ihres allge- meinen Vorkommens wegen als typisch fiir die Ordnung anzusehen ist die ungetheille Ligula ; tritl sie in Form zweier durch einen Schlitz getrennter Halften auf, so sind diese nicht mit den Paraglossen der Hymenopteren iden- tisch , welche stets nur den ausseren Laden der Maxillen entsprechen , und noch weniger konnen mit diesen, wie es ofler geschehen ist, Fortsetzungen des Hypopharynx, welche die Ligula zuweilen ilberragen, verglichen werden. — Der stark entwickelte Prothorax , welcher in seiner Constantheit ebenfalls ein fiir die Ordnung charakteristisches Merkmal abgiebt, ist stets auf einem Stiel des Mesothorax fi'ei beweglich ; an ihm sowohl wie an den beiden anderen Thoraxringen sind stets die Weichen [Pleurae) auf die Unterseite neben das Sternum geriickt, obwohl sie gerade an ersterem hiiufig mit dem Dorsum fest verschmolzen, vom Sternum jedoch stets durch eine Naht getrennt sind. Am Meso- und Metalhorax sind die beiden Theile der Pleurae, die Episterna und Epimera deutlich geschieden, liegen jedoch nicht iiber, sondern hinter einan- der. DieBeine, welche ausser der am allgemeinslen vertretenen Form der Schreitbeine besonders hiiufig diejenjge von Grab-, Sprung- und Schwimm- beinen annehmen, sind vorwiegend mit funfgliedrigen Tarsen (als welche auch die sogenannten tetramerischen aufzufassen sind) versehen ; indessen findet, abgesehen von den drei- bis eingliedrigen Tarsen , welche nur ver- einzelten Formen zukommen, in gewissen Famiiien eine constante Verminde- rung auf vier Glieder entweder an allen Beinen [Trimera) oder an dem dritten Paare [Ileteromera) statt. Der , wie bereils erwiihnt , auf der Rtickenseite meist diinnhiiutige Ilinterleib sitzt mit breiter Basis dem Metathorax eng an und betheiligt sich daher auch mit seiner ersten sichtbaren Ventralplatte an der liildung der lluftpfannen flir das dritte Beinpaar. In Betreff der der Bauchseite angehdrenden llalbringe des Hinterleibs, deren Zahl stets geringer als diejenige der Riickenseile ist (hier meist acht, dort nur vier bis sieben), ist zu bemerken , dass der erste derselben niemals zu Tage tritt, sondern, iiberhaupt nur von geringer Ausdehnung, sich vor und iiber dcm zweiten 3. Coleoptera. 83 verbirgt ; dass ferner von den frei hervortretenden Bauchringen oft einzelne mit einander verschmelzen und dass endlich ganz allgemein ein oder zwei Endsegmente in das letzte sichlbare zuriickgezogen und rudimenliir sind. Die anatomischen Verhiillnisse der Kiifer anlangend , so iibertrifTt der Darmkanal die Liinge des Korpers stets sehr belraclitlich und ist demnach in mannichfache Windungen zusammengelegt ; die bedeulendste Ausdehnung erlangl er bei den specifischen Pflanzenfressern , wo er ein vom Schlunde bis zum After fast gleich weiles , einfach cylindrisches Rohr darstellt', wiihrend sich bei den carnivoren Familien der Proventriculus , der Chylusmagen und der Mastdarm scharf absondern ; der Oesophagus erreicht seine griisste Liinge bei den CuvcuUonen ., wo er den oft sehr langen Riissol ])is zur Spilze durch- liiufl. Die Vasa Mulpighi sind stets zu vier odei" sechs vorhanden, im ersteren Fall oft paarweise zu Schlingen vereinigt und hiiufig kurz, im lelzteren Fall gewohnlich sehr lang, vielfach verschlungen und nicht selten mit ihrem freien Ende sich in die Haut des Dick- oder Mastdarmes verlierend. An den miinn- iichen Geschlcchtsorganen fiillt der mit einem hiiutigen Prijpulium versehene, hornige Penis durch seine Grosse, die oft die halbe Liinee des Hinterleibes erreicht, auf; derselbe ist wiihrend der Ruhe ganz in die Hinterleibshdhle zuruckgezogen und wird miltels eines starken Muskelapparates hervorge- stossen. Die oft sehr entwickelten Glandulae accessoriae der miinnlichen Fortpflanzungsorgane n)unden entweder in den Ductus ejaciilatorius oder in die Vasa deferentia vor ihrer Vereinigung. Die Eierslocke sind meist biischel- fdrmig und bestehen oft aus zahlreichen Eirdhren ; die Scheide ist in der Regel sehr lang und gewunden , nur in wenigen Fiillen [Hydrophilus) finden sich besondere in die Tuben miindende Absonderungsdrusen. Am Bauchmark sind vorwiegend die Ganglien durch deutliche Commissuren geschieden und in der Regel vier bis fiinf gelrennte Hinterleibsganglien vorhanden ; bei den Lumellicornen , Curculionen und Bostrichen indessen verschmelzen die beiden letzten Thoraxganglien zu einem gemeinsamen Knoten und siimmlliche Hin- terleibsganglien zu einer langlichen Nervenmasse, aus der die Nerven zu den Bauchmuskeln und dem Geschlcchtsapparal ausstrahlen. Die Larven der Kiifer, welche mit wenigen Ausnahmen vom Lichte ab- geschlossen und sehr verborgen leben , zeichnen sich demgemiiss fast ganz allgemein durch Farblosigkeil aus ; diejcnigen manchev Caraben, Telephoren^ l^ampijriden, Coccinellen und Chrysomelinen , welche dem Lichte ausgesetzt sind, machen eine Ausnahme davon. Allen kommen gleich den ausgebildeten Insecten beissende Mundtheile zu, wenn auch bei einigen [Dytiscus) die Ober- kiefer zu Saugzangen umgewandelt sind. Ihre Nahrung slimmt mit derjeni- gen der Kiifer selbst Ubereiu und besteht wie bei diesen aus lebenden oder todlen SlofTen aus dem Thier- oder Pflanzenreich, aus Excremenlen u. s. w.; sehr hiiufig nimmt der Kiifer dieselbe Nahrung zu sich wie seine Larve, indes- sen fehlen auch nicht Beispiele, wo er sich von BlUthentiieilen niihrt, wiih- rend die Larve carnivor ist [Malachius , Clerus). Eine parasitirende Lebens- weise auf Kosten anderer Insecten, die bisher fast nur von deu Larven vieler Dipteren und Hymenopteron bekannt war, ist in neuester Zeit auch fiir meh- rere Kaferlarven [Meloe, Lytta, IViipidius) nachgewiesen woi'den und sclieint 6 * 84 I. Insecta. hier mit ganz besonders interessanten Vorgangen verbunden zu sein. — Die Puppen , welche in der Regei in eigenen Gocons oder Hohlungen ruhen, ge- horen zu den Pupae exsertae, an welchen alle Gliedmaassen frci liegen. Die Zahl der bis jetzt bekannten , aber bei weitem nicht beschriebcnon Kiiferarten mag sich mindestens auf 60,000 bis 80,000 belaufen , wovon der grossere Theil aufkleine, unscheinbare Formen kommt; ihre geographisclie Verbreitung ist eine ganz allgemeine , indem sowohl phytophage als carnivore Arten mil den iiussersten Grenzen der Vegetation in horizontaler und verti- caler Richtung gleichen Schritt halten. — Fossile Arten sind in bcsonders grosser Anzahl (gegen 1000) bekannt und bcginnen schon im Steinkohlen- gebirge; sehr haufig finden sie sich im Tertiargebirge und im Rernstein. Eine Eintheilung der Kafer in wenige grossere Gruppen , wie sie von Mac Leay nach fiinf von ihm angenommenen , aber in der Natur nicht existi- renden lypischen Verschiedenheiten der Larven, von Latreille nach der Ril- dung der Tarsen vorgenommen worden ist , ergiebt bei consequenter Durch - fiihrung Resultate, die den natiirlichen Verw'andtschaflen widersprechen. In Rezug auf des letzteren Tarsalsyslem mag nur erwiihnt werden, dass mehiere sonst scharf abgegrenzle und naliirliche Familien, in welchen wie z. R. bei den- StaphyUne?! die Zahl 5 der Tarsenglieder sehr allgemein ist, einzelne Formen enthalten, welche in dieser Reziehung Ausnahmen darbielen, und dass in anderen {Cleridae) fiinf- und viergliedrige Tarsen neben einander zu fast gleichen Theilen vorkommen. Trotzdem hat man bis auf die neueste Zeit die Anordnung der einzelnen Familien nach der Zahl der Tarsen2;Iieder im Ganzen und Grossen beibehalten, den sogenannten pentamerischen jedoch diejenigen trimerischen und dimerischen Formen , welche mit ihnen durch anderweitige Charaktere verbunden werden, eingeschaltet. In Retreff der Tetramera und Trimera Latreille's ist zu bemerken , dass erstere eigentlich fiinf, letztere vier Tarsenglieder haben , nur dass das vorletzte Glied bei bei- den klein und verborgen ist ; erstere sind daher treffender Cryptopentamera, lelztere Cryptotetramera zu nennen. Uebrigens sind es nur diese beiden letz- ten Gruppen , bei denen eine wirklich nahe , natiirliche Verwandtschaft der unter ihnen vereinigten Familien vorhanden ist, wiihrend z. R. d\e Iletero- mera Latreille's durchaus heterogene Elemente einschliessen. Fabricius, J. C, Systema Eleutheratorum. 2 Tom. Kiliae, 1801. 8. Olivier, G. A., Entomologie, ou liistoire naturelle des Irisectes. Col(5opt6res. 8 Vol. Paris, 1789—1808. 4. Hekbst, J. F. W., Die Kafer (in : Jablonsky, C. G., Natursystem alier belcannlen Insec- ten). 10 Bde. 1789 — 1806. 8. Paykull, G., Fauna Succica, Insecta. 3 Toni. Upsaliae, 1800. 8. GYLLiiNHAL, L., Insecta Suecica, Coleoptcra. h Part. Ilafniac, 1808 — 1828. 8. Germau, E. 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Uie weiblichen Geschlechtsorgane der Kafer. Berlin -1847. Fol. Heer, 0., in : Die Inscctenfauna der Tertiargebilde von Oeningen etc. I, p. 7a. (Uober den Aderverlauf der Kafer). A. Coleoptera pentamera. 1. Fam. Carabidae Leach {Cicindeletue et Carabici Lalr.), Laufkiifer. Un- lcrkiefcr niit homigen Laden , von denen die innere am freien Rande gebarlet, die aii.ssere zweigliedrig, ta.stcrformig ist ; Kinn ausgerandet. Fiihler fadenformig, stels elfgliedrig; Beine schlank , zum Laufen geeignct , Hinterhiiften quer, erweilert , an der hinenseitc nach hintcn ausgezogen. Hinterleib mit sechs oder sicben Ventral- ringen, von denen die drei ersten mit einander verschmolzen sind. — Beim Miinn- chen sehr hiiufig die Vorder- und zuweilen auch die WitteUarsen erweitert, mit fiizigen Sohlen. — Larven langlich oder langgestreckt , mit vierghedrigen Fiihlern, vier bis sechs Ocellen jcderseifs, hervorspringenden, sichelforraigen Mandibcln und deutlich fiinfgliedrigen, ziemlich gestreckten Beinen. Eine der umfangreichsten Familien der Kafer, deren Artenzabl sich jetzl schon auf 6000 bis 7000 belauft und welche eine ganz allgemeine Verbreitung bis in den aussersten Norden und in verticaler Richtung bis zur Schneegrenze zeigt ; bezeichnend fiir sie ist, dass die durch Grosse und Farbung ausgezeichneten Arlen hier nicht wie gewohnlich den Tropengegenden , sondern vorwiegend der gemassigten Zone eigen sind. Die Caraben leben sowohl im Zusland der Larve als des ausgebildelcn Insectes ausschliessiich von ani- raalischer Nahrung, worauf schon ihre kraftigen , scharf gezahnten Oberkiefer und der stark enlwickelle Proventriculus hinweisen. Im Uebrigen zeichnet sich ihr Tracius intesli- nalis Anrch den in einen grossen, ballonformigen Kropf endigenden Oesophagus und den auf der Aussenseite mit dichten Zotten beselzten Chylusmagcn aus ; neben dem iMastdarm miinden zwei Diiisen , welche eine scharfe, atzende, Buttersaure enthaltende Fliissigkeit absondern, die von den Kafern , wenn man sie ergreift, zur Abwehr aus dem After her- vorgespritzl wird. Die Mehizahl der Arten lebt am Tage verborgen unter Steinen, Laub, Baumriade u. s. w. und gcht nur des Nachts auf Raub aus; andere dagegen und ganz be- sonders die lebhafter gefarbten, treiben auch im Sonnenschein ihr Wesen und werden bei diesem oft auf Wegen, am Strande von Fliissen und Seen u. s. w. angelroffcn. Dejean, Sp6cics gencral des Col6opteres. Tom. T V. Paris, 1825 — 31. 8. BoNELLi , F. A., Observations enlomologiques. (Memoires de Tacad. de Turin IV, 1809 p. 21 ff. und V, p. 433 ff.) Chaudoir, M6moires sur la famille des Carabiques. I — VI. (Bullet, des iiatural.de Moscou, 1848 — 1856.) Le CoNTE , J., Notes on the classification of thc Carabidae of the United States. (Transact. Amcr. philos. Soc. X, p. 363.) 1. Gruppe. Die innerc I.ade der Maxillen mcist mit beweglichem Endhaken ; Unterlippe mit kurzcr, \crborgencr Ligula, ihre Slipites frci und dic Forin eincs Taslerglicdcs anneh- mend. — Larven linear, mit verbreitertcm Kopf und Prolhorax, beweglichcii Hiiflcn und einfacher Lade der Maxillen ; leben in senkrccbten, cylindrischen Ldchern im Sande. (C i ci nd c lid a e.) Die Gicindelen sind meist schlanke , lebliaft gefarbte, auf den Fliigeldecken in dcr Regel mit hcllcn Binden- und Flcckcnzeichiuingen geschmiickte Laufkiifcr, wclche im Sonnenschein ausscrordentlich lliicbtig sind und sich auf Waldwegen oder an sandigen 86 I. Insecta. Ufern umhertummeln ; die Unterseite itires Kbrpers und ihre sehrlangen, dtinnen Beine sind mit eigenthlimlicher , wolliger Behaarung bekleidet. Nur wenige sind von dlislerer Farbe und plumpem Bau und diese unterscheiden sich sodann durch den Mangel der Fliigel und die Verwachsung der Fiiigeldecken. Bei weitcm die mcisten Arlen, deren inon etwa 600 kennt, sind den warmeren Zonen eigen. Lacordaikk , Th., Revision de la famille des Cicind6lides. (Memoires de la Soc. d. scienc. de Liege I, p. 85.) Thomson, J., Monographie des Cicind^lides. Livr. ■1—3. Paris1857. 4. 1. Gatt. Cicindola Lin. Kinn mit starkem, spitzem Zahne, drittes Glied dor Kiefer- taster kiirzer als das vierle, dieses fast cylindrisch; Kopf ausgehbhlt niit vorspringenden, nierenfbrmigen Augen. Beim Mannchen die drei ersten Glieder der Vordertarsen erwei- lert. — Art: C. campestris Lin. Unlen kupferrolh, glanzend, ohen spangrun, am Kopf und Thorax roth gerandet ; Fliigeldecken mit fiinf Randpunkten und einem sechsten auf der Scheibe von weisslicher Farbe. L. 6 Lin. In Deutschland , auf sandigen Stellen im Sommer haufig. — Unter den sehr zahlreichen auslandischen Arten ist eine der bekann- testen und schbnsten : C. C h in e n s i s Fab. Tief azurblau , die Schenkelbasis , Mitte des Thorax, eine Querbinde und die Naht der Fliigeldecken smaragdgriin ; ietztere ausserdem mit hellgelber Binde und Spitzenlleck. — L. 8 Lin. In China. Verwandte Gattungen : Megacephala Latr., Oxych e i la Dej., Dromica Dej., Euprosopus Dej. u. a. mit tropischen Arten. 2. Galt. Manticora Fab. Kbrper ausserst plu.mp und gedrungen, Fliigeldecken ver- wachsen , Hinterfliigei verkiimmert; driltes Glied der Kiefertaster Itinger als das vierte, das erste der Lippentaster kurz, die Endglieder beider ieicht beillbrmig. — Art : M. ma- xillosaOliv. Kohlschwarz, wenig gUinzend , Kopf sehr dick mit langen , sabelfbrmigen Mandibeln ; Thorax stark eingedrlickt , Fltigeldecken herzfbrmig, abgeflacht, mit scharfer Seitenkante, oberhalb spitzig gekbrnt. L. tSLin. Am Cap , in sandigen Gegenden unter der Erde lebend. Verwandte Gattungen : PlatychileM. Leay und Omus Eschsch. 3. Gatt. Tricondyla Latr. Kinn ohne Zahn, Taster kurz, Oberlippe sehr gross, ge- wblbt, sechszahnig ; Kopfstark ausgeschnitten, Augen hervorgequoUen, Prothorax an der Basis und Spitze stark eingeschniirt ; drittes Tarsenglied innen erweitert. — Art: T r. apteraOliv. Blauschwarz , glanzend , Fliigeldecken hinter der Mitte aufgetrieben , bis zum letzten Drittheil runzlig. L. tt Lin. Auf Neu Guinea. Verwandte Gatlungen : Therales Latr., Collyris Fab.,- Pogo no stom a und Ctenosto ma Klug. 2. Gruppe. Die innere Lade der Maxillen ohne beweglichen Endhaken ; Unterlippe mit entwickelter Ligula und verwachsenen Stipites. — Larven langlich, luit dem Kbrper anlic- genden Hiiften und doppclter Lade der Maxillen, von denen die aussere zweigliedrig ; in oder ausser der Erde lebend. (Carabici.) Die Caraben sind zum grossen Theil schwarzlich oder mclallisch gcfarbte, fast durch- weg glatte, sellener mit feiner Seidenbehaarung bedeckte Laufkafcr, die im Ganzen selten lliegen und von denen viele sogar keine entwickelten Hintcilliigel haben. Die Mehrzahl ist von miltlerer und selbst sehr geringer Grbsse; bei einigen untcr der Erde lebenden sind die Vorderbeine zu Grabbeinen umgestaitct. Sie schoinen sowohl an Arlen- als an individuenzahl iii der gcmassigten Zonc vcrhaltnissmassig reicher vertreten zu sein. — Man hat dieselben nach zum Thcil schr geringfiigigen Meikmalen gegcnwartig bcreils iii mchr als 650 Gattungen verllieill, von denen wir hier nur einige typischc anfuhren konncn. a) Vorderschienen am Innenrande nicht ausgeschnitten; Epimeren dos Meta- thorax fast durchweg undeullich. 1. Gatt. Omophron Latr. Mesosternum vom Prosternum bedeckt, hinten viereckig erweitert und mit dem Metasteinum fest verwachsen; Kbrpcr dick , kurz eilbrniig, schwimmkafcrahnlich. — Art : 0. I i m ba t u m Latr. Hostgelb, dcr lliiitcrkopf, die .Mitle der Thoraxbasis, auf den Flijgeldecken die Nalit, ein Basallleck und zwei zackige Querbinden 3. Coleoptera. 87 smaragdgriin. L. 2'/. Lin. In Deutschland , ara Ufer von Fllissen. — Man kennt etwa 20 Arten aus verschiedenen Welttheilen. 2. Gatt. ElaphrusFab. Mesosternum frei , deutlich ; von den Schiendornen der eine an, der andere vor der Spitze entspringend ; Kinn mit doppeltem Zahn, Ligula stumpf abgerundet, Augen glolzend, gross. Beim Mannchen die vier ersten Glieder dcr Vorder- tarsen sehr schwach erweitert. — Die Arlen, in Europa und Nord-Amerika einheimisch, laufen im Sonnenschein am Ufer von Seen und Fliissen herum ; z. B. E 1. riparius Lin. [Cidndela] Erzgriin, dicht punklirt, Thorax in der Mitte gefnrcht, Fliigeldccken mit vio- lelten, eingedriickten Pusteln in vier Langsreiheii. L. 3 Lin. In Deutschland. Verwandte Gattungen: Blethisa Bon., No tlophilu s Dum. 3. Gatt. Nebria Latr. Beide Schiendornen an der Spilze; Kinnzahn doppelt, Ligula leicht zugespitzf, Oberlippe abgestutzt. Miinnchen mit drei leicht erweiterten Glicdern an den Vordertarsen. — Sehr zahlreiche, meist braun oder schwarz gefarbte Arten, die der nordlichen Hemisphare eigen und zum grossen Theile Alpenbewohner sind ; am Ufer von Fliissen und auf den Aipen an der Schneegrenze, unter Steinen. — Art: N. livida Lin. Glanzend schwarz, Fiihler, Beine, Thora.x mit Ausnahme der Basis und der breite Saura der Flugeldecken blassgelb. L. 7 Lin. In Deutschland. Verwandte Gattungen : P e I o p h i 1 a Dej. und L e i s t u s Frdl. 4. Gatt. CarabusLin. Kinn mit grossem, scharfen Miltelzahn , Ligulakurz, leicht zugespitzt, Kiefer- und Lippentaster mit mehr oder wetiiger stark beilformigem Endgliede : Fliigeldecken oval, HinlerlUigel meist fehlend. Beim Mannchen die vier ersten Glieder der Vordertarsen erweitert, unlerhalb befilzt. — Grosse, auf den Fliigeldecken meist ketten- artig scuipirte Arten , die den Tropen ganz fehlen und sich nur ausserhalb der Wende- kreise finden; sehr zahlreich in Europa und Nord-Asien, auf der siidlichen Hemi- sphare nur in Chiie und Patagonien ; viele Arten auf den Alpen. — C. cor i ace us Lin. [Procrustes Bon.) Oberlippe zweibuchtig; matt schwarz, auf den Flugeldecken stark ge- runzelt. L. 16 Lin. In Deulschiand. — C. auratus Lin. Oberlippe einbuchtig; sraaragd- griin oder messingfarbig, Fiihlerbasis undBeine rolhgelb; Fliigeldecken mit drei sturapfen, glatten Langsrippen. L. t Lin. In Deutschland, auf Lehmboden. Verwandte Gattung : P r o ce r u s Dej., die grossten bekannten Arten enlhaltend , in Siid-Osleuropa und Klein-Asien. 5. Gatt. C a 1 s m a Weber. Von der vorigen Gattung durch stark verkiirztes zweites Fiihlerglied, kiirzeren und stark gerundeten Thorax, breite, fast quadratische Fliigeldecken und in der Regel ausgebildete Hinterfliigel unterschieden. — Die Arten sind iiber den ganzen Erdkreis gleichmassig verbreitet, klettern sehr geschickt auf den Zweigen und Blattern der Baume herum und erwurgen Raupen und Puppen ; man kennt etwa 60 — 70 verschiedene. C. sycophanta Lin., P upp enr a u b e r. Blauschwarz , der Rand des Thorax und die Fliigeldecken ielihaft smaragdgriin, letztere kupfrig roth schillernd, ausser den dichten Punktstreifen mit drei Reihen eingestochener Punkte. L. 10 — 12 Lin. In dun Fichtenwaldungen Deutschlands , besonders wo Raupenfrass der Nonne {Liparis monacha) herrscht, oft in grosser Anzahl und daher in forstlicher Beziehung sehr wichtig ; noch wirksamer als der Kafer selbst ist seine (oben schwarze, unten weisse) Larve, welche sehr hurtig an den Fichtenstammen herauflauft und sich in die daran sitzenden Spinner- weibchen einfrisst, um sich an ihren Eiern zu sattigen. 6. Gatt. Damaste r KoII. Korper in allen Theilen sehr in dic Lange gezogen , Kinn- zahn sehr kurz, Ligula an der Spitze gespalten , Oberlippe ausgcrandet; Taster mit sehr breit beilformigem Endgliede, an den Fiihlern das 2. — 4. Glied gleich lang. Fliigeldecken verwachsen, in eine iange zweizinkige Spitze auslaufend. — Art : D. blaptoides Koll. Sehr ausgczeichnele Arl aus .lapan, von 2 Zoll Langc; vom Ansehn Q'n\^s Blaps , malt schwarz, mit fein gekdrnten Fliigeldecken. 7. Gatt. Cychrus Fab. Kinn ohne Zahn, Ligula klein, zugespitzt, aussere Lade der Maxillen erweitert, raesserforraig , Oberlippe zweitheilig, verlangert. Thorax klein, Flii- geldecken bauchig, den Korper weit nach unlen umschliessend , verwochsen ; Vorder- tarsen beira Mannchen einfach. — Art : C. ros tratus Lin. [Tenebrio) Von sehr zierlichera 88 I- Insecta. Bau, schwarz , nnt quer cingeclruckteni, an den Hinterwinkeln abgerundetem Thorax und sehr dicht gokoriilLMi Flugeldecken. L. 8 Lin. In Deutschland, in Laubwaldern. Verwandte Gattungen : Spbacrodcrus Dej. und Scaphinotus Latr. b) Vorderschionen am Innenrande ausgeschnitten ; Kpimeren des Melalhorax deutlich. 8. Gatt. Odacantha Fab. Kopf nach hinten halsforniig vercngt, Kinn mit eiiifachom Zahne, Lisula stunipf abserundet, letztes Tasterglied eiformig ; Fiihler von halber Korper- lange , erstes Glied nicht verlangert. Prothorax schmal undlang, Fliigeldockon tlach, abgestulzt; Tarsen beim Mannchen einfach. — Art : 0. melanura Fab. Slahlblau, Fiihlerbasis, Brust , Ueine und Flijgeldecken rostfarben, die Spitze der letzleren und die Kniee schwarzblau. L. 3 Lin. la Deutschland, im Rohr. Verwandte Gattungen : Casnonia Latr., p Iii on e a Eschsch. u. a. 9. Gatt. DryptaFab. Kein Kinnzahn, Ligula linear, an der Spitze etwas brcitcr, Endglied der Taster beilformig ; erstes Fiihlerglied langer als der Kopf, Thorax fast cyliii- drisch, Fliigeldecken leicht gewdlbt , abgestutzt. Mannchen mit drei leicht erweiterten Gliedern an den Vordertarsen, das vierte Glied an allen zweilappig. — Art: D r. emargi- nataFab. Smaragdgriin , fein behaart, Mund, Fiihler und Beine rothgelb. L. 4 Lin. — In Siid-Europa. 10. Galt. GaieritaFab. Kinnzahn kurz , zweispitzig, Ligula gross, viereckig abge- stutzt, Endglied der Taster beilformig; Fiihler langer als der halbe Korper, mit verdick- tem Basalgliede, welches die Augen iiberragt. Fltigeldecken flachgedriickt , leicht und schrag abgestutzt ; Beinelang, viertes Tarsenglied ausgerandet , die vier ersten der Vor- dertarsen beim Miinnchen innen mit langem Vorsprung. — Zahlreiche Arten besonders in Amerika, z. B. G. Janus Fab. Pechschwarz, fuchsig behaart, Basis und Spitze der Fiih- ler , Thorax und Beine ziegelroth, Fltigeldecken matt blauschwarz , mit Punktstreifen. L 8 — 9 Lin. In Nord-Amerika. Verwandte Gattungen : Zuph i u m Latr,, Polystichus Bon., H e I lu o Bon. u. a. 11. Gatt. Brachinus Weber. Kinn mit oder ohneZahn, Ligula gross , hautig , in der Mitte vcrhornt, Eudglied dor Lippentaster verdickt ; Fiihler kraftig, schnurformig, Prothorax herzformig , Hinterleib dick , Fliigeldecken breit abgestutzt. — Gesellschafliich unter Steinen lebende Arten, weiche, wenn inan sie beunruhigt, eine an der Luft explo- dirende, gasformige Fliissigkeit aus dem After ausstossen ; daher Bo raba rd i r k a f er eenannt. — Art: B. crepitans Lin. Ziegelroth, mit schwarzem llinterleib und dunkel- blauen , leicht gestreiften Fliigeldecken ; das dritte und vierle Fiihlerglied gebraunt. L. 3ys Lin. In Deutschland. — fZahlreiche Arten in allen Liindern , diegrosseren meist schwarz und gelb gezeichnet. Gatt. Ap t i n us Bon. u. Ph eropsoph us Sol.) 12. Gatt. Agra Fab. Korper schmal, stark verlangert, Kopf zu einem sehr deutiichen Halsverengt; Lippentaster mit beilformigein Endgliede. Viertes Tarsenglied zwoila[)piL', Fussklauen gekammt, erstes Fiihlerglied lang, an der Basis gekriimmt; Vorderschenke! znweilen verdickt. — Zahlreiche, sehr cigenthiimlich gestaltetc Arton in Siid-Amorika, jni Habitus den Drentliiden gloichend; z. B. A. aenea Fab. Hell erzgrun, die vordore Halfte des Kopfes, die Fuhler, Sciiienen und Tarsen rothbraun; Thorax von Kopflange, mit sechs Langsreihen tiofer Punkte, Flugeidecken grob streiOg punktirt, die Slroifen duirh Quer- falten untcrbiochen. L. 10— 11 Lin. In Cayonnc. Klug, F., in Enlomol. Monograph. p. 3 und Jahrbiicher der Insectenkunde, p. 54. Verwandte Gattungen : CalleidaDej., Cy mi nd is Latr. (mit zahlreichen Europai- schen Arten), Singi lis Rarab., Corsyra Dej., Trich i s Kliig u. a. 13. Gatt. Dromius Bon. Kinn ohne Zahn, Ligula abgeruiidot, iotztos Taslori.'liod zu- gespitzt; erstes Fiililerglied verlangert, zweiles kurz. Kopf ohne Hals , Protliorax kloin, herzformig. Fltigeldcckea gleich breit , niedcrgedriickt ; viertes Tarsenglied oinfach, Klauon geziihnt. — Klcine Arlcn, besonders im Wiiitcr gosollschaftlicli untor dor Riiule voii Biiumtm lebcnd ; z. B. Dr. 4maculatus Lin. Schwarzlich brauii niit rostiulhom Thorax und vier bleichgelbcn Flcckcn auf den schwarzon Flugeldcckcn. L. i'/^ \a\\. \n Deutschlaiid, unter Fichlenrinde. 3. Coleoptera. 89 Verwandte Gattungen : D emet r i as Bon., LebiaLatr., PIi y sodera Eschscli., M a- sor e us Dej., Plochionus Dej. u. a. 14. Gatt. Mormoiyce Hagenb. Durch don sehr ianggestrecliten , fast linearen, flachen Kopl', die sehr langen, fast der Korperlange gleichivommenden Fiihler, deren crstes Glied an der Spitze iveulenformig verdicli Miinncheiis zuerst horizontal uiid breit, dann zugespilzt und abwarts gebogen. L. 6 Lin. An den Mit- telmeer-Kiisten. Verwandle Gattungen : Ca r ter us Dej., A p o to m us Illig., S iagon a Latr. u. a. 20. Gatt. Teflus Latr. Kinnzahn einfach, Ligula gross , dreieckig, Endglied der Taster breiter als lang, parabolisch abgestulzt, Fiihlcr ziemlich kurz ; Prolhorax sechs- 00 I. Insecta. eckig, Fltigeldecken oval, stark gewolbt, verwachsen. Beim Mannchen dic beiden erslen Glieder der Vordertarsen lciclit erweitert. — Art : T. Megerlei Fab. GliJnzend schwarz, Thorax stark runzlig, Flugeidocken mit starken, glatten Langsrippen und engen, quer ge- furchten Zwischenraumcn. L. 20 Lin. — In Guinea. — Nur wenige Arlen im tropischen Afrika. Verwandte Gattung : Pamborus Latr. in Neu-Hoiiand. 21. Gatt. Pan agaeus Latr. Kinnzahn ausgerandet, Ligula klein , an der Spitze ab- gestulzt, letztes Tasterglied stark beilfurmig, an den Lippentaslern das zweite verlangert; Oberlippe abgestutzt, erstes Fiihlerglicd dick, zweites kurz, Thora\ mehr oder weniger kreisrund. Mannchen mit zwei erweilerten Gliedern an den Vordertarsen. — Art: P. crux major Lin. Schwarz mit quer rundlichem Thorax und zwei mennigrolhen Binden auf den Flugeldecken. L. 3'/^ Lin. In Deutschland. (Sehr schone, grdssere Arten , meist mit gold- gelber Zeichnung der FlUgeldecken sind besonders in Afrika zahlreich ; Galt. Craspe- dophorus Hope.) Verwandte Galtungen : B r ach y g n a th us Perty (Brasilien) und Loricera Latr. (Europa). 22. Gatt. C hlae n i u s Bon. Kinnzahn zweispitzig, Ligula an der Spitze frei , letztes Taslerglied fast cylindrisch, Fiihler schlaiik niit etwas verlangertem dritten Gliede; Korper fast durchweg seidenartig behaart. Mannchen mit drei erweilerten Giiedern an den Vor- derlarsen. — Die Arlen iaufen im Sonnenschein auf ausgetrockneten Pfiitzen, am Slrande von Seen u. s. w. ; man kennt einige Hundert aus ailen Welttheilen. Chi. nigricornis Fab. Kopf und Thorax kupferfarbig , Fliigeldecken griin, gestreift, in den Zwischenraumen granulirt; Beinc und Fiihler schwarz, ielztere mit rother Basis. L. 5 Lin. In Deutsch- land, haufig. Verwandle Gattungen ; Epomis Bon., Ood es Bon., Lici nus Latr., Rembus Latr. und B a d i s t er Clairv. 23. Gatl. Broscus Panz. (Cephalotes Bon.) Kinnzahn einfach, Ligula an derSpitze ab- gestutzt, Endglied der Kieferlasler ebenso lang, der Lippentaster kiirzer als das vorher- gehende ; Oberlippe abgestulzt, Mandibeln vorstehend , Fiihler kurz. Prothorax kurz gestielt, mit abgerundeten Hinlerecken ; Fliigeldecken verlangert. Beim Mannchen die drei ersten Glieder der Vorderlarsen erweilert , das erste langgestreckt. — Art: Br. cepha- lotesLin. Matt schwarz, Stirn punktirt', Fliigeldecken mit sehr feinen Punktstreifen. L. 9 Lin. In Deutschland ; sehr hauflg auf Feldern, in Sandgruben. Verwandle Gattungen : M i s cod era Eschsch. [Leiochiton Curt.), B ro s c os om a Ro- senh., Dioc tes M6netr., CascelliusCurt., Baripus Dej., S t omi s Clairv. u. a. 24. Gatt. H a rpa 1 us Latr. Kinnzahn kurz oder fehlend , Ligula abgestutzl , Endglied der Taster spindelformig, Oberlippe kaum ausgerandet. Beim Mannchen die vier erstcn Gliedcr der Vorder- und MittelUusen erweitert. — Besonders in Europa durch sehr zahl- reiche, meist unscheinbare, diisler gefarbte Arten vertreten, z. B. H. griseus Panz. Pech- schwarz mit rostrothen Fiihlern und Beinen ; Thorax hinlen fein runzlig punktirt, Fliigel- decken sehr dicht punktirt, geslrcift, gelblich seidenhaarig. L. 5 Lin. Ueberall gemein. VerwandleGattungen : Dap t us Fisch. v. W., Diac hr om us Erichs., Anisodacty- 1 u s Dej., Aci n op us Dej., Stenolophus Dej. u. a. 25. Gatt. Feronia Latr. [Pterostichus Bon.) Kinnzahn ausgerandet, Ligula abge- stutzt, Endglied der Taster cylindrisch, kurz, Oberlippe abgcstutzt. Mannchen mit drei erweiterten Gliedern an den Vordertarsen. — Man kennt etwa 500 Arten aus allen Welt- theilen , darunter zahlreiche Europiiisclie , die zum Tlieil den Alpen eigenthiiinlich sind ; viele sind auf den Fliigeldecken mit Reihen von Grubeii versehen. F. va r i o I a t a Dej. Kupfrig erzfarben, Kopf und Thorax griin gerandet, Schienen rothbraun ; Thorax mit zwei sehr langen Eindriicken, die von einer eihabeiien l'"alte begrenzt sind , Fliigeldec-keii tVin punklirt gestreilt, mit drei Grubenreilien. L. 8 Lin. in Kiiriithon. (Die Arten sind nach dem Habitus in viele Untergattungen : Omaseus, P o ec i I u s , Perc u s, MoIops,Ar- gutor u. s. w. zerlegt worden). 26. Gatt. Catadromus M. Leay. Von der vorigen Gattung hauptsachlich durch die Form des Kinncs, welches in drei zugcspilzte Lappen zerfalll, uiui die sehr langgestreckte Geslait unterschieden. — Art : C. te n ebr ioides Oliv. Aulfallend gross, schmal, gliin- 3. Coleoptera. 91 zend schwarz , glatt, Thorax und Fliigeldecken mit smaragdgriinem Seitenrand, letztere fein und tief gefurcht. L. 27 Lin. AufJava. Verwandte Galtungeii : AbacelusDej., Drimostoma Dej., Ra thymus Dej. u. a. 27. Gatt. Amara Bon. Von Feronia durch kiirzeren, meist langlich eifdrmigen Kor- per, etwas ausgerandete Oberlippe, eiformiges Endgiied der Iviefer- und spindeifdrmiges der Lippenlaster und kurze Mandibeln unlerschieden. — Einfarbige und meist metallisch gefarbte Arten von geringer Grdsse, haufig auf Feidern im Sande, einige auf den Alpen ; besonders in Europa einheimisch , z. B.: A. t r i vi a I i s Gyll. Erzfarben , die drei ersten Fuhierglieder und die Schienen rostroth ; Thorax hinten jederseits mit einem Langsein- druck, Fliigeldecken fein gestreift. L. 3 Lin. Im Sommer, iiberall gemein. Verwandle Gattung: ZabrusClairv. (Die Larve des Z. g ib b us Fab., welche unter der Erde lebt, soll durch Abfressen der Wurzeln den Saaten schadlich sein). ZiMMEBMANN, Monograpbie der Carabiden. I.Stiick. Berlin 1831. 8. (Zabrus) und in Gistrs Faunus I, p. 1. (Amara). 28. Gatt. Sp h od r u s Glairv. Kinnzahn ausgerandet, Ligula abgestutzt , Endglied der Taster cylindrisch ; Haisschild herzfdrmig, FliJgeldecken abgesetzt, gross, oval, Beine diinn, mit einfachen Klauen. Mannchen mit drei leicht erweiterten Gliedern an den Vor- dertarsen. — Art: Sph. leucopht halm us Lin. Flach, matt schwarz, Fiiigeldecken fein punktirt gestreift. L. 10 Lin. In Europa uberall, besonders in Kellern. VerwandteGattungen : Pristonychus Dej., D olichus Bon., Ca 1 a Ih us Bon. u.a. 29. Gatt. A nchomenus Bon. Kinnzahn einfach , Ligula abgestutzt, Endglied der Taster schwafch eifdrmig; Augen hervorspringend, Thorax meist klein, herzfdrmig. Mann- chen mit drei erweiterteu Tarsengliedern. — Durch zahlreiche Arten in allen Welttheilen vertreten ; die meisten von geringer Grdsse , schwarzlich oder lebhaft metallisch gefarbt, an Pfiitzen oder dem Ufer von Seen im Sonnenschein umherlaufend , zuweilen auch flie- gend. — Art: A. sexpunctatus Lin. Kopf und Thorax lebhaft smaragdgriin , Fliigei- decken schdn kupferroth, punktirt-gestreift, mit sechs Gruben auf dem dritten Zwi- schenraum. L. 3'/oLin. In Deutschland, haufig. Verwandte Gattungen : Euleptus Klug, Dyscolus Dej., Onypterygia Dej., Omphreus Dej., Pa t ro b us Dej., Pogonus Dej. (die einheimischen Arten am Ufer von Salzseen und an der Meereskiiste) u. a. 30. Gatt. A noph thalmus Sturm. Kinnzahn einfach , Ligula abgerundet, Endglied der Tasterkiein, spilz kegelfdrmig, Augen fehlen; Fiihler lang, Thorax klein, herzfdrmig, Fliigeldecken oval. Miinnchen mit zwei erweiterten Tarsongliedern. — Die hell rostgelb gefarbten Arten finden sich in den unterirdischen Hdhlen der siideuropaischen Gebirge am Erdboden unter Steinen ; eine andere wurde in der Mammut-Hohle in Nord-Amerika entdeckt. A. Schraid t i i Sturm in den Hdhlen von Krain, 4 Lin. lang. Verwandte Gattungen: Trechus Clairv. und Aepus Leach. 31. Gatt. Bembidium Latr. Kinnzahn einfach, Ligula an der Spitze zugerundet, Endglied der Taster klein, diinn, spindelfdrmig. Mannchen mit zwei quadratisch erwei- terten Gliedern an den Vordei tarsen, — Kleine oder sehr kleine, ausserordentlicli zahl- reiche Arten , welche im Sonnenschein sehr hurtig und oft schaarenweise auf dem Ufer- sande von Fliissen und Seen umherlaufen ; einige sehr lebhaft fliegend. B. paludosum Panz. Erzfarbig, kupfrig gescheckt, Fliigoldecken mit zwei langlichen, silborneii Ein- drucken auf dem dritten Zwischenraum der Punktstreifen. L. ay^ Lin. In Deutschland. — B. 4maculatum Lin. Glanzend schwarz, Fiihlerbasis und Beine hellgelb, Kopf und Thorax oberhalb griinlich erzfarben, Fliigeldecken auf dem Riicken punktii t-gestreift, mit zwei weisslichen Fiecken. L. 1 y. Lin. Ebenda. Verwandte Gattungen ; Ta chy p us Dej. und A nill us Jacq. du Val, letztere augenlos. 2. Fam. Amphizoidae Le Conte. Auessere Lade der Maxillen tasterformig, aber ungegliedert, Kinn niit der Kelile fest verwachsen , gross, ausgerandet ; Fiihler derb , fadenformig , unbeliaart. Hinterhiiflen bis zum Seitenrand des Korpers aus- gedehnt, in der Mitte zusammenstossend , vorn gerade abgestutzt. Beine glatt, Gangbeine. — Larve und Lebensweise unbekannt. 92 I. Insecta. Le Conte, J., in Proceed. of tho acad. of nat. scienc. of Pliiiadelphia 1S53, p. 227. — Entomological Repoii (K\ploratioiis for a i-aiiroad froni the Missisippi River lo Ihe Pacific Ocean, Vol. IX) p. 32, pl. I, (ig. 11. I.Gatt. A mp h izoa Le Conle. Mil deii Ghai'akteren der Faniilie ; auf ein sehr ano- niales Insect geeriindet, weiches in dcr Bildung der Hinterhiiften rail ilen Dyticen , durch die Gangbeine mit dcn Caraben iibcreinstimmt , sich von beiden abcr dnrch die ungegiie- derte aussere Maxillarlade unterscheidet. — Art: A. insolens Le Conte. Matt schwarz, unbehaart; Thorax rauh , in der Mitte gefurcht, sehrkurz, vornvcrengt, Kltigeldccken oval, leicht gestreift, kdrnig punktirt, doppelt so breit als der Thorax. L. 6 Lin. In Californien. 3. Fam. Dyticidae Leach {Hydrocanthari Latr.), S chwimmkafer . Was- serkafer. Mmidlheile und Fiihler wie bei den Laufkafern. Korper verbreiterl, ein regehiijissiges Oval bildend ; Ilinterbeine flachgedriickt, Schwimmbeinc , ihrc lliiften meist sehr gross , quer , bis zum SeilcnraiKl dcs KiJrpers reichcnd , mit dem Metasternum fest verwachsen ; das vierte Tarsenglied an den vorderen Beinen zu- weilen verkiimmert. Hinterleib mit sieben Ventrahingen. von denen die drei ersten mit einander verschmolzen. Beim Mlinnchen die drei ersten GHeder der Vorder- imd zuweilen auch der Mitteltarsen erweilert. — : Larven langgestreckt, cylindrisch, nach vorn und hinten verdiinnt, mit zwei gewimperten Bohren am letzten K(3r- persegment ; Mund geschlossen , Mandibeln sichelformig, durchbohrt, zum Saugen eingerichtet. Fiihler viergliedrig, sechs Ocelien jederseits ; Beine lang , dcutlich fiinfgliedrig. V)\& Abweichungen , welche dicse Insectcn von den Carabiden , mit denen sie sowohl in der Biidung der Unterkiefer als des Darmkanals eine vollkoramene Uebereinslimmung zeigen , darbielen, sind solche, welche durcli ihrcn Aufenthall im Wasser bedingt sind. Die grosse Fliichenausbreilung ihres Kdrpers und der Minterbeine, an welchcLi letztercn dieselbe noch durch lange und dichte, ausspreitzbare Ilaare vermehrt wird, sind fiir eine sehr ausgebildele Schwimmbewegung, wie die Dyticen siebesitzen, unenlbehrlich ; die Function der Ilinterbeine als lAuderorgane bedingt zugleich nicht nur ihre betrachtliche Lange und ihre Entfcrnung von den vorderen Paaren , sondern auch die staike Enlwicke- lung und feste Verwachsung ihrer lliiflen. Obwohl hiernach entschieden fiir das tliJssige Elemenl organisirt, sind diese Kafer doch auch nebenbei zum Fluge, den sie meist in der Dunkeliieit ausliben , sehr wohl befahigt; man findel sie nicht selten dcs Morgens vom Wasser weit entfernt auf dem Riicken liegen, besonders auf den Glasscheiben von Treib- hiiusern, durch deren wassergleiches Aussehen sie sich wohl tauschen lassen. Bei weilem die mcisten Arten leben in slehendem Wasser, welchcs vielc im Winter vciiassen, um sich in Wiildern unter Moos zu verbergen. Zum Einathmcn von Luft erheben sie sich von Zeit zu Zeit an die Obertlache des Wassers, iiber welchc sic, niit dcm Kopf nach unten gc- wandl, die Spitze des Hinterleibes hervorstrcckcn ; ergriden sondern sie ara Vorder- und Hinterrande des Halsschildes eine stinkende, milchweisse Fliissigkeit, das Secret der unler der Kdrperbedeckung liegenden Glnndulae odoriferne , ab. Sowohl Kafer als Larven lebcn hauptsachlich von Mollusken und Wasserinsecten , zur Noth auch von Aas ; die Larven bieten durch ihre zu Saugzangen umgebildeten Mandibeln , welche sie ihrem Haube in den Leib schlagcn , eine deutliche Analogie mit den Myrmeleonen-Larven dar, nnr dass die Maxillen bei ihiien frei bleiben. Eigenthiimlich ist, dass bci erwaclisenen Larven sich die Basis dcr einzelnen Inihler- und Tasterglieder in Form eines besoiuleren Glicilcs ahschniirt. Am Darmkanal der Kuler ist ein mit zahlreichen Querfalten versehener, spitz zulaufender lUindsack des .Mastd^irmos hervorznheben. — Die geographische Verbreitung der Familie ist dieselbe wie bei den Laufkafern ; vorwiegcnd dcr gemassiglcn Zone angehdreiid, zeich- nen sich die Arten in den Tropengegenden weder durch Groisso noch durch Farbung vor den iibrigen aus. Man kennt deren etwa 600. Ekicqson, W. F., Gcncra Dyticeorum. Berolini 1832. 8. AunE, Ch., Spccies general des Hydrocanthares et Gyriniens. Paris1838. 8. (Dejean, Tome VI.) 3. Coleoptera. 93 1. Grtippe. Hinterhiiften sehr gross , nach vorn erweitert. (Die Kafer schwimmen unter gleichzeitiger Bewegung der Hinlerljeine.) 1. Gatt. Dyticus GeoflV. {Dytiscus Lin.) An den vorderen Tarsen das vierte Glied deutlich, am ersten Paar des Mannchens die drei Basalglieder zu einer grossen , tel- lerformigen Haftscheibe erweitert, deren Sohle mit eigenthumiichen , trichterformigcn Haftorganen besetzt ist. Hintertarsen beim Mannchen beiderseits, beim Weibchen nur obeihalb mil Wimperhaaren, die Klauen gieich, beweglich. Fliigeldecken beira Mannchen glatt, beimWeibchen auf der vorderen Hiilfte slark gerieft (selten ebenfalls glatt). — Arten: D. latissimus Lin. Breit eiformig, mit erweiterlem Seitenrand der Fliigeldecken ; schwarz, der ganze Saum des Thorax , eine Randbinde der Fliigeldecken , die Unterseite und Beine gelb. L. 18 Lin. Die grosste bekannte Art, in Deutschland selten. — D. mar- g i nalis Lin. kleiner, i/» Lin. lang, iiberail haufig. Verwandte Gattungen : Cybister Curt., Eunectes Erichs., Acilius Leach. 2. Gatt. Hydaticus Leach. Vordere Tarsen ausserhalb , die hinteren bei beiden Geschlechtern aussen und innen gewimpert , die Klauen an letzteren ungleich , die obere unbeweglich. Fliigeldecken beim Weibchen ebenfalls ungericft. — Art: H. transver- salis Fab. Langlich eifdrmig, schwarz , der Vorderrand und der sehr breite Seitenrand des Thorax rostfarben ; Flijgeldecken mit gelber Randbinde und abgekiirzter gleichfarbi- ger Querlinie hinter der Basis. L. sy^ Lin. — In Deutschland. 3. Gatt. Co 1 y mbet es Clairv. An den vorderen Tarsen das vierte Glied deutlich, dic drei ersten Glieder beim Mtinnchen einzeln erweitert; Hintertarsen beim Mannchen beiderseits, bcim Weibchen nur oben gewimpert, die obere Klaue langer, unbeweglich. Schildchen deutlich. — Art: C. striatus Lin. Schwarzbraun , Thorax gelb mit abge- kiirzter, schwarzer Querbinde ; Fliigeldecken quer nadelrissig, Epipleuren gelb, Beine und Hinterlcibsrander rostroth. L. 8 Lin. — Besonders im Norden Europa's. Verwandte Galtungen : llybius Erichs., Aga bus Leach, Copel atus Erichs., Lac- cophilus Leach, Noterus Clairv. u. a. 4. Galt. Hyphydrus Hlig. Viertes Glied der vorderen Tarsen verkiimmert, dio drei ersten in beiden Geschlechlern verbreitert , das dritte zweilappig. Hintertarsen zusam- mengedriickt, mit ungleichen Kiauen, die obere unbeweglich. Schiidchen nicht sichtbar, Kdrper kurz, stark gewdibt. — Arl : H. ovatusLin. Rostroth , mit braunschwarzcn, rostroth gerandeten Flugeldecken. L. ^% Lin. In Deutschland sehr geraein. 5. Gatt. Hydroporus Clairv. Von der vorigcn Gatlung durch fadenfdrmige Hinter- tarsen, deren Klauen gleich gross und beweglich sind , unterschieden. Kdrper bald lang- lich und flach , bald kurz und gewdlbt. — Art : H. e ry t hr oc ep ha 1 us Fab. Eifdrmig, gewdlbt, schwarz mit rostrothem Kopfe ; Fliigeldecken schwarzbraun, stark punktirt, dicht behaart. L. 1 ^/j Lin. — Arten ausserst zahlreich. 2. Gruppe. Hinterhiiflen schmal. (Die Kafer schwimmen unter alternirender Bewegung der Hinterbeine.) 6. Gatt. Pelobius Schdnh. Fiihler elfgliedrig , unter dem Stirnrand eingefiigt; Schienen und Tarsen aller Beine beiderseits gewimpert, vicrtes Tarsenglied der vorderen deutlich, die drei ersten beim Mannchen erwcitcrt. Schildchen deutlich, Kdrper eiformig, ziemlich gewdlbt. — Art : P. Herrmanni Fab. (tardus Herbst) Rostroth , ein gemein- samer, grosser, gelappter Fleck der Fliigeldecken, Brust und Afler schwarz. L. 5 Lin. — In Deutschland selten, in Lehmpfiilzen. 7. Gatt. Hal iplus Latr. Fuhler zehngliedrig, auf der Stirn entspringond , Prothorax schmaler als die Fliigeldeckcn, Prosternum erhaben , mit breiteni Stacliel; nur die vor- deren Beine mit aussen gewimperten Schieiien und Tarsen. Hinterhiitlen mit in dcr Mitte verwachsenen Plalten, die den grdssten Theil des Hinterleibes bedecken. Schildchen nicht sichtbar. — Art: H. el e v a t u s Panz. Langlich eifdrmig , blassgelb , Fliigeldecken punktirt-gestreift mit abgekiirztem Langskiel im dritteu Zwischenraume. L. 2 Lin. In Deutschland, in Bachen. Verwandte Gattung : C n e m i d o t u s Illig. 94 I. Insecta. 4. Fam. Gyrinidae Westw., Tanmelkafer. Aeiissere Lade der Unterkiefer verkiimmert oder in I^^orm eines diinnen Stacliels , Kinn tief ausgerandet ; Augen durch den Seitenrand des Kopfes je in ein oberes und unteres getheilt. Fiihlerkurz, stummeiartig , das elfte Glied so lang als die sieben vorhergehenden zusammen. Vorderbeine armartig verliingert , mit freien , kegelformigen Hiiften; die hinleren Beine kurz , ganz flachgedriickt , flossenartig, die Schienen und Tarsen ein rhombi- sches Blatt darstellend , die Hiiften fest verwachsen. Ihnterleib sehr kurz, sechs- ringlig, die drei ersten Bauchringe verwachsen. — Larven Scolopendra-{6rm\g, mit langen Tlioraxbeinen ; die Ilinlerleibsringe jederseits in einen langen, zugespilzlen, gehederlen Fortsatz ausgezogen , der verlangerle Endring mit vier diinnen und be- weglichen Geisseln. Mund geschlossen , Mandibeln in Form von Saugzangen, Fiihler viergliedrig. Die Kafer, von ahnlich ovalem Korperumriss wie die Dyticen, aber durch abgestutzte Flijgeldecken und freie Hinterleibsspilze unterschieden , finden sich sowohl ira siissen als salzigen Wasser, auf dessen Oberflache sie sicli naeist schaarenweise in grossen Kreisen umherbewegen ; beim Unterlauchen fiihren sie eine am liinterleibsende haflende Luft- blase mit sicb in das Wasser. Sie konnen ebenfalls fliegen und sondern, wie die Dyticen einen milchweissen Saft ab, wenn man sie ergreift. Fast in alien Korperthoilen von sehr absonderlicher Bildung, zeichnen sie sich besonders durch die Form ihrer Beine und Augen aus ; von ersteren dienen ihnen die langen Vorderbeine als Schwinunarme, die blatlformigen hinteren als Ruder; durch die vollstandige Trennung der letzteren in ein oberes und unteres Auge kdnnen sie gleichzeitig in das Wasser und die Luft sehen. Die Larven, denen die gefiederten Fortsatze ihrer Hinterleibsringe offenbar als Kiemen dienen, leben vom Raube, welchen sie vermittelst ihrer Mandibeln aussaugen ; sie verpuppen sich ausserhalb des Wassers in einem ovalen, beiderseits zugespitzten, pergamentartigen Cocon. — Die iiber die ganze Erdoberflache verbreitete Familie umfasst gegenwartig etwa i 00 Arten. AuBE, Ch., Sp6ci6s g6n6ral des (Hydrocanthares et) Gyriniens. Paris 1838. 8. I.Gatt. G y ri n us Geoffr. Kein Kinnzahn, aussere Lade der Unterkiefer entwickelt, letztes Tasterglied so lang als die vorhergehenden zusammen ; Schildchen deutlich, meist spitz, Fliigeldecken abgerundet oder gestutzt, letztes Hinterleibssegment abgerundet, niedergedriickt. Mannchen mit erweiterten Vordertarsen , die eine langliclic, schmale Scheibe bilden. — Art; G. marinusGyll. [natalor Fab.) Oval , schwarz, blau schim- mernd, am Rande erzfarben , Fliigeldecken gleichmassig punktirt-gestreift. L. 3 Lin. In Deulschland, auf stehenden Gewassern fast das ganze Jahr hindurch. Verwandte Gattungen ; Enhydrus Lap., Din e ute s M. Leay, 2. Gatt. Por rorhy n chu s Lap. Kinnzahn und iiussere Unterkieferlade fehlend, Endglied der Lippentaster Uinger, der Kiefertaster kiirzer als die vorhergehenden ; Ober- lippe lang, spitz kegelfdrmig. Schildchen unsichtbar, Fliigeldecken an der Spitze gedornt, letztes Ilinterleibssegment an der Spitze verengt ; Vorderbeine sehr lang. — Art: P. mar- ginatusLap. Olivenfarbig, erzgliinzend, niit blauem Schiller , feinbereift; Halsschild und Fliigeldecken gelb gesaumt, letzlerc auf dem Saume mit schwarzem Fleck , am Sei- tenrand hinten gesagt und mit zwei langen Spitzenzahnen bewafTnet. Unterseite und Beine blassgelb. L. 8 Lin. Auf Java. 3. Gatt. r e c toc h i I u s Lacord. Kinnzalin klein , scharf, iiussere Untcrkieferladc fehlend, die Glieder der Kiefcrtaster an Lange allmahlich zunchmend. Scliildchen deut- lich , dreieckig, Fliigeldecken abgestutzt und raeist gedornt, lelztes Hinterleibssegment liinglich kegelfdrmig , gewimpert; Vorderbcine massig lang. — Art: 0. villosus Fab. Langlicli, oberhalb dunkel crzfarbcn, behaarl, unten blass rostgelb. L. 3 Lin. In Bachen, unter Steinen ; in der Nacht schwimmend. Verwandte Gattungen : G y r ete s Brulld, PatrusAub^. 5. Fam. Palpicornia Latr. [Hydrophilldae et Spliaeridiidac Leach) Kinn niclil ausgerandet, aussere Unterkieferladc ujcist breit, lappenfiJrmig , Kiefertaster selir 3. Coleoptera. 95 langgestreckt , so lang oder liinger als die Fiihler; diese kurz , in eine Keule endi- gend, sechs- bis neungliedrig. Hinterleib mit vier bis sieben Yentralringen. SoLiER, Observations sur la Iribu des Hydrophiliens etc. (Annales de la Soc. entoraol. III, p, 299 fl'.) MuLSANT, Histoire naturelle des Col^opl^res de France. Palpicornes. Paris 1844. 8. 1. Gruppe. Fiihier acht- bis neungliedrig, Korper plump, eiformig; an den liintercn Tarsen das erste Glied kurz, das zweite das langsto von allen. (H y d r o p li i I i d a e.) Die Arlen dieser Gruppe, welche zum Theil eine sehr aiisehnliclie Grosse crreiciien, stimmen mit denen der beiden vorangehenden Familien durch ihren Aufenthalt im Wasser und die Form ihres Korpers, welcher massig und nirgends eingeschniirt ist, iiberein, weichen dagegen durch ihre Unbeholfenheit im Schwimmen und durch ihre Nahrung, die in Vegetabilien besteht, sehr wesentlich ab. Auf letzlere deutet schon die Form des Darm- kanales hin, welchcr ganz dem der Lamellicornen gleicht, namlich ein sehr langes und diinnes, in seiner ganzen Ausdehnung gleichformig gebildetes Rohr darstellt. Um Luft einzuathmen, nahern die Hydrophilen ihren Kopf der Obernache des Wassers, indem sie nur die Fiihlerbasis iiber dieselbe erheben ; die dichte seidenartige Behaaruiig der Fiih- lerkeule und der ganzen Brust nimmt diese Luft auf, um sie den Stigmen zuzufiihren uiul erscheint daher im Leben silberglanzend. Eine sehr grosse, ausserst dunnhautigc, ballon- artige Tracheenblase auf der Grenze von Thorax und Hinterleib ist noben den iibrigen sehr zahlreichen Ausdehnungen der Tracheen geeignet, eine betrachtliche Quantilat Luft in den Kdrper aufzunehmen und zugleich als Schwimmblase zu fungiren. Als etwas Aussergewdhnliches in der Ordnung der Kiifer ist die Umhiillung der abgelegten Fier mit einer Art Cocon zu erwahnen , welches von birnfdrmiger Gestalt, papierarligem Ansehn und in eine gekriimmte Rdhre ausgezogen ist und an der Oberflache des Wassers an fflan- zen abgelegt wird ; dasselbe wird vom Weibchen mittels eines Secretes, welches aus vier langen, schlauchfdrinigeii , dicht unter dera Kelch der Eirdhren jederseits in dic Tuben noiindenden Driisen herstammt, angefertigt. Eine fernere, wenigstens der Gattung Hydro- philus zukommende Eigenthiimlichkeit bestcht in der sehr deutlichen Entwickclung einer hautigen Alula an der Basis der Fliigeldecken. — Die langgeslreckten, fleischigeii , iiach hinten conisch zugespitzten Larven sind an der Spitze des Korpers mit zwei griffelfdrmi- gen Anhangen und manche an den Seiten der Abdominalsegmente mit gefiederlen 'Kie- raen-?) Geisseln versehen; ihre Oberkiefer dienen nur zum Beissen und sind innerhalb scharf gezahnt , die Unterkiefer durch die ausserordentliche Lange und Dtinnheil ihres Stipes ausgezeichnet und hierin den dreigliedrigen Fiihlern, deren erstes Glied ebenfalls sehr verliiugert ist, ahnlich. Zur Verwandlung gehen diese Larven, deren Nahiung in Mollusken und anderen Wasserthieren besteht, an das Ufer, um sich im feuchten Sande eine Hohlung zu graben. MiGER, M6moire sur la ponle et les metamorphoses du grand Hydrophilus piceus. (Annales du mus6um d'histoire naturelle XIV, p. 441 ff.) I.Gatt. H y d ro p h i I us Geoffr. Fiihler neungliedrig, das erste Glied bogenfdrmig, die vier letzten eine grosse Keule bildend, deren erstes Glied glanzend, dic drei folgenden matt sind ; das siebente und achte aussen in einen Ast verlangert, das neunte zugcspitzt eifdrmig. Meso- und Metasternum einen gemeinsamen , sehr slarken Mittclkioi bildend, der sich iiber die Ilinterhiiften hinaus in Form einer scharfen Spitze verlangert. Die hin- teren Tarsen ruderarlig, zusammengedriickt , innen lang und dicht gefranzl. — Art: U. p\ceus Lin. {Dyliscus). Langlich eifdrmig, griinlich pechschwarz, glanzend , Fiihlcr rostfarben mit brauner Kcule ; Kiel des Mesosternum flach. Beim Miimichen das fiiiilte Glied der Vorderlarsen bcilfdrmig, blattartig zusammengedrtickt. L. 22 Lin. In Deutsch- land, haufig in stehcuden Gewasscrn. Verwandte Gattung : II y d r o u s Brulle [Helobius Muls.). 2. Gatt. Hydrobius Leach. Fiihler neungliedrig , das zweite Glied lang, kegel- formig; kein gemeinschaftlicher Kiel der Sterna , das Metasternum in der Mitte gewdlbt ; hintere Tarsen nicht ruderartig, schwach zusammengedriickt, sparsam gefranzt. — Art: 96 I. Insecta. H. fuscipes Lin. Pechschwarz, stanzend, sehr gedrangt puuklirt, Fliigeldecken mit Punktstreifen. L. 3 Lin. In Deutschland, sehr gemein. Verwandte Gattungen: Laccobius Erichs., Berosas Leach , L im nebius Leach, Cyllidium Erichs. u. a. 2. Gruppe. Fiihler sechsgliedrig, Thorai schmaler als die Fliigeldecken ; die vier ersten Tarsenslieder gleich lang. (Spercheidae.) 3. Gatt. Spercheus Kugel. Durch die Form der ausseren Kieferlade, weiche faden- formig und an der Spitze mit einem Biischel Haare besetzt ist, ausgezeichnet. Korper boch gewolbt, oval, Clypeus ausgerandet. — Art : Sp. emarginatus Fab. Geibbraun mit «chwarz gesprenkelten Fliigeldecken. L. 3 Lin. — In Deutschland. Das Weibchen dieser Art umgiebt seine Eier ebenfalls mit einem Cocon , das es am Bauche mit sich herumtragt: sobald dasseibe durch das Ausschliipfen der Larven zerstort ist, erscheint ein zweites, drittes u. s. w. Die Larve ist oval, mit derb lederartiger Haut, oberhalb couvex, unten flach. 3. Gruppe. Fiihler meist neungliedrig . Korper klein . schmal ; erstes Tarsenglied sehr kurz, oit undeutlich. Hel ophoridae.) 4. Gatt. H eloph orus Fab. Fiihler mit dreigliedriger Keuie , beide Tasterpaare ver- langert, Kinn gerundet. — Art ; Hel. grandis Ulig. Langlich , Kopf und Thoras erz- farben, letzterer mil fiinf Furchen ; Fliigeldecken grau, punktirt-gestreift. L. 2—3 Lin. Haufig am Rande von Gewassern. Verwandle Gattungen ; Hydrochus Leach Fiihler siebengliedrig) und Ochthe- bi us Leach. 5. Galt. Hydraena Kugel. Fiihler mit ovaler, fiinfgliedriger Keule, Kiefertaster sehr lang, Lippenlaster kiirzer mit spindelformigem Endgliede ; Oberlippe eingeschnitlen. — Die sehr kieinen, zierlichen Arten leben meist in fliessendem Wasser , an Pflanzen oder unter Steinen ; io Europa und Xord-Amerika einheimisch. — Art : H. riparia Kug. Schwarz mit rothen Palpen, Fiihlern und Beioen; Thorax fast quadratisch, dicht punktirt, Fliigeldecken matt, mit 8 bis 10 Punklreihen. L. 4 Lin. In Europa. KiEsEswETTER, H., Monographische Revision der Galtung Hydraena. (Linnaea entomol. IV, p. 156.) 4. Gruppe. Fiihler acht- bis neungliedrig. ersles Tarsengiied viel langer als die iibrigen. Kdrper ovai. Sp ha er id i i d ae.) 6. Galt. Sphaeridium Fab. Fiihler achtgliedrig, beide Cnterkieferiaden hiiutig ; Pro- und Mesosternum schmal , Metasternum nicht zwischen den Mittelhiifien hervor- springend. — Art: Sph. scarabaeoides Fab. Oval , schwarz , Fiiigeldecken mit einem blutrolhen Fieck vorn und einem gelben an der Spilze; Beine gelb, braun gefleckt. L. 3 Lin. Ueberall haufig im Rindermist, sehr behende. Verwandte Gattnng: Cy clonot u m Erichs., im Wasser und Schlamme lebend. 7. Gatt. Cercyon Leach. Fuhler neuugliedrig, Kdrper oval, gewolbt, klein. — Arlen iiberall verbreitet, besonders zahireicb in Europa ; in Mist, unter Moos u. s. w. lebend, des .\bends haufig fliegend. C. un ipuncta tu m Lin. [Coccinella] Langlicb oval, schwarz, Thoraxseiten , Fliigeldecken und Beine geib ; W^eibchen mit schwarzem Nahtfleck auf den Fliigeldecken. L. 1*3 Lin. — In Europa. Verwandte Gattungen ; Megasternum und Cryptopleurum Muls. 6. Fam. Staphylinidae Leach [Microptera Grav., Brachelytra Latr.y Hinterleib mit sechs bis sieben freien, hornigen Segmenten , entweder gar nicht oder nur an der Basis von den verkiirzten Fliigeldecken , unter denen die Hinlcrniigel zusam- mengefaltet liegen , bedeckt. Tarsen bei der Mehrzalil fiinfgliedrig, doch kommen auch vier- und dreigUedrige vor. Fiiliier elf-, selten zehngliedrig. Kijrper lang- gestreckt, meist linear. — Larven dem vollkommenen Insect ahnUch. langgeslreckt. mit vier- bis fiinfgUedrigen Fiihlern, einem bis sechs Ocellen jederseits, einer ein- 3. Coleoptera. 97 zelnen Unterkieferlade , zwei gegliederten Griffeln an der Spitze des Hinterleibes, rohrenformig heraustretendem After und kurzen , fiinfgliedrigen Beinen mit einer einzelnen Klaue. Eine iiber die ganze Erdoberflacbe verbreitete , sehr artenreiche Familie, deren Zahl sich schon jetzt auf mehr a!s 2000 erstreckt. Der langsestreckte, sehr bewegliche Korper und die verklirzten FlUgeldecken,. welche den meislen Arten in sehr iibereinstimmender Weise zukommen, verleihen der Familie eine grosse Einformigkeit und ein sehr typisches Geprage: ihre habituelle Aehnlichkeit mit den Ohrwiirmern macht, dass sie von Laien oft mit diesen verwechseit werden. Im Inlande meist von diisterer, schwarzllcher oder brau- ner Farbung und der Mehrzahl nach von geringer Grosse, sind sie unter den Tropen, we- nigstens zum Theil, durch die prachtvollsten Metallfarben ausgezeichnet. Die meisten leben am Erdboden unler faulenden Stoffen, viele im Mist, an Cadavern , in Pilzen und Schwammen, unter Baumrinde, andere am Strande von Gewassern , einige endlich auf Bliithen ; gewisse Arten suchen die Ameisencolonieen auf , in denen sie oft in grosser An- zahl, im Inlande besonders im Fruhjahr, angetroffen w erden. Ihre Nahrung besteht haupt- sachlich, vielleicht sogar ausschliesslich in zersetzlen Stoffen aus dem Pflanzen- und Thierreich ; dass sie im Stadium des entwickeiten Insects, wie Erichson vermuthet, zom Theil auch carnivor seien, ist wohl durch directe Beobachtungen nicht festgestellt. Die Beschaffenheit des Tractus intestinalis wurde allerdings dafiir sprechen, indem dem zotti- gen Chylusmagen (von Erichsos als Duodenum angesehenl ein kleiner, ovaler. an der Innenseite mit hornigen Leisten besetzter Vormagen vorangeht und der Darmkanal iiber- haupt von geringer Lange ist. — Die Familie derStaphylinen ist eine der wenigen unler den Kafern, in der einzelne Gattungen und Arten mit Ocellen (zu zweien oder einem einzeinen versehen sind ; bemerkenswerth ist auch die neuerdings von Schiodte gemachte Beobach- tung von dem Lebendiggebaren einiger sehr eigenthtimlich gestalteter Siid-Amerikanischer Arten [Spirachtha, Corotoca . Gpavenhorst, J.L. C, Microptera Brunsvicensia. Brunsvigiae 1802. 8. — Monographia Coleopterorum micropterorum. Gottingae 1806. S. Masnerheim, C. G. de, Precis d'un nonvel arrangement de la famille des Brachelytres. Memoires pres. a lacad. de St. Petersbourg I.) 1830. 4. NoRDiiANN, A. V., Symbolae ad monographiam Staphylinorum. (Ebendas. IV, 1836., Erichson, W. F., Genera et species Staphylinorum. Berolini 1840. 8. [Hauptwerk.j 1. Gruppe. Prothorasstigma sichthar, seiten durch eine freie Hornplatte bedeckt. a) Fiihler am Innenrande der Augen entspriogend (Aleocharin i Erichs.) 1. Galt. Myrmedonia Erichs. Innere Unterkieferlade unbewehrt, iiberall behaart. Ligulakurz, zweitheilig, Lippentaster mit drei fast gleich langeu Gliedern ; Vordertarsen mitvier, die hinteren mit fiinf Gliedern , Fuhler lang und derb. Hinterleib gleichbreil, wird beim Laufen aufwarts gekrummt. — Die meisten Arten leben zahlreich in Ameisen- nestern , z. B. M. humeral is Grav. Schwarzbraun, sehr fein punktirt, die Basis der Fltigeldecken und des Hinterleibs und die Beme rOthlich gelb, das Halsschild uneben. L. 2' 2 Lin. Unter Formica fuliginosa im Friibjahr liautig. 2. Gatt. Hom al ta Mannerh. Innere Unlerkieferlade unbewehrt, mit Slacheln ge- wimpert, Lippentaster dreigliedrig, das zweite Glied kiirzer ; Yordertarsen viergliedrig, an den fiinfgliedrigen hinteren das erste Glied nicht verliingert. Korper- und Fiihierform sehr schwankend. — Man kennt bereils 200 — 300 Arten aos verschiedenen Erdtheilen. von denen die meisten sehr klein. H. brunnea Fab. Flachgedriickt, glanzend gelb, der Kopf und die vorletzten Hinterleibssegmente pechbraun ; Thora.x quer quadralisch . leicht eingedriickt, Hinterleib oben starker punklirt. L. 2 Lin. In Deutschland. Verwandte Galtungen : A ulal ia Leach, Fa lagr i a Leach, Bolitochara Mannerh., Tachyusa Erichs., Hygronoma Erichs. u. a. 3. Gatt. .\Ieochara Grav. Von der vorigen Gattung durch viergliedrige Lippen- taster, deren Glieder gegen die Spitze allmahlich kleinerwerden, durch fiinfgliedrigeTarsen an allen Beinen, kurze und ziemlich dicke Fiihler und gedrungenen Korper unterschie- den. — .\rt : A. fuscipes Fab. Glanzend schwarz, Fuhier in der Mitte verdickt, ihre Ilandb. d. Zool. II. 7 98 I. Insecta. Basis untl die Beine so wie die Milte der Fliigeldecken rostroth. L. 3 Lin. Die grosste Art der Gattung, hautig ini Mist. 4. Gatt. L o no echusa Grav. Innere Unteriiieferiade mit doppeltem Halien , Ligula kurz, ganz, Lippentaster dreigliedrig mit etwas grosserem Basalgliede, Vordertarsen vier-, die hinteren fiinfgliedrig. Korper breit und dlck , die drei ersten Hinterleibsringe jeder- seits mit einem Biischel Haare, welche eine siissliche Fliissigkeit ausschwitzen, die von den Ameisen, in deren Gesellschaft diese Insecten stets leben, geleckt wird. — Art: L. stru- mosaGrav. Rostroth niit fein granulirlem, gefurchtem , nach vorn verengtem Thorax. L. 3 Lin. In Deutschland unter Formica rubra, unter Steinen. Verwandte Gattungen : D i na rd a Leach , Eury usa Erichs., Pl a cusa Erichs., Gy- rophaena Mannerh. u. a. 5. Gatt. Spirachtha Schiddte. Lippentaster dreigliedrig , sehr klein, Ligula breit, Tarsen an allen Beinen viergliedrig ; Hinterleib beim Weibchen sehrgross, hautig, der vordere Theil blasenartig aufgetrleben , die hinleren nach oben und gegen den Kopf ge- kehrten Segmente jederseits mit einem langen , zweigliedrigen Anhang. — Art : Sp. Eu- ry medusa Schiddte. Ganz weiss, Kopf, Fijhler, Rucken und Hinterleibsschilder hornig, blassbraun, Beine dunkler. L. 1 '/3 Lin. In Brasilien, in Termitennestern ; ebenso wie die verwandte Gattung Corotoca Schiddle lebendige Larven gebarend. ScHiODTE , J. C, Corotoca og Spirachtha, Staphyliner, som fode levende Unger etc. Kjobenhavn 1854. 4. 6. Gatt. Gymnusa Karsten. Unterkieferladen verliingert, gleich , die innere mit Haken , gesagt; Ligula zweitheilig, sehr lang, Lippentaster mit sehr langem Basal- und zwei kurzen Endgliedern ; alle Tarsen fUnfgliedrig. — Art: G. brevicollis Payk. Schwarz, speckartig glanzend , erstes Fijhlerglied und Tarsen gelb. L. SYj Lin. In Wtil- dern, unter Moos. Verwandle Gattungen : Silusa Erichs., Pronomaea Erichs., My llaena Erichs. und D i glossa Halid. b) Fiihler unter dem Seitenrande der Stirn entspringend. (Tachyporini Erichs.) 7. Gatt. Tachinus Grav. Kiefertaster fadenfdrmig, Ligula zweilappig, Fliigeldecken liinger als die Brust, Tarsen fiinfgliedrig ; Kdrper conisch, hinten zugespitzt. — Die sehr hurtigen Arten leben in faulendem Holz oder im Mist, z. B. T. rufipes de Geer. Pech- schwarz, glanzend, sehr fcin punktirt, Fiihlerbasis und Beine rostroth. L. 3 Lin. Ueberall gemein. Verwandte Gattungen : Hypocyptus Erichs., Tachyporus Grav., Habroce- rus Erichs. u. a. 8. Gatt. Boletobius Steph. Von der vorigen Gattung durch ausgerandete Ligula und kiirzere Fliigeldecken, welche die Brust nicht iiberragen, unterschieden. — Die Arlen leben in Pilzen, zB. Bol. atricapillus Fab. Hell rostroth, gliinzend, Kopf, Brust, After und Fliigeldecken schwarz, letztere mit weissem Basalileck und Spitzenrand. L. 2V„ Lin. In Deutschland, sehr gemein. Verwandte Gattungen : Trichophyus Erichs. (mit lang behaarten Fiihlern), Myce- toporus Mannerh. und Tanygnathus Erichs. c) Fiihler am Vorderrande der Stirn entspringend. (S ta p h y 11 n i n i Erichs.) 9. Gatt. Storculia Lap. (Agrodes Nordm.) Kopf liinglich viereckig, durch einen diinnen lials mit dem Thorax zusammenhangend; Fuhler geknieet mit langem Basalgliede, nahe der Mitte eingefiigt ; Oberlippe kurz, zweilappig, Ligula klein , hornig, abgerundet; Thorax verliingert, an der Basis abgerundet , Fliigeldeckcn mit der Naht ineinandergrei- fend. — Sehr eigenlhiimlich gestaltete Arten in Siid - Amerika, lebhaft metallisch blau gefiirbt, z. B. S t. co e I es t i n a Erichs. Glanzend blau, Thorax ktirzer als die Fiiigcldecken, Kopf breit, .Mandibeln von Kopflange. L. H Lin. In Brasilien. Verwandte Gattungen : P I a ty p ro s op u s Mannerh., t h ius Steph., Scytalinus Erichs., Xantholinus Erichs., Le p taci n us Erichs. u. a. 10. Gatt. Staph y I i nus Lin. Fiihlcr nichl geknieet , an die Seiten geriickt , Kiefer- lasler fadenfdrmig, Ligula ausgerandet; Mittelbeine auseinandergeriickt, die hinteren Tar- sen fadenfdrmig. Prothoraxsligma ganz frei. — Grosse, kriiflig gebaute Arten , zum Theil 3. Coleoptera. 99 von schoner Farbung und Behaarung, uberall verbreitet , meist in frischem Mist lebend. S t. hirtus Lin. Schwarz , rauhhaarig, Kopf, Thorax und Hinterleibsspilze goldgelb be- haart, Fliigeldecken mit aschgrauer Querbinde. L. 10 — 11 Lin. Im Friihjahr iiberall nicht selten. — Andere sehr bekannte Arlen sind z. B. St. maxillosusLin. und erylhro- pterus Lin. M. Gatt. Philonthus Leach. Von der vorigen Gattung durch abgerundete Ligula und weniger entfernt stehende Mittelbeine unterschieden. — Sehr zahlreiche, meist klei- nere, schwarzlich oder metallisch gefarbte Arten niit eingedriickten Punkten auf dem Halsschilde, gewohnlich im Mist iebend. P h, ae n e us Grav. Schwarz, Thorax und Kopf erzglanzend, Fliigeldecken griinlich schimmernd ; Kopffast quadratisch, Thorax mit vier eingedriickten Punkten jederseits. L. 4 — 6 Lin. In Europa liberail gemein. — Sehr pracht- volle, smaragdgriin und kupferroth gefarble Arten in Siid-Amerika, z. B. Ph. p r e t i o sus Erichs. von Bogota. VerwandteGattungen : Cordylaspis Nordm., Scariphaeus Erichs., Caranistes Erichs., Thinopinus Le Conte, Ocypus Steph., Heterothops Steph. u. a. 12. Gatt. Q u ed i us Leach. Fuhler entfernt stehend, Taster fadenfdrmig, Ligula abge- rundet, .Mittelbeine genahert , Prolhoraxstigma bedeckt. — Dunkel gefarbte Arten mit ein- zeinen Punkteindriicken auf deni Thorax, gewdhnlich unter fauienden Vegetabilien lebend ; die grosste inlandische ist : Q. dilatatus Fab. Pechschwarz, fast malt, mit erweitertem Seitenrande des Thorax und eesaglen Fiihlern. L. 8 — 10 Lin. In Hornissen-Nestern ; aucb am ausfliessenden Saft von Eichen. Verwandte Gattungen: Acylophorus Nordm., Astrapaeus Grav. und Eury- po r u s Erichs. 13. Gatt. OxyporusFab. Fiihler nicht geknieet , gegen die Spitze verdickt ; Kiefer- taster fadenfdrmig, Lippentaster mit halbmondldrmigem Endgliede, Ligula zweilappig. Mit- telbeine weit auseinander stehend, Prothoraxstigma bedeckt. — Lebhaft gefarbte Artcn von breitem Korper, ui Pilzen lebend. 0. rufusLin. Schwarz, Thorax , Hinterleib mit Ausnahme der Spitze und Beine lebhaft roth, Flugeldecken mit grossem, gelbem Schulter- fleck. L. 3 — 4 Lin. In Waldern, besonders gegen den Herbst hin. 2. Gruppe. Prothoraxstigma durch die Epimeren des Prothorax bedeckt. a; Hinterhiiften kegelfdrmig. 14. Gatt. Stilicus Latr. Vorletztes Tarsenglied einfach, ohne hautigen Anhang; Kopf rund, ganz aus dem Halsschilde hervorragend, Oberlippe in der Mitte mit zwei kleinen Zahnchen, letztes Tasterglied spindeifdrmig. — Die Arten leben unter feuchtem Laube am Erdboden. St. fragilis Grav. Schwarz, Thorax, Schildchen und Vorderbeine blutroth, Fliigeldecken sehr dicht punktirt mit blassgelber Spitze. L. 3 Lin. In Deutschland, seiten. 15. Gatt. Paederus Fab. Vorietztes Tarsenglied zweilappig, die Vordertarsen etwas erweitert; Oberlippe nicht ausgerandet, Lippentaster mit spindelfdrmigem, Kiefertaster mil sehr kleinem, abgestumpftem Endgliede; Kopf mit diinnem Halse an den rundlichen, meisl kuglig gewolbten Thorax befestigt. — • Schlanke, zierliche Arten, meist von metallisch blauer und ziegelrother Farbe, welche in der Nahe des Wassers leben. P. riparius Lin. Gefliigelt, schwarz mit stahlblauen Fliigeldecken , der Thorax, die vier ersten Abdominal- ringe, die Mittelbrust und Beine ziegelrolh ; Fiihler mit gelber Basis. L. 3—4 Lin. Ueberall in grosser Menge. Verwandte Gattungen : La throbium Grav., Lithocharis Lacord., Scopaeus Erichs., Su nius Steph., ph i tes Erichs. u. a. 16. Gatt. Stenus Fab. Fiihier gekeult, auf der Stirn, zwischen den Augen ^ent- springend, diese slark glotzend ; Kinn dreieckig , Ligula zweilappig. Kopf breiter als der cylindrische Thorax , mit dickemHalse; Fliigeldecken breiter als der Thorax , Hinterleib linear. — Kleine, schlanke, dicht punktirle und fein bchaarte, schwarzgefarbte Arteii, welche die sandigen Lfer von Gewassern besonders im Sonnenschein in grosser Indivi- duenzahl belaufen. Eigenthiimiich ist das weite Heraustreten des Oesophagus aus der MundulTnung nach dem Tode der S/enws-Arten , welches frtiher als Gattungscharakter an- gesprochen und von einem Franzosen selbst fiir so wichtig gehalten wurde , dass er die Gattung zu einer eigenen Ordnung der Insecten erheben zu miissen glaubte. — Art: St. 7* 100 I. Insecta. bi gut ta tu s Lin. Schwarzlich erzfarben, dicht und tief punktirt, fein weiss behaart ; die Taster an der Basis gelb , die Fliigeldecken mit rothgelbem Fleck. L. 2 Lin. In Europa tiberall haufig. Verwaodte Gattungen : Dia n ous Leach, Pi n ophil us Grav., Oedichirus Erichs., P r oci rr u s Latr., E ua osth etus Grav. (Tarsen viergliedrig) u. a. b) Hinterhiiften quer. ■1 7. Gatt. Bl ed ius Steph. Ligula hautig, zweispaitig, Kiefertaster mit spindelformi- gem Endgiiede ; Mittelbeine genahert , Vorderschienen mit zw ei , die mittleren mit einer Dornenreihe am Aussenrande, Tarsen dreigliedrig. Fiihler mit langem, gekeulten Basalgliede, Prolhorax an der Basis stark verengt. — Kleine, kraftig gebaute Arten , welche am Ufer von Gewiissern im Schlamme Erdlocher graben , in denen sie paarweise leben und die sie meist nur des Abends verlassen. DieMannchen mancher Arten zeichnen sich durch Horner auf Kopf und Thorax aus, z. B. B 1. tri corn is Herbst. Schwarz, Fiihler und Beinc pech- braun, Fliigeldecken ziegelroth , Thorax punktirt und gefurcht ; beim Mannchen der Kopf niit zwei seitlichen, der Thorax mit einem mittleren Horn. L. 2y„ — SYj Lin. In Deutschland. VerwandteGattungen: Osorius Latr., Platystethus Mannerh., Oxy tel u s Grav., Trogophloeus Mannerh. u. a. 18. Gatt. Leptoc hi ru s Germ. Vorderhiiften kuglig, nicht hervorragend , hintere Trochanteren einfach, Mandibeln hervortretend, gezahnt; Vorderschienen gesagt, Hinter- jeib ungerandet. Fiihler lang, fadenformig, behaart ; Prothorax quer viereckig, flach, mit tiefer Mittelfurche, etwas gestielt. — Tropische Arten von sehr eigenthiimlicher Gestalt, z. B. L. maxillosus Fab. [Cucujus) Gliinzend schwarz rait vorgezogener , zweilappiger Stirn, die in der Mitle tief gefurcht und vorn beiderseits grubig verlieft ist. L. 4 — 6 Lin. In Siid-Amerika. Verwandte Gattungen : Go proph i lu s Latr., A c r o gn al h u s Erichs., Deleaster Erichs., S y n tom i um Curt., Li spin u sErichs., Pi e s t u s Grav., Prognatha Latr. u.a. 19. Gatt. Antho p ha gus Grav. Zwei Ocellen auf dem oberen Theil der Slirn. Vor- derhiiften kegelformig, heraustretend , hintere Trochanteren stutzend. Oberkiefer zwei- zahnig, Unterkieferladen hautig, die beiden letzten Glieder der Kiefertaster gleich gross ; Schienen unbewehrt, Fliigeldecken langer als die Brust, breiter als der Thorax. Fiihler jang und diinn ; Kdrper breit, flachgedriickt. — Kleine Kiifer, einigermaassen der Galtung Dromius unter den Laufkafern gieichend, auf Bliithen und Strauchern, besonders im Ge- birge lebend. — Art : A. caraboides Lin. Rothgelb, Thorax herzfdrmig, fein punktirt, Kopf und Hinterleib vor der Spitze pechbraun. L. 2 Lin. In Deutschland. 20. Gatt. Omalium Grav. Ebenfalis mit zwei Ocellen ; von der vorigen Gattung durch ungezahnte Oberkiefer, verlangertes letztes Glied der Kiefertaster , fein gedornte Schienen und verkiirzte vier erste Tarsenglieder unlerschieden. Fiihler gegen die Spilze hin ailmahlich verdickt; Fliigeidecken die Basis des Hinterleibs bedeckend. — Die Arten auf Ptlanzen , unter Baumrinde u. s. w. 0. ri vulare Payk. Glanzend schwarz, Fiihler- basis und Beine gelb, Fiiigeidecken geibbraun ; Thorax dicht punktirt, mit zwei langlichen, geschwungenen Gruben. L. 2 Lin. In Deutschiand, haufig. Verwandle Gattungen : Micralymma Westw., Lesteva Latr., Boreiaphilus Sahlb., Acido ta Steph., Lathrimaeum Erichs., A nthob iu m Steph. u. a. 21. Gatt. Micropeplus Latr. Keine Ocellen, Tarsen dreigliodrig , Fiililer neun- gliedrig, in eine Vertiefung der Unterseite des Thorax oinschlagbar, ihr Endgiiod gross, kuglig. Kdrper liinglich eifdrmig, dick, M^iduia-ahnJich. — Art : M. porcatus Fab. (NiUdula sulcata Herbsl) Mattschwarz, Fiihlerbasis und Beine roth ; Fliigeldeckcn an dor Basis leicht gewdlbt, mit vier Langsrippon, dazwischen dicht punktirt. L. 1 Lin. Unter Schutt, iibcrall haufig. Verwandte Galtungen : Pro te in usLatr., Glypto ma Erichs., Pseu dop sisNewm. u. a. 7. Fam. Pselaphidae M. Lcay. Unterkiefcrladen beide hautig, abgeflachl , die aussere viel grosser; Kiefcrlaster nieisl lang , ein- bis viergiiedrig , Lippenlaster klciii , oiii- l)is zweigliedrig. !• iihlor fast (lurchw cg perlschnurformig und gekeult. »■ 3. Coleoplera. 101 Fliigeklecken verkiirzt, abgestufzt, Hinferleib zum Theil unbedeckt , fiinfringlig, nicht frei beweglich ; Tarsen hochstens dreigliedrig, mif einer oder zwei Klauen. — Larven unbekannt. Sehr kleine, ausserst zlerlicli gestaltete Kafer, welche sich unler Moos , feuchtenj Laube, Baumrinde, Steinen, ganz besonders aber haufig in Ameisennestern finden; es sind niichtliche Thiere von tragem, bedaclitigem Gang, weiche des Abends munter umherflie- gen. Ihre Nahrung soll in kleinen Acariden bcstehen, weiche mit ihnen an gieiclien Orlcn leben. Mit den Staphylinen in der Verkiirzung der Fliigeldecken iibereinstimmend und sich ihnen durch einzeine Gattungen in der Forra des Korpers nahernd, unterscheiden sie sich durch den kiirzeren Hinterleib, dessen Ringe nicht frei beweglich sind und besonders durch die den meisten zukommenden sehr langgestreckten Kiefertaster , welche sie nebst den Fiihlern beim Gange in steter Bewegung halten. Leach, in Zoolog. Miscellany III, p. 80. — Zoolog. Journal II, p. 445. Reicuenbach, H. G. L., Monographia Pselaphorum. Lipsiac, 1816. 8. DENNY,H.,MonographiaPse!aphidarum(etScydmaenidaruni) Britanniae.Norwich,1825.S. AuBE. Ch., Pselaphorum Monographia (Magas. de Zool. 1833). — Revision de la famille des Pst5laphiens. (Annales de la soc. entomol. 2 ser. II, p. 73.) Le Conte, J., On Ihe Pselaphidae of the United-States. (Boston Journal of nat. Iiist. VI, p. 6 4.) Westwood, J. 0., Descriptions of various species of the family Pselaphidae etc. (Trans- act. entom. soc. 2 ser. III, p. 268.) 1. Gruppe. Fiihler meist elf-, selten nur zehngliedrig, Kiefertaster veriangerl. (Pse 1 aphin i.) 1. Gatt. Chennium Latr. Fiihler genahert, elfgliedrig, auf elnem Stirnhucker auf- sitzend ; Kieferfaster dreigliedrig, das ersfe Glied sehrklein, das zweite sehr stark, gekeult, das dritle dick , eiformig. Erstes Tarsenglied sehr klein, das letzte mit zwei gleichen Klauen. — Art : Ch. b itu ber cu latu m Lalr. Gelbbraun, behaart. L. 1 '4 Lin. In Siid- Europa unler Myrmica caespitum. Verwandte Gattungen : Centrotomav. Heyd., C tenis tes Reichb., C eo phy 11 u s Le Conte, Tyrus Aub6, Metopias Gory u. a. 2. Gatt. Pse la p hus Herbst. Fiihler elfglicdrig , auf einem Stirnhocker aufsilzend ; Kiefertaster sehr lang, viergliedrig, das Endglied gekeult, fasl so lang als die drei ersten zusammen. Tarsen mit verlangertem zweiten Giiede und einer einzelnen Klaue. — Art; Ps. Dresdensis Herbst {longicollis Reichb.). Glanzend kastanienbraun, Thorax oval, hin- ten mit tiefer Querfurche. L. 1 Lin. In Deutschland, haufig. Verwandte Gattung: Tychus Leach. 3. Gatt. Batrisus Aube. Fiihler elfgliedrig, entfernt stehend, die beiden Endglieder verdickt ; Kieferlaster viergliedrig, das zweite Glied sehrlang, das vierte spindelformig. An den Tarsen die beiden letzten Glieder gleich, die Klauen ungleich. — Art: B. venus- tus Reichb. Langlich, rostroth, mil pechbraunem Hinterleib; Thorax mit drei eingegrabe- nen Langslinien. L. 1 % Lin. In Eichen, unter Ameisen. 4. Gatt. Bryaxis Leach. Fiihler zehn- bis elfgliedrig, entfernt stehend, mit lang- licher Keule ; Kiefertaster viergliedrig, das dritte Glied klein, kuglig, das vierte oval oder spindelformig. Tarsen mit einer einzelnen Klaue. — Art : B r. sanguinea Fab. {Anlhi- cus). Glanzend schsvarz mit rothen Flugcldeckcn ; Thorax kuglig mit drei durcli eine Furche verbundenen Gruben. L. 1 Lin. Ueberall haufig. Verwandte Gattungen : A m au ro p s Fairm. (ohne .\ugen) , Rhexius Lc Conte (mit geknieeten Fijhiern), By th i nus Leach, Euplectus Leach u. a. 2. Gruppe. Fiihler hochstens sechsgliedrig, Kicfertaster rudimentar. (Cla vigerin i.) 5. Gatt. C 1 a vi ge r Preyssler. Fiihler sfark , cylindriscii , sechsgliedrig , Taster sehr klein, eingliedrig; Kopf verlangert, vorn abgestutzt, Augen fehlend. Fliigeldecken mit faltenartigen Hinterecken, an denen ein Haarbijschel steht ; Hinterleib obcrhalb an dcr Basis mit tiefcr Grube, die drei ersten Dorsalringe verschmolzen. An den Tarsen die 102 I. Insecta. beiden ersten Glieder sehr iiurz , das dritte lang mit einer einzelnen Klaue. — Zwei Arten in Europa bekannt, die unter Steinen oder in Baumen in Geselischaft von Ameisen leben, von denen sie nach P. Muller gefiittert werden und die ihrerseits die Flijssiglieit leciien, welche die Claviger aus den Haarbiischeln ihrer Fliigeldecken absondern. C. tes- taceus Preyssl. [foveolatus Miill.) Licht rostroth, glanzend, gelb behaart; Fiihler dick, nur wenig langer ais der Kopf. L. 1 Lin. In Mittel- und Siid-Deutschland. MixLER, P., Beitrage zur Naturgeschichte der Gattung Claviger. (Germar's Magaz. d. Entomol. 111, p. 69.) Verwandle Gattungen : AdranesLe Conte mit zweigliedrigen Fiihlern , in Nord- Amerika und Articerus Dalm. im Copai, mit eingliedrigen Fuhlern und Tarsen. 8. Fam. Paussidae Westw. Kopf dreieckig, nach hinten in einen Hals ausge- zogen ; Taster und Fiililer sehr kraflig, letzfere aus zvvei bis zehn Gliedern be- stehend , keulenformig. Fliigeldecken langlich viereckig , abgestutzt , am Aussen- winkel rait einer hockerartigen Falte ; Vorder- und Millelhiiften kuglig, dicht bei einander slehend , Hinterhiiften quer , Tarsen vier- bis fiinfgliedrig. Hinterleib niit vier Ventralringen , der erste und letzte sehr gross, die mitlleren kurz. — Die mulhmasslichen Larven von gedrungenem , uiedergedruckt cylindrischem K(3rper. derber, lederartiger Haut und mit langen, zuriickgewandlen Haaren bekleidet. Sowohl durch ihre Korperform als durch ihre Lebensweise eine der interessantesten Familien der Kafer, ausschliesslich den warmeren und zum grdsseren Theil der Tro- penzone eigenthiimlich ; besonders ist es die absonderliche Fiihlerbildung , welche sie sehr auszeichnct. Die Paussiden sind Nachtthiere, welche am Boden zwischen Gras- biischeln, unler Steinen, Baumrinden und besonders in Ameisencolonieen angetrofTen werden, am Tage einea sehr triigen Gang , in der Nacht aber einen lebhaflen Flug baben ; sie sollen von den Ameisen mit Gewalt in ihre Nester getragen und daselbst von ihnen bewacht werden. Mit den Pselaphiden sowohl im Habitus ais in der Lebensweise und ihrem eigenlhiimlichen Benehmen (bcsonders dem Auf- und Abbewegen der Fiihler wahrend des Schreitens; zunachst verwandl, lassen sie andererseits, wie Burmeister nach- gewiesen hat, eine deutliche Analogie mit manchen Carabiden [Ozaena) erkennen, mit denen sie die eigenlhiimliche Falte an dcr Spilze der Fliigeldecken, die Form der Trochan- teren an dcn Hintcrbeinen und besonders die Fiihigkeit des Bombardirens gemein haben. Dass ihre Fuhlerkeule, wie Afzelius angiebt, im Dunkeln phosphorescire , hat sich nicht bestatigt. Man kennt gegenwartig etwa 83 Arlen, von denen nur eine den Suden Europa's, die Mehrzahl Afrika bewohnt. Afzelius, A., Observations on the genus Paussus etc. (Transact. Linnean soc. IV, p. 203.) Westwood, J. 0., .Monograph of the Coleopterous family Paussidae. (Transact. Lin- nean soc. XVI, p. 607.) — Synopsis of the Coleopt. family Paussidae (ebenda XIX, p. 45.) — Arcana entomologica II, p. 1 ff. — Transact. entomol. soc. 2 ser. II, p.84. Mac-Leay, in Smith's Illustrations of the zoology of South-Africa. p. 72. t.Galt. Cer ap t e rus Swed. FiihIeraufderStirneingefii.it, zehngliedrig, das erstc Glied schmal , die folgenden sehr breit , ganz llachgednickt, oft nur durch Nahte von ein- ander getrennt, das letzle liinger und abgerundel. Beiue meist sehr breit, blattartig zu- saramengedriickt, Tarsen fiinfgliedrig. — Nur tropische Arten , besonders in Afrika und Neu-Holland einheimisch. C. hastatus Westw. Die Fiihler viermal so lang als brcit, parallel , die nouu Ictzlen Glieder verschmolzcn , das zweile an der Basis winklig ausge- zogen ; Unterseitc, Fiihlcr und Beine rothbraun, Oberseite pechbraun, auf den Fliigel- decken ein langlichcr Schulterfleck und ein gemeinsamer dreispilziger Lanzcnlleck auf der Mitte, die Naht und der Spilzenrand rostgelb. L. 4 "„ Lin. In Siid-.Mrika. Verwandte Gattungen : Ceralodcrus, M e ri s m od e r u s , P cn la p I a t a r l h r us und Lebioderus Wcstw. mit sechs Fiihlerglicdern. 2. Gatt. Pla ty r ho pa 1 us Weslw. Fiihler zwcigliedrig , das erste Gliod kleiii , das zwelte sehr gross , oval , beiderscils llach gewolbt, mit schneidend scharfen Randern. Mandibeln sehr schlank und spilz, Prothorax eben, fast herzfdrmig. — Art: Pl. denti- cornis Donov. Lichl rothbrauii, glanzond, Flugeldecken mit schwarzlichcr Bindcnzeich- 3. Coleoptera. 103 nung , ■welche auf der Scheibe zwei Paar Fensterflecke von der Grundfarbe frei lasst. L. 3yj Lin. In Bengalen. 3. Galt. PaussusLin. Fiihler zweighedrig, das zweite Glied gross, in der Regel kahnfdrmig ; Mandibein klein, an der Basis erweitert, mit eineni Zahne am Innenrande. Prothorax klein, meist durch eine Querfurche getheilt; Beine zusammengedriickt, aber nicht besonders breit. — Art: P. thoracicus Donov. {trigonicornis Latr.) Rostroth, Hinterecken des Halsschildes und die Fiugeldecken mit Ausnahme der Basis und Spitze raatl schwarz, letztere durch feine Harchen wie bereift; die vordere Thoraxhiilfte in Forra einer dreieckigen Platte, das zweite Fiihlerglied mit crenulirten Randern. L. 3 Lin. In Bengalen. — P. Favieri Fairm. Rostgelb, i% Lin. lang, in Siid-Spanien. Verwandte Gattung: Hy lo tor us Dalm. (mit zwei Ocellen?] 9. Fam. Histerini [Histeridae Leach). Fiihler zuriickziehbar, kurz, geknieet, elfgliedrig, der Schaft verlangert, die drei lelzten Glieder eine Keule biidend, Un- terkieferladen hautig, gebartet , die aussere grosser ; Ligula kurz, meist hinter dem Kinne verborgen, Taster fadenformig. Thorax vorn ausgerandet, der Basis der Flii- geldecken eng anliegend, diese abgestutzt und das Pygidium frei lassend. Beine nieist kurz, flachgedriickt, Schienen zum Einschlagen, das vorderste Paar gewcihn- lich Grabbeine ; Tarsen fiinfgliedrig. Hinterleib mit fiinf Yentralringen ; Kcirper kurz, gedrungen. — Larven langlich, walzenformig, mit Ausnahme des hornigen Kopfes und Prothorax hiiutig; Fiihler viergliedrig, deutlich, Ocellen fehlend. Beine kurz, fiinfgliedrig mit einer Klaue, Hinterleibsspitze mit zwei zweigliedrigen Appen- dices. Die naher bekannt gewordenen sind carnivor. Diese Kafer, nach ihrer Form, ihrer harten Korperbedeckung , ihrem triigen Gang u. s. w. die wahren Schildkroten unter den Insecten, leben hauptsachlich ira Mist und an Cadavern, einige unter Baumrinde und in Ameisennestern. Wenn man sie ergreift, ziehen sie die Beine und Fiihler ein und stellen sich todt. Sie sind meist von geringer Grosse, glatt, schwarz oder metaUisch gefarbt, auf den Fliigeldecken zuweilen mit rothen Flecken und allgemein mit Langsfurchen versehen, die gute Artmerkmale abgeben. Man kennt gegen 800 Arten , die iiber den ganzen Erdkreis verbreitet sind ; einige von ihnen gehoren im Inlande zu den ersten Insecten, welche die Friihlingssonne herauslockt. Paykull, G., Monographia Histeroidum. Upsaliae, IStl. 8. Erichson , W. F., Uebersicht der Histeroides der Berliner Sammlung. (In Klug's Jahr- biicher der Insectenkunde p. 83.; LeConte, J. E., Monograph of the North-American Histeroides. (Boston Journal of nat. hist. V, p. 37.; Hints towards a natural classitication of the family Histerini. (Proceed. of the acad. of Philadelphia VI, p. 36.) DE Makseul, S. A., Essai monographique sur la famille des Histerides. Paris, 1853 — 57. 8. (Annales d. I. soc. entomol. 1853 — 57.) 1. Galt. Hololepta Payk. Kopf nicht zuriickziehbar, horizontal , Prosternum nicht hervortretend , quer abgestutzt ; Mandibeln horizontal hervorgestreckt, nicht gezahnt. Korper flachgedruckt, das vorletzte Hinterleibssegment sehr gross, horizontal ; alle Schie- nen aussen gezahnt, die vorderen innen mit einem Zahn an der Basis. — Art : H. piana Payk. Glanzend schwarz, giatt, Thorax nach vorn gerundet erweitert, Fliigeldecken ausser dem Randslreifen niit einem abgekurzten Streifen nach aussen von der Mitte der Basis; Pygidium seitlich zerstreut punktirt. L. 4 Lin. In Deutschland, unter der Rinde abge- storbener Pappeln. 2. Gatt. Ox y s te rn u s Erichs. Von der vorigcn Gattung durch ungleiche , gezahnte Mandibeln, erhabenes und vorn zusammengedriicktes Prosternum , zusammengedrtickte hintere Tarsen und queres, etwas abschiissiges Pygidium unterschieden. — Art: 0. ma- xiraus Lin. {maxillosus Payk.) Die auffailendste Art der ganzen Familie, H Lin. lang, mit sehr langen, beim Mannchen innen gebarteten Mandilieln , die liinger als der hinten kreis- 104 I. Insecta. formig gerundete Thorax sind ; Fliigeldecken mit vier Streifen , der innerste abgekUrzt. Pygidium diclit punktirt, Korper gliinzend schwarz. — In SUd-Amerika. Verwandte Gattung : Ph y iloma Erichs. 3. Gatt. HisterLin. Kopf zurUckziehbar, mit hervorgestreckten Mandibein, FUhier unter dem Stirnrand eingefUgt, mit ovaler Keule ; Prosternum in der Mitte des Vorder- randes hervorgezogen, Hinter-Schienen aussen zweireihig gedornt. Korper dick, gewdibt, Pygidium abschUssig. — Art : H. sinuatus Fab. {fimetarius Herbst). Schwarz, FlUgel- decken mit mennigrothem, nierenfdrmigem Fleck. Thorax mit einem Seitenstreifen, FiUgel- decken mit droi ausseren und einem inneren abgekUrzten Streifen; der zweite und dritte von der Naht aus fehlen. L. 3% Lin. Im ersten FrUhjahr, auf Aeckern sehr gemein. — Die grdsste, ganz schwarze Art, H. gigas Payk. vom Cap, 9 Lin. lang. Verwandte Gattungen : Plaesius Erichs., Platysoma Leach (Arten in Baum- schwammen), Cy 1 istu s Mars., Omalodes Erichs., M a r gari notus Mars., Cyptu- rus Erichs. u. a. 4. Gatt. H e ta e r ius Erichs. Kopf zuruckziehbar, Mandibeln hervorstehend, FUhler mit kurzem Schaft und cylindrischer, scheinbar ungegliederter Keule; Schienen sehr breit, aussen stumpf gewinkelt, nach unten mit einer Reihe kurzer Borsten. Die Tarsen in eine nach aussen otTene Rinne der Schienen einsohlagbar. — Art: H. quadratus Kug. Rostgelb, glanzend, mit einzelnen aufgerichteten Haaren besetzt, die Seilen des Thorax verdickt, die FlUgeldecken fein gestreift. L. t Lin. Bei Ameisen, unter Steinen ; Uberail in Deutschland. VerwandteGattungen : Epierus Erichs., T r ibal us Erichs., Sphaerosoma Mars., Dendrophilus Leach (unter Ameisen), Paromalus Erichs. (gleichfalls) u. a. 5. Gatt. Saprinus Erichs. Kopf zuriickziehbar, Prosternum ohne Anhang zur Auf- nahme des Mundos ; Fuhler unter dem Stirnrand eingefUgt, mit fadenformigem Schaft und kugligem Endknopfe, in eine Rinne zur Seite des Prosternum einschlagbar. Hintere Schie- nen zweireihig gedornt , alle Tarsen frei. — Art: S. nitidulus Fab. Glanzend erzgrUn oder schwarzlich, Thorax am Seitenrande und FlUgeldecken hinten dicht punktirt ; die Strei- fen mit Ausnahme des Nahtstreifens schrag verlaufend, abgekUrzt, aus Punkten bestehend. L. 2% Lin. Haufig im Mist. Verwandte Gattung : Pa ch y lopus Erichs. vom Cap. 6. Gatt. Trypanaeus Eschsch. Sehr ausgezeichnet durch den schmalen, cylindri- schen Korper, die vom Kopfschild bedeckten Mandibeln, die hervorragenden Augen und das meist kegelfdrmige Pygidium. An den FUhlern das zweite und dritte Giied grosser als die folgenden, die Keule gross, zusammengedruckt, halbkugiig; Vorderschienen innen mit einem Zahne an der Basis. — Art: Tr. thoracicus Eschsch. [Bostrichus thor. Fab.) Glanzend schwarz, Kopf kegelfdrmig, zweispitzig, oberhalb ausgehohlt; Thorax vorn grob punktirt mit drei Eindrucken, Vorderschienen funfzahnig. Kdrper viermal so lang als breit. L. Ay^ Lin. In Brasiiien. Verwandte Gattungen : Teretriusund Plegaderus Erichs. (Arten unter Baum- rinde) , Xiphonotus Mars. (durch den uber den Kopf weggezogenen Thorax ausge- zeichnet, vom Cap) u. a. 7. Gatt. On thoph i I u s Leach. Mandibeln zurUckgezogen , Fiihler auf der Stirn ein- gefUgt , mit ovaler, etwas zusammengedriickter Keule, unter dcn Vorderrand des Thorax einschlagbar ; Beine verlangert, schlank, alle Schienen fast drehrund. — Arlen ini Mist lebend, durch sehr zierliche Sculplur ausgezeichnet ; z. B. 0. sulcatus Fab. Matt schwarz, Thorax mit fiinf erhabenen Langslinien, die Fliigeldecken je mit drei solchen und gestreiften , zweircihig punktirten Zwischenraumen. L. iVs Lin. In Deutsch- land, selten. Verwandte Gattungen : GlymmaMars. [Gl. Candezii Mars. in Belgien in .Melonen- beeten aufgefunden), Abraeus Leach (Arten unter Baumrinde und in Treibhiiusern) u. a. 10. Fam. Silphidae Leach {Silphales Latr.). Fiihler gegen die Spitze hin ver- dickt oder niit deutlich abge.setzter Keule, gewohnlich elfgliedrig ; beide Laden der Maxillen deuthcli, hornig oder hUutig, Ligula zweilappig. Fliigeldecken den Ilinter- leib meist ganz bedeckend , selten abgestutzt. Vorder- und Mitlelhiiftcn conisch, 3. Coleoptera. 105 frei heraustretend , Tarsen bei derMehrzahl fiinfgliedrig. Hinterleib mit sechs frei beweglichen Ventralringen. — Larven langUch oder oval, meist abgeflacht und oberhalb von horniger Consistenz, die Hinlerleibsspitze in zwei geghederte Appen- dices endigend; Fiihler viergliedrig , Ocelien zu sechs oder nur zu zweien , Ober- lippe deutlich. Kafer von sehr verschiedener Grosse und Form, so dass sie nach dem Habilus nicht leicht ais zusammengelidrig erkannt werden kdnnen; die Form der vorderen Hiiften und die sechs freien Hinterleibsringe unterscheiden sie jedoch scharf von den librigen pentamerischen Kafern mit keuienfdrmigen Fuhiern [Clavicornia Lalr). Sie sind die Aas- kafer y.c.r tio/i']V, welche sich iiberail bei Cadavern einfinden, einerseits um selbst daran zu zehren , andererseits um ihre Eier daran abzuiegen ; ausser jenen suchen sie zum Theil auch verfaulende Vegetabilien, besonders Pilze auf, und einige {Silpha) greifen selbst iebende Insecten an. Die meisten sind in iliren Bewegungen sehr hurtig, fliegen auch weit und schneil ; bei der Beriihrung lassen manche einen stinkenden braunen Saft aus dem After fahren. Ganz besonders lebhaft und beweglich sind die einem Porcellio nicht unahn- lichen l.arven, welche ebenfails oft in Menge an Cadavorn zu finden sind , und selbst die Nymphen besitzen dic Fahigkeit, sich, wenn sie angefasst werden, durch heftige Bewe- gungen loszumachen. — Die bekannten Arten , deren Zahl sich gegen 300 belaufen mag, sind zwar iiber den ganzen Erdkreis verbreitet, jedoch vorzugsweise der gemassigten Zone eigen ; in neuerer Zeit hat man eine Reihe augenioser in unterirdischen Hdhien entdeckt. 1. Gruppe. Hinterhiiften quer, zusammenstossend ; Kiefertaster viel ianger als die Lip- pentaster, Seitenrander des Prolhorax mehr oder weniger ausgebreitet. Trochanteren der Hinterbeine hervorspringend, Parapleuren frei. (Siiphidae genuinae.) 1 . Gatt. Nec rop horus Fab., Todtengraber. Fiihler kurz, fast geknieet, zehn- gliedrig, mit dicker, viergliedriger, runder Keuie ; Unterkiefer mit unbewehrter Innen- lade, Endglied der Taster cylindrisch. Kopf gross, Thorax fast kreisrund, mit breitem tlachem Rande, Fliigeldecken abgestutzt, die Hinterleibsspitze frei lassend ; Beine sehr kraftig, Schienen an der Spitze stark erweitert. Mannchen mit vier slark verbreiterlen Gliedern an den Vorder- und Mitteltarsen. — Grosse, sehr kraftige Arten , weiche die Ca- daver kleinerer Thiere tief in die Erde vergraben ; sehr bekannt durch ihr lautes Zirpen, welches sie durcli Reiben der Flugeldecken gegen zwei auf dem ersten Hinterleibsringe befindliche Leisten hervorrufen. Sie tliegen haufig des Abends; ihr Kdrper ist oft mit zahlreichen Milben besetzt. — N. g e r ma n icus Lin. Ganz schwarz, nur der Clypeus und der Seitenrand der Fliigeldecken blutroth, selten auch kleine Flecke auf dem Riicken der letzteren. L. 12 bis 16 Lin. Im Ganzen weniger haufig als der iiberall in Europa ver- breitete N. ve spillo Lin., gemeiner Todtengraber. Schwarz mit goldgelb be- haartem Thorax, gekriimmten Hinterschienen, gelber Fiihlerkeule und zwei orangefarbenen Binden der Fliigeldecken. L. 8 Lin. — Man kennt 30 bis 40 verschiedene Arten, beson- ders aus Europa und Nord-Amerika. 2. Gatt. Silpha Lin. Fiihler schlank , elfgliedrig, mitschmaler, drei- bis fiinfglied- riger Keule , Unterkiefer mit hornigeni Haken an der inneniade ; Flugeldeckeii meist den Kdrper ganz bedeckend und abgerundet, Beine scidank. Kdrper tlachgedriickt , oval. — Von den 60 bekannten Arten sind die meisten ganz schwarz, matt ; zwei in der Fiirbung besonders abweichende Europiiische sind : S. thoracica Lin. Schwarz, blaulich schim- mernd , seidenartig behaart, mit hochrothem Thorax. L. 7 Lin., an todten Schnecken, Amphibien u. s.w. — S. q u a d r ip u n c ta ta Lin. Scliwarz, glatt, Thoraxseilen und Fliigel- decken blassgelb, letztere mit zwei schwarzen Punklen. L. 6 Lin. Ilaufig auf Eichcn. (Die Gattung ist von Leach auf habituelle Unterschiede hin iii mehrerc unliaitl)are Gat- tungen : Necrodes, Oeceoptoma, Silpha und P h o s p h u g a zerlegt w orden; . Verwandte Gattung : Necrophilu s Latr. (im Gebirge, Helix-Arlen verzehrend). 3. Gatt. P t e ro I o ma Gyll. {Holocnemis Schill.) Vom Habitus elnes, Anchomenus , mit fadenfdrmigen Fiihlern , kleinem Thorax uiid ovalen Fliigeldecken ; Beine sehr schlank und diinn. — Art: Pt. Forstroemii Gyll. (Harpalus). Sehr glanzend pechbraun, mit schwarzem , grob und zerstreut punktirtem Thorax , stark punktirt-gefurchten Fliigel- 106 I. Insecla. decken und rostrolhen Fiihlern und Beinen. L. 3 Lin. An Gehirgsbachen, in Schlesien und Schweden. 4. Gatt. LeptinusMiill. Korper oval, ganz flachgedruckt, Prothorax halbkreisfbrmig, so breit als die verwachsenen Fliigeldecken ; Hinterfliigel fehiend. Fuhler fadenformig, Augen fehlend. — Art: L. teslaceus Miill. Vom Ansehn einer kleinen Bettwanze, hell- gelb, 1 Lin. lang. Am Fusse aiter Eichen, in Deutschland sehr selten ; ausserst hurtig. 5. Gatt. Choleva Latr. [Catops Fab.) Fuhler schlank mit fiinfgliedriger, schmaler Keule, innere Unterkieferlade mit hornigem Haken ; Kopf abwarts geneigt, Thorax ge- rundet viereckig, Flugeldecken oval oder langlich. Kbrper fein behaart; beim MSnnohen die vier ersten Glieder der Vordertarsen und zuweilen das erste an den mittleren erwei- tert. — Kleine, sehr hurtige Arten, in ihrem unsteten Lauf den Cistelen gleichend, an Cadavern , Pilzen, Excrementen u. s. w. lebend, iiber alle Welttheile verbreitet. C. an- gustatus Fab. [Cislela). Langgestreckt , pechschwarz, Fuhler, Beine und Fliigeldecken rostfarben, letztere fein geslreift. L. ayjLin. In Deutschland. Spence, W., A Monograph of the British species of the genus Choleva. (Transact. Linnean soc. XI, p. '123.) MuRRAY, A., Monograph of Ihe genus Catops. (Annals of nat. hist. 2. ser. XVIil, p.i IT.j Verwandte Gattungen : C o 1 o n Herbst, A d e 1 o p s Telikampf (augenlos, in den unter- irdischen Hbhlen Siid-Europa's und Nord-Amerika's) , Drimeotus Mili., Pholeuon Hampe, Agyrtes Froel. u. a. 6. Gatt. Sphaerites Duft. Vom Ansehn eines Hisler , langlich viereckig, lebhaft metallisch gltinzend. Kopf perpendiculiir mit hervorspringenden, gezahnlen Mandibeln ; Fiihler kurz, zehngliedrig, ihr erstes Glied verlangert, die beiden letzlen eine dicke, ovale Keule bildend. Beine kraftig, Schienen scharfkantig, fein gestachelt. — Art: Sph. gla- bratus Fab. {Hister). Unterhalb gliinzend schwarz, oben griinlich erzfarben, Fliigeldecken fein punktirt-gestreift. L. 2V2 Lin. Im Gebirge, an todten Schnecken, auch unter Ex- cremenlen. 2. Gruppe. Hinterhiiften zusammenstossend, Kiefertaster nicht verlangert, Prothorax seltlich ausgebreitet ; Trochanteren der Hinterbeine klein, Parapleuren ganz oder zuni Theil bedeckt. (A n i s o 1 m i d a e.) 7. Gatt. A nis o to m a lilig. Fiihier mit funfgiiedriger Keuie, deren zweites Glied klein ist. Tarsen an Vorder- und Miltelbeinen fiinf-, an den hintcren viergliedrig ; Schie- nen aussen mit Dornen besetzt, die Beine iiberhaupt kraftig. Kbrper stark gewbibt , oval, glalt. — Kleine, meist rostrothe oder geiblicbe Arten von gleich hurtigera Lauf und Flug, welche gegen Abend haufig auf Wiesen anzutreflen sind. A. d u b i a iiiig. Oval , rostroth oder pechbraun , Kopf und Thorax gedrangt punktirt, Fliigeldecken punktirt-gestreift , in den Zwischenraumen fein punktirt; die drei letzten Fiihlerglieder unter einander gleich. L. 1 — 1 V„ Lin. Ueberall hautig. Verwandte Gattungen : Tr i a r t h r n Mark., Cy r tusa Erichs., Agaricophagus Schmidt u. a. ScHMiDT, W. L., Revision der Deutschen Anisotomen. (Germars Zeitschr.^f. d. Entom. III, p. 130.) 8. Gatt. Agathidium Illig. Fiihler mit dreigliedriger Keule ; Tarsengliederzahl nach den Geschlechtern verschieden , beim Mannchen nur die Hlntertarsen , beim Weib- chen auch die mittleren oder allc drei Paare viergliedrig. Kbrper slark gewblbt , haib- kugiig, mil sehr grossem Ilaisschilde ; Mesosternum gekielt. — Die in faulonden Vogeta- bilien lebenden , meist schwiirzlichen kleinen Arlen besitzen das Vermbgen sich^zusam- menzukngoln. A. nigripenne Fab. IIoII rostrolh , sehr gUinzend , Fliigoldockcn tief schwurz, fein punklirt , mit eingedriicktcni Nahtstroifen. L. -t Lin. In Dcutschlaud, nicht hiiufig. Verwandte Gattungen : Liodes Erichs. (Arten in Staubpilzen) , Cla mb us Fisch., Sphaerius Waitl. fSph. ac a r i d e s Waill. in Doutsolilaiid, % Lin.). 3. Coleoptera. 107 3. Gruppe. Hinterhiiften von einander entfernt eingelenkt; Kieferlaster sehr verlangert, Prothora\ klein, nicht gerandet. (S c y d m a e n i d a e.) 9. Gatt. Leptoderus Sturm [Stagobius Schiodle). Augen fehlend, Fiihier sehr diinn, fadenfdrmig, ianger als der Kdrper, die drei ietzten Glieder etvvas verdickt. Thorax lang und diinn, cylindrisch, Fliigeldecken |kuglig gewdlbt , breit eifdrmig , an der Naht verwachsen, Hinlerfliigel und Schildchen fehlend. Beine sehr lang , fadenfdrmig , Tarsen beim Mannchen fiinf-, beim Weibchen viergiiedrig. — Sehr zarte , hdchst eigenthiimlich gestaltete Kafer, welche in den unterirdischen Grolten Siid-Deutschlands lebenj, -wOjman sie an den Stalaktiten kriechend oder am Erdboden unter Steinen findet. Bis jetzt sind drei Arteii bekannt. L. Hohenwartii Slurm (Stag. troglodytes Schiodte). Kopf und Thorax pechschwarz, Ftihler, Beine und Fliigeldecken rostfarben, letztere glasarlig durch- scheinend. L. 3% Lin. In der Adelsberger Hohle. ScHioDTE, J. G., Specimen faunae subterraneae. Kjobenhavn, 1849. fol. Sturm , J., Deutschlands Insecten. Kafer XX. und XXH. 10. Gatt. Scy dm aenus Lalr. Augen vorhanden, Fiihlerlang, derb, mit drei- bis fiinfgliedriger Keule, Kiefertaster mit stark gekeultem dritten und sehr kieinem Endgliede. Tlioiax kurz, gerundel; Fliigeldecken oval, Hintertliigel bei den meisten vorhanden. Beine schlank mit gekeulten Schenkeln und fiinfgliedrigen Tarsen bei beiden Geschlechtern. — Sehr kleine, ausserst zierlich gestaitete Kafer, die sich am Boden unter feuchtem Laube, in Ameisennestern u. s. w. finden und in alien Welttheilen vorkommen. Sc. Godarti Latr. Rothbraun , behaart , mit herzfdrmigem , an der Basis gegrubtem Thorax und vier Gruben an der Basis der Fliigeidecken ; Fiihler gegen die Spitze hin allmahlich verdickt. L. % Lin. Lnter Formica rufa zuweilen haufig. Verwandte Gattungen : Eu theia Steph., Cephennium Miill. u. a. KuNZE, G. und Muller, P., Monographie der Ameisenkafer. (Scydmaenus Latr.) Leip- zig, 1822. 4. ScH.AUM, H., Symbolae ad monographiam Scydmaenorum. (Analecta entom. p. 1.) Halle, 1841. 8. Le Conte, J., Synopsis of the Scydmaenidae of the United-States. (Proceed. acad. nat. scienc. of IMiiladeiphia 1852, p. 149.) NiETNER, J., Entomoiogical papers No.III. (Journal of the Royal Asiatic society 1857.) II.Gatl. ClidicusLap. Kopf fast herzfdrmig, auf der Stirn durch eine tiefe Langs- furche getheilt : Fiihler geknieet mit langem Basalgliede, Thorax kuglig gewdlbt, viereckig, gegen die Basis verengt. — Art: Cl. grandis Lap. Glanzend rothbraun, fuchsroth be- haart, Fliigeidecken grob slreifig punktirt. L. B'/^ Lin. AufJava. Verwandte Gattung: L ep t om a s tax Pirazzoli .Pylades Fairm.] in Siid-Europa , mit sichelfdrmigen Mandibeln. 12. Gatt. M a s t i g u s Latr. Fiihler sehr lang, geknieet, gegen die Spitze hin allmahlich verdickt; Kiefertaster mit gleich langem dritlen und vierten Gliede, das vierte dick, oval. Kopf fast viereckig, hinten zu einem Halse verengt, Fliigeldecken verwachsen, oval; Beine schlank. — Art: M. palpalis Latr. Matt schwarz, bleifai'big bereift, 3 Lin. lang. In Siid-Europa. Klug, F., in Entomol. Monographien, p. 163. H. Fam. Trichopterygia Erichs. Fiililer elfgliedrig, capilliir, behaart, niit dreigliedriger Keule. NOrderhiiflen kiiglig, herauslretenfl, aneinanderstos.send, llin- terliiifien quer, auseinanderslehend , Tarsen dreigliedrig mil langcr Haftborste zwi- schen den Klauen. Fliigeldecken zuwcilen abgckiirzt, Hinterfliigel linear, sehr lang gewimpert. llinterleib niit fiinf bis sieben Ventralringen. — Larven carnivor (sich von Poduren nahieiid), selir beweglich , von cylindrischem Korper , ohne Ocellen, mit viergliedrigen Fiihlern und langen, \ iergliedrigen Beinen. Aeusserst kleine, fast mikroskopische Kaferchen von grosser Beweglichkeit , welche sich unter faulcnden Vegetabilien, unter Baumrinde, in Araeisennestern u. s. w. aufhallen und die durch die ebenso schdne als eigenthiimliche Bildung ihrer Ilintertliigel wie durch 108 1. Insecta. die Haflborste an den Fiissen gleich ausgezeichnet sind. Ausser Europaischen Arten sind solche aus Asien und Nord-Amerilia bekannt, doch sind sie vermuthlich iiberall ver- breitet. — Heer will diese Familie mit den Stapliylinen verbinden. Heer, 0., in Slettiner Entomol. Zeilung IV, p. 39. ScHiODTE, J. C, in Kroyer's Nalurhist. Tidsskrift, 2. R. I, p. 3S0. GiLLMEisTER, Monograpliic der Tricliopterygia, in Sturm's Deutschlands Insecten XVII. Perris, E., Notes pour servir a 1'histoire des ,Trichopteryx. Annales soc. entomol. 2. ser. IV, p. 465.) I.Gatt. Tri choptery X Kirby. Korperbreit, flach , seidenartig behaart ; Fiihler rait drei grosseren Endgliedern. Flugeidecken elwas verkiirzt, abgestulzt, Hintertliigel mit sehr langen und dichten Fiederborsten ; Mittelbrust gekielt, Hinterhiiften zu ciner Deck- platte erweitert, Hinterleib siebenringlig. — Art: Tr. atomaria de Geer [Dermesles,. Schwarz, gewdlbt, Fiihler und Beine gelb; Prothorax breit mit spitzen Hinterecken, Flii- geldecken fein punktirt, brauniich, an der Spitze gelb gesiiumt. L. '/3 Lin. Ueberail haufig. 2. Gatt. Pti 1 i um Erichs. Von der vorigen Galtung durch einfache Mitlelbrust und Hinterhiiften abweichend ; Flugeldecken ganz oder abgekiirzt, Ilinterllugel zuweilen feh- lend. — Art : Pt. m i n u tissi mum Gyll. LiJnglich, glanzend schwarz, geglattet, Thorax an der Basis gegrubt und nebst dem Schildchen gefurcht; Fliigeldecken pechbraun, ihre Spitze, die Fiihler und Beine gelb. L. "4 Lin. In Deutschland. Verwandte Gattungen : Ptenidium und Nossidium Erichs. (mit fiinf Hinter- leibsringen). I2.Fam. Scaphidiina (Sca///u(/i7ia Lrt/r.). Fiihler elfgliedrig, capilliir oder in eine Keule endigend ; Vorderhiiften cylindrisch, aneinanderslossend, die Mittel- und Hinterhiiften weit getrennt , Tarsen fiinfgliedrig. Fliigeldecken abgestutzt , Hinter- fliigel stark enlwickelt ; Hinterleib mit kegelforiniger Spitze und fiinf bis sieben Ventralringen. — Larven unbekannt. Kafer von geringer Grosse, dickem, kahnfdrmigem , glattera Kdrper, welche in Pilzen leben und in ihren Bewegungen sehr lebhaft sind. Man kennt nur wenige Arlen, die iiber alle Erdtheile verbreitet sind. I.Gatt. Scaphidi um Oliv. Fiihler mit zusammengedriickter, fiinfgliedriger Keule ; Augen ausgerandet, Schienen ungedornt, Tarsen fadenfdrmig. — Avi: Sc. 4macula- tum Oliv. Glanzend schwarz, Fliigeldecken punktirt, mit zwei rothen Flecken. L.2'4Lin. In Deiitschland, an Baumschwaramen. Verwandte Gattung : Scaphium Kirby. 2. Gatt. Scaphisoma Leach. Fiihler capillar, die fiinf Endglieder dicker. Augen ganzrandig, Schildchen durch den dariiber hinweggezogenen Mittellappen des Prothorax verdeckt ; hintere Tarsen diinn, verlangert. — Art: Sc. agaricinum Lin. {Silpha). Glanzend schwarz, Fiihler, Beine und der Spitzenrand der punklirten Fliigeldecken gelb. L. 1 Lin. Ueberall haufig. 1.3. Fam. Phalacridae Erichs. Fiihler elfgliedrig, mit dreigliedriger Keule ; Hiiften genahert, die vorderen und mitlleren kuglig, die hinteren quer, halbcylin- drisch. Tarsen fiinfgliedrig, das vierte Glied sehr klein ; liinlerleib mit fiinf freien Ventralringen. — Larven phytophag, im Fruchlboden von Syngenesistcn lebtMid. Kleine, eifdrmige, starkgewdlbte Kafer, welche in grosser Individuenzahl auf Bliithen angetroffen werden, in welche nach Heeger das Weibchen seine Eier legt; die Larven, nachdem sie auf Kosteii der Bliithentheile ihr Wachslhum bcendigt haben, bohrcn sich in den Stengol durch und aus diesein heraus in die Erde, um sich zu verpuppen. Man kennt Arten aus allen Welltheilen. Le Conte, J., Synopsis of the Phalacridae of the United-States. ;Proceed. acad. nat. scienc. of Pliiladelphia VIII, p. 15.) Heeger, E., in Sitzungsbericlite d. Akad. d. Wissensch. zu Wien X.XIV, p. 330. I.Gatl. Phalacrus Payk. Endglied der Kiefertaster diinn, Enddornen der Schienen verkiirzt; Tarsen an Vorder- und Hinterbeinen gleich , die drei ersten Glieder unterhalh 3. Coleoptera. 109 befilzt. — Art: Fh. corruscus Payk. {Sphaeridium fimetariuni Fab.) Kurz eiformis, sehr glanzend sch\sarz, Fliigeldecken sehr verloschen gestreift und fein punktirt. L. 1 Lin. Ueberall haufig. 2. Gatt. Olibrus Erichs. Endghed der Kieferlaster eifdrmig; Enddornen der Schie- nen deutiich, Hintertarsen veriangert, das zweite Glied iangiich. — Art : 0. b i co i o r Fab. Eifdrmig, sehr glanzend schwarz, unterhalb rostrotli, Beine und Fiihlergelb; Fliigeldecken leicht gestreift, mit grossem rothen Fleck vor der Spilze. L. 1 % Lin. Leberall haufig. Verwandte Gattungen : Toly phus und Li t och rus Erichs. 14. Fam. Nitidulariae Latr. Fiihler elf-, selten zehngliedrig, mit zwei- bis dreigliedriger Keule ; aussere Unterkieferlade oft verschwindcnd. Beine kurz, Vorder- und Miltelhiiften quer eiformig, nicht zusaramenstossend, die hinteren stark in die Quere gezogen ; Tarsen fiinfgUedrig , die hinteren beim Mannchen zuweilen nur viergUedrig, das erste oder das vierte Glied verkiirzt. llinterleib mit fiinf oder sechs freien Ventralringen. — Larven theils carnivor , theils phytophag ; langge- streckt, mit zweigliedrigen Fiihlern, drei Ocellen jederseits, einfacher Unterkiefer- lade und einer einzehien Fussklaue. Die sehr zahlreichen Arten dieser Familie sind meist von geringer Grosse und von sehr schwankender Form, ebenso oft kurz und gedrungen als schmal und langgestreckt, ganz llacli oder stark gewdlbt. Die einen leben unter Rinde oder in Pilzen, andere in Blii- then ; einige haben sich in Vorrathskammern und Speichern eingebiirgert und sind dann zum Theil weit verbreitet. Die tiber den ganzen Erdkreis ausgedehnte Familie ist beson- ders artenreich in Europa und Amerika. Erichson, W. F., Versuch einer systematischen Eintheilung der Nitidularien. (Germar's Zeitschrift f. d. Entom. IV, p. 225 und V, p. 438.) 1. Gruppe. Das vierte Tarsenglied klein. (N i t i d u 1 a r i a e sens. strict.] a) Zwei Unlerkieferladen ausgebildet, Oberlippe deutlich. 1. Gatt. Brachypterus Kugel. Fliigeldecken stark verkiirzt, Lippentasler mit kug- ligem Endgliede, Fussklauen an der Wurzel mit einem Zahn; die beiden letzten Hinter- leibsringe frei. — Art : B r. g ra vidu s lilig. Mattschwarz, sehr dicht punktirt, braun behaart, Fiihler und Vorderbeine roth. L. i '/„ Lin. Auf Bliithen, iiberali in Deulschland. Verwandte Galtung : CercusLatr. b) Nur eine Unterkieferlade deutlich, Fliigeldecken verkiirzt. 2. Gatt. Carpophilus Leach. Oberlippe zweilappig , Mandibeln vor der Spitze mit einemZahn, letztes Glied der Lippentaster fast beilfdrmig; das erste , vierte und fiinfte Hinterleibssegment gross , die dazwischenliegenden sehr kurz. — Art : C. hemiplerus Lin. [Dermestesj. Schwarz, behaart, Thoraxseiten und Beine rostgelb , Fliigeldecken mit rothgelbem Schulterfleck und Spilze. L. 1 % Lin. Durch den Handel fast iiber die ganze Erde verbreitet ; in Deutschland auch auf Buchweizen. V'erwandte Gattungen : C o las tus Erichs. (von Staphylinen-Forai), Brachypeplus Erichs. u. a. c) Eine Unterkieferlade ; Prothorax den Fliigeldecken eng angeschlossen , diese nicht verkiirzt. 3. Gatt. Nitidula Fab. Fiihler mit grosser, rundlicher Keule , in convergirende Rinnen an der Unterseite des Kopfes cinschlagbar. Oberlippe ausgerandet, Mandibehi zweispitzig, Lippentaster fadenfdrmig ; Tarsen erweitert. — Art: N. bipustulata Fab. Matt schwarz, Fliigeldccken mit rothem Fleck, Beine rostgelb. L. 1 % — 2 Lin. In Vor- rathskammern zuweilen haufig, an Reis u. s. w. Verwandte Gattungen : S oro n ia Erichs. (Arten untcr Baumrinde), I p i dia Erichs., A m p h o t i s Erichs. {A. marginata Fab. haufig unter Formica fuliginosa) , E p u r a c a Erichs. (zahlreichc Europiiische Arten), Thal ycr a Erichs. u. a. 4. Gatt. M eiige thes Steph. Fiihler mit rundlicher, dicht gegliederter Keule , in gerade und parallel laufende Furchen der Kopf-Unterseite einschlagbar; Prosternum vor- 110 1. Insecta. gezogen, Vorderschienen mit Zahnchen beselzt, die nach den Arten variiren, Tarsen mit drei erweiterten Gliedern. — Sehr zahireiche kleine, meist schwarziiche Arten, beson- ders in Europa ; die meisten an bestimmte Fflanzen gebunden, in deren Samen die Larve lebt und in deren Bliithen die Kafer oft in Menge anzulrefTen sind ; die hiiuflgste ist : M. aeneus Fab. Langlich eiformig, grunlich erzfarben, dicht und fein punktirt, behaart ; Fiihler und Beine schwarzlich , die Vorderschienen geib , linear , fein gesagt. L. 1 '/i Lin. In Deutschland der haufigste Kiifer, auf allen Bliithen. Die Larve lebt nach Heeger in den Schoten dos Kohles, Raps u. a., und ist oft schadlich. Verwandte Gattungen ; Lordites, Pocadius Erichs. u. a. d) Prothorax iiber die Basis der Fliigeldecken iibergreifend, Korper stark gewolbt. 5. Gatt. Cy ch ra m u s Kugel. Fuhler mit lose gegliederter Keule, die Fiihlerrinnen gerade, fast verioschen. Prosternum in eine kurze Spitze endigend, welche vom Meso- sternum aufgenommen wird ; Schienen unbewehrt, Tarsen mit drei herzformig erweiter- ten, unten behaarten Gliedern. — Art: C. 4punctatus Herbst. Gelb, dicht grau be- haart, vier Punkte auf dem Thorax und ein grosser Seitenfleck der Fliigeldecken schwarz. L. 2y„ Lin. In Baumschwammen, besonders im Gebirge. Verwandte Gattungen : Cam p tod e s Erichs. (sehr artenreich in Amerika) , Cyllo- des, Cybocephalus, Amphicrossus, Triacanus Erichs. u. a. e) Eine Unterkieferlade ; Oberlippe verdeckt, haulig. 6. Gatt. Ips Fab. Fiihler elfgliedrig, mit dreigliedriger Keule, Mesosternum frei ; Korper flachgedriickt, langlich viereckig. — Art ; I. quadrip u n cta ta Herbst. Glanzend schwarz , Fliigeldecken mit zwei rothgelben Flecken. L. 2 — 3 Lin. Am ausfliessenden Saft der Biiume, im Friihjahr. Verwandte Gattungen : Cryptarcha Shuck. und Pa ro mi a Westw. 7. Gatt. Rhizophagus Herbst. Fiihler zehngliedrig mit grossem Endknopfe, der nur vom zehnten Gliede gebildet wird ; die Hintertarsen beim Mannchen viergliedrig. Korper linear , parallel. — Die Arten unler Baumrinde, meist in grosser Gesellschaft bei einander; die Larve vernichtet die Bostrichen-Larxen. Rh. nitidulus Fab. Glanzend rothbraun, fast cylindrisch , Thorax fein punktirt , mit schwarzer Scheibe, Fliigeldecken schwarz , mit rother Basis ; letztes Bauchsegment eingedriickt. L. 2 Lin. Ueberall in Deutschland. 2. Gruppe. Das erste Tarsenglied sehr klein ; zwei Unterkieferladen. (Peltidae.) 8. Gatt. Temnochila Erichs. Fiihler etwas liinger als der Kopf, das neunte bis elfte Glied eine langliche, lose Keule bildend ; Augen gross, quer, ausgerandet, Ligula zwei- theilig, innere Kieferlade verkleinert. Schienen unbewehrt, die vorderen mit hakenformi- gem Enddorn; Korper langgestreckt, fast cylindrisch oder niedergedriickt, glatt. — Arten von ansehnlicher Grdsse, sehr zahireich in Amerika ; eine fiir gegenwartige Familie riesige und die grosste bekannte ist: T. Colossus Oliv. Schwarz, blaugriin schimmernd , Kopf und Thorax fein und zerstreut punklirt, lelzterer trapezoidal mit spitzen , hervortretenden Vorderecken ; Fliigeldecken mit gedrangt punktirten Liingsfurchen. L. 24 Lin. In Brasi- lien. — Die einzige Europaische Art ist : T. coeru lea Fab., 5—7 Lin. lang. 9. Galt. Tr ogosit a Oliv. Von der vorigen Gattung durch ganze, hornige Ligula und verkiimmerten Enddorn der Vorderschienen unterschieden ; Kdrper flachgcdruckt. — Art: Tr. maur ita n ica Lin. {Tenebrio). Pechbraun , glanzend , Fliigeldecken punktirt- gestreift, Zwischenraume zweireihig punktirt. L. 3 — 5 Lin. Ueber die ganze Erde ver- breitet, besonders in Speichern , Droguerieen u. s. w. hiiufig; im Freien in vermoderten Eichen. Verwandle Gattungen ; Egolia Erichs. , Nemosoma Latr. , Gymnochila Erichs. u. a. 10. Gatt. Pcl tis Geoffr. Innere Kieferlade mit hornigem Endhaken, Fiihler mit schmaler, lose gegliederter Keule ; Vorderschienen niit hakenfdrmigcm Enddorn. Kdrper oval, flachgedriickt, mit erweitcrtem Seitenrand, — Arten unter Baumriiide, besonders wo sich Schwammc gebildet haben. P. grossa Lin. [Silpha). Pechbraun, glatt, dicht punk- 3. Coleoptera. 111 tirt, Fliigeldecken mit drei glatten erhabenen Langslinien ausser der Naht. L. 6 — 8 Lin. Im Gebirge. Verwandte Gattung : Thymalus Duft. mit hdher gewolbtem Korper. 15. Fam. Colydii Erichs. Fiihler meist elf-, selten nur acht- bis zehnghedrig, gekeult oder geknbpft; Kiefer und Taster sehr kurz. Yorder- und Mitleihiiften kughg, eingesenkt, Hinterhiiften quer, halbcyUndrisch ; Tarsen stets viergliedrig. Hinterleib mit fiinf Ventralringen , von denen nur der letzte oder die beiden letzten frei beweglich. — Larven (nur von wenigen bekannt) carnivor, langgestreckt, ganz hautig oder mit hornigen Thoraxplatten; Fiihler viergliedrig, fiinf Ocelien jeder- seits, Beine kurz mit einzelner Klaue. Eine ebenfalls sehr arten- und formreiche Familie, kleine Kafer mit meist ausgezeich- neter Sculptur der Oberflache und von sehr differentem Habitus umfassend; die meisten leben unter Rinde oder in Bohrlochern von Baumen, einige in Pilzen. Die Familie ist ijber die ganze Erde verbreitet. 1. Gruppe. Hinterhiiften zusammenstossend. 1. Gatt. Sarrotrium illig. Fiihler vorgestreckt, zehngliedrig, verdickt, rauh behaart, das letzte Glied klein, das vierte bis neunte verbreitert. Oberkiefer versteckt, Schienen ohne Enddornen , Abdominalringe gleich lang. — Art: S. clavicorne Liii. [Dermestes). Schwarzlich grau, Thorax vorn verengt, zweikielig, Fliigeldecken lief gestreift-punktirt, die abwechselnden Zwischenraume gekielt; Fiihlerdick, lang behaart. L. 2 Lin. Haufig auf sandigem Boden. 2. Gatt. Ditomalllig. Fiihler elfgliedrig mit zweigliedriger Keule, keine Furchen zum Einschlagen derselben ; Oberkiefer zweispitzig, Ligula ausgerandet , Schienen mit feinen, aber deutlichen Enddornen. Kdrper parallel, niedergedriickt. — Art: D. crenata Fab. (Lyctus). Matt schwarz , Thorax beiderseits zweikielig, Fliigeldecken mit zwei rolhen Flecken, punktirt-gestreift, die abwechselnden Zwischenraume gekielt. L. t Vj Lin. Sehr hiiufig unter Baumrinde, in Schwammen. Verwandte Gattungen : Corticus und D iode sma Latr., En d oph lo eus Erichs., Coxelus und Colobicus Latr., Sy nch ita Hellw., Cico n es Curt., Meryx Latr., .\ cropi s Burm. u. a. 3. Gatt. CoIydiumFab. Kdrper langgestreckt, linear, cylindrisch ; Fiihler kurz, elfgliedrig mit dreigliedriger Keule, ihre Einlenkung vom Stirnrande verdeckt. Kiefer- taster mit fast beilfdrmigem Endgliede, Hinterhuften geniihert ; Hinterleib mit verlangertem Basalringe, Fliigeldecken gerippt, mit reihenweise punktirten Zwischenraumen. — Art: C. filiforme Fab. Glanzend schwarz, Fiihler, Beine und Fliigeldeckenbasis rostfarben ; Thorax mit drei Furchen, Zwischenraume der Fliigeldecken mit zwei Punktreihen. L. 2 — 3 Lin. An alten Eichen, in den Bohrldchern von Boslrichen u. s. w.; seine Larven nahren sich von denen der Bostrichen. Verwandte Gattungen : Aulonium und Oxylaemus Erichs , Teredus Shuck., Agl enus Erichs., Anomraatus Wesm. (letztere beide ohne Augen). 2. Gruppe. Hinterhiiften von einander entfernt. 4. Gatt. Bothrideres Erichs. Fiihler elfgliedrig mit kugligem Basalgliede und zweigliedriger Keule ; Mundtheile frei, Taster fadenfdrmig. Vorder- und Hinterbeine aus- einander stehend , Hinterleib mit verlangertem erstenRinge; Halsschild oberhalb abge- plattet, mit Eindriicken. — Art: B. contractus Fab. [Lyctus). Glanzend kastanien- braun , sparsam behaart, Thorax mit zwei Gruben; FlUgeldecken punktirt-gestreift , Naht und Rand schwarz. L. 1 % — 2 L. In alten Weiden. Verwandte Gattungen : Sosylus, Pycnomerus Erichs. u. a. 5. Gatt. Cerylon Latr. Fiihler zehngliedrig mit eingliedrigem Endknopf, Ligula erweitert, hornig, Taster mil verdicktera vorletztera und spindelfdrmigem Endgliede ; Beine entfernt stehend, erster Hinterleibsring grdsser als die iibrigen. Kdrperklein, langlich, abgeflacht. — Art: C. histeroides Fab. Gliinzend schwarz mil hellercin Kopfe und rothen Ftihlern und Beinen ; Thorax punktirt, an der Basis mit zwei leichten Eindriicken, Fliigeldecken punktirt-gestreift. L. 1 — 1 "i Lin. Unter Baumrinde iibcrall in Menge. 112 I. Iiiseeta. Verwandtc Gattungen : Ptii lo thermus Aube, D i scolo ma Erichs. u. a. Ausserdem schliessen sich dieser Familie noch einige Formenan, welche von der- selben durch sechs Ventralringe des Hinterleibes, von denen die drei ersten verwachsen, und besonders durch funfgliedrige Tarsen abweichen : e.Gatt. Rhy so des Dalm. Fiihler elfgliedrig, schnurfdrmig, Unterkieferladen borsten- artig zugespitzt, Kopf hinten haisartig eingeschniirt. Metaslernuin gross, seine Episternen schmal , von den Fliigeldeclien bedeclit; Beine etwas auseinanderstehend , kriiftig, Vor- derschienen zwischen den Enddornen mit gewimpertem Ausschnilt. Korper langgestreckt, fast waizentormig, liartschaiig. — Art: Rh. sulcatus Faij. Glanzend pechbraun , Kopf mit zwei, Thorax mit drei Furchen, von denen die seillichen vorn abgestutzt sind ; Fliigel- decken punktirt-gefurcht. L. 3 Lin. — In Schweden, Croatien u. s. w. Verwandtc Galtung : Clinidium Kirby (jederseits nur mit einem einfachen Auge). 16. Fam. Cucujini [Cucujipcs Latr.). Fiihler elfgliedrig, fadonlormig oder niit dreigliedriger Keule. Vorder- und Miltelhiiften kughg, eingesenkl, Uinterhiillen quer, aneinanderstossend ; Tarsen entweder bei beiden Geschlechtern fiinfghedrig, oder die hinteren beim Mlinnchen vierghedrig. Hinterleib mit fiinf freien Venlralringen ; Korper langgestreckt, sehr flacligedriickl. — Larven mit Ausnahme des Kopfes und des letzfen Hinferleibsringes haufig, dieser mit zwei hornigen, gekriimmlen Haken : Fiihler vierghedrig, Ocellen jederseils fiinf, Beine mit einer einzelnen Klaue. Schon der sehr flachgedriickte Korper dieser Kafer deutet auf ihre Lebensweise unter Baumrinde hin,welche allen wenigstens urspriinglich eigen ist ; einige in Waarenspeichern vorkommende und durch ihre Menge zuweilen schadliche sind hierhin erst iibertragen und dann in der Regel weit verbreitet. Die Familie mag sich gegenwartig etwaauflSO Arten belaufen. 1 . Gatt. Passa nd r a Dalm. Fiihler lang und derb, das erste Glied eiformig, das zweitekurz, das elfte beilfdrmig ; Maxillen von einer Verliingerung des Kehlrandes be- deckt, Mandibeln hervorspringend, kriiflig, innen dreiziihnig, Ligula zweitheilig. Erstes Tarsenglied sehr kurz ; Thorax langer als breit, nach hinten verengt, Fliigeldecken mit vereinzelten Langsfurchcn. — Art : P. Columbus Newm. Gliinzend pechschwarz, Flii- geldecken mit dunkel blutrolhem Langsstreifen ; auf diesem so wie zunachst der Naht eine tiefe Liingsfurche. L. -10 — tl Lin. In Brasilien. Verwandte Gattungen : Hectarthrum Newm., Ca t o ge n u s Westw., Prosto- mis Latr. u. a. 2. Gatt. CucujusFab. Fiihlerkurz, perlschnurfdrmig ; Maxillen frei, Ligula zwei- spaltig, mit linearen , hautigen Lappen. Tarsen mit sehr kurzem Basalgliede , die hinteren beim Mannchen viergliedrig ; Thorax quer viereckig, liings des Seitenrandes gekielt. — Art: C. sa n guinolen tus Lin. (Can^/mm). Schwarz, Kopf, Thorax oberhalb, Schild- chen und Flugeldecken scharlachroth ; Thorax schmaler als der Kopf, mit fein geziihnel- tem Rande und vier Langsfurchen oberhalb. L. 6 Lin. In Deutschland ; einer der ausgc- zeichnetsten inliindischen Kiifer. Verwandte Gattungen : Pla ti su s Erichs., Palaestes Perty , Hemipeplus Latr., I n Lap. (von Staphylinen-Y orm) u. a. 3. Gatt. BrontesFab. Kdrper schmal , langgestreckt , ganz flach ; Fiihler sehr lang, fadenfdrmig, das erste Glied verlangert , gekeult. Tastcr fadenfdrmig, das Endglied der Lippentaster schief abgestutzt ; Tarsen bei beiden Geschlechtern fiinfgliedrig, das ersle Glied verkurzt. — Art. Br. planatus Lin. [Ceramhyx) . Matt pechbraun, dicht punktirl, Fiihler und Beine gelb ; Thorax mit gezahntem Seitenrande und ausgezogenen Vorder- ecken, Fliigeldecken scicht gestreift. L. 2'/; Lin. Hiiulig unter Pappclrinde. Verwandte Gattungen : Dendrophagus Schdnh., Telcphanus Erichs. u. a. 4. Gatt. Laemophloeus Erichs. Fiihler fadenformig, zuweilen liinger als der Kdr- per, Ligula ungetheilt, innere Unterkieferlade hornig, hakenfdrmig; Vorderschienen mit liakenfdrmigcm Enddorn, Tarsen wie bei Cucujus nach dem Geschleclit verschieden. — Art : L. monilis Fab. Gliinzend rostgelb, Thorax am Rande fein geziihnt und jcderseits 3. Coleoplera. 113 mit tief eingegrabenerLinie; Fiiigeldecken vierstreifig, schwarz, mit rothgelbera Fleck vor der Milte. L. 1 '/; — 2 Lin. In Deutschiand, besonders unter Piatanen-Rinde. Verwandle Gattungen : Lathropus Erichs., Pediacus Shuck., Phloeostichus Redl., Psammoecus Latr. 5. Gatt. Si 1 va n u s Latr. Fiihier mit lose gegliederter , dreigliedriger Keule , Kiefer- taster mit zugespilzlem Endgliede; Tarsen bei beiden Geschlechtern gleich, mit sehr klei- nem vierten und ausgerandelem dritten Gliede. — Art : S. fru mentari us Fab. Braun, behaart, Thorax dreikielig, mit sechszahnigem Seitenrande, Fliigeldecken punktirt-gestreift mit erhohten alternirenden Zwischenraumen. L. i '/j Lin. Ueber die ganze Erde ver- breitet, haufig in Reis, Getreidespeichern u. s. w. n. Fam. Cryptophagidae. Fiihler in der Regel elfgliedrig, mit ein- bis drei- gliedriger Keule ; Vorder- und 31ittelhilften kuglig, die hinteren quer , fast cylin- drisch, alle getrennt. Tarsen drei- bis fiinfgliedrig, bei den Miinnchen die vorderen oder die hinteren zuweilen mit verminderter Gliederzahl. Ilinterleib mit fiinf freien Ventralringen. — Larven nach den Gattungen verschieden, langgestreckt , meist hautig, zuweilen lang behaart, mit drei- bis viergliedrigen Fuhlern ; leben von Pilzen , faulenden Vegetabilien u. s. w., einige, wie es scheint, parasitisch. Meist sehr winzige Kaferchen, welche in ihrer Form sowohl als Lebensweise mannich- fache Verschiedenheiten darbieten und von den neueren Autoren in drei Familien: Cryplo- phagidae , Lathridii und Mycetophagidae , die indessen wenig scharf geschieden sind, ver- Iheilt worden sind ; sie finden sich theils unter faulenden Vegetabilien , in Pilzen, unter Baumrinde, in Ameisennestern u. a., theils auf Bliithen. Bei weitem die meisten der bc- kannt gewordenen Arten stdmmen aus Europa, wiewohl sie in den iibrigen Welttheilen gewiss kaum sparsamer vertreten sein werden. 1. Gru.ppe. Tarsen funfgliedrig, die hinteren beim Mannchen zuweiien viergliedrig. (Cryptophagidae genuini.) i . Gatt. Antherophagus Latr. Kdrper langlich eifdrmig, fein seidenartig bchaart. Fiihler mit dreigliedriger Keule, Endglied der Kiefertaster klein , kegelfdrmig, die Lippcn- tasterdiinn; Spitze des Prosternum in das Mesosternum eingreifend , Hintertarsen beim Mannchen viergliedrig. — Die Arten leben auf Blumen, klammern sich hier an Hummeln an und lassen sich von diesen in ihre Nester tragen, wahrscheiniich um hier ihre Eier abzusetzen; wenigstens findet man in Hummelnestern neben den Kafern milunter kleine Larven, die denen von Cryptophagus iihneln. — Art: A. nigricornis Fab. Gelb , seidig behaart, Thorax mit spitzen Hinterecken ; beim Mtinnchen die Mitte der Fiihler und die Schienenwurzel braun. L. -2% Lin. In Deutschland. 2. Galt. Cry ptopha gus Herbst. Kdrper langlich, behaart , Endglied beider Taster eifdrmig, Prosternum rait freier Spitze; Tarsen wie bei der vorigen Gattung. — Arten : Cr. lycopcrdi Herbst. Rostgelb, stark punktirf, rauh behaart, Thora\ mit vier Schwie- lenhdckern und am Rande mit zwei scharfen Zahnen. L. 1 '/„ Lin. Haufig in Bovislen. Cr. cellaris Scop. {Dennestes). Niedergedriickt, rostbraun , fein punklirt, anliegend behaart , die Fliigeldecken rait Reihen langerer Haare. L. 4 Lin. Haufig in Kellcrn , be- sonders an Weinfassern. Verwandtc Gattungen : Eraphylus Erichs. (unter Ameisen), TeJma top h i I us Hecr (an Schilf), A t oma ri a Steph. u. a. 2. Gruppe. Tarsen bei beiden Geschlechtern dreigliedrig. (Lathridii.) 3. Gatt. Lathridius Herbst. Fiihler elfgliedrig mit Uinglicher, drcigliedriger Keule ; Lippentasler zweigliedrig , das crslc Glied kaum unterschcidbar, das zweite sehr dick, kuglig. Thorax viereckig oder herzfdrmig, schmaler als die Fiiigeldecken. — Art: L. lar- darius de Geer. Rostfarben, unbehaart, Halsschild mit zwei deutlichen erhabenen Langslinien, die den Hinterrand erreichen und vorn gebogen sind ; Fliigeideckcn stark punklirt-gestreift, die Zwischcnraume breit, nicht punktirt. L. 1 '/3 Lin. In Deutschland. Verwandte Gattung : Cort icaria Marsh. IlaiKib. (I. Zool. II. 3 1 14 I. Insecta. Mannerheim , C. G. V., Monographie der Gattungen Lathridius und Corticaria. (Ger- mar's Zeitschrift f. d. Eiitomol. V, p. 1.; 4. Gatt. Dasycerus Brongn. Fiihler elfgliedrig, capillar, das neunle bis cifle Glied kuglig, getrennt, mit langen und feinen Haaren besetzt ; Endglied der Lippentaster sehr schlank, liinger als die beiden ersten zusammeii. Thorax gewinkelt, Schildchen fehlend, Fiiigeldecken kurz, gewolbt. — Art : D. sulcatus Brongii. Fliigeldeckcn auf den erha- benen aiternirenden Zwischenrauinen mit Borsten besetzt. L. %Lin. In Siid-Deutschland. Verwandte Gattungen : Langelandla Aube (ohne Augen , in Mistbeeten vorkom- mend), Mo no tom a Herbst, Calyptobium Villa, Myrmecoxenus Chevr. u. a. Trotz mehrerer wesentlicher Abweichungen (quere Vorder- und Mitlelhiiften , fiinf- gliedrige Tarsen u. s. w ) schliesst sich besonders durch Calyptobium den Lalhridiern an die merkwiirdige ; 5. Gatt. Thorictus Germ. Korper sehr kurz und gedrungeu , Thoraxgross, ge- rundet, vorn stark gewdlbt, hinten quer niedergedriickt ; Fliigeldeeken elliptisch, ebenfalls gewolbt, Schildchen undeutiich. Kopf in den Thorax aufgenommen, nach abwarls ge- bogen , seitlich gefurcht ; Fiihler in dieser Furche eingeienkt , sehr kurz und derb, elf- gliedrig. — Die Arten, unter Steinen und ofler in Gesellschaft von Ameisen iebend, be- wohnen die Kiisten des Mittelmeeres, z. B. Th. castaneus Germ. Einfarbig und glan- zend rothbraun, glatt. L. 1 '/„ Lin. In .\egypten. Peyron, E., Note monographique sur le genre Thorictus. (Annal. d. I. Soc. entom. 3 s6r. V, p. 697 ff.) 3. Gruppe. Tarsen meist viergliedrig, die vorderen beim Mtinnchen dreigliedrig. (M y ce tophagidae ) 6. Gatt. M y ce top ha gus Helhv. Korper liingiich eiforinig, leicht gewolbt , behaart. Fiihlcr gegen die Spitze hin allmahlich verdickt, rait undeullicher, vier- bis fiiiifgliedriger Keule ; Augen quer, vorn ausgerandet. Ligula hornig, vorn weit ausgerandet; Schienen fein bedornt. — Sehr hurtig laufende, in Baumschwammen meist in grosserer Gesellschafl lebende Kafer, z. B. M. 4 p us tu la tu s Lin. (Caraftws). Rostroth, .Mitte der Fiihler, Thorax und Fliigeldecken schwarz, diese punktirt-gestreift, mit zwei rolhen Flecken. L. 2'4Lin. Haufig an Eichen, Pappeln u. a. Verwandte Gattungen : T y p h a e a Curt. (in Hiiusern), D i p h y 1 1 u s Shuck. u. a. 18. Fam. Dermestini Latr. Fiihlerkurz, zuriickziehbar, gekeult, innere Un- terkieferlade haulig in einen hornigen Haken endigend ; Kopf gesenkt , mehr oder weniger einziehbar , unterhalb zur Aufnahme der Fiihler ausgehohU. Fast allge- mein ein einzehies Stirnauge vorhanden. Beine kurz , einziehbar; Vorderhiiften kegelformig , heraustretend , die mittleren schriig, oval , die hinteren in cine Platte erweitert ; Tarsen stels fiinfgliedrig. Hinterleib mit fiinf freien Ventralringen. — Larven langgestreckt und cylindrisch oder breitgedriickt, mit lederartiger oder leicht horniger Korperbedeckung, ihre Oberflache mit langen, aufgerichteten, nach hinten gewijhnlicli zu dichten Biischeln vereinigten Haaren besetzt. Fiihler kurz , vier- gliedrig, meist sechs Ocellen jederseits ; Beine kurz mit einfacher Klaue. Leben von abgestorbenen thierischen Stoflen. Kleine Kafer von liinglich oder kurz ovalem Korper und gemeinsamen, leicht kennt- iichem Habitus, besonders durch das (nur bei Derntestes fehlende; einzelne Stirnauge aus- gezeichnet ; sie haben die Eigenthiimlichkeit , sich durch Anziehen der Beine und Fithler lodt zu stellen, wenn man sie ergreift. Wahrend einige auf Bliilhen, andcrc in morschen Biiumen leben, finden sich die meisten an todten Thierstoiren, welche von den Larven be- nagt werden , daher sie besonders hiiulig in Abdeckereien , Pelzlagern und vor Allem in naturhistorischen Sammiungen angetrolTen werdcn , in denen sie grossen Schaden verur- sachen. Durch den Verkeiir sind mehrere Arten kosmopolitisch vcrbreitet und auch ul)erall in menschlichen Wohnungen heimisch gcworden. Die an ihrcr eigenthiimlichen Huarbekleidung leicht kenntlichen Larven zcichnen .«ich auch dadurch aus, dass bci dcr 3. Coleoplera. 115 Verpnppuns; ihre Haut nur auf dem Riicken platzt und von der Nymphe nicht verlassen wird , sondern derseiben als fuppenhtilse verbleibt. I.Galt. Dermes tes Lin. Fiihler elfgliedrig, die Glieder vom vierlen an kuiz und dicht an einander geriickt , die drei ietzten eine grosse Keuie bildend ; Stirnauge fehlend. Kopfklein, von dem kapuzenformigen Halsschilde bedeckt; Schienen aussen mit feineo Dornchen besetzt. Korper iang eiformig. — Larvcn cylindrisch, mit vereinzellen und langen , aufgerichteten Haaren bekleidet. — Arten : D. lardarius Lin., Speckkafer Schvvarz, Fliigeldecken vorn mit breiter hellbrauner Qucrbinde, in der drei schwarze Punkte slehen. L. 3 Lin. In Hausern , iiberall haufig. — D. vulpinus Fab. Schwarz mit weisslichen Halsschildseiten und an der Spitze gedornten Fliigeldecken. L. S — i'/^ Lin. Ueber die ganze Erde verbieitet. (.Man kennt elwa 20 Arten.) 2. Gatt. A t tagenu s Latr. Fiihler elfgliedrig mit dreigliedriger Keule, in flache Rin- nen des Kopfes einschlagbar ; Stirnauge dcutlich, .Mund frei, Mittelbrust schmal und daher die Mittelbeine einander geniihert. Erstes Tarsenglied sehr kurz, Korper eiformig. — Art : A. pellio Lin. Schwarz oder pechbraun, oberhalb schwarz behaart, Fliigeldecken je mit einem weisshaarigen Punkle. L. 2 — 2'/„ Lin. In Hausern tiberali sehr haufig; sein Parasit ist nach Dou.merc lchneumon ruspator Lin. Verwandte Galtungen : M eg ato m a Herbst , Had ro t o m a Erichs , Trogo d e r m a Lalr. u. a. 3. Gatt. Anthrenus Geoffr. Korper kurz eiformig, Kopf vom Prosternum aufge- nommen , nur die Oberlippe frei ; Fiihlerkurz, fiinf- bis elfgliedrig, in tiefe Gruben am Seilenrande des Thorax einschlagbar, Stirnauge deutlich. Mitlelbrust quer, gespallen, die Vorderbrust aufnehmend. — Larven plallgedruckt mit dichten Haarbiischeln iiber dem Afler. — Arleii : A. varius Fab. Gelb mit drei weis-;lichen Wellenbinden aufden Fliigel- decken. L. t Lin. In Deulschland der schlimmste Feind von Inseclensammlungen , viel hautiger als der eigenlliche A. m useorum Lin. — A. scrophulariae Lin. [Byrrhusi. Schwarz, Thoraxseiten und Binden auf den Fliigeldecken schneeweiss, die Naht der letz- leren mennigroth. L. t % Lin. Haufig auf Bliithen, besonders der Vmbelliferen. Verwandte Galtungen : T r i no d e s Latr. und r ph il u s Erichs. t9. Fam. Byrrhii Lalr., Pillenkafer. Fiihler elf-, selten zehngliedrig, meist gekeult; Unterkieferladen unbewehrt, Kopf in der Regel in den Thorax zu- riickgezogen und von oben nicht sichtbar. Beine einziehbar mit eingesenklen cynndrischen Vorder- und queren, genaherlen Hinterhiilten ; Tarsen fiinfgHedrig. Hinterleib mit fiinf Ventralringen , von denen die drei ersten verwachsen ; Korper eiformig, hoch gewolbt. — Larven walzenformig, fleischig , Prothorax und die bei- den letzfen Abdominalringe vergrossert, Kopf rundMch, senkrecht ; Fuhler sehr klein, zweighedrig , Ocellen jederseifs zwei , gross , Beine kurz mit sehr kleinem Tarsus und einfacher Klaue. Die Pillenkiifer stimmen mitden Dermesten darin iiberein, dass sie bei der Beitihrung Fuhler und Beine anziehen und sich lodt slellen ; die Schienen sind in die Schenkel nach Art eines Taschenmcssers einschlagbar und ebenso konnen dic Tarsen wenigstens zum Theil in die ausgehohite Spitze der Schienen zurtickgezogen werden. Von langsamem Gange, kdnnen dic meislen gut lliegen ; sie leben mit Ausnahme von iVo5ode/idron an der Erde, unter oder auf Moos, welches ihre Hauptnahrung bildet, zum Theil im Sande oder am Ufer von Gewassern. Fast alle bekannten Arten stammen aus Europa uiid Nord-Ame- rika und scheiiicn, wie wenigstens das Vorkommen der meislen im Gebirge und selbst auf den Alpen andeutet, eine niedrige Temperatur zu lieben. SiEifAUNY, G. E., Tentamen monographiae generis Byrrhi. (Germar's Zeitschrift f. d. Entom. IV, p. i (L) 1. Gatt. Nosodendro n Latr. Kopf vorgestreckt, nicht zuriickziehbar , .Mundlheile vomKinn. welches bis an die Oberlippe reicht, ganz bedeckl. Fiihlerdunn, mit grosser dreigliedriger Keule. — Art : N. f a s c i c u I a re Fab. [Sphaeridium) . Eilcirmig, schwarz, punklirl, Fliigeldecken mit reihenweise gestellten rostgelben Haarbuscheln. L. 2 Lin. In Su